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Jubiläumsauktion Teil 2 (62. Auktion)
- 30 Jahre Auktionshaus Tschöpe -
Historischer Wertpapiere und Finanzdokumente
Auktionshaus Tschöpe

Wir danken für Ihre zahlreiche Beteiligung an unserer Jubiläumsauktion
Teil II. Nicht zugeschlagene Lose =0= können Sie im Nachverkauf,
der bis einschließlich 6. Dezember 2008 läuft, zum Ausruf + zu den im
Auktionskatalog ausgewiesenen Konditionen erwerben.
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ab sofort entgegen.
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Zum Aufruf gelangt ein ausgesuchtes Angebot an nationalen und internationalen Aktien, Anleihen und Finanzdokumenten mit folgenden Schwerpunkten:
Aus Deutschland: Gründeraktien und Raritäten der verschiedensten Branchen aus der Frühzeit der Aktiengesellschaften bis hin zu DM-Wertpapieren und Konvoluten.
International präsentieren wir u.a. Raritäten zum Thema Kunst auf Aktien, gestaltet u.a. von Burger, Williard. Sonderland, Mintrop, Bordallo-Pinheiro, Cappiello, Tommaseo, Gradl, Astorri, Turletti, Trout, Kossak,. Mehoffer
Einen weiteren Höhepunkt bilden Aktien und Anleihen aus den USA,
u.a. kommen aus der Collection Menzel:
Raritäten der Bereiche Autographen (Henry Wells, Willam G. Fargo, Leland Stanford, Cornelius (Commodore) Vanderbilt, Thomas Alva Edison, John D. Rockefeller, Henry M. Flagler,
Guglielmo Marconi.
Trovaillen des US-amerikanischen Eisenbahnbaus in Form großformatiger und äußerst dekorative Bonds, z.T. mit den Paraphen berühmter Railroadtycoone, deren Verfügbarkeit von äußerst selten bis hin zu Unikaten reicht.
Auch in unserer Jubiläumsauktion Teil II starten wir mit bis zu 50% unter den ausgewiesenen
Schätzpreisen.
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Unsere Jubiläumsofferte aus der Collection Menzel:
Autographen: Stocks and Railroad-Bonds aus den USA
LOS NR. 163
AMERICAN EXPRESS COMPANY
Gründer-Certificate über Shs. 30 zu je $ 100 # 512; eingetragen auf Augustus Chapmann; New York; 21. Januar 1854; Farbe: schwarz, beige; Maße: 16,7 X 28,1; Kapitalstock $ 5.000 Shares (Grundtyp I nach Hielscher, Personenzugvignette). Originalunterschriften von Henry Wells (1805 - 1878) erster President der Amexco von 1850 – 1868, William G. Fargo (1818 - 1881) zweiter President der Amexco von 1868 –1881 und Alexander Holland als Treasurer, Originalsignatur on verso: Augustus Alexandria Chapman (1805-1876), politician and lawyer from Virginia, Civil-War-Brigadiergeneral of the Virginia Militia to 1861; die Unterschriften sind sauber und klar, nicht entwertet.






Die American Express Company ist ein hervorragendes Beispiel für eine der ganz wenigen großen Gesellschaften, die sich bis in die heutige Zeit kontinuierlich entwickelte. Bleibende Berühmtheit aber erfuhr auch die Wells, Fargo & Company. Beide Namen werden heute noch an der Wall Street hoch gehandelt, und zwar mit den Zertifikaten der Wells Fargo Bank. Die Amexco entstand am 18. März 1850 durch die Zusammenfassung der Postkutscheninteressen von Henry Wells, William Fargo, John Butterfield und anderen. Die erste öffentliche Aktienemission mit der „Personenzugvignette“ erfolgte 1853. Das Grundkapital von 500.000 Dollar war in 5.000 Shs. zu je $ 100 eingeteilt. Die Amexco war ursprünglich auf die Dauer von 10 Jahren gegründet. Am 31. Dezember 1859 wurde sie daher aufgelöst und auf dem Wege der Versteigerung von der eigens zu diesem Zweck neu gegründeten Amexco erworben, die den gleichen Aktionären gehörte. Die Aktien der Altgesellschaft wurden eingezogen und am 1. Januar 1860 durch völlig neugestaltete Aktienzertifikate mit Hundekopfvignette ersetzt. Die American Express Company ist ein Paradebeispiel für Kontinuität und „Corporate Identity“, in 120 Jahren wurden nur 6 Presidenten verbraucht, Henry Wells (1850-1868), William C. Fargo (1868-1881), James C. Fargo (1881-1914), George C. Taylor (1914-1923), Frederik P. Small (1923-1944) und Ralph T. Reed (1944-1968); desgleichen wurde diese Aktiengestaltung, von 1873 beginnend erst 1900 minimal geändert.
Die Geschichte des amerikanischen „Wilden Westens“ wird heute im Wells Fargo Museum in San Francisco gepflegt. Der Beginn des Bank- und Transportwesens der beiden Gründer und ihr kometenhafter Aufstieg sucht seinesgleichen, denn in nur drei Jahren nach Gründung konnte das Unternehmen 55 Filialen aufweisen. Bis 1869 hatte Wells Fargo alle anderen Transportgesellschaften aufgekauft und im Westen das Beförderungsmonopol, das den Abtransport von den Goldminen der Sierra Nevada und deren Versorgung übernahm. Die Sicherheit des Geldtransportes und die damit verbundene Entwicklung des Bankwesens trug wesentlich zu einem raschen Wirtschaftswachstum des jungen Staates bei. Die Gründeraktie der weltbedeutenden American Express Company gehört zu den wichtigsten Finanzdokumenten der amerikanischen Wirtschaftsgeschichte! Mit einer nun schon mehr als 30 jährigen Transparenz sind die Aktien der 5.000 er Gründer- Emission absolute Raritäten, von denen nach bisherigen Erkenntnissen weniger als 15 Exemplare in unterschiedlicher Qualität erhalten blieben, die alle in festen Sammlungen liegen. EF-VF, die Signaturen sind klar und nicht entwertet. (762) Schätzpreis € 9.000 / Ausruf € 3.800 / Zuschlag: € 4.800
AMERICAN EXPRESS COMPANY
Certificate for shares 30 of $ 100; # 512; 21. Januar 1854; color: black, beige; dimensions: 16,7 x 28,1 cm. Foundershare, Capitalstock $ 5.000 Shares (Grundtyp I nach Hielscher, Personenzugvignette). Original autographs of Henry Wells (1805-1878) first president of Amexco from 1850-1868, William G. Fargo (1818-1881) second president of Amexco from 1868-1881, Alexander Holland as treasurer. Autographs are for one of the few big companies that have gradually grown through time. It was established march 18 1850 through a merger between stagecoach companies of Henry Wells, William Fargo, John Butterfield to name a few. The initial public offering containing the “Personenzugvignette” took place in 1853-54. The capital stock of 500.000 Dollars was divided into 5.000 shares of 100 Dollars. Transparency,…the 5.000 shares of the initial public offering are among the major rarities of our time with currently only 15 Certificate remaining, all part of existing collections. EF-VF Starting up: € 3.800 / result: € 4.800
LOS NR. 164
THE ACCESSORY TRANSIT OF NICARAGUA
7% Bond über $ 5.000; # 11; New York, 9. Februar 1856; rückzahlbar am 26. August 1856; Farbe: beige, schwarz; Maße: 21 X 32 cm;
Originalunterschriften 2 x (Commodore) Cornelius Vanderbilt (1794-1877) (vorderseitig als President, rückseitig quittiert er eigenhändig am 26. August 1856 den Empfang der halbjährlich fälligen Zinsen zum 9. August 1856 in Höhe von US-Dollar 175.
Dazu
B) BUCH: DER PIONIER COMMODORE CORNELIUS VANDERBILT –Das Finanzgenie der jungen USA-, Autor: Prof. Dr. Udo Hielscher, Verlag: FinanzBuch Verlag, 1. Auflage 2006





Den großen Persönlichkeiten der Geschäftswelt haben wir heute unseren wirtschaftlichen Standard zu verdanken. Mit dem Wirken der Kaufleute und Gewerbetreibenden entstanden Arbeitsplätze, blühten die Großstädte auf. Der Name Vanderbilt ist ein Beispiel dafür. Unzertrennbar mit dem wirtschaftlichen Aufschwung Amerikas verbunden, wird er in einem Atemzug mit der Geschichte des transatlantischen Seeverkehrs genannt, mit dem Aufschwung der amerikanischen Handelsflotte und in späten Jahren mit dem Aufschwung der Eisenbahn. Selbst mit der Erfindung der beliebten Kartof felchips wird Commodore Vanderbilt in Verbindung gebracht. Diese wurden erstmals 1853 von dem indianischen Koch George Crum in einem vornehmen Hotel in Saratoga Springs im US-Staat New York zubereitet. Commodore Cornelius Vanderbilt war ein äußerst anspruchsvoller Kunde des Hotels. Die Geschichte erzählt, er habe während eines Dinners mehrfach das Essen in die Küche zurückgeschickt mit der Bemerkung, seine gebratenen Kartoffeln seien nicht dünn genug geschnitten. Georg Crum entschloss sich, dem unbequemen Kunden eine Lektion zu erteilen. Er schnitt die Kartoffeln in hauchdünne Scheibchen und wendete sie leicht in siedendem Öl, bis sie knusprig und goldgelb waren. Crums sogenannter Scherzartikel "Kartoffelchips" (oder potato crisps, wie sie die Engländer heute noch nennen), wurde ein durchschlagender Erfolg.

Vanderbilts Erfolgsgeheimnis war sein Bemühen, den Konkurrenten durch Innovationen immer einen Schritt voraus zu sein. Er wechselte im richtigen Augenblick vom Segler zum Dampfer. Er betrieb die Dampfer als Erster mit Kohle statt Holz. Er setzte früher als die Konkurrenz auf Schiffsrümpfe aus Metall statt Holz, auf Antrieb mit Schiffsschrauben statt mit Schaufelrädern. Und Vanderbilt investierte in Ideen, die Zeitgenossen für töricht hielten. So baute er zwischen Albany und Buffalo, einer gefragten Strecke, nebeneinander je zwei Trassen für den Personen- und Güterverkehr. Ein Wahnsinn, sagten alle, doch Vanderbilts Plan ging auf.
Am 27. Mai 1794 wurde Myjnheer Cornelius Vanderbilt als Sohn holländischer Einwanderer, die kurz nach der Gründung New Yorks nach Amerika auswanderten, auf Staten Island geboren. Zu jener Zeit war die Insel in große Grundstücke aufgeteilt, die von ihren Bewohnern landwirtschaftlich genutzt wurden. Die erzeugten Erträge wurden dann auf den New Yorker Märkten verkauft. Vanderbilt, der Ältere, kam, nachdem er sein eigenes Boot auch zur Beförderung fremder Marktwaren verliehen hatte, auf die Idee, ein Fährboot – ferry boat – herzustellen, das regelmäßig jeden Morgen nach New York abfuhr und jeden Nachmittag von dort zurückkehrte. Cornelius Vanderbilt, dem man den allen Holländern eigenen, unwiderstehlichen Tätigkeitstrieb nachsagte, hielt wenig von der Schule und richtete sich mehr auf die praktische Seite des Lebens ein. Zufall und Geschäfte führten ihn, wenn er in die Stadt kam, an dem Platz vorbei, wo der Schiffsbaumeister Brown für Robert Fulton den ersten Dampfer erbaute. Cornelius Vanderbilt war gerade 13 Jahre alt, als die Clermont als erstes Dampfschiff ihre Jungfernfahrt aufnahm. Cornelius Vanderbilt kaufte sich, mit von der Mutter geborgten 100 Dollar, sein erstes Boot und stürzte sich in die Selbständigkeit. Raubeinig, sparsam und arbeitsam zahlte er binnen kurzer Zeit seiner Mutter das Geld zu deren Erstaunen zurück. Bald hatte er genug verdient, um sich ein zweites Boot leisten zu können und lebte fast nur auf dem Wasser, was ihm seinerzeit den Beinamen „Cornelius, der Bootsmann“ einbrachte.
Mit 20 Jahren heiratete er Sophia Johnson aus Port Richmond (Staten-Island). Das Paar siedelte nach New York über, wo Vanderbilt mit seinem Schwager De Forrest einen größeren Schoner, die „Charlotte“ baute. Bald lernte er den vermögenden Thomas Gibbons kennen, der ihn als Kapitän auf seinen Schiffen anheuerte, und der den Transport von New York nach Philadelphia und nach Neu-Braunschweig betrieb. 12 Jahre fuhr Vanderbilt für Gibbon.
Dann machte er sich wieder selbständig und baute in den folgenden 20 Jahren seine eigene Flotte auf. Ende der 1830er Jahre betrug die Zahl seiner Unions-Dampfer bereits rund 1.000. Zur selben Zeit wurden die Goldfelder in Kalifornien entdeckt und in den folgenden Jahren trieb das Goldfieber Ströme von Goldsuchern in das Dorado. Der außerordentlich ansteigende Warentransport auf die andere Seite des Weltmeeres ließ die Herstellung kürzerer Verbindungswege zwingend notwendig werden. Infolgedessen wurde versucht, eine Eisenbahn über die Landenge von Panama zu bauen. Gleichzeitig wurde die „Postdampfschifffahrts-Gesellschaft des Stillen Ozean“ – Pacific Mail Steamship Company- gegründet. 1855 war der Bau der Eisenbahn vollendet, die Dampferlinie wurde bereits 1848 eröffnet. Der ungeheure Umweg, den diese zurücklegen mussten, brachte Vanderbilt auf den Gedanken, eine kürzere Route zu ermitteln. Er beschloss, einen Landweg zu ermitteln, um so eine regelmäßige Seeverbindung von New York nach San Francisco zu errichten.
Diesen Plan legte er der Regierung von Nicaragua vor und erhielt von derselben 1849 die Genehmigung und das ausschließliche Transitrecht zwischen den Weltmeeren, sowohl per Schiff als auch per Bahn. Am 24. Dezember 1850 fuhr der Commodore mit seiner neu erbauten „Prometheus“ nach Nicaragua ab. Die Mitglieder der ihn begleitenden Kommission durchquerten teils zu Fuß, teils hoch zu Ross, bald in Tragbahren die Sümpfe und Moräste, mussten durch unbetretenen Urwald oder im offenen Boot den Weg ausfindig machen und kartographisch zu Papier bringen. Danach befuhr Vanderbilt mit dem kleinen Dampfboot „Direktor“ den San Juan Fluss aufwärts. Hier ließ er das Schiff mit Mühe über Stromschnellen bis nach Nicaragua bugsieren. Hafenplatz am Stillen Ozean war San Juan del Sur. Inzwischen gründete Cornelius Vanderbilt die Accessory Transit of Nicaragua und konnte im Juli 1851 die Route nach Kalifornien via Nicaragua eröffnen. Die Mühen hatten sich gelohnt.
Bereits nach kurzer Zeit wurde die Route eine der am stärksten frequentierten, so dass der Fahrpreis von 600 Dollar auf 300 Dollar pro Passage gesenkt werden konnte. Vanderbilt baute eine Reihe von erstklassigen Routendampfern, die er am 1. Januar 1853 auf die National Transit of Nicaragua übertrug. 1856 wurde er zum Präsidenten der National Transit gewählt. Nun, da er ein Mann mit großem Vermögen geworden war, erfüllte er sich seinen Lebenstraum und baute nach eigenen Entwürfen die North Star, die auf der Vignette des hier angebotenen Bonds zu sehen ist. Diese baute er für seine berühmte Europareise 1853, die zugleich nach seinen eigenen Angaben sein allererster Urlaub war. Baukosten: 500.000 US $, heute ca. 50 Mio. US $, eine enorme Summe in der Zeit, als Millionäre in den USA noch so selten waren, dass dieses Wort in den Zeitungen gesperrt gedruckt wurde. Die North Star mit ihren 2500 Tonnen Wasserverdrängung galt als die luxuriöseste Yacht ihrer Zeit und ihre mächtige Dampfmaschine erregte die Bewunderung der damaligen Schiffsingenieure. Am 19. Mai 1853 trat der Commodore mit seiner ganzen Familie, einschließlich Schwiegersöhnen und engen Bekannten, eine mehrmonatige Europareise an, auf der er von den führenden Fürstenhäusern Europas, u.a. von der Kaiserin Eugenie von Frankreich und vom russischen Zar, empfangen wurde.
Der Transit War
Zur Absicherung seiner Interessen setzte Vanderbilt für die Zeit seiner mehrmonatigen Abwesenheit Charles Morgan und Commodore Cornelius Garrison als seine Bevollmächtigten für die Firma „The Accessory Transit Co. (of Nicaragua)“ ein, die sehr profitabel den Karibikhandel betrieb und insbesondere Goldsucher von der Ostküste der USA über den Golf von Mexico und dann den San Juan River und den Lake Nicaragua in den mittelamerikanischen Staat Nicaragua nach Kalifornien transportierte.
Die Accessory Transit war zu dieser Zeit mit 7.870.000 $ die höchstkapitalisierte Gesellschaft an der New Yorker Börse Wall Street und ihre Aktien gehörten zu den meist gehandelten Papieren. Morgan und Garrison missbrauchten jedoch ihre Vertrauensstellung und brachten die Gesellschaft unter ihre Kontrolle, kaum daß der Commodore Vanderbilt die USA verlassen hatte: der Transit War wurde eröffnet. Unmittelbar nach seiner Rückkehr aus Europa im Herbst 1853 ging Vanderbilt mit seinem berühmten Brief an Garrison und Morgan zum Gegenangriff über: „Gentleman: You have undertaken to cheat me. I won`t sue you, for the law is too slow. I`ll ruin you. Yours truly, C. Vanderbilt“.
Zwar gelang es Vanderbilt nicht, Morgan und Garrison zu ruinieren, so wie er es angekündigt hatte, doch konnte er seine Gegner innerhalb von 3 Jahren, u.a. durch Aktien- und Anleihenaufkäufe, wieder aus der Firma verdrängen. Nachdem Vanderbilt 1856 die Kontrolle wieder gewonnen hatte, verhandelte er seine Verträge über die Transitrechte mit der Regierung von Nicaragua neu. Gleichzeitig untergrub er die Erträge der Gesellschaften seiner ehemaligen Partner und nunmehrigen Konkurrenten mit einer aggressiven Geschäftspolitik. Nach langen Verhandlungen, die seit etwa März 1858 besonders intensiv waren, gelang es Commodore Vanderbilt am 6. November, die letzten abschließenden Vereinbarungen mit Nicaragua zu treffen, die ihm die vollständigen und ausschließlichen Transitrechte durch Nicaragua für 50 Jahre (mit Verlängerungsoption) garantierten. Daraufhin gaben sich Morgan, Garrison und andere Rivalen geschlagen und bezahlten an Commodore Vanderbilt fortan 672.000 $ (heute mehr als 25 Mio. Euro) jährlich allein dafür, dass er sich aus dem Nicaraguageschäft zurückzog, d.h. dafür, daß Vanderbilt stillhielt und seine Schiffe keinem Risiko aussetzen brauchte. Mit diesen Profiten und dem Erlös aus dem Verkauf von Schiffen konnte Vanderbilt knapp 2 Jahre später groß ins Eisenbahngeschäft einsteigen. EF- VF. In dem zum Los gehörenden Buch „Der Pionier“ ist ein Stück der Accessory Transit abgebildet, das die Signatur von Charles Morgan trägt. (762) Rarität! EF-VF
Schätzpreis € 20.000 / Ausruf: € 8.500 / Zuschlag: € 9.000
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The History of the Transit War
In spring of the year 1853, Commodore finished the construction of his steam sailing-vessel North Star, which was built after his own design. The building of the North Star caused costs of 500.000 Dollar, an unbelievable sum, during a time when millionaires were that rare, that this word was printed spaced out in the newspapers. The North Star had a displacement of water of 2.500 t and was the most luxurious yacht of her time. Her powerful steam-engine excited the admiration of the ship-engineers. At the 19th of May 1853 Commodore started a travel to Europe, which should take a few month. On board was his family, including his sons-in-law and some close friends. During this trip he was welcomed at the empress Eugenie of France and from the Russian tsar. To secure his interests Vanderbilt made for the time of his absence Charles Morgan and Commodore Cornelius Garrison his authorised agents for his company „The Accessory Transit Co. (of Nicaragua)“, which ran a very successful Caribbean commerce and in particular transported gold-diggers from the east-coast of the USA over the gulf of Mexico, then down the San Juan River and the Lake Nicaragua (in the middle-American state Nicaragua) to California. The Accessory Transit during this time was with 7.870.000$ the company with the biggest capital at the New York stock-exchange Wall Street and her bonds belonged to the most traded securities. Morgan and Garrison abused their position of trust and got the company under their own control, shortly after Commodore Vanderbilt left the United States: the beginning of the Transit War. Immediately after his return from Europe, Vanderbilt started a counter-attack with his famous letter addressed to Garrison and Morgan: „Gentlemen: You have undertaken to cheat me. I won’t sue you, for the law is too slow. I’ll ruin you. Yours truly, C. Vanderbilt“.
Vanderbilt did not succeed in ruining Morgan and Garrison, how he claimed to do, but he was able to push his opponents within 3 years out of the company. After Vanderbilt regained the control in 1856, he negotiated new transit-right contracts with the government of Nicaragua. At the same time he undermined the returns of the companies of his former partners with a very aggressive business methods. After very long negotiations, which were very intense since March 1858, Commodore Vanderbilt managed to make the concluding agreements with Nicaragua, which gave him the complete and exclusive transit-rights through Nicaragua for 50 years (with the option of extension). Thereupon Morgan, Garrison and the other opponents were beaten and paid 672.000$ per year to Commodore Vanderbilt (today around 25 Million Dollar), so that he drew back out of the Nicaragua business, that meant Vanderbilt had to do nothing and his ships had no risks. With these profits and the proceed from the sale of the ships, Vanderbilt was able to get into the railroad business. (762) EF-VF 20.000 Starting up: € 8.500 / result: € 9.000
LOS NR. 165
CENTRAL PACIFIC RAIL ROAD COMPANY OF CALIFORNIA
6% First Mortgage Gold-Bond # 1298 Ser. E über $ 1.000, 1. Januar 1867; Maße: 30 X 45 . Originalunterschrift als Präsident: Leland Stanford (1824-1893) Railroad magnate, politician, foundet Stanford University; Originalunterschrift rückseitig: Darius Ogden Mills (1825-1910); Merchant, banker, philanthropist etablished hotels for poor.




Bereits um 1850 wurde über die zwingende Notwendigkeit einer transkontinentalen Eisenbahn in den USA diskutiert. Der Landweg durch die Prärien und Wüsten bis hin zur Überwindung der Rocky Mountains war ein Abenteuer für sich. Der Seeweg nach Kalifornien, der entweder von New York aus 9.000 km durch die gelbfieberverseuchte Landenge von Panama nach San Francisco führte oder alternativ 22.000 km um das gefürchtete Kap Horn verlief, war teuer, zeitaufwendig und voller Gefahren. Die amerikanische Regierung erteilte dann auch den Auftrag für fünf Landvermessungen potentieller Streckenführungen. Letztlich folgte später die erste Transkontinentalbahn den Vermessungen des Ingenieurs Theodore Judah (1826-1863). Mitten im Bürgerkrieg am 1. Juli 1862 unterzeichnete Präsident Abraham Lincoln den Pacific Rail Road Act und gab so den Startschuss für die „größte Ingenieurleistung der Menschheitsgeschichte“. Durch Kongressakte vom 1.7.1862 und vom 2.7.1864 gewährte die Regierung der Vereinigten Staaten der „Central Pacific“ Subsidien in Staatspapieren und Land „to aid in the construction of a railroad and telegraph line from the Missouri river to the Pacific Ocean and to the Government the use of the sae for postal, military and other purposes“. Pro fertig gestellte Schienenmeile gewährte der Kongress je nach Geländebeschaffenheit 16.000-48.000 $. Die Regierung war somit bereit, die transkontinentale Eisenbahn zu subventionieren, deren Bau an zwei Enden zugleich beginnen sollte. Die Union-Pacific begann in ost-westlicher Richtung und die Central-Pacific in westöstlicher Richtung mit dem Bau.
Hauptpromotoren der Central-Pacific waren das „Kalifornische Quartett“ Collis P. Huntington (1821-1900), Leland Stanford (1824-1893), Ch. Crocker (1822-1888) und Mark Hopkins (1814-1876). Die „Central Pacific“ musste das gesamte Baumaterial per Schiff um das Kap Horn (Südamerika) kommen lassen. Zum Bau der Gleisanlagen wurden 10.000 Chinesen gedungen, da andere Arbeiter für den Einsatz in dem schwierigen Gelände nicht aufzutreiben waren. Am 8. Januar 1863 wurde die Arbeit der Central Pacific aufgenommen. Nachdem Judah an Gelbfieber gestorben war, übernahm Charles Crocker persönlich die Aufsicht. Die Central Pacific wurde von der Regierung beauftragt, einen Teil der Linie von Sacramento aus nach Osten zu bauen. Das Unternehmen hatte dabei die schwierige Aufgabe, die Rocky Mountains zu überwinden. Dazu mussten zahlreiche Sprengungen durchgeführt werden, riesige Tunnel wurden durch den Berg gegraben und gewaltige Brücken wurden errichtet, um die Täler zu überwinden. Beide Gesellschaften verlegten zusammen ca. 3000 km Schienen durch die USA. Nach sechs Jahren Bauzeit lagen die Kosten bei ca. 181 Millionen Dollar. Letztlich aber konnte Leland Stanford an die Zeitungen ein Telegramm mit folgendem Wortlaut senden: „Promontory Summit, Utah, 10. Mai 1869: Die letzte Schiene ist gelegt! Der letzte Bolzen versenkt! Die Pazifikbahn ist vollendet. Der Treffpunkt liegt 1086 Meilen westlich des Missouri und 690 Meilen östlich von Sacramento. Leland Stanford“.
Leland Stanford, 1861 als Gouverneur von Kalifornien gewählt, hatte den notwendigen politischen Einfluss gehabt, um der „Central Pacific“ umfangreiche Landschenkungen zukommen zu lassen. Stanford blieb nach der Fertigstellung der Ost-West-Verbindung Präsident der „Central Pacific“ und kontrollierte später mit der „Southern Pacific“ auch die wichtigste Bahnverbindung im Süden der USA. Er finanzierte mit seinem Vermögen die „Stanford University“, die heute eine der besten Hochschulen Amerikas ist und Kaderschmiede des Technologiemarktes (Silicon Valley) ist. Die Gründer von Intel, Cisco, Appel-Computer etc. sind Absolventen der Stanford-University. Auf der Rückseite des Bonds erscheint die eigenhändige Signatur von Darius O. Mills als Trustee.
D. O. Mills, Kaufmann, Banker und Philantroph, zog direkt nach den ersten Goldfunden 1849 nach Kalifornien und gründete eine Bank in Sacramento, wo er eines der größten Vermögen im Westen der USA aufbauen konnte. Als Präsident der „Bank of California“ in San Francisco finanzierte er auch die „Central Pacific“.
Darius Ogden Mills was a merchant, banker, and philanthropist who is famous for establishing the "Mill's hotels" which provided accommodations at an affordable cost. Mills made his fortune in California during the Gold Rush. He was a regent and treasurer of the University of California and a contributor to the Metropolitan Museum of Art and the New York Botanical Gardens.” Die wenigen bis heute erhaltenen Bonds der Central Pacific von 1868 mit der Unterschrift von Leland Stanford stammen alle aus verschiedenen Emissionen und sind jeder für sich absolute Raritäten. Knickfalte mittig rückseitig mit Archivpapier hinterlegt, kleiner Stockfleck im Druckbild, sonst VF. (20313)
Schätzpreis € 22.000 / Ausruf € 9.500 / Zuschlag: € 10.000
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Originally signed as President by Leland Stanford. Leland Stanford (1824-1893), lawyer, became governor of California in 1861, railroad tycoon and senator of the united states, had the necessary political influence, to get substantial land endowments for the "Central Pacific". On the first of July 1862 during the civil war President Abraham Lincoln signed the Pacific Rail Road Act and thereby gave the starting signal for the “largest engineering achievement in the history of mankind”, a railroad connecting the east and west coast of the united states. The Union Pacific started from east to west and the “Central Pacific” in the opposite direction. Main driving engine of the Central Pacific was the “Californian Quartet” Collis P.Huntington (1821-1900), Leland Stanford (1824-1893), Ch. Crocker (1822-1888) and Mark Hopkins (1814-1876). The first engine of the „Central Pacific“ was named after governor Stanford, to honour the president of the company. Stanford stayed president of the Central Pacific after the Completion of the East-West connection. Later he also controlled the Southern Pacific and with that the most important railroad connection in the southern united states. Stanford financed the Stanford University one of the best universities in the united states. VF 22.000 / Starting up € 9.500 / result: € 10.000
LOS NR. 166
STANDARD OIL COMPANY OF OHIO
Certificate über Shs. 52 zu je $ 100; # 62; Cleveland, Ohio, 6. May 1875; Farbe: beige, grau, schwarz; Maße: 17 X 39; Trockensiegel, Cert. aus der 2. Kapitalerhöhung auf $ 3,5 Mio., eingetragen auf Oliver H. Payne, Tustee, vorderseitig original unterschrieben von John Davison Rockefeller (1839-1937) als President, Henry Morrison Flagler (1830-1913), als Secretary, Oliver Hazard Payne (1839-1917) als Zeichner auf dem anhängendem Stub sowie on verso unter der Transferübertragung auf den Standard Oil Trust am 5. April 1882.





Am 10. Februar 1870 wurde die Firma Rockefeller, Andrews and Flagler mit einem Grundkapital von $ 1,0 Mio. in die heute schon legendäre Standard Oil Company umgewandelt. Ihre fünf Gründer waren John D. Rockefeller, sein Bruder William Rockefeller, Henry M. Flagler, Stephen Vandenburg Harkness und der Chemiker Samuel Andrews. John D. Rockefeller stieg 22 jährig mit einer kleinen Firma auf dem Raffinier-, Transport- und Verkaufssektor in das Ölgeschäft ein und erreichte durch den Bau von Pipelines, zahlreichen Ankäufen und Übernahmen eine mächtige Monopolstellung. 1878 erreichte der Anteil seiner Standard Oil Comp. 95 % des gesamten Erdölmarktes. 1911 löste das Oberste Bundesgericht durch das Anti-Trust-Gesetz die Standard Oil auf. Zu dieser Zeit besaß das Unternehmen die Kontrolle über 62 Gesellschaften, die ihrerseits 53 weitere Unternehmungen beherrschten. John D. Rockefeller besaß letztlich das größte Privatvermögen, das jemals in der Neuzeit zusammengetragen wurde und verwendete einen erheblichen Teil für Stiftungen. Aus der Standard Oil (Esso) Rockefellers gingen zahlreiche, große Ölkonzerne hervor, wie Exxon, Mobil-Oil, Standard Oil of California und Standard Oil of Indiana.
Henry M. Flagler zog sich nach dem Tod seiner Frau aus dem Ölgeschäft zurück und ging nach Florida. Hier plante er die notwendigen Veränderungen der Infrastruktur, baute die erste Ostküsteneisenbahn bis Miami, gründete entlang der Linie einige Hotels und legte den Grundstein für die Städte Miami und West Palm Beach (1890). Erst durch diese Aktivitäten wurde Florida für den Tourismus erschlossen. 1904-1912 verlängerte er unter großen technischen Problemen seine Eisenbahn über die Atolle bis nach Key West. Flagler starb schließlich hochverehrt als Founder of Florida in West Palm Beach, wo sein Wohnhaus heute als Museum besichtigt werden kann.
Oliver Hazard Payne ,Union Brigade General, Fabrikant und Oil Raffinierer. Oliver H. Payne wurde der drittgrößte Stockholder der Standard Oil. Payne stammte aus einer der führenden Familien in Cleveland. Sein Vater war Millionär und sein Bruder Nathan Payne Bürgermeister von Cleveland (1875-1877). 1865 stieg Payne ins Öl-Business ein und baute die zweitgrößte Raffinerie in Cleveland auf. Sein Hauptkonkurrent war John D. Rockefeller. 1871 bot ihm dieser Aktien an der neuen Standard Oil an, wenn er seine Raffinerie in den Trust einbrächte. Payne’s Part im Trust war das Lobbying in Washington. - 1900: 74 Mio $ Verm. - 1917: 178 Mio $ Vermögen (nach Werten von 1998: 24,6 Mrd $). Da Payne keine Kin hatte, waren seine Neffen und Nichten die Nutznießer des Vermögens. Er sponserte mit über 500.000 $ die Errichtung des Cornell University Medical College.
John D. Rockefeller verkörperte den Typ des Großkapitalisten, der persönlich sehr puritanisch lebte und seinen Reichtum mäzenatisch anlegte. 1980 gründete er die Universität Chicago und 1913 die Rockefeller-Foundation, eine Stiftung zum „Wohlergehen der Menschheit“. EF, die Signaturen vorderseitig sind mit roter Tinte strichentwertet, wie bei allen Stücken der Standard Oil of Ohio aus der zweiten Kapitalerhöhung. Diese wurden sämtlich von Flagler auf den Standard Oil Trust übertragen und entwertet. (762) Mit dieser Unterschriftenkombination ist der Titel eine Rarität! EF. Schätzpreis € 5.000 / Ausruf: € 2.450 / Zuschlag: € 2.800
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Oil Company of Ohio, certificate for 52 shares of 100 Dollars each, # 62, Cleveland, Ohio, 6rd of May, 1875, 17 X 39 cm, embossed seal, originally hand-signed by John D. Rockefeller as President of the company, and Henry Morrison Flagler as Secretary , signing also on Stub and the transfer on verso by Oliver Hazard Payne.
Oliver Hazard Payne (1839-1917) was an American businessman, organizer of the American Tobacco trust, and assisted with the formation of U.S. Steel, and was affiliated with Standard Oil. He is considered one of the 100 wealthiest Americans, having left an enormous fortune. The son of a businessman-politician, he studied at Yale University. At the outbreak of the U.S. Civil War in 1861 he enlisted in the Union Army, though he could have afforded to pay someone to go in his stead. Upon the end of the war, he began his career, investing in iron and then oil refining. His oil interests were the first acquired by Standard Oil, and he became a trustee of that firm and acted as a lobbyist. He was charged with bribing members of the Ohio Legislature to attain a Senate seat for his father (before the U.S. Senate was directly elected), and with bribing the Democratic Party to name his brother-in-law United States Secretary of the Navy, though the charges were dropped. He was the uncle of Payne Whitney. He was also the uncle of Congresswoman Frances Payne Bolton (1885-1977). The famous Standard Oil Company originated from the former company of Rockefeller, Andrews and Flagler on the 10th February 1870. Within a couple of years it reached a market share of almost 95 % in world oil business and gained direct or indirect control over more than a hundred companies until it was broken up and dissolved following provisions of U.S. Antitrust law in 1911. Many companies like Exxon, Mobil-Oil, Standard Oil of California and Standard Oil of Indiana originated from Rockefeller‘s giant Standard Oil. The Standard Oil Company made John D. Rockefeller (1839-1937) the richest man in modern times and enabled him to spend huge parts of his enormous private wealth for the common good, particularly for scientific purposes like the University of Chicago and the „Rockefeller Foundation“. Henry M. Flagler (1830-1913) in his later years mainly engaged in tourismus and infrastructure in Florida, building hotels, amusement parks and his legendary Florida East Coast Railway, dying highly respected as the true „Founder of Florida“ in West Palm Beach where his home can still be visited as a museum. An interesting combination of the signatures of both men on this outstanding share certificate, though cancalled by red ink, very clear and in excellent condition. (762) EF. (5.000)
Starting up € 2450 / result: € 2.800
LOS NR. 168
OKLAHOMA OIL COMPANY
Certificate über Shs 98.775 zu je $ 1 # 398 ; Arizona 15. Juli 1922; Farbe: schwarz, beige; goldenes Siegel mit Firmenlogo; Maße: 21,2 X 27,7. Das Aktienkapital betrug $ 5,0 Mio., begben in Shs. zu je $ 1; persönliche Aktie John Paul Getty’s mit sehr höher Sharezahl.!!
Originalunterschrift als President: John Paul Getty, amerikanischer Ölindustrieller, (15. Dez. 1892 - 6. Juni 1976).


Nach dem Studium der Wirtschaftswissenschaften in Oxford handelte Getty mit Ölbohrlizenzen und hatte im Alter von nur 23 Jahren bereits seine erste Million erwirtschaftet. Aufgrund dieses Erfolges übertrug ihm sein Vater, George F. Getty, die Leitung der Oklahoma Oil Corp. Mit weiteren geschickten Transaktionen bildete er die Grundlage für den Aufbau des riesigen Firmenimperiums der Getty Oil, in dem Unternehmen unterschiedlichster Branchen zusammengefasst und von Getty kontrolliert wurden. Sein größter Coup gelang ihm mit dem Erwerb der Ölförderungsrechte in Saudi-Arabien.
Hierfür zahlte er 1953 an König Saud lediglich 9,5 Millionen Dollar und jährlich jeweils eine weitere Million. Allein an diesem Geschäft verdiente Getty einige hundert Millionen Dollar. Zu Beginn der 1960er Jahre bis zu seinem Tod war Getty der reichste Mann der Welt und seine Getty Oil Corporation eine der weltgrößten Ölfirmen. Jean Paul Getty betrieb noch zahlreiche andere Geschäfte, mit einem geschätzten Vermögen von 20 Milliarden Dollar. Er war fünfmal verheiratet, wurde Vater von vier Söhnen. Seine wahre Liebe jedoch galt der Kunst. Zu Lebzeiten bereits trug er eine Kunstsammlung von unermesslichem Wert zusammen, die die Grundlage des in Malibu wertvollen erbauten Jean Paul Getty Museums bildete. Das Museum ist heute noch aufgrund der Kunstschätze die weltweit vermögendste kulturelle Institution, die einen weit größeren jährlichen Etat zur Verfügung hat als das New Yorker Metropoliten, das immerhin zu den größten Museen der Welt zählt. Die Unterschrift eines der bedeutendsten Wirtschaftsmagnaten auf der Aktie der ersten Ölfirma, die unter seiner Leitung stand, machen diesen Autographen zu einem besonderen Sammlerstück! EF-VF (762) Sehr selten!
Schätzpreis € 1.500 / Ausruf € 600 / Zuschlag: € 900
LOS NR. 169
EDISON PHONOGRAPH WORKS
Certifikat über Shares 1.510,417/1.000; New Jersey, 1. August 1888; Farbe: orange, weiß; Trockensiegel; Maße: 14,7 X 26; kleine Adler-Vignette am unterm Rand. Originalunterschrift als President: Thomas Alva Edison (1847-1931).



Gründerstück, eingetragen auf und sowohl vorderseitig als auch rückseitig unterschrieben von O.A. Tate als Treasurer, der mit diesem Certificat die Aktienmehrheit an der Edison Phonograph Works in Orange-County erwarb. Das Grundkapital war in $ 300.000, begeben in Shs. zu je $ 100, eingeteilt.
Edison, Erfinder und Unternehmer, ging in die Geschichte ein als absolute Größe in der Kombination Erfindung und Vermarktung der geschaffenen Produkte. Zu nennen sind hier die Glühbirne und der Phonograph, der Bau des 1. Elektrizitätswerkes der Welt in New York, die Laufbildkamera und der Kinofilm. Als technischer Autodidakt entwickelte er über 2000 Geräte und Verfahren bis zur Patentreife. Bereits neunjährig begann er mit naturwissenschaftlichen Experimenten. Nach seinem Erfolg gefragt, antwortete Edison einmal: "Genios is one per cent inspiration and 99 per cent perspiration".
Im Jahre 1888 kündigte er an, einen verbesserten Edison Phonographen auf den Markt zu bringen. Angeblich hat er 5 Tage ohne Schlaf gearbeitet, anderen Angaben zufolge dauerte diese Schicht 72 Stunden. Ein bekanntes Bild zeigt Edison nach dieser Schicht im übermüdeten Zustand. Edison benötigte nun Kapital zur Auswertung seiner Erfindung. Er schloss sich mit Lippincott, der bereits die Patentrechte von Bell und Tainter gekauft hatte, zusammen und verkaufte diesem schließlich seine Patente zu einem Betrag von Dollar 500.000. Außerdem erwarb er das Recht, alle nach diesen Patenten zu bauenden Maschinen selbst zu liefern. Hierzu gründete er die Edison Phonograph Works in New Jersey. Lippinkott gründete unter dem Namen „North American Phonograph Company“ eine Gesellschaft zur Vermarktung, die er mit einem Kapital von 6,6 Mio. $ ausstattete. Lippinkott zeigte sich allerdings als wenig befähigt, den Verkauf in den Griff zu bekommen. Außerdem traten erhebliche Mängel bei den ersten gelieferten Diktier-Phonographen auf. Die Geschäftslage der North American Phonograph verschlechterte sich zusehends. Lippinkott erkrankte aufgrund der Aufregung und erlitt einen Schlaganfall. Somit blieb Edison der eigentliche Leiter. Beeindruckt von dem zwischenzeitlichem Erfolg der Columbia Gesellschaft, die bereits Apparate aufstellte, die gegen Münzeinwurf kleinere Musikstücke darboten, entschloss er sich, das Feld der Diktiergeräte zu verlassen und billige Heimgeräte für die Musikwiedergabe zu entwickeln. Um freie Hand zu bekommen, musste er sich jedoch von der North American Phonograph Company lösen. Er ließ diese in Konkurs gehen, damit er alle Patente an seiner Erfindung zurückerhielt. In den nächs ten Jahren waren nun Edisons National Phonograph Works Company und die Columbia Graphophon Company die bedeutendsten Firmen auf dem amerikanischen Markt.
Am 9. Dezember 1914 brach abends in einem Holzverschlag in der Mitte des Werksgeländes der Edison-Werke ein Feuer aus, das den gesamten Besitz vernichtete. Edison sah schweigend zu, wie sein „Empire“ im Orange Valley brannte und meinte dann: “Ich bin jetzt 67 Jahre alt aber noch nicht zu alt für einen Neuanfang.“ Henry Ford eilte, als er davon hörte, sofort nach New Jersey und lieh Edison großzügig US $ 750.000 für den Wiederaufbau. Edison zahlte in den Folgejahren zurück, Ford nahm jedoch keine Zinsen an. Bereits nach drei Wochen waren die Edisonwerke weitestgehend intakt, bis 1915 stieg der Auftragsbestand auf fast $ 10,0 Mio. an. - Gefragt waren in dieser Zeit besonders die Film- und Phonographenprodukte. Denen widmete Edison sich nun besonders, um eine qualitative Verbesserung zu erzielen. 1924 erfolgte die Umfirmierung der Gesellschaft in „Thomas A. Edison Inc.“, die als Holding aller Edison-Gesellschaften fungierte.
Edison experimentierte ebenfalls bereits ab Mitte der 1870er Jahre mit Glühlampen, stattete 1880 den Dampfer Columbia seines Freundes Henry Villard mit elektrischen Licht aus, 1882 dann nahm das erste öffentliche Elektrizitätswerk der Welt in New York seinen Betrieb auf. Rathenau erwarb die Edisonpatente für Deutschland und Edison gründete unter Mithilfe J.P. Morgans die Edison Electric Light Company und konsolidierte unter Mithilfe von Villard seine Unternehmungen in der Edison General Electric Company. Edison erhielt $ 1,75 Mio. in bar und Aktien, seine Mitarbeiter teilten 1 Mio $ unter sich, Insulls Anteil waren $ 75.000. Villard wurde President und Insull zweiter Vicepresident. Die Edison General Electric wurde schließlich von der General Electric Co. übernommen, Edison bekam nochmals $ 5,0 Mio. Die General Electric Foundation fördert heute internationale Programme zur Verbesserung der Ausbildung an Schulen und Universitäten. Allein im letzen Jahr wurden durch die GE Foundation über 50 Millionen US$ für diesen Zweck bereitgestellt.

Das hier angebotene Zertifikat unterschrieb Thomas Alva Edison im Original als Präsident der Gesellschaft! EF-VF (762) Aufgrund der hohen Sharezahl Rarität!
Schätzpreis € 3.500 / Ausruf: € 1.450 / Zuschlag: € 1.550
Um jemanden zu finden, der nicht von Edison profitiert hat, muß man tief in den Dschungel gehen.
Wo Zivilisation ist, da ist auch Edison. Ich halte ihn für den größten Amerikaner.“
Dieses sagte kein geringerer als der amerikanische Automobilkönig Henry Ford
LOS NR. 170
MARCONI WIRELESS TELEGRAPH COMPANY
Certificate über Shs. 5 # 049171; 19. August 1913; eingetragen auf und rückseitig original unterschrieben von Guglielmo Marconi, italienischer Physiker, Ingenieur, Physiknobelpreisträger, (1874-1937).


Guglielmo Marconi wurde als zweiter Sohn des italienischen Landbesitzers Giuseppe Marconi und dessen aus Irland stammenden Frau Annie Jameson geboren. Er erhielt eine private Ausbildung in Bologna, Florenz sowie Livorno und studierte an der Universität Bologna. Schon als Junge interessierte er sich für physikalische und elektrische Wissenschaft und studierte die Arbeiten von James Clerk Maxwell, Heinrich Hertz, Augusto Righi, Oliver Joseph Lodge, Alexander Stepanowitsch Popow und anderen.
Marconi unternahm im Alter von 20 Jahren die ersten Funkversuche im elterlichen Landhaus bei Bologna. Ziel war, mit Hilfe elektromagnetischer Wellen, Morsezeichen durch den Äther zu schicken. Er gilt damit als Pionier der drahtlosen Kommunikation. 1895 begann er mit Laborexperimenten auf dem Landgut „Villa Griffone“ seines Vaters. 1896 baute er ein „Gerät zur Aufspürung und Registrierung elektrischer Schwingungen“ von Alexander Stepanowitsch Popow nach und ließ dieses im Juni 1896 patentieren (brit. Pat. Nr. 12039). Später verlegte er sein Labor auf die Kreideklippen der Isle of Wight und gründet 1897 das Unternehmen Marconi’s Wireless Telegraph Company Ltd. mit Sitz in London, die sich unter seiner Führung zu einem Weltunternehmen entwickelte. 1899 kommt es zur ersten drahtlosen Verbindung über den Ärmelkanal vom South Foreland Lighthouse bei Dover nach Wimereux. Am 12. Dezember 1901 gelang nach 62 Tagen erfolgloser Versuche die erste transatlantische Funkübertragung (zwischen Poldhu (Halbinsel The Lizard, Cornwall) und dem Signal Hill bei St. John's (Neufundland, Kanada)). Das System wird von der Kriegsmarine übernommen. Am 26. Juni 1905 erhielt Island das erste Telegramm seiner Geschichte, noch bevor ein Seekabel verlegt wurde. Seit 1907 besteht ein drahtloser transatlantischer Telegrafendienst für die Öffentlichkeit. Im Jahr 1909 erhält Marconi zusammen mit Karl Ferdinand Braun den Physiknobelpreis. Später beschäftigte er sich mit der Anwendung von Kurz- und Mikrowellen. Dem durch Marconi ermöglichten Seefunk gelang erst durch den Untergang der Titanic im April 1912 der internationale Durchbruch, weil jetzt aller Welt bewusst wurde, dass hier 1.500 Menschenleben hätten gerettet werden können. Im Jahr 1919 wurde die „Marconi Wireless Telegraph Company of America“ von der General Electric übernommen, unter Umfirmierung in „Radio Corporation of America (RCA). 1924 wurde Marconi auf Vorschlag der Regierung durch König Viktor Emanuel III. geadelt und erhielt den Titel eines Marchese. Er starb am 20. Juli 1937 in Rom und wurde dort zunächst beigesetzt. Im Oktober 1941 wurde er in ein Mausoleum auf dem Landsitz Villa Griffone umgebettet. In der Kirche Santa Croce in Florenz wurde ihm zu Ehren eine Gedenktafel angebracht. In Würdigung seiner Leistungen ist nach ihm der Asteroid (1332) Marconia benannt. Rarität, seit mehr als 20 Jahren sind lediglich ca. 7-10 Exemplare mit der Marconi-Signatur bekannt. Lochentwertung, die Unterschrift rückseitig nicht betreffend, sonst EF-VF (762)
Schätzpreis € 14.000 / Ausruf € 5.000 / Zuschlag: € 7.000
LOS NR. 189
THE LAMOILLE VALLEY, MONTPELIER & ST. JOHNSBURY & ESSEX COUNTY
RAIL ROAD COMPANIES OF VERMONT - CONSTITUTING THE VERMONT
DIVISION OF THE PORTLAND AND OGDENSBURG RAIL ROAD LINE


6% First Mortgage Bond, principal & Interest payable in Gold über $ 500 # 2636; State of Vermont, City of Boston, 1. May 1871; Farbe: blaugrün, beige, schwarz; drei lindgrüne Papiersiegel; Maße: 26 x 42; anhängender Couponbogen ab 1. May 1880, rasterentwertet.
Originalunterschriften der Presidenten: Horace Fairbanks (1820-1888) war Gouverneur Vermonts von 1876-1878. Geboren wurde er in Barnet, Vermont als das dritte von neun Kindern von Erastus Fairbanks und Lois Crossman. Nach einer soliden Ausbildung wurde er mit 20 Prokurist der E & T Fairbanks & Co. (die u.a. seinem Bruder Thaddeus gehörte) und letzten Endes deren Präsident. Die Firma ließ sich 1829 die erste Plattform-Waage patentieren und wurde weltweit der erste Hersteller dieser neuen Technik. Horace förderte den Bau der Bahnstrecke von Portland über die White Mountain Notch nach Ogdensburg und wurde Präsident der Vermont Division dieser Bahn. Darüber hinaus wurde er der Präsident der First National Bank von St. Johnsbury, Vermont. Er verstarb in New York.
Waldo Brigham aus Lamoille, President der Central Academy Ass, Attorny und Counselor of Law, Main (Brigham & Waterman), erster und einziger President der Lamoille Valley Rail Road.
Die Gesamtanleihe betrug $ 2,3 Mio., begeben in Stückelungen zu je $ 2.000, $ 1.000 $ 500, und $ 100; es wurden 1.000 Bonds zu je $ 500 begeben Laufzeit: 20 Jahre. Zweck der Anleihe war die Bildung der Vermont-Devision der Portland and Ogdensburgh Railroad Line. Garantin war die Fairbanks Corporation in Boston, ME. revenue imprint, vier Vignetten. Knickfalten brüchig, Schriftzug in rot: „cancelled“. VF-. (762) Rarität!
Schätzpreis € 2.000 / Ausruf € 1.000 / Zuschlag: € 1.200
The Portland and Ogdensburg Railway (P&O) wurde am 11. Februar 1867 als „Portland and Ogdensburgh Railroad“ in Maine und New Hampshire gegründet. Sie sollte die Städte Portland (Maine) und Ogdensburgh (New York) verbinden.
Die Essex County Railroad wurde 1864 gegründet und eröffnete bis 1871 die Strecke St. Johnsbury–West Concord. Der Abschnitt bis zur Grenze nach New Hampshire bei Lunenburg wurde erst Mitte der 1870er Jahre eröffnet. Insgesamt hatte die Strecke eine Länge von etwa 34 Kilometern.
The Montpelier and St. Johnsbury Railroad wurde 1866 gegründet und sollte ursprünglich St. Johnsbury mit der Stadt Montpelier verbinden. 1872 bestand der 24 Kilometer lange Abschnitt bis West Danville. Der Rest der geplanten Strecke wurde nie gebaut.
In West Danville schloss sich die 1867 gegründete Lamoille Valley Railroad an, welche die Strecke bis Swanton bauen wollte. Bis 1872 eröffnete die Gesellschaft die Strecke bis South Hardwich. Der restliche Abschnitt der 135 Kilometer langen Strecke wurde erst 1877 durch die Portland & Ogdensburgh in Betrieb genommen.
Diese drei Eisenbahngesellschaften übernahm die Portland and Ogdenburgh Railway am 7. August 1875.
Die Bahnstrecke Portland–Lunenburg wurde abschnittsweise eröffnet. Dabei waren die White Mountains am 594 m hohen Crawford Notch mit einer maximalen Steigung von bis zu 3,5 Prozent zu überqueren. Mit der Boston, Concord and Montreal Railroad schloss man einen Vertrag über das Mitbenutzungsrecht der Strecke Wing Road–Fabyan, die sie im Juli 1874 eröffnet hatte. Der Lückenschluss bis Lunenburg wurde Ende 1875 in Betrieb genommen.
Somit war ab 1877 die gesamte knapp 370 Kilometer lange Strecke Portland, ME – Swanton, VT befahrbar. Als Spurweite wählte man die Normalspur (1435mm).
Nach finanziellen Schwierigkeiten wurde am 31. Januar 1880 die „Vermont Division“ (Abschnitt Lunenburg NH–Swanton VT) als „St. Johnsbury and Lake Champlain Railroad“ (StJ&LC) ausgegliedert.
Der Rest firmierte ab 8. Juni 1886 als „Portland and Ogdensburg Railway“. Die Maine Central Railroad leaste am 20. August 1888 zunächst diesen Part, ab Juli 1912 jedoch auch den Abschnitt St. Johnsbury - Lunenburg der StJ&LC. Am 1. August 1927 wurde dieser Leasingvertrag wieder aufgehoben und die Canadian Pacific Railway leaste nun diesen Streckenabschnitt. 1943 erwarb die Maine Central Railroad die geleasten Strecken endgültig und gliederte sie in ihr Netz ein. Ab Juni 1984 betrieb die Twin State Railroad den Abschnitt Whitefield, NH – St. Johnsbury, VT. Nach Stilllegung des in Vermont liegenden Abschnittes etwa 1999 wurde diese Gesellschaft wieder aufgelöst. Die Strecke ist heute weitgehend stillgelegt, lediglich die Abschnitte Portland, ME – Cumberland Mills, ME und Whitefield, NH – Lunenburg, NH werden noch durch die Pan Am Railways betrieben.
Auf dem Abschnitt Intervale Junction, NH – Fabyan, NH über die White Mountains und den Crawford Notch fahren Touristikzüge der Conway Scenic Railroad.
Starting up € 1.000 / result: € 1.200
LOS NR. 190
PORTLAND AND OGDENBURGH, THE ESSSEX COUNTY, THE MONTPELIER
AND ST. JOHNSBURY, THE LAMOILLLE VALLEY AND THE LAMOILLE VALLEY
JUNCTION RAILROAD COMPANIES





6% Joint consolidated Mortgage Gold Bond zu $ 1.000 # 1102;1. Januar 1875 Auflage: 8.500 Bonds zu je $ 1.000, aufgelegt in New York und London, Laufzeit 20 Jahre. Coupons anhängend ab 1876; Farbe: braun, beige, schwarz, dunkelblaue und rote Papiersiegel; Druck: National Bank Note N.Y.
Originalunterschriften der Presidenten: 1.) Samuel J. Anderson (Portland & Ogdenburgh RR Co.), 2.)Horace Fairbanks (Essex County RR Co., Montpellier and St. St. Johnsbury RR Co.) und 3.)Waldo Brigham: Lamoille Valley RR Co. und Lamoille Junction RR Co.
Bereits ein Jahr nach der Konsolidierung aller fünf Bahnen geriet die Portland & Ogdenburgh RR 1876 in finanzielle Schwierigkeiten und kam unter Zwangsverwaltung. 1877 einigte sich die Gesellschaft mit ihren Trustees, die Tilgung der eingelegten Gelder in 12 halbjährlichen Zahlungen zu je 9360 Dollar ab dem 1. July 1878 vorzunehmen. Für den hier offerierten Consolidated Bond wurden keine Zinsen ab 1876 ausgeschüttet, sondern ein Umtausch in Common und preferred Shares vorgenommen. Lochentwertung, VF. (762) Rarität!
Schätzpreis € 3.000 / Ausruf € 1.500 Starting up € 1.500 / Zuschlag: € 1.900 / result: € 1.900
Eisenbahnbond des größten kontinuierlich in privater Hand befindlichen Landbesitzes in der Geschichte der Vereinigten Staaten von Amerika
The Maxwell Land Grant, auch bekannt unter dem Namen “Beaubien-Miranda Land Grant” war eine staatliche, mexikanische Landzuteilung in Colfax County, New Mexico. Sie erstreckte sich östlich von Taos entlang der Flüsse Cimarron und Canadian, breitete sich westwärts aus bis in die Berge von Sangre de Cristo Range. Sie grenzte an Las Animas County, Colorado. Diese staatliche Landzuweisung war mit ihren 1.8 Mio Acres der größte private Grundbesitz in der Geschichte der USA.
Die Ländereien, die zu der Maxwell Land Grant gehörten, waren ursprünglich Stammesgebiete der Jicarilla Apachen. Die nördliche Region New Mexicos wurde 1524 von den Spaniern in Besitz genommen, zu der Zeit existierten nur wenige Siedlungen östlich von Sangre de Cristo Range. 1821 wurde die mexikanische Regierung gegründet und behielt die vielversprechende spanische Strategie der Besiedlung bei, und zwar die Vergabe von staatlichen Landzuweisungen. Unter spanischer Herrschaft waren die Gesetzmäßigkeiten ungenau und kompliziert. Mexiko übernahm diese Probleme und verursachte mit Gesetzesnovellen und Aufhebungen noch größere. Weil die Regelungen nicht sehr konsequent waren, gab es viele Schwierigkeiten bei den Genehmigungen und damit viel Spielraum für Betrügereien.
Carlos Beaubien war ein franco-kanadischer Trapper, der mexikanischer Bürger wurde. Sein Partner, Guadalupe Miranda, war Sekretär von Gouverneur Manuel Armijo in Santa Fe. Am 8. Januar 1841 beantragten die beiden bei Armijo eine staatliche Landzuweisung. Sie mussten schwören, dass sie das Land besiedeln und bewirtschaften würden. Drei Tage später bewilligte er ihnen das Land. Allerdings versäumten Beaubien und Miranda die nächsten zwei Jahre die Konzession geltend zu machen. Erst am 13. Februar 1843 baten sie den Friedensrichter in Taos, den Erlass zu unterzeichen, der sie zu Landeigentümern machte. Die Justiz bestätigte, dass die Landmarken gesetzt und dass Beaubien und Miranda die Eigentümer waren.
Pater Antonio Jose Martinez, der einheimische Pfarrer, lehnte die Bewilligung ab und proklamierte, dass das Land den Armen und nicht den Reichen zugesprochen werden sollte. Martinez legte Dokumente vor, welche die Ansprüche von Beaubien und Miranda anfochten und behauptete, das die Gebiete den Siedlern gehörten, die seit Generationen dort ihr Vieh grasen ließen. Am 27. Februar 1844 hob Gouverneur Don Mariano Chavez die Rechte der beiden am Land auf. Beaubien und Miranda aber legten Einspruch gegen die Gesetzgebung ein.
Als die Vereinigten Staaten 1846 in Neu Mexiko einfielen, floh Miranda zusammen mit Gouverneur Armijo nach Mexiko, Beaubien blieb in Taos und war den Vereinigten Staaten treu ergeben. Die Vereinigten Staaten versuchten, die Eigentumsrechte der Landzuweisungen in den Griff zu bekommen und es gelang ihnen, viele zu ratifizieren. Der US Kongress bestimmte einen Gutachter, der die Verträge prüfte und über deren Rechtmäßigkeit entschied. 1857 bestätigte er auch den Beaubien and Miranda Grant.
Lucien Bonaparte Maxwell, (1818-1875) der Napoleon des Südwestens

courtesy Philmont Museum
Lucien Bonaparte Maxwell war ein Pionier, Entdecker und Abenteurer, der Luz Beaubien heiratete. Sie war die Tochter von Carlos Beaubien. Beaubien beauftragte Maxwell damit, seine Interessen zu vertreten. 1849 zogen Maxwell und seine Frau nach Rayado, New Mexiko. Einer der ersten Siedler in Rayado war ein Freund von Maxwell, Christopher (Kit) Carson. Rayado wurde regelmäßig von den verschiedenen Indianerstämmen angegriffen. Um den Siedlern Schutz zu bieten, wurden dort in den frühen 1850ern Truppen der US Army stationiert. 1857 verlegte Maxwell den Hauptsitz nach Cimarron und eröffnete dort zudem ein Kaufhaus, direkt gelegen an der Strecke von Bent’s Fort nach Taos. 1858 verkaufte Guadalupe Miranda seine Rechte an der Landzuweisung an Maxwell. Carlos Beaubien starb 1864 und Maxwell übernahm die Gründstücksanteile der anderen Erben. Somit waren Maxwell und seine Frau 1865 die alleinigen Besitzer der gesamten Landzuweisung und benannten sie in Maxwell Land Grant um. Er wurde ein großer Zulieferer der US Army. 1866 fand man Gold auf dem Gebiet der Maxwell Land Grant in Willon Creek. In den folgenden Jahren gab es einen Goldrausch in der Gegend. Es entstanden viele Bergbausiedlungen, u. a. Elizabethtown, New Mexiko. Maxwell erlaubte den Indianern auf seinem Land zu jagen und unterstütze sie auch in anderen Angelegenheiten. Damit sicherte er sich ihre Freundschaft. Den Siedlern erlaubte er, sich gegen eine Miete im Grant niederzulassen. 1867 verkaufte Maxwell eintausend Acres für $ 3.700 an J. B. Dawson. Als dieser das Land genauer untersuchte, stellte sich heraus, dass darunter 20.000 Arces Kohle lagen. 1901 verkaufte dieser seinen Besitz für $ 400,000 an die Dawson Fuel Company, und 1906 kaufte dann Phelps Dodge das Dawson Anwesen und gründete aus der Siedlung die Stadt Dawson City, New Mexiko. Diese wuchs rasch auf ca. 2.000 Bewohner an. 1913 und 1923 gab es hier große Grubenunglücke; Phelps Dodge schloss die Mine 1950.
1870 entschied Maxwell zu verkaufen, da er zunehmend Schwierigkeiten hatte, das ganze Land zu verwalten. Er behielt den Teil des Landes, der um sein Wohnhaus herum lag und einen kleinen Anteil an den Minen. Maxwell verzog später nach Santa Fe, ließ sich danach in Fort Summer nieder und verstarb dort 1875. Eine Gruppe von Kapitalgebern, die ein englisches Konsortium mit holländischen Financiers vertraten, erwarben die Landzuweisung zum Preis von $ 1,35 Millionen. Die neuen Eigner der Maxwell Land Grant gründeten die Maxwell Land Grant and Railway Company und setzten u.a. Thomas Alexander Scott als Trustee ein. Sie versuchten die Siedler zu vertreiben, einige jedoch waren der Meinung, sie hätten die mündliche Zustimmung Maxwells hier zu leben und sind insofern nicht gegangen, sondern haben gekämpft. Der Kampf zwischen den Siedlern und den Eigentümern wurde der Colfax County War genannt. Diese Schwierigkeiten und das Ausbleiben nennenswerter Erträge brachten die britischen Eigner in Steuerverzug: sie mussten 1874 Insolvenz anmelden und gerieten 1879 in die Zwangsvollstreckung. Sie verkauften die Landzuweisung an Investoren aus den Niederlanden. Diese gründeten die Maxwell Land Grant Company und setzten den zukünftigen Senator und Kriegsminister Stephen Benton Elkins als Präsidenten ein. 1879 durchquerte die Atchison, Topeka and Santa Fe Railroad das Gebiet von Ranton (New Mexiko) nach Las Vegas (New Mexiko). Die Bahngesellschaft war besorgt hinsichtlich der Gültigkeit ihrer Ansprüche gegenüber der Gesellschaft und klagte auf Schadenersatz, was weitere finanzielle Schwierigkeiten verursachte. In den frühen 1880er Jahren verklagten die Vereinigten Staaten die Firma, freizugängliche Gebiete in Colorado zu schaffen. Dieser Fall wurde schlussendlich vor dem obersten Gericht der Vereinigten Staaten verhandelt. Das Gericht bekräftigte 1894 mit seinem Urteil das Eigentumsrecht der Gesellschaft. An diesem Punkt realisierten die Siedler, dass sie kein unbestreitbares Eigentum erhalten konnten und die meisten verließen das Gebiet. Obwohl der Kampf gegen die Siedler gewonnen war, hatte die Gesellschaft finanzielle Schwierigkeiten. Sie hatte gute Einnahmen aus Vermietung, den Minen, etc, aber auch die Ausgaben waren hoch und so war man gezwungen immer mehr Land zu verkaufen. 1901 verkaufte die Firma z. B. den Teil der Landzuweisung, der in Colorado lag, an die Colorado Fuel and Iron Company, die John D. Rockefeller gehörte. Die Bezahlung erfolgte mit $ 50.000 in bar und $ 750.000 in Bonds.
LOS NR. 195
MAXWELL LAND GRANT AND RAILWAY COMPANY
7% First Mortgage Bond über ₤ 100 / 1.200 holl. Florin; New Mexico, 14. Juni 1870; Farbe: beige, braun, gelb; Maße: 27 X 42; anhängender Couponbogen ab Jan. 1871; nicht entwertet. Zwei Vignetten, Druck: National Bank Note New York. 2 X revenue imprint mittig. Originalsignaturen, on verso von Thomas Alexander Scott (1823-1883) und Samuel M. Felten



Eisenbahn-Promotor. Vom Bahnhofsvorsteher arbeitete er sich zum Beherrscher des größten Eisenbahnverbundes empor, der Pennsylvania Railroad, der damals im Osten der USA neben dem New York Central Eisenbahnsystem (Vanderbilt) seine Eigenständigkeit bewahren konnte. Scott, auch der „Pennsylvania Napoleon“ genannt, bekleidete eine Reihe von Direktorenposten bei den verschiedenen Eisenbahngesellschaften. Er gilt als „Lehrmeister“ des späteren Großindustriellen Andrew Carnegie (Stahlindustrie), er war stellvertretender Kriegsminister im amerikanischen Bürgerkrieg und eine der prominentesten Personen, die im öffentlichen Eisenbahnwesen der Vereinigten Staaten tätig waren. Von 1871-1872 President der Union Pacific Railraod, 1872 President der im Jahre 1871 konzessionierte Texas and Pacific Railway, die eine südliche transkontinentale Bahnlinie zwischen Marshal, Texas und San Diego, Californien, errichten sollte und übernahm 1874 die Präsidentschaft der Pennsylvania Railroad. Kurz vor seinem Tod stiftete er der Universität von Pennsylvania einen Lehrstuhl für Mathematik. Samuel M. Felten war Railroadmanager, President der Philadelphia, Wilmington and Baltimore RR, danach 1.President der Pennsylvania Steel Company.
Thomas A. Scott Lucien Bonaparte Maxwell, (1818-1875)
"Pennsylvania Napoleon" "Napoleon of Southwest"

courtesy Philmont Museum

Aufgelegt wurden diese Bonds in London und in Amsterdam. Leichte Bräunung am oberen Rand, sonst VF. Rarität mit großer Geschichte! (762)
Schätzpreis € 2.500 /Ausruf € 1.250 Starting up € 1.250 / Zuschlag: € 1.250 / result: € 1.250
UNSERE JUBILÄUMSOFFERTE MIT WERTPAPIEREN AUS DEUTSCHLAND:
Einzigartige Sammlung von insgesamt 8 auf Tierhaut gedruckten Pfandbriefen (sog. Lederne) aus den Jahren 1774 bis 1828
Zum Teil mit der Originalsignatur Gottlob Friedrich (Fritz) Konstantin von Stein
(1772-1844)
LOS NR. 2
SCHLESISCHE GENERALL-LANDSCHAFT VERBUNDENE FÜRSTENTÜMER
UND STANDES-HERRSCHAFTEN DES OBERSCHLESISCHEN DEPARTEMENTS

3,1/3 % Privilegierter Pfandbrief über Reichsthaler 30 Courant a 14 Rthlr. per Mark fein gerechnet, # 13; Brieg, den 24. Juni 1774; Maße: 19,5 X 31; Druck auf Tierhaut, Stempel der Oberamtsregierung zu Brieg, der Bevollmächtigten der gemeinen Landschaft, Steuerstempel, dementsprechende Originalunterschriften u.a. von Stolp, letztendlich abgestempelt als wertlos. Zahlstellen in Cosel oder Breslau. Zur Sicherheit des Capitals als auch der Interessen unter besonderer Guarantie der verbundenen Staende eingetragen auf das im Oberschlesischen Departement und dessen Toster Creise gelegene Gut Jaschkowitz. Rechtsseitige Zinszahlungsstempel zu Weihnachten und Johanni eines jeden Jahres. Rückseitig diverse Eintragungen, der Pfandbrief wurde mehrfach außer Cours gesetzt, und dann wieder in Cours gesetzt, so auch im Jahre 1853, zediert v. Richthofen. Zinszahlungen erfolgten bis 1923, 1929 wurde der hier angebotene „Lederne Brief“ umgetauscht in Liquidationspfandbriefe. Die Schlesische Landschaft ist das älteste deutsche Real-Kreditinstitut. Sie ist von Friedrich dem Großen durch Kabinettsorder am 15. Juni 1770 errichtet worden und bestand ursprünglich aus 9 autonomen Körperschaften, den so genannten Fürstentumlandschaften, deren Benennung und Geschäftsbereiche ehemaligen Fürstentümern nachgebildet war und über deren Vermittlung sich Mitglieder unter solidarischer Haftung aller anderen Mitglieder durch Ausgabe von Pfandbriefen, speziell hypothekarisch durch das betreffende Gut sichergestellt, günstige Kredite verschaffen konnten. An der Spitze stand für die landschaftliche Gesamtheit die Schlesische Generallandschaftsdirektion als Zentralverwaltungsbehörde. Ab 1849 dehnte die Landschaft ihre Beleihungstätigkeit auch auf den bäuerlichen (vorher ausschließlich adligen) Besitz aus, doch wurden die beliehenen bäuerlichen Grundeigentümer noch bis 1934 dadurch nicht Mitglieder der Kreditvereinigung. Behaftet mit derlei Relikten aus der Gründungszeit, aber dennoch äußerst erfolgreich und effizient tätig, wurde dem ältesten deutschen Realkreditinstitut erst durch die Folgen des 2. Weltkrieges ein Ende bereitet. Die Überreste der Schlesischen Landschaft gingen auf die heutigen DePfa Deutsche Pfandbriefbank AG, Wiesbaden, die im Jahre 1922 als Preußische Landespfandbriefbank gegründet wurde, über.
Friedrich II., der Große (1712-1786) erfand somit den Bodenkredit. Diese ersten Pfandbriefe der deutschen Bankengeschichte (sog. ledernen Briefe) gehörten neben fünf weiteren landschaftlichen Instituten und ausländischen Papieren zu den ersten Wertpapieren, die an der Berliner Börse zur Eröffnung im Jahre 1803 gehandelt wurden. VF. ( 13142 )
Rarität! Schätzpreis € 3.500 / Ausruf € 1.700 / Zuschlag: € 1.800
Von den Anfängen der Hannover-Braunschweigischen Groß-Eisenindustrie zur
Peine-Salzgitter-AG, heute Salzgitter AG Stahl und Technologie
Als am Beginn des 19. Jahrhunderts ein Bauer bei Peine einen meterhohen Schmelzofen mit Eisenresten aus spätrömischer Zeit entdeckte, ahnte man noch nicht, daß sich zwischen Peine und Salzgitter unter fruchtbarem Lößboden, auf dem Zuckerrübe und Weizen gediehen, die weitaus größte deutsche Eisenerzlagerstätte mit einem Roherzvorrat von rund 2 Mio. Tonnen befand. Die in der Tiefe liegenden Schätze blieben vorerst unbeachtet, weil eine rationelle Verhüttung der "sauren" Eisenerze mit einem Eisenanteil von 30 bis 32 % technisch noch nicht möglich war.
Die deutsche Schwerindustrie an Rhein, Ruhr und Saar hatte ihre Entwicklung mit den üblichen Anlaufschwierigkeiten bereits hinter sich, als im Hannoverschen im Jahre 1856 die "Georgs- Marien- Hütte" bei Osnabrück und die kurzlebige Hostmann’sche Bergbau- und Hütten- Gesellschaft zu Peine, aus der 1858 die "Ilseder Hütte" hervorging, gegründet wurden.
Der Celler Bankier Carl Hostmann und der aus Linden stammende Fabrikant Fritz Hurtzig schürften 1853 in Oberg nach Kohle. Sie beantragten bei der Regierung in Braunschweig und Hannover das Recht auf Bergbau für die Gemeinden Adenstedt, Klein- und Großbülten, Gadenstedt, Münstedt, Schmedenstedt u. Groß Ilsede; die erblichen Konzessionen erhielt Hostmann im Dezember 1856. Inzwischen hatte Hostmann die Statuten der geplanten Aktiengesellschaft, die den Namen "Welfen Berg- und Hütten- Gesellschaft" erhalten sollte, was aber vom welfischen Königshaus abgelehnt wurde und so unter der Benennung „Bergbau- und Hütten- Gesellschaft zu Peine“ prospektiert wurde, festgelegt. Geplant waren 6 Hochöfen, Schmelz-, Puddel-, Walz-, Gießerei- und Maschinenwerke etc. und dafür benötigte er Geld.
Den Aktionären der auf Thaler 500 lautenden Aktien wurden neben halbjährlichen Zinsen in Höhe 12 Thaler 12 Ggr. Courant auch ab Oktober 1861 eine jährliche zu ermittelnde Dividende in Aussicht gestellt.
Das Grundkapital von 5,0 Mio Tlr. war sodann im Frühjahr 1857 auf 334.000 Tlr., begeben in 668 Aktien zu je Tlr. 500, eingezahlt und ein belgisches Unternehmen begann in Groß Ilsede mit der Errichtung des Hüttenwerkes. Die weitere Platzierung der Aktien erwies sich jedoch als schwierig, die Gelder reichten nicht aus und Anfang 1858 mussten die Bauarbeiten eingestellt werden. Am 21 Januar 1858 endete Hostmann durch Freitod.
Hurtzig und der Schwiegersohn Hostmanns kauften den Hüttenplatz aus der Konkursmasse und gründeten am 6. September 1858 die Aktiengesellschaft „Ilseder Hütte“, deren Aktien sie den Aktionären der Bergbau und Hüttengesellschaft zu Peine, die bereits Zahlungen geleistet hatten, zum Tausch anboten.
Diese erhielt die Genehmigung, Eisenerz sowohl zu verhütten als auch zu verkaufen. 1860 wurde im Tagebau in der Grube Bülten- Adenstedt zum ersten Mal Erz gefördert. Der erste Hochofen wurde am 12. September 1860 angeblasen. In den nächsten Jahrzehnten expandierte die Ilseder Hütte, baute das Transportwesen sowohl auf der Straße als auch auf der Schiene aus, hinzu kam eine Erzwäsche und eine Kokerei.
1872 wurde die Aktiengesellschaft Peiner Walzwerk als eigenständiges Unternehmen gegründet, die ab 1873 das Roheisen weiterverarbeitete. Einen enormen Fortschritt brachte der Bau des Thomasstahlwerkes in Peine 1881. Am 28. Juli 1914 schlug die Geburtsstunde des Peiner Trägers. Der erste Breitflanschträger mit parallelen Flanschen wurde gewalzt. In der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg entwickelte sich das Unternehmen immer mehr zu einem integrierten Montankonzern mit Erz- und Kohlegruben, Hüttenwerk, Stahlwerk, Walzanlagen und Handelsorganisation.
Im Jahre 1868 etablierte sich ebenfalls im Raum Salzgitter die vom Kommerzienrat Friedrich von Voigtländer in Braunschweig, J. C. Godeffroy in Hamburg und Carl Ruetz in Dortmund ins Leben gerufene „Actien- Gesellschaft Eisenwerke Salzgitter“, die um die Jahrhundertwende vier Hochöfen, Kokereien und Gießhallen in Betrieb hatte.
Der Entschluss der nationalsozialistischen Reichsregierung im Jahr 1937, auf der Grundlage der Eisenerzvorkommen im Salzgitter- Höhenzug das größte Hüttenwerk Europas, die Reichswerke A.G. für Erzbergbau und Eisenhütten Hermann Göring zu errichten, führte 1942 nach Zusammenlegen von 28 ländlichen Gemeinden des Regierungsbezirkes Braunschweig zur Gründung der Großstadt Salzgitter. Hier sollte nach Plänen des Amerikaners Brassert ein "zweites Ruhrgebiet" entstehen.
Nach dem Krieg mussten auf Anordnung der alliierten Siegermächte die noch funktionsfähigen Hochöfen und das Walzwerk demontiert werden. Für den Wiederaufbau sorgte der Salzgitter- Konzern als Nachfolger der Reichswerke. Er entwickelte sich nach dem Zusammenschluss mit der „Ilseder Hütte“ und dem „Stahlwerk Peine“ im Jahr 1970 zum drittgrößten Stahlproduzenten der BRD unter Umfirmierung in Stahlwerke Peine-Salzgitter. Der staatseigene Salzgitter- Konzern wurde Ende 1989 von der Preussag übernommen. 1998 wird die Preussag Stahl AG wieder selbständig als Salzgitter AG-Stahl und Technologie. Im Jahr 2.000 erfolgte die Übernahme der Mannesmannröhren-Werke AG, Mülheim/ Ruhr. 2001 wurde dann die Umsetzung der neuen Organisationsstrukturen des Salzgitter-Konzern durchgeführt, auf deren oberster Ebene die Salzgitter AG als Management-Holding steht. Die Salzgitter-Gruppe ist in den Bereichen Flach- und Profilstahl der fünftgrößte europäische Hersteller und nimmt eine weltweite Spitzenposition im Röhren-Bereich ein.
LOS NR. 65
BERGBAU- UND HÜTTENGESELLSCHAFT ZU PEINE
Aktie über Thaler 500 Courant; Peine, 2. Januar 1857; # 6034; Maße: 30,5 X 39; Gründeraktie! Das Zertifikat trägt die Originalunterschriften der beiden Gründer Carl August Ferdinand Hostmann(1799-1858), Bankier aus Celle und Fritz Hurtzig (1825-1897), Fabrikant aus Linden. Die Firmierung läuft im Unterdruck als Wasserzeichen durch das gesamte Druckbild.
Ab Anfang der 1980er Jahre war bisher lediglich eine Gründeraktie mit der Nummer 6063 als eines der Prunkstücke der Sammlung des Braunschweigers Manfred Denecke bekannt, veröffentlicht als Titelseite seines Buches „Deutsche Wirtschaft und Finanzgeschichte aus der Sicht eines Sammlers „Historischer Wertpapiere“, HP-Verlag AG Bern. Das hier jetzt offerierte Exponat stammt aus Privatbesitz und ist vergleichsweise etwas kräftiger in den Farben. Hinzu kommt als Besonderheit der Zinscouponbogen (lediglich 1 X wurden Zinsen bedient), sowie der passende Dividendenbogen (7-fach im Hochformat, sowie zusammenhängend die entsprechenden Talons);

Knickfalten, EF-VF. Rarität!
Schätzpreis € 20.000 / Ausruf € 9.000 / Zuschlag: € 9.200





Desweiteren kommen u.a. zum Aufruf:
Aper Canal-Gesellschaft, Gründeraktie aus Westerstede und Apen von 1849, Tönninger Dampfschifffahrtsgesellschaft, Gründeraktie aus Tönning von 1874, Norddeutsche Union-Werke AG von Hamburg, von August 1922, Konvolut von 225 Titeln der Panagiotis Avramikos Aktiengesellschaft aus Hamburg, ungelocht von 1926, Bergbau-Actiengesellschaft Medio-Rhein, Gründeraktie von 1858, Harpener Bergbau, Gründeraktie aus Dortmund von 1858, diverse Kuxe, u.a. der Gewerkschaften Pfannenenberger Zukunft aus Neunkirchen von 1926, Steinkohlen-Bergwerk „Neumühl“ von 1931 und 1939, Konvolut Deutscher Kronprinz Zeche bei Recklinghausen von 1880, Neue Landeskrone aus Mittelwilden von 1908, Neue Hoffnung Landeskrone aus dem Kreis Siegen von 1903, Große Burg aus Neunkirchen von 1900, Heinrichsglück aus Neunkirchen von 1876, Gewerkschaft Max aus Wittelheim von 1910, Konvolut Gewerkschaft Thalburg aus Kettwig von 1897, Konvolut Aktien-Gesellschaft Rheinisch-Westfälisches Kohlen-Syndikat aus Essen-Ruhr von 1918 (ungelocht), Bohr- und Schürfgesellschaft Jung-Freden aus Essen-Ruhr von 1890; Kölnische Baumwollspinnerei und Weberei, Gründeraktie aus Köln von 1856 sowie Aktie Lit B von 1901; Rheinische Brauerei-Gesellschaft Köln-Alteburg aus Köln-Alteburg von 1917, Dülkener Baumwollspinnerei aus Dülken von 1897 und 1908; Carl Bückler Aktiengesellschaft aus Düren von 1912, Rommel, Weiss & Cie Actien-Gesellschaft aus Mülheim von 1898 und 1922;
Klosterdestillerie Lorch von 1922, Uracher Holzwaren aus Urach von 1923, Württembergische Weinbau-Aktien-Gesellschaft Lit D aus Stuttgart von 1923, Württembergische Transport-Versicherungs-Gesellschaft zu Heilbronn von 1886, Badische Tabakbau- und Verwertungs A.-G. aus Kork von 1922, Tiergarten Nürnberg Aktiengesellschaft aus Nürnberg, Schuldschein von 1911, Zoologische Gesellschaft Hamburg aus Hamburg von 1864, Zoologischer Garten zu Dresden, Gründeraktie von 1861; Actienverein des zoologischen Gartens zu Berlin von 1871; Konvolute aus dem DM-Bereich runden unser Angebot ab, u.a. von der Stumm Aktiengesellschaft aus Neunkirchen, 10.000, 1000, und 50er von 1970.
LOS NR. 82
HARPENER BERGBAU ACTIEN-GESELLSCHAFT
Aktie über Thaler Preussisch Courant 200; Blankett; Dortmund, den 1. Januar 1858; Farbe: beige, braun, gelb, weiß; Maße: 28,9 X 39,7; Gez. u. Lith. von J.B. Sonderland, Druck: Lith. Inst. von Arnz & Comp. in Düsseldorf.

Gründeraktie. Die Gesellschaft wurde im Januar 1856 auf 12 in der Nähe von Harpen (unweit von Bochum) gemieteten Kohlenfeldern mit einem Kapital von 1,1 Mio. Tlr. gegründet. 1859 wurde mit der regelmäßigen Förderung begonnen. 1926 Erwerb der Zeche "Massen" durch die Gewerkschaft "Siebenplaneten" von der Buderus-Eisenwerke AG Wetzlar. Es folgte die Errichtung einer Zentralkokereianlage auf der Zeche "Gneisenau". 1936 sich beteiligte die Ges. an der Gründung der "Steinkohlen-Elektrizitäts AG Essen". 1940 Übergang der Zechen-Gruppe Herne sowie der Zeche Victoria mit der Gew. "Victoria Fortsetzung" auf die "Reichswerke Hermann Göring" gegen Gewährung von Aktien der "Anhaltischen Kohlenwerke". In den Jahren 1960-1969 erfolgten diverse Stilllegungen von Zechen, Kokereien und Gewerkschaften. Harpen erhielt dafür einen Einbringungsanspruch, der über 20 Jahre getilgt werden sollte. 1970 Umfirmierung in "Harpener Aktiengesellschaft". Der heutige Tätigkeitsbereich ist die Erzeugung elektrischer Energie, der Vertrieb von Mineralölen, die Binnenschifffahrt, der Handel mit Baustoffen, der Umschlag und die Lagerung von Gütern aller Art, Spedition und LKW- Nah- und Fernverkehr sowie die Verwaltung von Grundstücken einschließlich ihrer Bebauung. Die vielfarbige Aktie wurde von einem der hervorragenden Illustratoren der Düsseldorfer Malerschule, Johann Baptist Sonderland, (1805-1878) gestaltet. Das eigentliche Aktienpapier stellt er als Pergamentrolle mit eingerollten Ecken dar. Spätgotisches Blattwerk, Wein- und Blütengirlanden, Minerva, Merkur, Putten, Mutter Natur mit Füllhorn sowie die Zechenbauten "Prinz von Preussen" und "Heinrich Gustav" schmücken die Aktie, die man als graphische Kostbarkeit bezeichnen kann. EF, Farben nicht verblasst. (1867). Äußerst selten! Schätzpreis € 2.500 / Ausruf € 1.200 / Zusachlag: € 1.400
LOS NR. 293
ACTIEN-VEREIN DES ZOOLOGISCHEN GARTENS ZU DRESDEN
Aktie über Thaler 50 im 30 Thalerfuße; # 1692; Dresden, den 8. Mai 1861; Farbe: beige, braun, schwarz; Maße: 34,2 X 21,4; Trockensiegel mit Firmenlogo; Kps. + Talon;

Gründerstück!. Zweck: Auf dem mit Genehmigung seiner Majestät des Königs von dem Königlichen Großen Gartens und einigen angrenzenden Grundstücken hergestellten, besonderen Garten die Sammlung lebender Tiere zu vervollkommnen. Desweiteren wissenschaftliche Beobachtungen und Untersuchungen als auch künstliche Studien zu fördern. Zugleich den Einwohnern und den Besuchern der Stadt Dresden eine angenehme Unterhaltung zu bieten. So lautete der Originaltext zur Gründung des Zoos.1859/60 wurde ein Komitee gegründet, im April 1861 erfolgte dann die Bestätigung der Statuten vom Sächsischen Ministerium des Inneren. Das Grundkapital betrug Tlr. 100.000, begeben in 2000 Aktien zu je Tlr. 50. Als Landschaftsarchitekt fungierte Peter Joseph Lenné und für alle Bauten des Zoos zeichnete der Architekt Carl Adolf Canzler verantwortlich. Nach zweijähriger Bauzeit wurde der Zoo am 9. Mai 1861 eröffnet. Erster Direktor des Zoos wurde der Naturwissenschaftler Albin Schoepf, der den Zoo mit Hilfe seines Sohnes und späteren Direktors Adolph Schoepf aufbaute. Der bereits 1855 in Dresden errichtete Verein für Geflügelzucht brachte seine Tiere in den Zoo mit ein. 1860 wurden die wichtigsten Tierhäuser vollendet und am 9. Mai 1861 war die feierliche Eröffnung des Zoologischen Gartens zu Dresden. Seit 1873 kümmerte sich der Zoo Dresden um Menschenaffen, speziell um die Orang-Utans, mit denen der Zoo 1927 weltweite Beachtung erlangte. Zum ersten Mal wurde das Heranwachsen eines Orang-Utan und die natürliche Aufzucht durch die Mutter beobachtet und dokumentiert. In den Jahren 1910 bis 1934 hatte Gustav Brandes die Leitung des Zoos inne, der die Grundlagen für einen modernen Zoo legte. Er strukturierte den Zoo von der reinen Tierschau um zu einer artgerechten Haltung in naturnaher Umgebung. Die Aktiengestaltung stammt von dem Künstler Hanns Williard, in der Druckplatte signiert. In den Knickfalten rückseitig mit Papier stabilisiert, VF (1867)
Äußerst selten!
Schätzpreis € 4.000 / Ausruf € 1.900
LOS NR. 332
BADISCHE TABAKBAU- UND VERWERTUNGS A.G.
Inhaberaktie über M 1000; # 9576; Kork (Baden); 1. Juli 1922; Farbe: braun, grün, ocker, schwarz, beige; Maße: 39 X 24; durch Stempel umgestellt auf RM 20, Doppelblatt; -

Gründerstück! Die Gesellschaft wurde von insgesamt 37 Gründern errichtet, zumeist Landwirte und Geschäftsleute aus Baden. Zweck: Erzeugung, Vergärung und Verwertung sowie der Handel mit Tabak, Abschluss von Tabakverwertungsverträgen (Pflanzerverträgen) mit Tabakpflanzern, Betrieb aller dem Gegenstand des Unternehmens dienender kaufm. Geschäfte, sowie Erwerb bzw. Beteiligung gleichartiger oder ähnlicher Unternehmungen. Zur Gründung wurden 24.000 Inhaber-Aktien zu je M 1.000 begeben, übernommen von den Gründern zu pari. - Faksimile-Unterschriften des A.-R. Fabrikant Ernst Kiefer u. des Vorstandes /Direktors Karl Lasch. Im März 1929 wurde
das Konkursverfahren eingeleitet. Chromolithographie, gedruckt in der Kunstdruckerei L. Geissendörfer, Söhne u. Teufel, Karlsruhe. EF- VF, kleine Bräunung am re. Rand. Äußerst selten! ( 1867) Schätzpreis € 1.300 / Ausruf: 950 / Zusachlag: € 960
LOS NR. 346
TÖNNINGER DAMPFSCHIFFFAHRTSGESELLSCHAFT
Aktie über Tlr. 50 preuß. crt. # 1761; Tönning, 31. Dezember 1874; Maße:34,5 X 21; Farbe: hellgelb, hellblau, grau, grün, blau Vignette mit großem Dampfsegler. Maße: 34 X 24; Originalunterschriften des Direktoriums, u.a. von Gustav Adolf Thomsen.

Das Unternehmen wurde am 20. November 1871 gegründet. Zweck war der Transport von Schlachtvieh nach England mit eigenen Schiffen, importiert wurde englische Kohle. Diese Reederei war Anlass zur Gründung der Tönninger Darlehnsbank (1875) der späteren Schleswig-Holsteinischen Bank, und der Westholsteinischen Bank (1896). Beide Institute wurden durch Gustav Adolf Thomsen gegründet. Die Banken verliehen alljährlich im Frühjahr Gräserkredite zur Aufzucht von Jungvieh. Auf Schiffen der Tönninger Dampfschifffahrtsgesellschaft wurde das Schlachtvieh dann im Herbst nach England transportiert. Die Reederei erwirtschaftete in den Folgejahren einen Marktanteil von rd. 70 %, in den Jahren 1874-1880 wurden rund 60.000 Stück Vieh transportiert. Schiffsverluste und die englische Konkurrenz, die mit niedrigen Frachtraten um Marktanteile kämpfte sowie der Ausbruch der Maul- und Klauenseuche in England 1889, die den sofortigen Viehimportstop zur Folge hatte, führten zu schweren Verlusten. Jetzt machte sich der einseitige Unternehmenszweck negativ bemerkbar. Im Jahre 1888 konnten letztmalig 4,5 % Dividende gezahlt werden, bis 1892 waren nur noch zwei Dampfer der Tönninger Dampfschifffahrtsgesellschaft im Dienst, die hauptsächlich Viehtransporte von und nach Australien, Amerika, den Falklands oder England zum Zweck hatten. 1893 schließlich wurde die Gesellschaft liquidiert, die beiden letzten Schiffe übernahm die Kieler Reederei Dietrichsen. VF (1867)
Äußerst selten! Schätzpreis € 3.000 / Ausruf: 1.600 / Zusachlag: € 1.650
LOS NR. 343
APER CANAL-GESELLSCHAFT
Aktie über Reichsthaler Gold 25; # 80; Westerstede und Apen, den 19. Februar 1849; Farbe: beige, grau, schwarz; Maße: 32 X 19,8; Gründeraktie!

Die lithographierte Vignette zeigt eine typische bei der Flussschifffahrt verwendete Schaluppe. "Die Aper Canal-Gesellschaft bietet das Bild einer bisher weitgehend unbekannten Form einer frühkapitalistischen Aktiengesellschaft. Durch den Ausbau des "Aper Tiefs" zu einem Kanal und einer Kaje - Umschlagsplatz für Schiffsladungen - wurde ein ähnlich lebhafter Warenumschlag wieder für Apen erhofft, wie es ihn vor allem zu Anfang des 19. Jahrhunderts in der Zeit der Continentalsperre durch die Franzosen gegeben hatte. Der Warenumschlag bestand im Bau von hölzernen Schiffsgerippen, die dann zur weiteren Ausrüstung und Fertigstellung nach den Häfen Leer, Papenburg etc. auf den Torfkanälen verbracht wurden. Wirtschaftlich enge Beziehungen zu den Küstenorten, die bereits seit Jahrhunderten bestanden, sollten nicht zum Erliegen kommen, wie es die Handelssperre beabsichtigte. Im amtlichen Bericht über die Entstehung des Ortsvorstandes Apen 1848 heißt es: "Seitdem im Jahre 1846 der Apener Canal zur Schifffahrt vorbereitet und die Kaje einigermaßen in brauchbaren Stand gesetzt war, ward Apen der natürliche und wirkliche Stapelplatz des Ammerländischen - Ostfriesischen Handels." Die weitere Entwicklung der "Aper Canal - Gesellschaft" verlief durchaus unter wirtschaftlichen Aspekten positiv. Dividenden wurden jährlich an die 42 Actionäre des nur 80 Actien betragenden Kapitals gezahlt. Einnahmen wurden erzielt durch Erhebung von "Canal- oder Kajegeld", " Lagergeld" und durch Verpachtung von Grundstücken, die den Kajenplatz bildeten. Das letzte Protokoll der Generalversammlung datiert vom 19.2.1958 !!! (1867 ) VF
Schätzpreis € 2.500 / Ausruf € 1.300
LOS NR. 338
THE HUNGERFORD MARKET
Certificate überShs. 1 zu ₤ 100; # 1061; 10. September 1859; Farbe: beige, schwarz, rote Lacksiegel,blaues, papiergedecktes Trockensiegel; große Vignette mit Firmenlogo; Maße: 26 X 37; Druck auf Tierhaut; Originalunterschriften der Direktion; linkseitig Transfereintragung;

Zur Geschichte das alten Hungerford- Marktes: Die Familie von Sir Edward Hungerford besaß ein Grundstück mit Gebäuden am Strand der Themse. Er erhielt die Erlaubnis auf dem Gelände einen Markt an drei Tagen die Woche durchzuführen. Hungerford Inn war unterteilt in Shops, die zusammen mit einem überdachten Platz den Markt bildeten. Er verkaufte das Gelände – eine Parzelle nach der nächsten – in den Jahren 1681 bis 1684 an den Politiker Sir Stephen Fox. Sir Christopher Wren kaufte ein Viertel der Immobilien und hatte zudem Anspruch auf ein Viertel der Mieten. Der verschwenderische Hungerford verschleuderte sein Geld und starb 1711 als „Poor Knight of Windsor“. Der alte Markt wurde 1718 an den Architekten Henry Wise verkauft und verbleib in dessen Familie bis er 1830 von der Hungerford Market Company aufgekauft wurde. Charles Dickens (1812-1870) arbeitete während seiner Schulzeit 1824 und 1825 in der Warren’s Blacking Factory im Hungerford Market. Dort beschriftete er Gefäße für Schuhputzer.

Zweiter Markt
Zu Beginn des 19ten Jahrhunderts war der alte Markt sehr marode und baufällig. Er wurde in den Jahren 1831 bis 1833 im italienischen Stil erneuert. Den Entwurf erstellte der Architekt Charles Fowler, der auch den Covent Garden Market entworfen hatte. Errichtet wurde das Gebäude von den Partnern Thomas Grissell und Samuel Morton Peto, die auch Nelson’s Column, den Reform Club und das Lyceum Theater gebaut haben.
In dem Markt wurden alle Arten von Lebensmitteln angeboten, in der Hauptsache Fisch, aber auch Obst, Gemüse und Fleisch. Angegliedert war einer Bootsanleger am Nordufer der Themse.
Die Hängebrücke, die von Lambeth am Südufer der Themse zum Markt führte, wurde 1845 von Isambard Kingdom Brunel gebaut. Erweitert wurde der Komplex 1851 um einen Saal für Vorträge, die Hungerford Hall. Im gleichen Jahr eröffnete Carlo Gatti (Unternehmer aus der italienischen Schweiz) einen Stand, an dem Gebäck und Eis verkauft wurde. Eine Portion Eis kostete einen Penny und wurde in einer Muschel serviert. Dies war wahrscheinlich das erste Mal, dass Eiscreme für die breite Masse erschwinglich war.
Charing Cross Railway Station
Beim Brand der Hungerford Hall 1854 wurde der neue Hungerford Market schwer beschädigt. Der Verkauf folgte 1862 an die South Eastern Railway. Aus dem Gelände wurde die Charing Cross Railway Station, die am 11. Januar 1864 eröffnet wurde. Die ursprüngliche Hängebrücke wurde ersetzt durch eine Eisenbahnbrücke. Die alte Brücke wurde demontiert und nach Clifton, Bristol gebracht, wo sie die dortige Hängebrücke komplettierte.
Der Hungerford Familie gedachte man, indem die Brücke, die vom Südufer der Themse in die Charing Cross Railway Station führte, ihren Namen trägt: Hungerford Bridge.
Old Market: The family of Sir Edward Hungerford was the owner of a site on the bank of the Thames. He obtained permission to hold a market on the site for three days a week. Hungerford Inn was subdivided into shops, and, with a covered piazza, formed the market. Hungerford sold the site in parcels to the politician Sir Stephen Fox from 1681 to 1684. Sir Christopher Wren bought a quarter of the property, and was entitled to a quarter of the rents. The spendthrift Hungerford wasted his money, dying a poor Knight of Windsor in 1711. The old market was sold to architect Henry Wise in 1718, and remained in Wise's family until the Hungerford Market Company bought it in 1830. Charles Dickens (1812-1870) worked at Warren’s Blacking Factory, Hungerford Market, during his schooldays in the years 1824/1825. He labeld pots of bootblack.
Second market By the beginning of the nineteenth century, the old market was very dilapidated. It was rebuilt in 1831 to 1833 in an Italianate style to a design by Charles Fowler, also architect of Covent Garden Market. The building partners Thomas Grissell and Samuel Morton Peto, who also built Nelson's Column, the Reform Club, and the Lyceum Theatre, constructed the building.
The market sold food of all sorts - mainly fish, but also fruit, vegetables, and meat - with a landing stage on the north bank of the River Thames, by Hungerford Steps.
A suspension bridge leading to the market from Lambeth on the south bank of the Thames was built by Isambard Kingdom Brunel in 1845, and a hall for lectures, Hungerford Hall, was built next door in 1851. The same year, Swiss-Italian entrepreneur Carlo Gatti opened a stand at the market in 1851, selling pastries and ice cream. A portion of ice cream was sold for one penny served in a shell. This was perhaps the first time that ice cream was made available to the paying general public.
Charing Cross railway station The new Hungerford Market was badly damaged when Hungerford Hall burned down in 1854. The market was sold to South Eastern Railway in 1862, and the site became Charing Cross railway station, which opened on 11 January 1864. The original suspension bridge was replaced with a new railway bridge. The original bridge was dismantled and the chains were taken to Clifton, Bristol, where they were used to complete the Clifton Suspension Bridge.
The Hungerford family are commemorated in the name of the Hungerford Bridge, which leads into Charing Cross, from the south bank of the river.
Ausruf: € 110 Starting up: € 110 / Zuschlag: € 110 / result: € 110
LOS NR. 339
ÖSTERREICHISCH-ÜBERSEEISCHE HANDELS-GESELLSCHAFT
(OOSTENRIJKSCH-OVERZEESCHE HANDEL MAATSCHAPPIJ)
(AUSTRO TRANSMARINE TRADING COMPANY)

Inhaber-Aktie über Gulden Ö.W. 500; # 0898; Wien, den 24. September 1887; Farbe: beige, hellblau, braun, schwarz; Maße: 24,9 X 34,6; Doppelblatt; Dividenden-Couponbogen komplett; Lithographie; Druck: Lith. Anst. von Emil Engel, Wien.. Die K.&.K. Hofbuchdruckerei, Lithographie und Verlagsbuchhandlung am Schottenring produzierte illustrierte Prachtwerke, u.a. illustrierte Blockkalender über Richard Wagner, Wolfgang A. Mozart, Johann Strauß etc. Der von Emil M. Engel erfundene Lösch-Unterlagenkalender wurde seinerzeit in verschiedenen Sprachen produziert, erfolgreich verkauft und exportiert. Zudem wurden Aktien, Obligationen, Pfandbriefe, Anteilscheine, schecks und merkantile Druckarbeiten aller Gattungen in typographischer und lithographischer Ausführung erstellt, so auch dieses hier angebotenen, prachtvolle Gründerstück !
Das Aktienkapital der Gesellschaft war in fl. 509.000, begeben in 1018 Aktien zu je fl 500, eingeteilt. Aufgrund der negativen Geschäftsentwicklung mussten die Verwaltungsräte der Gesellschaft Vorschüsse leisten in Höhe von fl. 671.525. Zusätzlich wurde im Verein mit einer beteiligten Amsterdamer Firma ein Garantiefond von fl. 950.000 geschaffen. Dem 1892 aufgelegten Geschäftsbericht war dann zu entnehmen, dass die Gesellschaft durch ein großes, frauduoloses Falliment an der Ostküste Mexikos , durch das rapide Fallen des Silberkurses, durch den Preissturz aller Kolonialprodukte und die dadurch hervorgerufene Handelskrise in den vier indischen Niederlassungen so schwere Verluste erwirtschaftet wurden, dass sich die Notwendigkeit ergab, die Geschäfte seit Beginn des 1892 einzuschränken. Nun wurde das Augenmerk vor allem auf die Abwicklung der mittlerweile auf fl 3,5 Mio. angewachsenen Verbindlichkeiten gelenkt mit dem Versuch, die beteiligten österreichischen Industriellen schadlos zu halten. Nach Bilanzabschluss wurde der verbleibende Verlust von fl 937.000 mit den Reserven abgedeckt und im Anschluß die Liquidation der Gesellschaft beschlossen. Geblieben sind weniger als 10 Aktienzertifikate als Zeitzeugen dieser Gesellschaft, die sehr farbenfroh und detailliert den Unternehmenszweck darstellen. Äußerst selten! EF! (1867)
Schätzpreis € 1.600 / Ausruf € 800 / Zusachlag: € 800
LOS NR. 341
REAL COMPANIA DE SAN FERNANDO DE SEVILLA
Aktie über Reales de Vellon 250 ; # 2964; Sevilla, 23. August 1747; Farbe: schwarz, weiß; Maße: 30 X 42,5; Ganzkupferstich auf Kalbspergament mit aufgeklebtem Blindprägesiegel. Die Gesellschaft hat lt. Kipfer das aufwändigste Aktienzertifikat aller herausgegeben, gefolgt – aber nicht übertroffen – von demjenigen der Real Compania establecida en Barcelona.

Die Vignette oben links zeigt den Heiligen St. Josef mit dem Jesuskind, oben rechts San Leandro, den Schutzheilige der Stadt Sevilla, in der Mitte die Muttergottes mit dem Jesuskind, die große männliche Figur in der Bildmitte stellt König Ferndinand III. von Kastilien (1199-1252) dar, der auch El Santo (der Heilige) genannt wird. Galeonen, Neptun sowie die Ansicht von Sevilla vom Fluss Guadalquivier aus runden das Bild ab. Die zweitgrößte spanische Handelsgesellschaft Die Gesellschaft wurde 1747 in Sevilla gegründet. Das angeschlagene spanische Weltreich erhoffte sich einen guten Profit aus den Handelsgeschäften, vor allen Dingen Zeiten ausgenommen mit Südamerika. Sie besaß außerdem das Recht zum Handel mit allen Kolonien, außer Caracas und Havanna. Etliche flämische Großkaufleute beteiligten sich an diesem Geschäft mit insgesamt 1,0 Mio. Pesos. 1750 trat eine Geschäftsstagnation auf, außerdem wurde das Unternehmen um 1770 herum durch Korruption und unseriöse Handelspraktiken derart geschädigt, dass es in den 1780er Jahren schließlich zur Auflösung kam. Das hier angebotene Stück ist unbeschnitten mit gut erhaltenem Rand, Flanschsiegel komplett. EF. (2121)
Schätzpreis € 3.500 / Ausruf € 1.800 / Zuschlag: € 3.500
LOS NR. 347
COMPANIA VALENCIA DE VAPORES CORREDOS DE AFRICA SOCIEDAD
ANONIMA
Namens-Aktie über Ptas. 825; eingetragen auf D. Vicente Pucho Sarthou; Ser. 1; # 54447; Valencia, 1. Januar 1913; Farbe: hellbraun, braun, hellgrün; Maße: 37 X 43 cm. Originalunterschriften der Direktion, Druck: Imp. Lit. J. Pallares, Valencia

Der Aktienentwurf stammt von R.Soler-Grabo, in der Druckplatte signiert. Gründeraktie! Zweck der Gesellschaft war die Schaffung einer Postverbindung mittels Dampfschiffen von Valencia nach Afrika. Es wurden 9830 Aktien zu je Ptas. 825 begeben. Randeinrisse rückseitig hinterlegt. VF(1867) Äußerst selten! Schätzpreis € 1.400 /Ausruf € 750 / Zuschlag: € 900
ZUM THEMA KUNST AUF AKTIEN:
LOS NR. 10
VOLKSBANK VON SOFIA
Aktie über Gold-Leva 50 # 13,897; Sofia, 15. Februar 1919; Farbe: gelb, hellgelb, rot, rosé, hellblau, hellgrün, gold; Maße: 42 X 38;

Diese bulgarische Bankaktie ist der Prototyp der türkischen und osmanischen Stilrichtung des östlichen Wertpapierdrucks. In hellen Jugendstilfarben und Jugendstilelementen, sowie aufwendigen Blattgoldvignetten und Ranken gedruckt, zählt die Aktie zu den drucktechnisch und gestalterisch aufwendigsten und schönsten Wertpapieren Bulgariens: Künstlersignatur in der Druckplatte. Kps. + Talon, EF-VF (1867) Äußerst selten!
Schätzpreis € 800 / Ausruf € 480
LOS NR. 40
HOPE INSURANCE COMPANY LUDGATE HILL
Namens-Aktie über 2.November 1807, £ 50, # 26,470, schwarz, beige, Maße: 33,5 X 24; Druck auf Bütten mit Wasserzeichen, Trockensiegel;

die Kupferstich-Vignette der jetzt 200 Jahre alten Versicherungsaktie wurde gestochen von J. Girton (in der Druckplatte signiert) und zeigt die Schicksalgöttin, eine Säule sowie die Ansicht von London mit St. Paul's Cathedrale. Originalsignaturen der Direktoren Richard Howell und John Capel.. Sehr selten! (1867) Schätzpreis € 380 / Ausruf € 190 / Zuschlag: € 240
LOS NR. 42
MOSKOWISCHE FEUERASSEKURANZ-COMPAGNIE
Namens-Aktie über Rubel 200 # 06334; Moskau, 1898; Farbe: hellbraun, braun, grau, beige; Maße: 33 X 25.; Vignette: 9 X 6 cm.

Die Gesellschaft wurde 1858 mit deutscher Beteiligung gegründet. Zweck: Feuerversicherung, Geschäftsgebiet: Russland. 1898 wurde das Aktienkapital erhöht, begeben waren danach 10.000 voll eingezahlte Aktien zu je Rubel 200, notiert an der St. Petersburger Börse. Die sauber gestochene und in der Druckplatte signierte große Vignette zeigt den Roten Platz in Moskau, im Hintergrund die Basiliuskathedrale und rechts den Kremelpalast, davor vier Feuerwehr-Pferdewagen mit Mannschafts- und Zisternenwagen auf dem Weg zum Brandherd. Die Moskauer Feuerversicherung ist aber nicht nur eine der ältesten Versicherungen gewesen, sie war auch eine der profitabelsten! Randabschnitt rechts, sonst EF-VF. (1867)
Schätzpreis € 2.500 / Ausruf € 1.200
LOS NR. 56
COOPERATIVE "CASAED ALLOGGI PER IMPIEGATI"
Societe Anonima Cooperativa a Capitale Illimitato; Aktie über Lire 100 # 65; Roma, 31. Decembre 1905; Farbe: beige, grau; Maße: 26 X 21; große Vignette mit Haus und Mädchenreigen, Blütenäste rechts und links. Unterschrift: „Parva Domus Magna Quies“ - Kleines Haus, große Ruhe.
Signiert: P.E. Astorri.

Pier Enrico Astorri (1882-1926) studierte als Schüler von Bernadino Pollinari am Institut Piacenza Gazzola und danach an der Accademia di Brera in Mailand. Nachdem er von 1900 bis 1901 am Dom von Piacenza gearbeitet hat (insbesondere an den neoromanischen Skulpturen der Fassade) ging er mit 22 Jahren nach Rom. Dort begann er vor allem Kinderköpfe zu modellieren und erlangte einen sehr guten Ruf. 1906 gewann er einem Wettbewerb, der ihm eine gute Position für den Bau eines monumentalen Komplexes in Rom verschaffte. Der Bau sollte zu Ehren Vittorio Emanuele II errichtet werden. Von da an bestanden seine Aktivitäten hauptsächlich aus Gremien und der Teilnahme an Gemeinschaftsarbeiten. 1916 kam der große Erfolg: Er gewann den Wettbewerb für das Monument zu Ehren Pius X im Petersdom, das dann 1923 eingeweiht wurde. In den Folgejahren kamen etliche Denkmäler hinzu. Knickfalten, VF. (1867) Äußerst selten!
Schätzpreis € 560 / Ausruf € 280 / Zuschlag: € 360
LOS NR. 64
FABRICA DE FAIANCAS DAS CALDAS DA RAINHA
Aktie über je Rs. 200 # 1306; Lissabon 30. Juni 1884; Farbe : grün, braun, hellrot, hellgrün, weiß, schwarz; Maße: 47 X 29,5; Entwurf: Raphael Bordallo Pinheiro, Lith.Guedes, Lissabon. Gründerstück der Porzellan – Manufaktur von Caldas da Rainha

Das Aktienkapital betrug Rs 400.000. Caldas da Rainha (Bäder der Königin) ist das berühmteste portugiesische Heilbad (Schwefel), gegründet durch Königin Dona Leonor, Gemahlin von Dom Joaos II., Ende des 15. Jahrhunderts. Der Entwurf der Aktie wurde 1884 von Raphael Bordallo – Pinheiro Columbano geschaffen. Seine Signatur befindet sich auf der Aktiendruckplatte unten, mit vollem Namen.
Der Künstler Raphael Bordallo-Pinheiro (1846–1905) war eine gewichtige Persönlichkeit des kulturellen, künstlerischen und politischen Lebens in Lissabon in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Mit seinen sehr abwechslungsreichen Arbeiten in der bildenden Kunst, besonders in Hinblick auf seine graphischen Darstellungen und seine Keramikarbeiten, aber auch als Karikaturist spielte er eine wichtige, kritische Rolle für die zeitgenössische Gesellschaft.1880 verlegte Rafael Bordalo Pinheiro seine Keramikwerkstätten nach Caldas. Im Jahr 1927 war der Ort so weit angewachsen, dass ihm die Stadtrechte verliehen wurden. Bordallo-Pinheiro ist für seine Tiermotive bekannt. Seine berühmtesten Stücke waren der Große Manuelische Tafelaufsatz, genannt Beethovenschlüssel, für den verstorbenen König Don Carlos und die monumentale Eidechse, letzteres Motiv ist auch in der Aktie zu finden.
Ein Museum am Campo Grande in Lissabon trägt heute seinen Namen und ist seinen künstlerischen Arbeiten gewidmet. Das außergewöhnliche dieser Aktie besteht darin, dass sie praktisch nur aus einem Bild besteht und als 11-farbige, Original – Handlithographie im Steindruckverfahren hergestellt wurde. Ein kostspieliges Verfahren, das so gut wie nie für den Aktiendruck eingesetzt wurde. Doppelblatt, am linken oberen Rand leicht bestoßen, etwas gebräunt, sonst eher EF-. (1867) Äußerst selten! Schätzpreis € 2.200 / Ausruf: € 1.100 / Zuschlag: € 1.200
LOS NR. 102
RUDA AKTIEN GESELLSCHAFT
Sammelzertifikat von 5 Aktien über Dinare 1250 # 1006-1010; Split, 31. Dezember 1921; Farbe: ocker, schwarz , beige; Doppelblatt. ‑ Kunst auf Aktien! Die graphische Gestaltung stammt von dem Graphiker und Maler Professor Radovan Tommaseo (1895-1924), in der Druckplatte signiert.

Tommaseo studierte an den Akademien Zagreb und Wien. Außerdem lehrte er an der Technischen Mittelschule in Split. Prof. Tomasseo schuf zwei Aktienentwürfe. Während die Stücke der Volksbank Split häufiger verfügbar sind, handelt es sich bei der hier offerierten Aktie um eine Rarität! Kroatien ist relativ reich an Bodenschätzen. Vor Ausbruch der Jugoslawienkriege 1991 war die Bergbauindustrie einer der bedeutendsten Arbeitgeber. Erdgas, Erdöl, Steinkohle, Braunkohle, Bauxit, Eisenerz und Porzellanerde (Kaolin) gehören zu den wichtigsten Rohstoffen Kroatiens. In manchen Regionen gibt es auch kleine Vorkommen von Calcium, Naturasphalt, Kieselerde, Glimmer und Salz. Darüber hinaus werden Graphit und Baumaterialien (vor allem Betongrundstoffe) abgebaut. Die Insel Ruda gehört zur Inselgruppe der Elafitischen Inseln in Süddalmatien. Rarität! EF (1867) Schätzpreis € 1.500 / Ausruf € 750
lLOS NR. 143
ERSTE LOKOMOTIVFABRIK IN POLEN - AKTIENGESELLSCHAFT
Inhaberaktie über Zloty 50; # Blankett; 1919; Farbe: dunkelgrün, braun, beige; Maße: 24,5 X 31. Kps. + Talon; Text in polnisch und französisch; die Aktiengestaltung stammt von Jozef Mehoffer.

Das Unternehmen wurde auf Initiative von P. Drzewiecki, W. Jechalski, S. Karlowski und L. Wellisz gegründet und finanziert von der Bank Malopolski und der Bank Handlowy in Warschau. Gebaut wurden ca. 150 Lokomotiven. Im Juni 1920 orderte die polnische Regierung 1.200 Lokomotiven, hiervon wurden in den nächsten 2 Jahren 102 Exemplare für die polnische Staatsbahn geliefert. Die erste Lokomotive wurde im März 1924 fertiggestellt. Abgebildet und beschrieben in dem Buch „Polskie Papiery Wartosciowe“ von Leslaw Andrzej Paga u. Leszek Kalkowski. VF-F. Randeinrisse am Wellenschnitt rückseitig hinterlegt. (1867)
Schätzpreis € 200 / Ausruf: € 100 / Zuschlag: € 210
LOS NR. 159
COMPANIA GENERAL DE AUTOBUSES DE BARCELONA S.A.
Inhaberaktie über Ptas. 500; # 18809; Barcelona; 23 März 1922; Farbe: blau, grün, gelb, beige; Maße: 43,5 x 28,0; Gesamtkapital Pts. 10.000.000; Originalunterschriften der Direktion;

Gründerstück, es sollten 20.000 Aktien zu je Ptas. 500 begeben werden. Coupons anhängend; Druck: Imp. La Renaixensa – Yucla 13, Barcelona; Abbildung eines großen Autobusses im Unterdruck. Jugendstilelemente; Knickfalte mittig, EF-VF. (1867) Rarität!
Schätzpreis € 750 / Ausruf € 330 / Zuschlag: € 390
LOS NR. 269
SOCIETE INTERNATIONALE PHOTOGRAPHIE
DE COULEURS SOCIETE ANONYME
Part Benef. über FF 100; Nr 3647; Paris; Januar 1899; Farbe: olivgrün, rot, orange, gelb, braun, schwarz, beige; Maße: 37,7 X 25,5. Originalunterschrift eines der Direktoren, die zweite fehlt.

Gründeraktie! Zweck war die Herstellung von Farbfotographien. Es wurden 2.000 Aktien zu je Frcs. 100 begeben. Originalunterschriften des Direktoriums. Die Gestaltung der Aktie stammt von L. Metivet (1863-1932) Maler und Designer, bekannter Illustrator bekannter Zeitschriften seiner Zeit, u.a. der Assiette au Beurre. Unten rechts und links Abbildungen von dem beiden Erfindern der Fotografie Niepce und Daguerre.
Métivet Lucien Marie Francois. 1863-1932, Maler, Zeichner, Karikaturist und Illustrator, studierte an der Académie Julian in Paris, stellte im Salondes Artistes Francais aus, einer der besten zeichnerischen Mitarbeiter von "Rire" EF-VF, kleiner Abriss am linken unteren Rand. VF. (1867) Äußerst selten! Schätzpreis € 1.400 / Ausruf € 800
LOS NR. 319
BRASSERIE & MALTERIE DU FORT-CARRÉ SOCIETE ANONYME
Aktie über Frcs. 500, Blankette, kompletter Druckbogen;Saint-Dizier (Haute Marne), 14. März 1923; Farbe: hellblau, gelb, rot, hellgrün; Maße: Mantel: 50 X 22, seitlich anhängender Couponbogen: 50 X 26,5, rückseitig Statuten, Faksimilesignatur des Präsidenten der Gesellschaft. Druck: Ets. Andre Brulliard, St. Dizier.
1923 wurden 10.000 Aktien zu je Frcs. 500 begeben.
Im Jahre 1796, nach dem Verschwinden der einheimischen Abteien, die als einzige die Möglichkeiten hatten, Bier zu brauen, entstand die erste Brauerei in St-Dizier, gegründet von M. Robert. Die Fabrik gehört bis 1854 der Familie Robert, danach gab es weitere Nachfolger. Erst im Jahr 1876, nach Umwandlung der Brauerei in eine Aktiengesellschaft, prosperierte das Unternehmen. Die Biere wurden nun nach ganz Frankreich und sogar bis nach Tunesien exportiert. Sie zählten zu den feinsten und bekömmlichsten des europäischen Marktes. Die Brauerei erhielt zahlreiche Auszeichnungen in Europa und bekam sogar den internationalen Bierpreis! 1957 wurde die Brauerei Fort-Carré von der bekannten Brauerei Champigneulles übernommen. In den ehemaligen Brauereihallen residierte infolge die Eiscremefirma Ortiz-Miko.
Leonetto Cappiello, einer der interessantesten Zeichner und Plakatmaler des 20. Jahrhunderts, der es schaffte, das Plakat zu einem Kunstwerk der Straße zu machen, hat unter anderem sowohl Plakate und auch den Aktienentwurf für die Brauerei & Malzbrauerei du Fort Carré Sociètè Anonyme entworfen.
Maurice Marmier, ein eingefleischter Sammler von allem, was auch nur entfernt mit der Braukunst zu tun hat, bildete den Grundstock für die Exponate des heutigenMuseums der Brauerei Fort Carrè in der in Saint-Dizier (Haute Marne, Champagne). EF, Rarität!
Schätzpreis € 1.600 /Ausruf € 800 / Zuschlag: € 900
Cappiello had no formal training in art. The first exhibition of his work was in 1892, when a painting was displayed at the municipal museum in Florence.
Cappiello started his career as a caricaturist illustrating in journals like Le Rire, Le Cri de Paris, Le Sourire, L'Assiette au Beurre, La Baionnette, Femina, and others. His first album of caricatures, "Lanterna Magica," was made in 1896. In 1898, he moved to Paris, and his caricatures were published in Le Rire for the first time.
Cappiello made his name during the poster boom period in the early 20th century, with designs markedly different from premier poster artist (ref. "Cappiello, the posters of Leonetto Cappiello by Jack Rennert ISBN 0-9664202-7-6) Jules Chéret. His first poster, for the newspaper Frou-Frou, was made in 1899. He signed first contract for posters with printer P. Vercasson in 1900. He was married to Suzanne Meyer Cappiello in 1901. Between 1901 and 1914, he created several hundred posters in a style that revolutionized the art of poster design. Cappiello redesigned the fin-de-siècle pictures into images more relevant to the faster pace of the 20th century. During this period, Capiello continued as a caricaturist.
During World War I, Cappiello worked as an interpreter in Italy. Afterwards, he devoted his career fully to poster design. In 1919, he signed a contract with publisher Devambez.and he remained with the agency until 1936 (ref "Capiello The posters of Leonetto Cappiello by Jack Rennert).
Over the course of his career Cappiello produced more than 530 advertising posters (ref name="Cappiello. the posters of Leonetto Cappiello by Jack Rennert) which surprise and delight the viewer. Today, his original posters are still collected, sold at auction and by dealers around the world.
Starting up € 800 / Zuschlag: € 900 / result: € 900
LOS NR. 263
THE HELLENIQUE CARPET MANUFACTURING COMPANY
Certificate über Shs. 5 zu je ₤ 1; Athen, 30. September 1925; Farbe: tonbraun, schwarz, helloliv, beige; Maße: 38 X 42; anhängend Couponbogen; großformatiges Prachtblatt, drei Vignetten aus der griechischen Mythologie, Säulenrahmen, zwei Vignetten unten mit Szenen der Teppichknüpfung. Fachmännisch restauriert. VF. (1867) Rarität!
Schätzpreis € 550 / Ausruf € 275 / Zuschlag: € 290


LOS NR. 268
SOCIETA ANONIMA INDUSTRIE GRAFICHE ED AFFINI FRATELLI
ARMANINO SEDE IN GENOVA
Zertifkat über 5 Aktien zu je Lire 100; Genua, 1905; Farbe: dunkelbraun, mittelbraun, beige; Maße: 25 X 38; Kps. anhängend. Der Aktienentwurf stammt von Achille Beltrame (1871 - 1945) italienischer Maler und Illustrator.

Beltrame war Autor der berühmten Wochenzeitung La Domenica del Corriere (erstmals im Jahre 1899 aufgelegt), für die er fast ein halbes Jahrhundert arbeitete und die Titelseiten entwarf. Er war darüber hinaus Student der Akademie von Brera in Mailand, Schüler von Francesco Hayez und Joseph Bertini. Beltrame war nicht nur ein hervorragender Grafiker, sondern auch ein begnadeter Journalist. "Durch seine Bilder dokumentierte er“ - schreibt Dino Buzzati – „die größten und einzigartigsten Ereignisse in der Welt“, und erreichte so auch den Leser, der weit entfernt von den Metropolen wohnte. Er lieferte somit eine Lawine von aktuellen Nachrichten und Wissen an Generationen von Italienern, sowohl über die wachsende Industrialisierung als auch über Ereignisse des kulturellen Lebens. Er scheute sich nicht davor, zeitkritische Themen wie z.B. den Ersten Weltkrieg oder die Wahl der ersten Frau in England zu dokumentieren. Dafür wurde er weltweit gefeiert. Beltrame arbeitete außerdem für mehrere Jahre auch mit Leopoldo Metlicovitz für die Ricordi Druckerei. 1945 verstarb er in Mailand, im Haus seines Neffen. Sein Anhänger Walter Molino, der ihn seit 1940 begleitete, übernahm nach seinem Tod die Illustration des Titelbildes der Wochenzeitung. Als Maler gestaltete Beltrame Hunderte Ölgemälde, Aquarelle, Tempera- und Bleistiftzeichnungen. Bis auf mittlere Knickfalte EF. (1867)
Schätzpreis € 700 / Ausruf € 380
LOS NR. 289
ESPOSIZIONE GENERALI ITALIANA IN TORINO 1884
Namens-Sammelzertifikat über 200 Aktien zu je Lire 18; # 5286; Turin 1884; eingetragen auf die Gebrüder Chiesa; Farbe: schwarz, weiß; Maße: 37 X 51; Entwurf: Turletti, Celestino, (1845 – 1904), Genremaler, Radierer und Notar; gestochen von R. Moregari, in der Druckplatte signiert. Die Stadt Turin gab diese Aktie heraus zur Finanzierung der Allgemeinen Italienischen Weltausstellung im Jahre 1884; die Zeichner hatten zur Ausstellung freien Eintritt.

Heute erinnern die mittelalterlichen Borgo und Rocca in den städtischen Museen von Turin an die „Allgemeine Italienische Ausstellung von 1884“. Der Komplex wurde von einer Gruppe piemontesischer Künstler und Intellektueller unter der Führung von Alfredo D´Andrade geplant und als Halle für die Esposizione Generale Italiana, die dann im April 1884 in Turin stattfand, gebaut. Das Borgo, Reproduktion aus dem 19. Jahrhundert eines spätmittelalterlichen Dorfes mit Keramik-, Druck-, Eisen- und Holzläden, sollte eigentlich nach dem Ende der Veranstaltung abgerissen werden. Doch durch den großen Erfolg des Komplexes wurde dieser nach dem Ende der Veranstaltung von der Stadt Turin gekauft. Es war also nur als "Theaterkulisse" für die Rocca gedacht, ein richtiges Schloss, in dem die Räume eines vornehmen Domizils des 15. Jahrhunderts nachgestellt wurden: der Hof, der Waffenraum, die Küche, das Esszimmer, die Kerker, das Zimmer des Wächters, der Saal des Barons, das Schlafzimmer, das Oratorium, das Zimmer der Brautjungfer, die Kapelle und das Schutzdach. Das Schloss wird vom Giardino del Borgo (Borgogarten) umgeben, der in Anlehnung an die Gärten der Fürsten errichtet und im Juni 1998 eröffnet wurde. Originalunterschriften der Direktion, Knickfalten, VF Äußerst selten! (1867) Schätzpreis € 1.800 / Ausruf € 900 / Zuschlag: € 900
LOS NR. 290
CENTENNIAL INTERNATIONAL EXHIBITION
Certificate über Sh.1; # 4670; City of Philadelphia, 10. November 1876; Farbe: mehrfarbig handkoloriert, Maße: 55 X 66; Das Aktienbild zeigt in wundervoller Graphik den Werdegang einer großen Nation in den Jahren 1776 - 1876.

Abgebildet sind u.a. ganz oben Liberty, umgeben von Allegorien, Weißkopfadler mit Flagge, unten die verfassungsgebende Nationalversammlung, darüber die Freiheitsglocke, oben rechts und links die Büsten von George Washington und Olysses Grant, links Fulton mit Dampfboot, rechts Benjamin Franklin mit Blitzableiter, Elias Howe mit Nähmaschine, sowie Handwerker, Indianer, Farmer. Die Gesellschaft, die Ausstellungen und Veranstaltungen zur 100 Jahrfeier der Vereinigten Staaten von Amerika durchführte, erhielt vom Kongress die Genehmigung im Jahre 1872. Das Kapital betrug $ 10,0 Mio. und war in Shs. zu je $ 10 eingeteilt. Fachmännisch gerahmt mit schmaler, innenseitig goldfarbener Holzleiste. In dieser Ausführung ist das Prachtexemplar eine Rarität! (1867) VF. Schätzpreis € 2.500 / Ausruf € 1.600
LOS NR. 350
THE IRISH REPUBLIC
Bond über $ 20 # 1246 bzw. # 755 B; 17. März 1867; Originalsignatur als Agent für die Irische Republik: John O’Mahony (1816-1877). Farbe: beige, grün,.schwarz: Maße: 19 X 27, fachmännisch gerahmt mit schmaler, innen goldfarbener Holzleiste. Stempel rotbraun mit der Aufschrift: Office of Secretary of Trasury; Druck: Continental Bank Note Co, New York.


John O'Mahony was born in 1816, in Kilbeheny, in County Limerick, Ireland. He was the founding member of the Fenian Brotherhood in America, sister organisation to the Irish Republican Brotherhood. His father and uncle had been members of the United Irishmen, and had taken part in the Irish Rebellion of 1798. He ignored the ban by the Roman Catholic Church on its adherents attending Trinity College, Dublin, where he studied Sanskrit, Hebrew and Irish. He joined Daniel O'Connell's movement for the Repeal of the Union, but quickly became dissatisfied with the lack of progress. He joined the Young Irelander movement and took part in their failed rebellion in 1848.
He left Ireland for France, where he lived in great poverty, and moved to the United States in 1852. It has been said that the Fenian Society originated in America and was transplanted to Ireland; but, as a matter of fact the plans for both the Irish and American organizations were drawn in Paris by a small group of the Irish revolutionary exiles in 1848.
In 1854-58, he organized the American wing of the IRB, initially known as the Fenian Brotherhood. Its principal object was to supply money and arms to the Irish branch. The Civil War in the United States gave the Fenians a great opportunity to obtain military training. A large part of the Irish soldiers engaged on both sides in the struggle were Fenians. Because of his popularity among Irish-Americans he was soon-after made a colonel in the mainly Irish 69th Regiment of the Union Army, which fought in the American Civil War. He helped organise the first of the Fenian Raids into the then British colony of Canada in 1866 and the Fenian Rising in Ireland in 1867.
In his later years he had a hard struggle to secure the bare means for subsistence. He died in New York in 1877 and was interred in Glasnevin Cemetery in Dublin. Quelle: The History of Ireland by Geoffrey Keating, D.D.,(1867) Rarität! Schätzpreis € 250 / Ausruf € 125 / Zuschlag: €360
