54. Auktion
Historischer Wertpapiere und Finanzdokumente
Auktionshaus Reinhild Tschöpe
11.
Dezember 2004, 14:00 Uhr
im Ramada Renaissance Hotel Düsseldorf
Der
Katalog der 54. Auktion (Internetversion)
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AUS DEM AUTOGRAPHENBEREICH:
STANDARD OIL COMPANY
Zertifikat über 6 Shares zu je US$ 100; #203; Cleveland, den 29. April 1878; Farbe: beige, grau, schwarz; Maße: 16,5 X 27,5; Eingetragen auf und rückseitig original unterschrieben von John D. Archbold (1848-1916) unter der Übertragung auf J. D. Rockefeller am 3. May 1878, vorderseitig original unterschrieben von John D. Rockefeller (1839-1937)als President und Henry Morrison Flagler (1830-1913) als Secretary. Am 10 Februar 1870 wurde die Firma Rockefeller, Andrews and Flagler mit einem Grundkapital von $ 1,0 Mio. in die heute schon legendäre Standard Oil Company umgewandelt
John D. Rockefeller stieg 22 jährig mit einer kleinen Firma auf dem
Raffinier-, Transport- und Verkaufssektor in das Ölgeschäft ein
und erreichte durch den Bau von Pipelines, zahlreichen Ankäufen und eine
mächtige Monopolstellung. 1878 erreichte der Anteil seiner Standard Oil
Comp. 95% des gesamten Erdölmarktes. 1911 löste das Oberste Bundesgericht
durch das Anti-Trust-Gesetz die Standard Oil auf. Zu dieser Zeit besaß
da Unternehmen die Kontrolle über 62 Gesellschaften, die ihrerseits 53
weitere Unternehmungen beherrschten. John D. Rockefeller besaß letztlich
das größte Privatvermögen, das jemals in der Neuzeit zusammengetragen
wurde und verwendete einen erheblichen Teil für Stiftungen (Rockefeller-Foundation
etc.). Aus der Standard Oil (Esso) Rockefellers gingen letztlich zahlreiche,
heute große Ölkonzerne hervor wie Exxon, Mobil-Oil, Stadard Oil
of California und Standard Oil of Indiana. Heutige Nachfolgekonzerne der Standard
Oil sind Exxon, Mobil, Chevron, BP, Amoco, Conoco, Arco und Marathonoil. J.
D. Rockefeller's Name steht auch heute noch als Synonym für Reichtum
und Macht.
Henry Morrison Flagler engagierte sich mit zunehmenden Alter in Florida.
Er baute Hotels und Vergnügungsparks und plante die notwendigen Veränderungen
der Infrastruktur. Die von ihm erbaute legendäre Florida East Coast Railway
war die erste Bahnlinie, die die größeren Orte an der Ostküste
miteinander verband. Erst durch diese Aktivitäten wurde Florida für
den Tourismus erschlossen. Flagler starb schließlich hochverehrt als
Founder of Florida in West Palm Beach, wo sein Wohnhaus heute als Museum besichtigt
werden kann
John D. Archbold war neben den Rockefellers, Flagler und Rogers die
dominierende Persönlichkeit in der Geschichte der Standard Oil. Nach
dem Anti Trust Prozess 1911 legte Rockefeller sein Amt als Präsident
von Standard Oil nieder und setzte Archbold als seinen Nachfolger ein. Certificate
der "Standard Oil of Ohio" mit dieser Unterschriftenkombination
J .D. Archbold/J.D.Rockefeller gehören zu den absoluten Raritäten,
erst bei den Trust-Certifikaten zeichnete Archbold als Nachfolger J.D. Rockefellers.
VF
Ausruf: € 6.500
NEW-YORK & HARLEM RAILROAD COMPANY
Drei Receipt-Certificate (komplette Buchseite mit drei Steuermarken),
der dritte Eintrag ( wurde eingeklebt, da außerhalb des Offices unterschrieben)
erfolgte am 20. September 1864 und dokumentiert den Empfang von Zinsen in
Höhe von $ 2.520, 7/100 an einem gezeichneten Kapital in Höhe 118.000
Dollar an der New York and Harlem Railroad of Interest zum 1. Februar 1865.
Original unterschrieben von Cornelius (Commodore) Vanderbilt. VF Rarität!
Ausruf: € 2.500
Historie (Commodore) Cornelius VanDerbilt (1794-1877)
Am 27. Mai 1794 wurde Mynheer Cornelius Vanderbilt als Sohn holländischer
Einwanderer, die kurz nach der Gründung New Yorks nach Amerika auswanderten,
auf Staaten Island geboren. Zu jener Zeit war die Insel in große Grundstücke
aufgeteilt, die von ihren Bewohnern landwirtschaftlich genutzt wurden. Die
erzeugten Erträge wurden dann auf den New Yorker Märkten verkauft.
Vanderbilt, der Ältere kam, nachdem er sein eigenes Boot auch zur Beförderung
fremder Marktwaren verliehen hatte, auf die Idee, ein Fährboot - ferry
boat - herzustellen, das regelmäßig jeden Morgen nach New York
abfuhr und jeden Nachmittag von dort zurückkehrte. Cornelius Vanderbilt,
dem man den allen Holländern eigenen, unwiderstehlichen Tätigkeitstrieb
nachsagte, hielt wenig von der Schule und richtete sich mehr auf die praktische
Seite des Lebens ein. Zufall und Geschäfte führten ihn, wenn er
in die Stadt kam, an dem Platz vorbei, wo der Schiffsbaumeister Brown für
Robert Fulton den ersten Dampfer erbaute. Cornelius Vanderbilt war gerade
13 Jahre alt, als die Clermont als erstes Dampfschiff ihre Jungfernfahrt aufnahm.
Cornelius Vanderbilt kaufte sich, mit von der Mutter geborgten 100 Dollar,
sein erstes Boot und stürzte sich in die Selbständigkeit. Raubeinig,
sparsam und arbeitsam zahlte er binnen kurzer Zeit seiner Mutter das Geld
zu deren Erstaunen zurück. Bald hatte er genug verdient, um sich ein
zweites Boot leisten zu können und lebte fast nur auf dem Wasser, was
ihm seinerzeit den Beinamen "Cornelius, der Bootsmann" einbrachte.
Mit 20 Jahren heiratete er Sophia Johnson aus Port Richmond (Staten-Island).
Das Paar siedelte nach New York über, wo Vanderbilt mit seinem Schwager
De Forrest einen größeren Schoner, die "Charlotte" baute.
Bald lernte er den vermögenden Thomas Gibbons kennen, der ihn als Kapitän
auf seinen Schiffen anheuerte, und der den Transport von New York nach Philadelphia
und nach Neu-Braunschweig betrieb. 12 Jahre fuhr Vanderbilt für Gibbon.
Dann machte er sich wieder selbständig und baute in den folgenden 20
Jahren seine eigene Flotte auf. Ende der 1830er Jahre betrug die Zahl seiner
Union-Dampfer bereits rd. 1.000.
Zur selben Zeit wurden die Goldfelder in Kalifornien entdeckt und in den folgenden
Jahren trieb das Goldfieber Ströme von Goldsuchern in das Dorado. Der
außerordentlich ansteigende Warentransport auf die andere Seite des
Weltmeeres ließ die Herstellung kürzerer Verbindungswege zwingend
notwendig werden. Infolgedessen wurde versucht, eine Eisenbahn über die
Landenge von Panama zu bauen. Gleichzeitig wurde die "Postdampfschifffahrts-Gesellschaft
des Stillen Ozean" - Pacific Mail Steamship Company- gegründet.
1855 war der Bau der Eisenbahn vollendet, die Dampferlinie wurde bereits 1848
eröffnet. Der ungeheure Umweg, den diese zurücklegen mussten, brachte
Vanderbilt auf den Gedanken, eine kürzere Route zu ermitteln. Er beschloss,
einen Landweg zu ermitteln, um so eine regelmäßige Seeverbindung
von New York nach San Francisco zu errichten.
Inzwischen gründete Cornelius Vanderbilt die Accessory Transit of Nicaragua
und konnte im Juli 1851 die Route nach Kalifornien via Nicaragua eröffnen.
Die Mühen hatten sich gelohnt. Nun, da er ein Mann mit großem Vermögen
geworden war, erfüllte er sich seinen Lebenstraum und baute nach eigenen
Entwürfen die North Star, die auf der Vignette des hier angebotenen Bonds
zu sehen ist. Diese baute er für seine berühmte Europareise 1853,
die zugleich nach seinen eigenen Angaben sein allererster Urlaub war. Baukosten:
500.000 US $,
heute ca. 50 Mio. US $, eine enorme Summe in der Zeit, als Millionäre
in den USA noch so selten waren, daß dieses Wort in den Zeitungen gesperrt
gedruckt wurde. Am 19. Mai 1853 trat der Com-modore mit seiner ganzen Familie,
einschließlich Schwiegersöhnen und engen Bekannten, eine mehrmonatige
Europareise an, auf der er von den führenden Fürstenhäusern
Europas, u.a. der Kaiserin Eugenie von Frankreich und vom russischen Zar,
empfangen wurde. Zurückgekehrt aus Europa und nach Klärung des Transit
War mit Morgan kümmerte sich Commodore Vander-bilt um den gerade beginnenden
Eisenbahnbau und begann seine zweite Karriere als Eisen-bahnpromotor! Mit
Beginn des Bürgerkrieges benötigte die Regierung der Nordstaaten
dringend Transport-schiffe und kaufte zu guten Preisen Handelsschiffe auf.
Mit seinem Anfang 1860 geschätzten Vermö-gen von ca. 20 Millionen
US$ stieg er über Börsenkäufe von Eisenbahnaktien in dieses
Ge-schäft ein. Zu Beginn besaß er lediglich eine kleine Eisenbahn,
die Staten Island Rail Road, die den Verkehr auf der Insel von der Schiffsanlegestelle
Vanderbilt - Landing ausge-hend, besorgte.
Mit einem geschickten Börsencoup machte VanDerbilt sich zum Hauptaktionär
der New York and Harlem Rail Road, deren Aktienkurse auf ein Fünftel
des normalen Wertes gefallen waren. Vanderbilt kaufte billigst, soviel er
konnte, um sich dann selbst in den Verwaltungsrat zu wählen. Danach fing
er mit seinem Sohn William daran, die Bahn zu reorganisieren. Die Gleise wurden
verdoppelt, mehr Züge eingesetzt und die Einnahmen erhöht, der Aktienkurs
stieg in kurzer Zeit wieder über 100. Mit der New York and Harlem hielt
er die strategisch wichtigste Linie in der Hand, da die Bahn die Verträge
zum Bau und Betrieb der New Yorker Bahnhöfe besaß. Mit dieser Strategie
kaufte Vanderbilt weitere Bahnen und krönte sein Werk schließlich
mit einem mitten in New York liegenden Kopfbahnhof, der erst kürzlich
erfolgreich restaurierten New York Central Station. Das Eisenbahnimperium
des Commodore Vanderbilt erstreckte sich bei seinem Tod im Jahre 1877 von
New York über Albany und Buffalo bis zu den großen Seen.
THE ILION BANK HERKIMER COUNTY
Certifikate über Shs. 10 zu je $ 100 each;# 6; Ilion (New York), 6. Dezember 1852; Fare: beige, schwarz; Maße: 14 X 23; Originalunterschrift als President der Ilion-Bank: Eliphalet Remington (1793-1861) Waffenproduzent (Remington-Pistolen) und Landmaschinenhersteller.
Eliphalet II wurde am 28. Oktober 1793 als zweites Kind von
Eliphalet und Elizabeth Remington geboren. Eliphalet II war der einzige Sohn
von später 4 Geschwistern, so kam es, daß er in die Fußstapfen
seines Vaters als Schmied trat. Im August 1816 im Alter von 22 Jahren schmiedete
er seine erste Gewehrtrommel in der heimischen Schmiede in Herkimer County.
Neben der günstigen Lage der Schmiede im Mohawk River Valley, dem östlichen
Tor zu den Northwest Territorys und den steigenden Bevölkerungszahlen
war vor allem die Qualität der Remington Produkte für ihren beispiellosen
Erfolg verantwortlich. Im Jahre 1828 wurde eine neue Schmiede in der Nähe
des neu gebauten Erie Kanals und des Mohawk Rivers errichtet. Im Verlaufe
dieser Umzugsaktivitäten starb Eliphalets(II) Vater und er übernahm
die alleinige Kontrolle über die Firma. Im Jahr 1845 stieg Philo, Remingtons
erster Sohn in die Firma ein. Die beiden Brüder, Samuel und Eliphalet
III(oder auch jr.) folgten ihm in den nächsten Jahren. Nachdem sich die
Firma zunächst auf die Herstellung von Gewehrtrommeln spezialisiert hatte
wurde die Produktpalette auf Handfeuerwaffen jeglicher Art erweitert. Die
Remington Arms Company ist die am längsten ohne Unterbrechung produzierende
Waffenfirma der USA. Als Eliphalet II im Jahr 1861 starb übernahm sein
ältester Sohn Philo die Firma. VF Rarität!
Ausruf: € 1.200
STATEN ISLAND RAIL-ROAD COMPANY
Certificate über Shs. 50 # 258 zu je $ 50; 28. März 1854 Farbe: beige, schwarz; Maße: 18 X 24. Originalunterschrift als President: William Henry Vanderbilt (1821-1885) Sohn des Commodore.
William Henry erfuhr einen solide Bankausbildung und arbeitete
anfangs an der Wall Street. Gesundheitlich angeschlagen kehrte er nach Staten
Island zurück und arbeitete erst als Farmer. Später wurde er Commodore
mit der Leitung der Staten Island Railroad beauftragt. In seiner Eigenschaft
als President zeichnete er das hier offerierte Aktienzertifikat im Original.
Die Staten Island Railroad versorgte, ausgehend von der Schiffsanlegestelle
Vanderbilt-Landing, den Verkehr auf der New York vorgelagerten Insel Staten
Island. Das hier angebotene Stück zeichnet sich durch eine überdurchschnittliche
gute Erhaltung aus, die Strichentwertung wurde nicht im Rautenmuster vorgenommen,
sondern sauber und ohne Ausläufer (bis auf eine kleine Stelle rechts
unten) als Kreuz gezogen. Die Vignetten werden kaum beeinträchtigt. Federstrichentwertung,
EF-VF
Ausruf: € 1.500
RENSSELAER & SARATOGA RAILROAD COMPANY
Certificate über Shs. 100 zu je $ 100 # 0017; City of Troy,
20. Dezember 1861; Farbe: beige, rot; Maße. 19 X 18.
Eingetragen und on verso im Original unterschrieben von Jay Gould, (1836
- 1892) Railroader, Eisenbahnpromotor
Jay Gould, Sohn eines Farmers, ging nach New York und entwickelte sich alsbald
zu einem geschickten und skrupellosen Geschäftsmann. Zusammen mit James
Fisk und Daniel Drew bildete er ein Dreigespann, das in der Schlacht um die
Herrschaft über die Erie-Railroad gegen Commodore Vanderbilt antrat.
Wie die meisten Eisenbahnkönige beschränkte sich Gould nicht nur
auf die Führung einer einzelnen Eisenbahn, sondern auf die Politik mehrerer
Gesellschaften - z.B. der Denver Pacific, der Central Pacific und der Missouri-Pacific,
auf deren Geschickte er entscheidend Einfluss genommen hatte (J. Schmitz:
Die amerikanischen Gründer auf Aktien und Anleihen).
Gould war nach dem Bürgerkrieg der "meistgehasste Mann Amerikas"
(Warshow) - der "Mephistopheles der Wallstreet", düster, schweigsam,
geheimnisumwittert, von "kaltblütiger Skrupellosigkeit" (E.P.
Hoyt: The Goulds), nur für Geschäft und Familie da. Andererseits
galt er unbestritten als der perfekte Geschäftsmann. "Wenn jemals
Napoleon beauftragt worden wäre, das amerikanische Finanzwesen zu verbessern,
er wäre in Gestalt von Jay Gould gekommen." (R. 0'Connor: Goulds
Million) Steuermarke, aufgeklebter Stub mit Strichentwertung, die rückseitige
Unterschrift ist sauber und nicht entwertet. EF Rarität!
Ausruf: € 1.200
ALLEGHENY VALLEY RAIL ROAD
Certificate über Shs 50 # 17;31. Oktober 1861; Farbe: beige,
schwarz; Maße: 22 X 33;, Steuermarke,
Im Original 2 X unterschrieben als Transfersignatur von Henry Phipps Jr
(1839-1930), Stahlindustrieller und Philantropist, Partner von Andrew Carnegie
Die kleine Maschinenfabrik der Brüder Klowman, die sich
auf Radachsen spezialisiert hatten, nahmen den jungen Henry Phipps als Partner
ihrer Firma auf. Henry Phipps war mit Andrew Carnegie befreundet. Thomas Carnegie
machte dann den Vorschlag, die beiden Eisenwerke zusammenzuführen so
daß eine neue Gesellschaft, die "Union Eisenmühle-Gesellschaft"
entstand. Der große Bürgerkrieg war vorbei und damit begann vor
allem der Wiederaufbau, besonders für Eisenbahnprojekte, Brückenbauten..
Henry Phipps machte als finanzieller Regent der Union Eisenwerke häufige
Reisen nach Europa, und brachte neue Ideen und Erfindungen mit. Am 1. Dezember
1870 gründeten Klomann, Phipps und Carnegie die Firma Klomann, Carnegie
& Co. Ein paar Monate später bereits begannen sie mit dem Bau des
berühmten Hochofens "Lucie" an der 59. Straße in Pittsburgh.
Die Keimzelle der Carnegie Steel Co. Ltd. entstand aus der Fa. Klomann &
Co., Klomann & Phipps, Carnegie Phipps & Co. Ltd. und schließlich
Carnegie Steel Co. Ltd, wobei es Carnegie meisterhaft verstand, die Fähigkeiten
Henry Phipps zu nutzen. (11344) Äußerst selten! VF
Ausruf: € 800
AUS DEM BANKENBEREICH:
SOCIETE PAR ACTIONS POUR L'INVESTIGATION
ET LE DEVELOPMENT D'ENTERPRISES EN RUSSIE
(Aktiengesellschaft für die Exploration und Einrichtung von Unternehmen
in Rußland)
Gründeraktie über 1000 Rubel # 373, Moskau 1913; Farbe:, kaminrot,
beige, schwarz; Maße: 34 X 26; Kps. + Talon, EF.
Diese Gesellschaft ist eine historisch bedeutsame Gründung
deutscher Kaufleute in Russland. Initiator war der Konzern Wogau & Co.
unter Beteiligung des Handelshauses Ludwig Knoop& Co. in Moskau. Diese
beiden Firmen waren die reichsten Moskauer Handelshäuser zur Zarenzeit
(siehe Aufsätze von Erik Meyer im HP-Magazin 9 und 10/2000 sowie 9/1999).
Die damals in Westeuropa gebräuchliche Bezeichnung der Gesellschaft war
"STUDORUSS", gebildet aus den Wortstämmen "study/studies"
und "Russia".
Treibende Kraft und Initiator für diese Gesellschaft war Hugo Marc, Schwiegersohn
des geschäftsführenden Inhabers Hugo von Wogau. Die Idee seiner
Gründung war, unter Akquisition westeuropäischen Kapitals die unermesslichen
Bodenschätze Russlands einer gewinnbringenden wirtschaftlichen Verwendung
zuzuführen, insbesondere neue Bergbauunternehmen zu errichten oder vorhandene
zu übernehmen und auf Vordermann zu bringen.
Daneben gab es Pläne die reichen landwirtschaftlichen Produkte Sibiriens
auf internationalen Märkten anzubieten. Wogau & Co. hatte schon mit
viel Mühen versucht, sibirische Butter nach Westeuropa zu exportieren,
aber es gab weder Kühlhäuser noch Kühlwaggons, um sie ohne
Einbuße in Qualität zu transportieren. Solche Lager- und Transporteinrichtungen
sollte die Gesellschaft aufbauen.
Welchen enormen Nutzen hätte diese Gesellschaft dem rückständigen
Sibirien bringen können, wenn nicht der erste Weltkrieg ausgebrochen
wäre. Die Studoruss blieb dadurch die allerletzte der vielen Gesellschaften,
die das deutsche Handelshaus Wogau & Co in ihren 75 russischen Jahren
gegründet hat.
Die russische Regierungskommission, die 1916 eingesetzt wurde, um den ("feindlichen"
deutschen) Wogau Konzern zu liquidieren, stellte zur Gesellschaft "Studoruss"
fest: "...gegen die Liquidierung sprach sich das Außenministerium
aus, wegen der bedeutenden Beteiligung (über 40 %) von Aktionären
aus den mit Rußland befreundeten bzw. neutralen Mächten..."
Mit der kommunistischen Revolution und der Vertreibung der Familie Wogau aus
Russland war das Schicksal der Gesellschaft "Studoruss" endgültig
besiegelt.
Die angebotene Aktie ist unterschrieben seitens des Hauses Wogau & Co.
durch den geschäftsführenden Gesellschafter Hugo Marc, den Prokuristen
Ferdinand Berg sowie seitens des Hauses Knoop von deren Teilhaber Rudolf Prowe.
Bisher sind auf dem Sammlermarkt nur ca. 3 - 4 Zertifikate der Studoruss registriert
worden, die auf die "Société Générale de
Belgique" ausgestellt sind.
Von den insgesamt 400 ausgegebenen Zertifikaten hatte die "Société
Générale" ursprünglich 20 Stücke gezeichnet,
die deutschen Bankiers Bethmann 19 Stücke, weitere rund 200 Stücke
aus der Emission waren bei einzelnen risikofreudigen Anlegern aus Deutschland,
England, Frankreich und den USA untergebracht worden. 48 Aktien hatte Wogau
& Co. im eigenen Portefeuille gehalten. Äußerst selten!
Ausruf: € 500
BANK IN BASEL
Namenaktie Fr. 5000.-; Nr. 331; Basel 2.9.1855; rot, blau; Originalunterschrift
Johann Jakob Speiser (1813-1856) - Banker und Bähnler
Der Schöpfer des Schweizer Frankens von 1850, Johann Jakob
Speiser, flog in seiner Heimatstadt Basel vom Gymnasium. Als lernwilliger
und unternehmungslustiger Selfmademan sammelte er in Frankreich und in England
kaufmännische Berufserfahrung. Nach seiner Rückkehr war er Hauptinitiator
bei der Gründung der "Bank in Basel". Der geschätzte Fachmann
inspirierte als Berater manch weitere Bankgründung in allen Ecken der
Schweiz. Für den Bund managte er nicht nur die Währungsreform, sondern
er erarbeitete auch die Grundsätze zur Führung einer eidgenössischen
Staatsrechnung. Außerdem trat er als bahnpolitischer Pionier auf und
übernahm die Leitung der 1852 gegründeten Schweizerischen Centralbahn.
Im Jahre 1843 hat der weitgereiste Johann Jakob Speiser die Giro- und Depositenbank
in Basel gegründet. Das Geschäft verlief nicht den Vorstellungen
der Gründer, so dass das Institut bereits 10. März 1845 liquidiert
wurde und die Verantwortlichen gleichentags die Bank in Basel mit einem Kapital
von Fr. 0.5 Mio, eingeteilt in 100 Aktien, ins Leben gerufen haben. Bereits
am 15. September 1845 wurden die ersten Banknoten in Gesamthöhe von Fr.
0.5 Mio. emittiert. 1846 erfolgte eine weitere Kapitalerhöhung durch
Ausgabe von 100 Aktien zu Fr. 5000. Im Jahre 1855 wurde das Kapital nochmals
auf Fr. 2 Mio. durch Ausgabe von 200 Aktien erhöht. Nach Gründung
der Schweizerischen Nationalbank verlor die Bank in Basel ihr angestammtes
Geschäft. 1907 hat der Schweizerische Bankverein ein Übernahmeangebot
unterbreitet und nach deren Zustandekommen wurde die Bank in Basel liquidiert.
Das angebotene Stück wurde von J. J. Speiser als Bankdirektor und Wilhelm
Burckhardt-Forcart als Präsident im Original unterschrieben. Ein bedeutendes
Wirtschaftsdokument aus Basel. Aktien von privaten Notenbanken aus der Schweiz
werden sehr selten angeboten. Der damalige Liquidationserlös wurde durch
Übergabe des Aktientitels ausbezahlt und es sind zur Zeit bislang nur
zwei Stücke bekannt
Rarität!
Ausruf: € 7.000
BANK OF DELAWARE
Certificate über eine Aktie, eingetragen auf den Trustee der Gesellschaft zur Errichtung von Schulen im Staate Delaware., # 440; Bank of Delaware, 25. Oktober 1797; Farbe: beige, braun; Druck auf Bütten mit Wasserzeichen; großes Trockensiegel mit Abbildung eines Seeglers; Ganzkupferstich; Maße: 14,5 X 28;
Originalunterschrift des ersten Cassierer der Bank John Hayes,
der sein Amt bis 1810 bekleidete und einen Monatslohn von $ 600 erhielt. Das
Institut wurde 1795 in Wilmington gegründet und im Jahre 1865 umgewandelt
in "The National Bank of Delaware". Erster President wurde Joseph
Tatnall, der dieses Amt bis zum Jahre 1802 innehatte.
Im Jahre 1989 wurde diese altehrwürdige Bank von der PNC-Financial Group
mit Sitz in Pittsburgh übernommen.
Sehr frühe Bankaktie der USA, ausgegeben nur vier Jahre nach Gründung
der "Bank of the United States of America". VF Rarität!
Ausruf: € 1.200
VERSICHERUNGEN
FRIEDRICH WILHLEM PREUSSISCHE LEBENS- UND
GARANTIE-VERSICHERUNGS-ACTIEN-GESELLSCHAFT ZU BERLIN
Aktie über M 1.500; # 2487; Berlin, 6. September 1901; Farbe:
gelb, schwarz, grau; Maße: 35 X 31.
Die Gesellschaft wurde 1865 gegründet. 1913 erfolgte die
Umfirmierung in "Friedrich Wilhelm Lebensversicherung Aktiengesellschaft".
1922 schloss sich die Gesellschaft dem Gerling-Konzern an. 1954 wurde die
Firmierung geändert in "Friedrich Wilhelm Magdeburger Lebens
versicherungs -Aktiengesellschaft", 1962 dann Umfirmierung in "Gerling
Konzern Friedrich Wilhelm Lebensversicherungs Aktiengesellschaft". 1901
wurden 2.000 Aktien zu je M 1.500 begeben. Faksimileunterschrift als Präsident
des Kuratoriums: Victor Herzog von Ratibor. EF-VF, Äußerst selten!
Ausruf: € 1.200
THE ALLIANCE BRITISH & FOREIGN LIFE & FIRE ASSURANCE
COMPANY
Sammelzertifikat über 20 Aktien zu je L 100; # 11.803 - 11822; Farbe: beige, schwarz; Maße: 32 X 20, Doppelblatt mit innenseitigen Statuten, Druck auf Bütten mit Wasserzeichen; Originalunterschrift in seiner Funktion als einer der vier Präsidenten der Gesellschaft: Nathan M. Rothschild, (1777 - 1836) Bankier, und Gründer des Londoner Hauses Rothschild.
Mit Ausgang des 17. Jahrhundert entstanden in England die ersten
Versicherungsgesellschaften der Geschichte, beginnend mit der Seefahrtsversicherung
über die Feuerversicherung bis hin zur Lebensversicherung, so daß
England als Mutterland der Versicherungsgeschichte gilt und die Grundlagen
des modernen Versicherungswesens legte. Die Alliance British and Foreign Life
and Fire Assurance Company wurde mit einem Kapital von L 5,0 Mio. Sterling
gegründet. Geschäftsbereich: Lebens- und Feuerversicherung im In-
und Ausland. Das Präsidium wurde geleitet von John Irving und weiteren
vier namhaften Anteilseignern : Francis Baring, Samuel Gurney, N. M. Rothschild,
der die Versicherung gründete und lange Jahre leitete und Moses Montefiore,
Schwager N. M. Rothschilds. Francis Baring war Begründer der Weltfirma
Bearing in London. Der zweitälteste Sohn Alexander Bearing ging nach
seiner Ausbildung im Haus Hope, Amsterdam nach Nordamerika, wo er sich mit
der Tochter William Binghams, der damals zu den reichsten Männern Amerikas
zählte und seiner Tochter eine Mitgift von 900.000 Dollar mitgab, vermählte.
Nach dem Tod des Vaters trat er an der Spitze des Hauses Baring und war somit
neben Nathan M. Rothschild Anteilseigner der Alliance. Beide auf dem europäischen
Geldmarkt Rivalen, aber klug genug, ihre Kraft nicht in nutzlosen Kämpfen
zu zersplittern. Bezeichnete Richelieu noch 1818 die Baring & Comp. als
sechste Großmacht Europas, so war zwei Jahre später unbestritten
Rothschild an diese Stelle gerückt. Was der alte Meier Amschel Rothschild
in Frankfurt seit 1770 mit seinem kleinen Wechsel- und Tuchgeschäft verdiente,
fand in London unter Nathan M. Rothschild den richtigen Boden und war seit
1820 auf dem Weltmarkt zu einem ausschlaggebendem Faktor geworden. VF-EF
Rarität!
Ausruf: € 1.200
HOLLANDSCHE BRAND- EN LEVENS-VERZEKERING SOCIETEIT
Namens-Aktie über Gulden 2.000 # 60, eingetragen auf Johannes
Ameshoff; Amsterdam, 24. December 1808; Farbe: beige, schwarz, Doppelblatt,
Druck auf Bütten mit Wasserzeichen, Trockensiegel mit Königskrone;
Originalunterschriften der Direktion. Maße: 45 X 28, Knickfalten, Einrisse
am rechten Rand, kein Papierverlust. Indossamente bis 1923, zuletzt übertragen
auf die englische Sun Insurance, gegr. 1719 in London am 10. März 1923.
Gründerstück, es wurden 250 Aktien zu je Gulden 2000 begeben. Sehr
frühes, holländisches Versicherung-Stück, nicht gelistet, Rarität!
Kps. + Talon VF
Ausruf: € 850
BERGBAU-UND HÜTTENGESELLSCHAFTEN
Von den Anfängen der Hannover-Braunschweigischen Groß-Eisenindustrie
zur Peine-Salzgitter-AG
Als am Beginn des 19. Jahrhunderts ein Bauer bei Peine einen meterhohen Schmelzofen
mit Eisenresten aus spätrömischer Zeit entdeckte, ahnte man noch
nicht, daß sich zwischen Peine und Salzgitter unter fruchtbarem Lößboden,
auf dem Zuckerrübe und Weizen gediehen, die weitaus größte
deutsche Eisenerzlagerstätte mit einem Roherzvorrat von rund 2 Mio. Tonnen
befand. Die in der Tiefe liegenden Schätze blieben vorerst unbeachtet,
weil eine rationelle Verhüttung der "sauren" Eisenerze mit
einem Eisenanteil von 30 bis 32 % technisch noch nicht möglich war.
Die deutsche Schwerindustrie an Rhein, Ruhr und Saar hatte ihre Entwicklung
mit den üblichen Anlaufschwierigkeiten bereits hinter sich, als im Hannoverschen
im Jahre 1856 die "Georgs- Marien- Hütte" bei Osnabrück
und die kurzlebige Hostmannsche Bergbau- und Hütten- Gesellschaft zu
Peine, aus der 1858 die "Ilseder Hütte" hervorging, gegründet
wurden.
Der Celler Bankier Carl Hostmann und der aus Linden stammende Fabrikant Fritz
Hurtzig schürften 1853 in Oberg nach Kohle. Sie beantragten bei der Regierung
in Braunschweig und Hannover das Recht auf Bergbau für die Gemeinden
Adenstedt, Klein- und Großbülten, Gadenstedt, Münstedt, Schmedenstedt
u. Groß Ilsede; die erblichen Konzessionen erhielt Hostmann im Dezember
1856. Inzwischen hatte Hostmann die Statuten der geplanten Aktiengesellschaft,
die den Namen "Welfen Berg- und Hütten- Gesellschaft" erhalten
sollte, was aber vom welfischen Königshaus abgelehnt wurde und so unter
der Benennung "Bergbau- und Hütten- Gesellschaft zu Peine"
prospektiert wurde, festgelegt. Geplant waren 6 Hochöfen, Schmelz-, Puddel-,
Walz-, Gießerei- und Maschinenwerke etc. und dafür benötigte
er Geld.
Das Grundkapital von 5,0 Mio Tlr. war im Frühjahr 1857 auf 334.000 Tlr.
eingezahlt und ein belgisches Unternehmen begann in Groß Ilsede mit
der Errichtung des Hüttenwerkes. Die Platzierung der Aktien erwies sich
jedoch als schwierig, die Gelder reichten nicht aus und Anfang 1858 mussten
die Bauarbeiten eingestellt werden. Am 21 Januar 1858 endete Hostmann durch
Freitod.
Hurtzig und der Schwiegersohn Hostmanns kauften den Hüttenplatz aus der
Konkursmasse und gründeten am 6. September 1858 die Aktiengesellschaft
"Ilseder Hütte", deren Aktien sie den Aktionären der Bergbau
und Hüttengesellschaft zu Peine, die bereits Zahlungen geleistet hatten,
zum Tausch anboten.
Im Jahre 1868 etablierte sich im Raum Salzgitter die vom Kommerzienrat Friedrich
von Voigtländer in Braunschweig, J. C. Godeffroy in Hamburg und Carl
Ruetz in Dortmund ins Leben gerufene "Actien- Gesellschaft Eisenwerke
Salzgitter", die um die Jahrhundertwende vier Hochöfen, Kokereien
und Gießhallen in Betrieb hatte.
Der Entschluss der nationalsozialistischen Reichsregierung im Jahr 1937, auf
der Grundlage der Eisenerzvorkommen im Salzgitter- Höhenzug das größte
Hüttenwerk Europas, die Reichswerke A.G. für Erzbergbau und Eisenhütten
Hermann Göring zu errichten, führte 1942 nach Zusammenlegen von
28 ländlichen Gemeinden des Regierungsbezirkes Braunschweig zur Gründung
der Großstadt Salzgitter.
Hier sollte nach Plänen des Amerikaners Brassert ein "zweites Ruhrgebiet"
entstehen. Nach dem Krieg mussten auf Anordnung der alliierten Siegermächte
die noch funktionsfähigen Hochöfen und das Walzwerk demontiert werden.
Für den Wiederaufbau sorgte der Salzgitter- Konzern als Nachfolger der
Reichswerke. Er entwickelte sich nach dem Zusammenschluss mit der "Ilseder
Hütte" und dem "Stahlwerk Peine" im Jahr 1970 zum drittgrößten
Stahlproduzenten der BRD unter Umfirmierung in Stahlwerke Peine-Salzgitter.
Der staatseigene Salzgitter- Konzern wurde Ende 1989 von der Preussag übernommen.
1998 wird die Preussag Stahl AG wieder selbständig als Salzgitter AG-Stahl
und Technologie. Im Jahr 2.000 erfolgte die Übernahme der Mannesmannröhren-Werke
AG, Mülheim/ Ruhr. 2001 wurde dann die Umsetzung der neuen Organisationsstrukturen
des Salzgitter-Konzern durchgeführt, auf deren oberster Ebene die Salzgitter
AG als Management-Holding steht.
BERGBAU- UND HÜTTEN-GESELLSCHAFT ZU PEINE
Aktie über Thaler 500 Courant; Peine, 2. Januar 1857; # 6063; Farbe: siehe Farbtafel; Maße: 30,5 X 39; Gründeraktie! Das Zertifikat weist die Originalunterschriften der beiden Gründer Carl August Ferdinand Hostmann und Fritz Hurtzig auf, die Firmierung läuft im Unterdruck als Wasserzeichen durch das gesamte Druckbild.
Ab Anfang der
1980er Jahre als eines der Prunkstücke der Sammlung des Braunschweigers
Manfred Denecke bekannt und veröffentlicht als Titelseite seines Buches
"Deutsche Wirtschaft und Finanzgeschichte aus der Sicht eines Sammlers
Historischer Wertpapiere", wechselte dieses Stück im Jahre 1992
den Besitzer und ist bis heute im Markt ein Einzelstück, das nun erneut
aufgerufen wird. Kleine Randverfärbung durch Rahmung, Knickfalten, VF
Rarität!
Ausruf: € 9.000
EISENERZBERGWERK BISMARCK
Kuxschein # 1-84 der in 100 Kuxen eingeteilten Gewerkschaft, eingetragen auf den Grubenvorstand und Gewerken Heinrich E. Weber aus Düsseldorf. Die Eisenerzgrube lag in den Gemeinden Nauheim, Waldgirmes und Blasbach des Kreises Wetzlar a.d. Lahn. Düsseldorf, 20. Juli 1912; Farbe: hellblau, beige; Historismusrahmen; Originalunterschrift des Grubenvorstandes Weber. Die Grube gehörte zum Mannesmannkonzern. Rarität aus Privatbesitz! EF
Ausruf: € 800
HARPENER BERGBAU ACTIEN-GESELLSCHAFT
Aktie über Thaler Preussisch Courant 200; Blankette; Dortmund,
den 1. Januar 1858; Farbe: beige, braun, gelb, weiß; Maße: 28,9
X 39,7;
Gründeraktie.
Die Gesellschaft wurde im Januar 1856 auf 12 in der Nähe
von Harpen unweit Bochums gemieteten Kohlenfeldern mit einem Kapital von 1,1
Mio. Tlr. gegründet. 1859 wurde mit der regelmäßigen Förderung
begonnen. 1926 Erwerb der Zeche "Massen" durch die Gewerkschaft
"Siebenplaneten" von der Buderus-Eisenwerke AG Wetzlar. Es folgte
die Errichtung einer Zentralkokereianlage auf der Zeche "Gneisenau".
1936 beteiligte die Ges. an der Gründung der "Steinkohlen-Elektrizitäts
AG Essen". 1940 Übergang der Zechen-Gruppe Herne sowie der Zeche
Victoria mit der Gew. "Victoria Fortsetzung" auf die "Reichswerke
Hermann Göring" gegen Gewährung von Aktien der "Anhaltischen
Kohlenwerke". In den Jahren 1960-1969 erfolgten diverse Stillegungen
von Zechen, Kokereien und Gewerkschaften. Harpen erhielt dafür einen
Einbringungsanspruch, der über 20 Jahre getilgt werden sollte. 1970 Umfirmierung
in "Harpener Aktiengesellschaft". Der Tätigkeitsbereich der
RWE-Tochter ist die Erzeugung elektrischer Energie, der Vertrieb von Mineralölen,
die Binnenschifffahrt, der Handel mit Baustoffen, der Umschlag und die Lagerung
von Gütern aller Art, Spedition und LKW-Nah- und Fernverkehr sowie die
Verwaltung von Grundstücken einschließlich ihrer Bebauung. Vor
gut vier Monaten hatte der Versorgungskonzern RWE nun verkündet, er wolle
seine Tochter vollständig übernehmen. Mehr als 95 Prozent der Aktien
waren bereits im Besitz von RWE. Somit wurde das Ende der Börsennotierung
der Harpen AG eingeläutet. Das frühere Bergbau-Unternehmen Harpen
erzielte zuletzt mit knapp 700 Beschäftigten einen Umsatz in Höhe
von 264 Millionen.
Die vielfarbige Aktie wurde von einem der hervorragenden Illustratoren der
Düsseldorfer Malerschule, Johann Baptist Sonderland, (1805-1878) gestaltet.
Das eigentliche Aktienpapier stellt er als Pergamentrolle mit eingerollten
Ecken dar. Spätgotisches Blattwerk, Wein- und Blütengirlanden, Minerva,
Merkur, Putten, Mutter Natur mit Füllhorn sowie die Zechenbauten "Prinz
von Preussen" und "Heinrich Gustav" schmücken die Aktie,
die man als graphische Kostbarkeit bezeichnen kann. Äußerst selten!
Ausruf: € 2.800
METALLGESELLSCHAFTEN
DEUTSCHE FACHSCHULE FÜR BLECHARBEITER
Sammelzertifikat über 2 Antheile zu je Mark 10; Leipzig; 4. Februar 1878; #2519 und # 2520; Farbe: braun, grau, beige; Maße: 39,9 x 28,6; -
Die Bearbeitung von Eisen und Stahl erhielt mit dem Beginn der Industrieperiode
neue, größere Bedeutung, die damit die Herstellung von Maschinen
durch Maschinen, also die Notwendigkeit des Baus von Werkzeugmaschinen, initiierte.
Erfinderische und willensstarke Männer wie Erdmann Kircheis, Johann von
Zimmermann (Zylinderkupplung), Wilhelm von Pittler (Revolverdrehbank als Prototyp
einer Universal-Metallbearbeitungsmaschine ) und Rudolph Sack (Universalpflüge)
gehören zu den Bahnbrechern des deutschen Werkzeugmaschinenbaus, die
damit der umfassenden Industrialisierung Sachsens, seinem Kraft- und Arbeitsmaschinenbau
die Tür aufstießen.
Die Bearbeitung von Grauguß entwickelte sich im sächsischen Lauchhammer
und ist dem Pionier der Industrialisierung Graf Detlef Carl von Einsiedel
sowie den durch ihn engagierten Bildhauern Wiskopil und Mattenberger zu danken.
Sie führten ab 1784 den sächsischen Kunstguss zur Blüte.
1872 Einführung der Gewerbefreiheit in Deutschland dadurch engerer Zusammenschluss
zwischen den Angehörigen des deutschen Blecharbeitergewerbes
Erdmann Kircheis, 1830 - 1894, Erfinder und Unternehmer, wurde mit einer Vielzahl
von ihm erarbeiteter Grundlagenpatente zum Begründer des Baus von Blechbearbeitungsmaschinen.
In seiner 1861 gegründeten Erdmann Kircheis Maschinenfabrik Aue entstanden
Pressen und Blechverpackungsmaschinen, die für die später folgende
einschlägige Industrie in der Welt Vorbild waren.
Erdmann Kircheis erfand die industriemäßige Herstellung von Sicken
und Emballagen. Seinem Wirken ist die Gründung der Fachschule für
Klempner und Blecharbeiter 1878 in Aue zu danken, Im Oktober 1877 erfolgte
Eröffnung der Höheren Deutschen Fachschule für Metallbearbeitung
und Installation; angeboten wurde theoretischer und praktischer Unterricht
für junge Gewerbetreibende aus der Blechindustrie Gelehrt wurde in den
folgenden Fächern: Deutsch, Arithmetik, Geometrie, Physik, Technologie,
Buchführung, Modellierung, Kunstgeschichte, Zeichnen ; praktische Fächer
: kunstgewerbliche Arbeiten, Erlernen der Techniken des Klempnergewerbes in
der Be- und Verarbeitung der Metallbleche ;1890 Einführung des Werkstattunterrichtes
der Gas- und Wasserinstallation.
Ab 1926 bestehen folgende Abteilungen : Massenfabrikationen von Metallwaren
Schnitte und Stanzenbau Elektroinstallation Bauklempnerei und Installation
Heizungs- und Lüftungstechnik.
Ab 1946 Fachschule für Klempner und Installateure (Schule bleibt während
den Kriegsjahren in Betrieb) 1949 Umbenennung der Fabrik in "Werk 512"
durch Übernahme des "HiLo"-Betriebes; erweitertes Produktionsprofil
(Reparatur, Neuanfertigung, ) 1950 Namensänderung der Schule in Gewerbliche
Berufsschule II; die Berufsausbildung für Klempner, Friseure und Bauberufe
beginnt;
1960 Umbenennung in Betriebsberufsschule "Geschwister Scholl"; Profiländerung:
Ausbildung von Begleitungsfacharbeitern, Nähmaschinenmechanikern, Täschnern
und Handschuhmachern; 1968 Änderung des Fabriknamens von "Werk 512"
in "Betrieb für Bergbauausrüstung" (BBA); 1990 Begin der
Rekonstruktion der vorhandenen Berufsschule und Planung des neuen Beruflichen
Schulzentrums für Technik Aue
1990 Schließung des "Betriebes für Bergbauausrüstung"
nach jahrelanger Existenz auch auf dem internationalen Markt ;Juni 1996: Endgültige
Fertigstellung aller neuen Gebäude und somit Erweiterung der Schülerzahl
auf über 1500 .
Kleinere Einrisse an den Knickfalten rechts und links bzw. oben und unten
jeweils mit Archivpapier hinterlegt;
Rarität! VF
Ausruf: € 700
EISEN UND METALL AKTIENGESELLSCHAFT ESSEN
Aktien-Urkunde über RM 1.080.000,- # 2161-3240 zu je RM
1.000; Essen, den 8. Oktober 1942; Farbe: beige, schwarz; Maße: 21 X
30. Originalunterschriften Winkhaus und Lehr als Aufsichtsrat bzw. Vorstand.
Das kalligraphierte Aktienzertifikat ist dem Bauhausstil nachempfunden. Aktie
mit einem der höchsten Reichsmarknominal auf einem Zertifikat. Es wurden
insgesamt drei Aktien zu je RM 1.080.000 begeben. Hervorgegangen ist die Firma
aus dem 1876 vom Kaufmann Moses Stern gegründeten Rohproduktengeschäft.
Sie wurde nach 3 Jahren in eine OHG mit einem Schrottgroßhandels- und
Lagerbetrieb umgewandelt. Beheimatet war sie in der Sophienstraße in
Gelsenkirchen. Die Bedeutung der Gesellschaft liegt in ihrer Pionierfunktion
im Zusammenhang mit der Wiederverwertung von Schrott. Erst die Geburtsstunde
des Siemens-Martin-Verfahrens ermöglichte, Schrott in jeder beliebigen
Menge einzuschmelzen. Damit war die Grundlage geschaffen, einen rentablen
Grundstock mit diesem Material aufbauen zu können.
Der bis 1915 bestehende Lagerbetrieb für Metallabfälle wurde durch
den Bau von Bearbeitungsanlagen zu einem industriellen Rohstoffverarbeitungs-
und Veredelungsbetrieb erweitert. Als das Eigenkapital den Werksaufbau nicht
mehr verkraftete, wurde am 21. Dezember 1921 die Umwandlung in die M. Stern
Aktiengesellschaft mit einem Grundkapital von Mark 10 Mio. vorgenommen. Die
Werksleitung blieb in den Händen der Söhne und eines Schwiegersohnes
des Gründers, der selber den Vorsitz des Aufsichtsrates übernahm.
Im Jahre 1921 erfolgte die Umstellung auf RM 3 Mio.. 1928 brachte eine organisatorische
Neugliederung, verbunden mit einer Aufteilung und Verlegung der Hauptverwaltung.
Bereits 1934 wurde die Firmenverwaltung in Essen, Kruppstraße 10 (Ärenberghaus)
erneut vereint. An dieser Stelle blieb sie bis 1944.
Der Geschäftsverlauf war in diesen Jahren alles andere als zufriedenstellend,
so dass 1935 das Grundkapital auf RM 2,7 Mio. durch Einziehung eigener Aktien
herabgesetzt wurde. Das Unternehmen blieb weiterhin in Schwierigkeiten exogener
Natur, die sich im Jahre. 1937 weiter verschlechterten, so dass die Gesellschaft
in Liquidation zu geraten drohte. In dieser Situation schalteten sich die
Hoesch AG, die Mannesmannröhren-Werke und die Rheinmetall AG ein, die
Anfang 1938 zu jeweils 1/3 die Aktien der M. Stern AG erwarben. Im November
1938 schloss sich eine Firmenänderung gemäß heutiger Bezeichnung
Eisen und Metall an. Der Einstieg der Großkonzerne, die ihre Tochter
finanziell und technisch wirkungsvoll unterstützten, ermöglichte
u.a. den Ausbau der Rohstoffgewinnung und den Aufbau von Metallschmelzen.
Im Jahre 1942 wurde auf Beschluss des Aufsichtsrates vom 31. August eine Kapitalberichtigung
um 20 % (= RM 540.000,-) auf RM 3,24 Mio. mit Wirkung ab dem 1. Januar 1942
mittels Zuschreibung zum Anlagevermögen in Höhe von RM 100.000,-
und zu den Vorräten mit RM 440.000,- vorgenommen. Als Besonderheit ist
festzuhalten, dass nach dieser Kapitalmaßnahme nur 3 Aktienurkunden
über jeweils RM 1.080.000,- ausgefertigt wurden, die sowohl die Unterschrift
des Vorstandsvorsitzenden Fritz Lehr als auch die des Aufsichtsratsvorsitzenden
Ing. Hermann Winkhaus tragen.
Während des Zweiten Weltkrieges wurde aufgrund des Rohstoffmangels eine
Bergungsreederei aufgebaut, die bis Anfang der 60. Jahre, als die Bergung
unrentabel wurde, in Betrieb blieb. Zu den Erfolgen dieses Firmenzweiges gehörte
u.a. die Bergung des Schlachtschiffes "Tirpitz" in den
Jahren 1947-1953. Im November 1944 erhielt der Hauptbetrieb in Gelsenkirchen
schwere Bombentreffer, die bis Ende 1947 beseitigt werden konnten. Auch die
Hauptverwaltung in Essen wurde zerstört. Im Januar 1946 erfolgte die
Rückverlegung nach Gelsenkirchen. Von dort wird die Gesellschaft auch
heute noch geleitet. Die besten Bergungsschiffe gingen während des Krieges
verloren. Die Vertretungen und Tochtergesellschaften im Ausland wurden konfisziert
und liquidiert. Der Wiederaufbau begann unmittelbar nach dem Krieg. Bereits
1945 konnte die Errichtung der Zweigniederlassung in Hamburg vorgenommen werden,
die dort u.a. einen Verschrottungsbetrieb eingerichtet hatte. Die Gründung
eines großen Zweigbetriebes in Mühlheim-Speldorf, bereits 1949
beschlossen, wurde bis 1949 beendet. Heute hat die Werksanlage eine Ausdehnung
von ca. 76.000 m². Auch die Gelsenkirchener Werksanlagen, die 1951 eine
Ausdehnung von 130.000 m² hatten, sind inzwischen auf ca. 184.000 m²
erweitert worden. Den hohen Stellenwert, den soziale Maßnahmen in diesem
Unternehmen seit langer Zeit haben (u.a. Werkswohnungsbau), wird an der großen
Zahl langjähriger Mitarbeiter deutlich.
In den Folgejahren hat sich die Eisen und Metall AG auf folgenden Tätigkeitsgebieten
engagiert: Großhandel mit Rohstoffen und Erzeugnissen der Eisen-, Stahl-,
Metallindustrie und chemischen Industrie, ihre Be- und Verarbeitung sowie
die Spedition, die Einlagerung und der Umschlag von Waren jeder Art. Eisenmetall
hat als Großunternehmen im Schrotthandel, 1973-1975 jährlich DM
5 Mio. in diesen Bereich investiert. Daneben wurde und wird die Beteiligung
an mittelständischen Firmen diese Industriezweiges gesucht. Neben der
Verschrottung wird aus altem Schiffsraum Arbeitsbühnen gefertigt, die
eine höhere Wertschöpfung ermöglichen. In diesem Arbeitsbereich
tritt die Unternehmensphilosophie deutlich hervor: Leistungen zu erbringen,
die einen hohen technischen Erfahrungsschatz und viel Einfallsreichtum von
Technikern und Kaufleuten verlangen.
Ein weiteres Arbeitsgebiet bildet der Anfang 1971 aufgenommene Umschlag- und
Lagerbetrieb im Hamburger Hafen, wo auch Umschlagleistungen für Dritte
erbracht werden. Eisenmetall ist mit dieser Tätigkeit in das Dienstleistungsgeschäft
eingetreten. Des weiteren ist die Bearbeitung von Stahlprodukten ein wichtiges
Tätigkeitsfeld. Die Eisen- und Metall AG kann dabei den Verdienst beanspruchen,
als 1. Unternehmen im Ruhrgebiet
das Geschäft mit Maßblechen begonnen zu haben. Seit Mitte der 50er
Jahre besteht eine Zusammenarbeit mit dem französischen Stahlkonzern
Usinor.
Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurde auch der Handel mit NE-Metallen aufgenommen.
Als zukunftsträchtige neue Aktivität muss die Aufarbeitung von Kunststoffresten-
und Abfällen der Industrie betrachtet werden, die seit 1957 von der Plasticwerk
Nordwalde AG, einer 100 % Tochter (seit 1964) betrieben wird. Die Kapitalentwicklung
der Eisen und Metall AG vollzog sich nach dem Zweiten Weltkrieg wie folgt:
Gemäß Hautversammlung vom 9. Mai 1952, Umstellung des Grundkapitals
von RM 3,24 Mio. auf DM 4,2 Mio.. 1959 folgte dann eine Kapitalerhöhung
auf DM 12 Mio.; es folgten weitere Kapitalerhöhungen auf die 1992 bestehende
Höhe von DM 36 Mio., begeben in 36.000 Stammaktien zu je Mark 1.000,-.
Erst Mitte der 1980er Jahre veränderte sich die bestehende Aktionärsstruktur
dahingehend, dass die Hoesch AG in Dortmund 100 % Eigentümerin der Eisen
und Metall AG wurde. Als Konsequenz dieser Entwicklung wurde dann mit der
Hoesch AG als Obergesellschaft 1987 ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag
abgeschlossen. Die Hoesch AG wird 1992 mit der Friedrich Krupp AG verschmolzen.
Die neue Gesellschaft Fried. Krupp AG Hoesch-Krupp wird im Dezember in die
Handelsregister Essen und Dortmund eingetragen. Im August 1997 nehmen Krupp
und Thyssen Gespräche über weitergehende Kooperationen auf. Die
ermittelten strategischen Chancen und die operativen Synergiepotenziale eines
Gesamtzusammenschlusses sind außerordentlich groß. Dieser wird
am 17. März 1999 mit der Eintragung der Thyssen Krupp AG in das Handelsregister
vollzogen. VF Geringfügige Feuchtigkeitsschäden, im Ausruf berücksichtigt.-
VF-F, kein Papierverlust oder Fehlstellen.
Rarität!! Bisher ist nur dieses eine Exemplar bekannt!
Ausruf: EUR 1.800,-
LAUCHHAMMER, VEREINIGTE VORMALS GRÄFL. EINSIEDEL'SCHE WERKE
Aktie über Thaler 100 # 05224; Riesa, 21. Februar 1872; Farbe: braun, beige, schwarz; Maße: 31 X 44 ;
Die Geschichte der deutschen Eisen- und Stahlindustrie birgt
eine Fülle von stolzen Höhepunkten, zugleich aber auch eine lange
Reihe von dramatischen Niedergängen und Zusammenbrüchen mit schicksalsschweren
Folgen. Eine heute kaum noch übersehbare Zahl von Unternehmen des Eisengewerbes
ist im Laufe der Zeit dahingegangen. Nur wenige Werke haben die Notzeit überstanden.
Es sind jene Unternehmen, die das Glück hatten, von starken Persönlichkeiten
geführt zu werden oder im Falle eines Versagens oder wirtschaftl. Notstände
den geeigneten Mann zu finden, der Kraftvoll die Zügel in die Hand nehmen
und eine Wendung zum Besseren herbeiführen konnte. Immer aber sind es
jene Firmen, in deren Produktionsprogrammen die Herstellung besonders hochwertiger
Erzeugnisse an erster Stelle stand. Unter ihnen nimmt das Werk Lauchhammer
einen rühmlichen Platz ein.
1718 übertrug Freiherr von Löwendal das Rittergut Mückenburg
seiner Frau zu erblichen Eigentum. Diese erhielt 1722 die staatliche Belehnung
und 1725 die Landesherrliche Konzession, erteilt von August dem Starken, für
den Bau und Betrieb eines Hochofens mit 2 Stabhämmern sowie für
die Ges. Eisenherstellung. Am 25. August 1725 wurde der Hochofen des Hammerwerkes
Lauchhammer, das man an den Lauchteichen am Weg von der Zschornegosdaer Pechhütte
nach Bockwitz errichtet hatte, angeblasen. In den ersten 4 Jahren war ein
beachtliches, den Wasserkräften angepaßtes Eisenhütten-Unternehmen
entstanden. Nach überwundenen Anfangsschwierigkeiten gelang es, gutes
Schmiedeeisen herzustellen. Die Gründerin der Lauchhammerwerke starb
1776. Graf Detlev Carl von Einsiedel erbte den gesamten Besitz. Unter seiner
Leitung erfolgte eine Verbesserung des Hochofenprozesses, die Aufstellung
einer Dampfmaschine, Kauf des Eisenwerkes Burghammer und Gründung des
Eisenwerkes Gröditz.(Spezialität: Röhrenguss). 1784 begann
man mit dem Produktionszweig Kunstguß, es wurden neben antiken Skulpturen,
Denkmäler, Gedenktafeln, Plaketten, Hochreliefs, Ziervasen und Kleinplastiken
angefertigt, in Verbindung mit bedeutenden Bildhauern, wie Christian Rauch,
Ernst Rietschel und anderen. 1790 Kauf des 1556 errichteten Eisenwerkes Burghammer
bei Hoyerswerda. 1804 übernimmt Graf Detlev von Einsiedel (1773-1861),
sächsischer Kabinetts- und Außenminister das Unternehmen. Dieser
geht mit dem Kurfürsten August dem III. in Gefangenschaft. Um 1830 erfolgte
dann die Wiederbelebung der Eisenerzförderung. 1840 nach Umwandlung nennt
sich das Unternehmen Gewerkschaft der Gräflich von Einsiedel´schen
Werke. 1849 Errichtung des Eisenwerkes Riesa.
Am 8.2.1872 erfolgte die Gründung der Aktiengesellschaft Lauchhammer.
Erster Aufsichtsratvorsitzender wird Felix Freiherr von Kaskel, die Dresdner
Bank saniert 1882 das in Schwierigkeiten geratene Unternehmen. 1883 wird Gustav
Hartmann in den Aufsichtsrat gewählt und es gelingt die Modernisierung
und starke Ausdehnung der Lauchhammer AG. 1920 erfolgt die Verschmelzung mit
der Linke- Hofmann AG Breslau zur Linke- Hofmann- Lauchhammer. Nach Annullierung
des Verschmelzungsvertrages erfolgte unter Einbeziehung der Stahl und Walzwerke
Weber, Brandenburg, die Gründung der Mitteldeutsche Stahlwerke AG. (Aufsichtsratvorsitzender:
Friedrich Flick). 1950 BRD: Gründung der Lauchhammer Maschinen und Stahlbau
GmbH, Sitz in Salzgitter-Watenstedt, durch die Fahrzeug- und Maschinenwerke
GmbH Düsseldorf, 1955 Sitzverlegung nach Düsseldorf - Benrath und
Vereinigung mit der Demag.
Vom 24. Januar bis 14. März 2004 fand eine Ausstellung der Abguss-Sammlung
Antiker Plastik Berlin statt. Sie präsentierte Lauchhammer Bestände
und Leihgaben an Gussvorlagen und Eisengüssen Eisen als neues, stilprägendes
Material des Klassizismus und der Romantik. Hierum gruppieren sich zwei Themenkomplexe:
der Nachguss antiker Skulptur am Beginn der Produktion und die zeitgenössische
künstlerische Produktion des 19. Jahrhunderts. Ihnen gemeinsam ist die
Nutzung in den Schlössern, Parks und Gärten der Epoche. VF, kleine
Einrisse mit Archivpapier hinterlegt, bräunliche Randverfärbung
durch Rahmung. (10874) Rarität, ehemals in der Sammlung Denecke.
17. und 18. JAHRHUNDERT
KAISER MAXIMILIAN II (1527-1576)
römisch-deutscher Kaiser zu allen Zeiten, Mehrer des Reiches in Germanien, zu Ungarn, Böhmen, Dalmatien, Croatien und Salzburg, Erzherzog von Österreich, Markgraf zu Mähren, Herzog zu Burgund, Luxemburg und Schlesien, Markgraf zu Laußnitz und Grain, zu Tirol und Furgas unseres getreuen lieben Ludwig Carls und.. Rentenbrief über jährlich einhundert Schock Meissen sowie einmalige Zahlung über 1.000 Schock Meissen des Khuteenpergischen Münzgefälles Gnadengeld für den Perghauptmann und späteren Münzambtmann des Markgrafentums Mähren Mathissen Lidl. Augsburg, 31. März 1566 .Originalunterschrift Maximilian II, Rarität!. Druck auf Bütten mit Wasserzeichen, großes, papiergedecktes Kaiser-Siegel mit Wappen der Habsburger; Maße: 22 X 34;
Maximilian II wurde am 31.7.1527 in Wien als ältester Sohn Ferdinand I geboren und am Hof seines Onkels Carl V. erzogen. Er heiratete 1548 seine Cousine Maria von Spanien, die Tochter von Carl V. Als Erbteil seines Vaters fielen Maximilian II die Donauländer Böhmen und Ungarn zu Er wurde zum Römischen König und nach dem Tod seines Vater zum Kaiser gewählt. Die Knickfalten wurden fachgerecht restauriert, Übersetzung liegt dem Los bei. VF
Ausruf: EUR 3.500
GENERAL KEYSERLIJCKE EN KONINKLIJKE COMPAGNIE
Anteil über 250 Gulden Wissel gelt; # 4290; Antwerpen,
14. Oktober 1723.
Farbe: schwarz, weiß; Druck auf Bütten; Vignette mit Wappen der
Gesellschaft; Maße: 32 X 20; EF-VF.
Die älteste und bedeutendste Aktiengesellschaft aus der Zeit der Habsburger
Monarchie ist die Keyserlijke en Koninklijke Compagnie von 1723, besser bekannt
auch als Oostendse Compagnie.
Der Kaufmann Pietro Proli, einer der wohlhabensten und einflussreichsten
der Kaufleute seiner Zeit, dem der abgebildete Gründer-Anteilschein mit
dem in Kupfer gestochenen Wappen des Unternehmens gehörte, und der ihn
auch als Direktor original unterschrieben hat, war einer der Hauptinitiatoren
dieser Gesellschaft.
Daneben gehörten Jacomo de Pret, Antwerpen, Louis Francois de Coninck,
Antwerpen, Jacomo Maelcamp, Antwerpen, Paulo de Kimpe, Gent, deren Originalunterschriften
ebenfalls auf dem Anteil zu finden sind, sowie Jacobus Baut, Gent und Thomas
Ray, Oostende zu den Gründern.
Am 17. August 1723 wurde von diesen flämischen Kaufleuten, die das Oktroy
des österreichischen Kaiser Karl VI. (Vater der späteren Kaiserin
Maria Theresia) am 19. Dezember 1722 erhielten, die "Kaiserlich Indische
Compagnie" nach dem Beispiel vor allem englischer und holländischer
Kaufleute als Konkurrenzunternehmen zur 1602 errichteten Vereinigten Ostindischen
Compagnie gegründet.
Somit hatte auch das heutige Belgien, damals noch Österreichische Niederlande,
seine Überseehandelsgesellschaft, die den Handel mit Indien und China
zur Grundlage hatte. Geplant waren jährlich ca. sechs bis acht Schiffsreisen.
Das Grundkapital betrug sechs Millionen Gulden, eingeteilt in Aktien zu je
Gulden 1.000, die in vier Raten einzuzahlen waren. Bereits am ersten Tag der
Zeichnungsfrist für das Grundkapital an der Antwerpener Börse war
die erste Hälfte und am zweiten Tag das gesamte Grundkapital platziert.
Als die ersten Schiffe der Kaiserlich Indischen reich beladen heimkehrten,
war die Freude groß. Glaubte man doch, die Vormachtstellung der Vereinigte
Ostindischen Compagnie gebrochen zu haben. Die Rentabilität der Aktien
übertraf alle Erwartungen. Zwischen 1726 und 1774 wurden 166 Prozent
des eingezahlten Kapitals als Dividende ausgeschüttet.
Die Erfolge der Kaiserlich Indischen waren den Ländern, die bisher das
Monopol auf den Weltmeeren besaßen, nicht genehm. Holländer, Engländer
und Franzosen intervenierten und übten letztlich einen derartigen Druck
auf Kaiser
Karl VI aus - Spanien drohte gar mit Krieg - , dass das Haus Habsburg schließlich
nachgab und den erteilten Oktroy auf sieben Jahre aussetzte und am 17. März
1731 schließlich ganz zurücknahm. Im Gegenzug erhielt Kaiser Karl
VI die Einwilligung zur "Pragmatische Sanktion", mit der er-- in
Ermangelung männlicher Erben - seiner Tochter Maria Theresia den Habsburger
Thron sicherte. Die Anteilseigner der GIC jedoch, durch den Erfolg auf den
Geschmack gekommen, beteiligten sich an den neugegründeten Überseehandelsgesellschaften
anderer Länder, 1731 an der Schwedisch-Ostindischen, 1732 an der Dänisch-Ostindischen,
1747 an der Schwedisch-West-indischen und Guinea-Kompanie, 1750 an der Kompanie
zu Emden für China und 1753 an der Kompanie von Emden für Bengalen.
VF Sehr selten!
Ausruf: € 350
LA PECHE DE BALEINES
Aktie über Florins 250 # 728; Bruxelles, den 19. April
1728;
Farbe: schwarz, beige; Maße: 28,1 X 20; Im Passepartout mit Schrägschnitt,
Druck auf Bütten. -
Die Gesellschaft entstand während der Regentschaft des
römisch-deutschen Kaisers Karl VI. (1711-1740).
Dieser erteilt 1727 die Genehmigung zur Gründung der Walfanggesellschaft,
die hatte zum Zwecke, Wale vor Grönland und Spitzbergen zu fangen, des
weiteren mit den gewonnenen Produkten Handel zu treiben .Heimathafen der fünf
Walfangboote war Oostende.
Mit dem Tod Karl VI. 1740 starb der Habsburger Mannesstamm aus. Benannt wurden
die Habsburger nach ihrem Stammsitz, der Habichtsburg im Schweizer Kanton
Aargau gelegen. Hier erlangten sie im 11. Jahrhundert die Grafenwürde.
Auf dem Höhepunkt ihrer Macht regierten sie ein Reich, in dem die Sonne
nicht unterging. EF
Ausruf: € 900
CANAL DE PROVENCE
Zertifikat über 6 Aktien ( # 1141, 1142, 1143, 149, 1150
u.1155)ohne Nennwert # 173 ; Paris, 5. September 1759;
Farbe: beige, schwarz, Druck auf Bütten mit Wasserzeichen; Maße:
33 X 22; VF
Bereits unter Frankreichs Wirtschaftsminister Colbert (1619-1683)
wurde der systematische Kanalbau zum Wohle der Wirtschaft und somit auch des
Staates planmäßig gefördert. Der Canal du Midi wurde 1684
und der Canal die Centre 1693 eröffnet.
Die Planung und Finanzierung des Canal de Provence fiel in die Zeit des Siebenjährigen
Krieges (1756-1763).
So blieb es bei diesem Kanal-Bauprojekt wohl nur bei der Planung. Äußerst
selten!
Ausruf: € 700
REAL COMPANIA DE FILIPINAS
Aktie über 50 Pesos zu 50 Reales de Vellon # 25317;
Portugal 15. Juli 1785;
Farbe: beige, schwarz; Kupferstich auf Büttenpapier, Kipfer: Typ II,
E 85-3. Künstler: C. Acuna, Stecher: Joaquin Fabregat.
Gründeraktie!
Zweck dieser spanischen Handelsgesellschaft war es, den Export
von verschiedenen Gütern zu den Kolonien zu bewältigen und im Tausch
gediegenes Silber mitzubringen. Das Unternehmen erhielt auch die Freihandelslizenz
für Indien und China, damit möglichst viele Importe aus
diesen Ländern die leeren Staatskassen füllen sollten. Den Todesstoß
erhielt die Compania de Filipinas mit dem Erlass vom September 1789 über
die Handelsfreiheit für ausländische Textilien, die Entscheidung
fiel zu Lasten des Monopols der Gesellschaft. Die Zeiten wurden schlechter
und man dachte schon an eine Auflösung der Gesellschaft. Allerdings konnte
eine solche wegen Widerstand der Aktionäre nicht durchgeführt werden.
Die Gesellschaft existierte noch- mehr schlecht als recht- bis 1834, dann
erlosch sie durch Konkurs.
Innenseitig handschriftliche Indossamente, die letzte Eintragung erfolgte
1834.
Sehr selten!
TEXTILBEREICH
SOCIÉTÉ ÉTABLIE POUR L'EXPLOITATION DE L'ANCIENNE MANUFACTURE
ROYALE DRAPS FINS D'ABBEVILLE
Aktie über Frcs. 500; #2110; Paris, 1855; Farbe: beige, hellbraun, grau, schwarz; Maße: 34,4 X 44,3; - Die Aktie wurde am 15. Juli 1857 umgeschrieben als Namens-Inhaberaktie. Die Indossierung befindet sich auf dem unteren Rand. Gründeraktie ! Originalunterschrift: J. Randoing, 1X als Garant, 1X die handschriftliche Übertragung der Aktie !
Zur Geschichte:
Die Königliche Manufaktur in Abbeville wird zu den ältesten Textilfabriken
der Welt gezählt. Am 13. Oktober 1665 erteilte König Louis XIV.
von Frankreich - Abb. Vignette links oben - seinem Finanzminister Jean Baptiste
Colbert die Order/Patent zur Errichtung der Königlichen Tuchmanufaktur
in Abbeville. Jean Baptiste Colbert, Marquis de Seigneley (1619-1683), - Abb.
Vignette rechts oben -, französischer b.w.
Wirtschaftspolitiker und ab 1661 Oberintendant fast der gesamten Staatsverwaltung.
Colbert förderte die staatliche Wirtschaftslenkung. Mit einer bis ins
Detail gehenden zentralistischen Lenkung führte er mit eiserner Hand
den Merkantilismus zu seiner stärksten Ausprägung und schuf mit
dem Wirtschaftswachstum und den steigenden Staatseinnahmen die materielle
Grundlage für die absolutistische Machtpolitik Ludwig XIV., die glänzende
Hofhaltung und die militärischen Unternehmungen.
Diese versuchte Colbert einzuschränken. Statt in Europa empfahl er territoriale
Erwerbungen in Übersee, konnte sich aber nicht gegen den Einfluss von
Kriegsminister Marquis de Louvois durchsetzen.
Als schließlich mit der Aufhebung des Ediktes von Nantes 1685 ein großer
Teil der hugenottischen Bevölkerung und damit ein bedeutender Wirtschaftsfaktor
verloren ging, wurde das Werk Colbert's (auch Colbertismus genannt) weitestgehend
zerstört. Colbert, der auch Kunst und Wissenschaft förderte, gründete
1666 die "Academie des Sciences" in Paris. Colbert beauftragte den
Holländer Van Rabais - Vignette rechts unten - mit der Errichtung der
Manufaktur in Abbeville unter Zusammenlegung vieler, kleinerer Betriebe. Die
Unternehmung wurde fast 200 Jahre später 1849 von dem Textilindustriellen
J. Randoing - Vignette links unten - übernommen und 1854/55 in eine Aktiengesellschaft
umgewandelt.
Die Gründeraktien der Manufaktur gehören zu den graphischen Außergewöhnlichkeiten:
Gefertigt als Holzstich (Entwurf J. A. Beauce, gestochen von O. Brux) zeigt
dieses überformatige Prachtblatt in großen Vignetten die Initiatoren
sowie die Fabrikanlagen mit den einzelnen Produktionsvorgängen mit detailgetreuen
Abbildungen der Webmaschinen. Bisher sind lediglich seit vielen Jahren drei
Exemplare bekannt, eines hängt im Museum von Abbeville, dieses hier angebotene
Exemplar steht nun, aus einer langjährigen Sammlung kommend, wieder zur
Verfügung. Günstig angesetzt. VF, Kleines, minimales Loch im unteren
Rand.
Ausruf: EUR 3.800
HOLZVERARBEITUNG
ALPENLÄNDISCHE HOLZVERKOHLUNGS - AKTIENGESELLSCHAFT
Inhaberaktie über Kronen 10.000; Innsbruck; Dezember 1922; #1614; Farbe: rot, grün, blau, schwarz, beige, ocker; Maße: 33,8 x 25,4; - Gründerstück! Eingetragen am 15.1.1923 mit Sitz in Innsbruck; Verwaltungsrat:: J.H. Bosmann aus Ütrecht, Präsident: Erst Riehl aus München, (Faksimilesignatur auf der Aktie).
Die Gesellschaft besaß Fabriken in Biehlbach und in Völs. Das Grundkapital betrug Kr. 5.0 Mio., begeben in 5.000 Aktien zu je Kr. 10.000; 1927 ging das Unternehmen in stille Liquidation. Druck. Wagner, Innsbruck; sowohl farblich als auch gestalterisch außergewöhnliche Aktie mit Adler, Alpenlandschaft, Szenen des Köhlerhandwerkes und Fabrikanlagen, Kps. und Tal.; Rarität! VF
FREIZEITGESELLSCHAFTEN HOTELS, THEATER ; KONZERT ETC, etc
PARK-HOTEL-ACTIENGESELLSCHAFT IN DÜSSELDORF
Aktie über Mark 1.000 Deutscher Reichswährung; # 1; Düsseldorf, 1. October 1900; Farbe: hellblau, dunkelbraun, beige; Trockensiegel; Maße: 35 X 24; Druck: August Bagel, Düsseldorf. Gründerstück!
Zweck der Gesellschaft war der Bau, die Pachtung und der Vertrieb
von Hotelanlagen, insbesondere der Ankauf der Häuser zu Düsseldorf,
Elberfelderstrasse Nr. 10 und 12 für zusammen M 720.000, Erbauung eines
erstklassigen Hotels, auch Handel mit Weinen.
Die Kosten der Hotelbauten am Corneliusplatz betrugen M 1.900.000.
Der Bau wurde im April 1902 vollendet und der Betrieb am 16.4.1902 aufgenommen.
Zur Gründung wurden 740 Aktien zu je M 1.000 begeben. 1953 erfolgte der
Abschluss eines Aufbau- und langfristigen Pachtvertrages mit der A. Steigenberger
Hotelgesellschaft KGAA über das Parkhotel Düsseldorf, heute "Steigenberger-Parkhotel
Düsseldorf".
"Als Kultur- und Modemetropole genießt Düsseldorf seit langem
einen internationalen Ruf. Noble Gastlichkeit in einem glanzvollen City-Dominzil
offeriert hier das Steigenberger Parkhotel, das am Anfang der berühmten
"Königsallee", mitten im Zentrum der Landeshauptstadt liegt.
Mit dem Hofgarten und der Deutschen Oper am Rhein zur Seite ist dieses traditionsreiche
Haus immer wieder ein geschätzter Treffpunkt für Gäste aus
aller Welt. Rarität! EF
Ausruf: € 2.600
ROULETTE DE MONTE CARLO
20%ige Obligation über Frcs. 500; # 12; Paris,
1. November 1924;
Farbe: grün, rot, gelb, schwarz; Maße: 31 X 22. Die Anleihe zeigt
- nach einem Foto von Man Ray -
das Gesicht des französischen DaDaisten Marcel Duchamp mit Seifenschaum
bedeckt und mit Faunshörner gekrönt.
Das Gesicht ist umrahmt von den Fächern eines Roulettespiels.
Gezeichnet ist die Anleihe von Rrose Selavy, einem Synonym Duchamps als Präsident
der Gesellschaft und von dem Verwaltungsbeamten Marcel Duchamp. Zweck der
Gesellschaft war die Ausbeutung des Roulette de Monte Carlo. Duchamp fuhr
mit Geldern, die er sich von engsten Freunden geliehen hatte, nach Monte Carlo,
um dort die Bank zu sprengen. Das Glück war ihm allerdings nicht hold,
allerdings verlor er auch nichts.
Er zahlte im Dezember 1925 eine Dividende von Frcs. 50 auf die seinerzeit
30 ausgegebenen Obligationen. Die meisten dieser Originale sind verloren gegangen.
Ein Exemplar befindet sich im Philadelphia Museum of Art.1938 wurde eine 2.000er
Auflage mit dem Originaldruckstock nachgedruckt, die der Zeitschrift XXCicle
beigelegt wurden. Die Kupons tragen alle die Nummer 4.1944 wurden von dem
schweizer Verleger Arturo Schwarz in der Box en Valis in denen Miniaturrepliken
und Farbproduktionen Duchamps zusammengestellt.
Die Auflage dieser Schachteln betrug 334 Exemplare. Die hier reproduzierten
Bond s trugen alle die Nummer 12.1962 signierte Duchamp eine nummerierte Auflage
von 100 Obligationen des Monte Carlo Bonds, die in einer bibliophilen Veröffentlichung
seines schweizer Galeristen Arturo Schwarz über die Ready Mades beigelegt
wurden.
Am 2. Oktober 1968 verstarb in Neuilly-sur-Seine der bedeutende Maler und
Kunsttheoretiker.
Bei dem hier angebotenen, unbeschnittenen Bond handelt es sich um die Auflage
mit der Nr. 12. Rarität!
Ausruf: € 1.500
S.A. DES GROTTES DE ROCHE-FORT
Aktie über bfr. 1000; Rochefort, 1. März 1897; # 40; Farbe: blau/ grün/ weiß; Maße: 34,5 X 40; Kps.; VF; ausgeprägte Knickfalten ;Äußerst selten!
Das Gesamtkapital betrug eine Millionen Francs, begeben wurden 1000 Aktien je frcs. 1000. Ab 1897 machte diese Gesellschaft auf die Naturschönheiten der Grotten von Rochefort in den belgischen Ardennen aufmerksam. Noch heute sind sie eine Touristenattraktion. Rarität! Abgebildet im Buch "Aufbruch auf Aktien" von J. Schmitz.
HANDELSGESELLSCHAFTEN KAUFHÄUSER
KAUFHAUS GUM
(Gesellschaft der Oberen Handelsreihen am Roten Platz in Moskau)
Aktie über 100 Rubel, Moskau 1911, Nr. 06999 braunrosa, blau - die Namensaktie ist ausgestellt auf "den Handwerker Iwan Matwejewitsch Malkow" und unterschrieben durch den Vorstandsvorsitzenden Dr. jur. S. A Bulotschkin, wirklicher Staatsrat, Commerzienrat, Ältester der Moskauer Kaufmannsgilde und Mitglied der Moskauer Gesellschaft für gegenseitigen Kredit
Der Firmenname ist im Wasserzeichen des Zertifikates wiedergegeben. Die Vignetten
zeigen die Vorderansicht des Kaufhauses nach dem Wiederaufbau 1893; die beiden
Vignetten links und rechts zeigen die Kreml-Türme, links der Nikolausturm,
rechts der Erlöserturm; unten ist das Denkmal der Helden Minin und Posharskij
dargestellt. Diese Denkmal wurde 1818 zu Ehren der glückreichen Verteidiger
Moskaus während der polnisch-litauischen Intervention von 1^612 mitten
auf dem Roten Platz vor den Oberen Handelsreihen aufgestellt.
Das Kaufhaus GUM steht in einer jahrhundertealten Tradition
der Geschäfte und Handelshäuser am Roten Platz und ist wegweisend
für die zu Beginn des letzten Jahrhunderts industriell aufstrebende Metropole
Moskau, die sich von der vergänglichen Architektur (Holzhäuser)
ihrer Vergangenheit befreite. Das GUM befindet sich im Stadtteil Kitajgorod,
gegenüber der Kreml-Mauer. Auch wenn dies heute nicht mehr so anmutet,
war doch der Rote Platz - der erst im 17. Jahrhundert diesen Namen erhielt
- der alte Marktplatz Moskaus. Im 17. Jahrhundert zählte der Bezirk Kitajgorod
72 Häuserreihen (Handelsreihen) mit rund 700 Geschäften. Im 19.
und beginnenden 20. Jahrhundert entwickelte er sich zum Geschäftszentrum
von Moskau, mit großen Kaufhäusern, Handelskontoren und Banken.
Dies war die Geburtsstunde des GUM. In der Zeit von 1888 bis 1894 wurde das
GUM als die neuen oberen Handelsreihen errichtet und ersetzte somit ein ganzes
Häuserviertel. Der Zar fungierte als Bauherr, der Architekt war Alexander
N. Pomeranzew.
Die Bezeichnung "Kaufhaus GUM" ist eigentlich irreführend,
da es sich bei diesem Bauwerk nicht um ein Kaufhaus, sondern um eine Passage
handelt. Diese Art der Gebäudekonzeption hat ihren Ursprung in Frankreich
und fand weite Verbreitung in ganz Europa, so auch in Leipzig. In den letzten
Dekaden des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die Passage zum Monumentalbau.
Eingeleitet wurde diese Entwicklung mit dem Bau der Passage in Mailand (Galleria
Vittorio Emanuelle ll). Den krönenden Höhepunkt des Passagenbaus
bildete die Errichtung des GUMs. Der Gebäudekomplex ist dreigeschossig
angelegt und weist mit Blick auf den Roten Platz eine klassisch anmutende
Dreiteilung auf. Dominierend wirkt der Mittelteil mit seinen drei Türmen
und dem mächtigen Portal. Die Fassade zum Roten Platz besteht aus Marmor,
Granit und Sandstein. Die übrigen Fronten sind geputzt und weiß
gestrichen. Das GUM besitzt eine Länge von 252 Metern, ist 88 Meter breit
und erstreckt sich auf einer Fläche von rund 24.700 m² (= 3 Fußballfelder).
Der Grundriß weist drei glasüberdachte, 6 bis 7 m breite Längs-
und Quergänge auf, die das Gebäude in 16 Blocks gliedern. An der
Gebäudehinterseite schließt sich zusätzlich ein schmaler Block
an.. Eine Besonderheit ist die gläserne Überdachung der einzelnen
Passagen. Sie stammt von dem Ingenieur V.G.Schuchov. Es ist eine Netzdachkonstruktion,
eine leichte Schale, die durch die fächerartige Anordnung von Seilen
ausgesteift wird. Sie ermöglicht, zusammen mit der Anordnung der Galerien
- auf Höhe der ersten Galerie springt die Wand zurück, die zweite
Galerie kragt hervor; gegenüberliegende Galerien beider Ebenen sind mit
kleinen Brücken verbunden - eine natürliche Beleuchtung des Erdgeschosses.
Die Beleuchtung der Kellerräume erfolgte ursprünglich durch heute
nicht mehr vorhandene, im Erdgeschoßfußboden eingelegte Glasprismen.
Genau zu dem Zeitpunkt, da die Aktienmehrheit am heutigen Kaufhaus GUM im
neuen, kapitalistischen Russland für 90 Millionen Dollar von der russisch-italienischen
Handelsgruppe "Bosco di Ciliegi" erworben wurde, haben wir dieses
äußerst seltene Einzelstück aus der Auflösung einer russischen
Privatsammlung erhalten. Apropos: "Bosco die Ciliegi" steht für
das, was heute im GUM verkauft wird: Luxuskleider der Marken Kenzo, Max Mara,
Nina Ricci, Marina Rinaldi u.a. Die GUM Aktie ist nach wie vor die schönste
Aktie der russischen Zarenzeit! Rarität! EF
Ausruf € 2.500
PARIS-FRANCE SOCIETE ANONYME
4,5 % Anleihe über Frcs. 1.000 # 35527; Paris, December 1930; Farbe: beige, gelb, braun; Maße 28,5 X 32,5. -
Die Gesellschaft wurde 1898 gegründet. Zweck: Betrieb eines
Warenhauses.
Zur Erhöhung der Betriebsmittel wurden 1930 5.000 Obligationen zu je
Frcs. 1.000 begeben. Lochentwertung, sonst EF Kps. + Talon
Der Entwurf dieser Anleihe stammt von A. Mucha (signiert in der Druckplatte
li. unten.
Ausruf: € 300
DET OSTASIATISKE KOMPAGNI (la compagnie de L'est-Asiatique)
Aktie über Kr. 500 # 74244 ; Kopenhagen, Dezember 1918 ; Farbe : gelb, dunkelblau, grau, braun ; Maße : 36 X 22 ; Doppelblatt, Kps. + Talon, innenseitig zwei Lieferbarkeitsbescheinigungen der Banque de Societe General de Belgique; - Zweisprachig. Die Gesellschaft wurde im Jahr 1897 von einem Konsortium, u.a. von Kapitän H.N. Andersen, gegründet und wurde 1918 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt.
Die Ursprünge der Gesellschaft liegen, wie der Titel bereits
darlegt, in Schifffahrtslinien nach Ostasien, auf denen vornehmlich Gewürze,
Holz und Reis nach Europa importiert wurde. Im weiteren Verlauf der Firmenentwicklung
wurden die Handelsrouten auf Westindien, Nordamerika, Südafrika und Australien
ausgedehnt.
Zu dem Firmenverbund zählten auch Töchter wie die Russian American
Line und die Baltic American Line. Rarität!
Ausruf: € 800
A. GERNGROSS AKTIENGESELLSCHAFT
Aktie über Kronen 200; Blankette; Wien, den 1. Mai 1920; Farbe: beige, hellbraun, lila, schwarz; Maße: 26,5 X 41,1; Kps. + Talon; - Maße: 26,5 X 42.5 cm. Doppelblatt, Kps. + Talon
Das Unternehmen wurde 1911 unter Mitwirkung der Creditanstalt
und des Wiener Bankvereins gegründet. Das bekannte Kaufhaus an der Mariahilferstrasse
entwickelte sich zu einem der ganz Großen in der Branche und beherrscht
heute fast 40 % des Kaufhausgeschäftes. Dieses hochdekorative Jugendstilpapier
wurde gestaltet von Josef Hoffmann (1870-1956), der als Quadrat-Hoffmann bekannt
wurde und der eng mit Gustav Klimt zusammenarbeitete. Josef Hoffmann war Mitbegründer
der Wiener Werkstatt.
Äußerst selten!
TRANSPORTGESELLSCHAFTEN
SYLTER DAMPFSCHIFFAHRT-GESELLSCHAFT
Aktie über Mark 500,-; # 26 Ser. A; Sylt, im Jahre 1883; Farbe: weiß, hellblau, grau, schwarz; Maße: 27,1 X 36,6; Gründerstück!
Zweck: Unterhaltung einer regelmäßigen Dampfschiffsverbindung
zwischen Munkmarsch und Hoyerschleuse, sowie zwischen den umliegenden Inseln.
Die Gesellschaft betrieb außerdem die Sylter Dampfspurbahn. Ab Juli
1926 ist die Sylter Südbahn auf weitere 25 Jahre von der "Hamburg-Amerika-Linie"
gepachtet worden. Die G.V. aus dem August 1926 genehmigte den Verkaufsvertrag
zwischen der Gesellschaft und der Sylter Inselbahn AG vom Mai 1926 über
den Verkauf der Kleinbahn von Munkmarsch über Westerland-Kampen nach
List auf Sylt. 1927 ist die Reichsbahnverbindung zwischen dem Festland und
der Insel Sylt dem Betrieb übergeben worden. Zu diesen Zeitpunkt war
die Gesellschaft gezwungen, den Verkehr zwischen Westerland und Hoyerschleuse
einzustellen. Mit Rücksicht auf die daraufhin notwendig gewordene Liquidierung
der Gesellschaft wurde ein Teil der Barmittel den Aktionären direkt als
unverzinslicher Kredit zur Verfügung gestellt. So erhielt jeder Aktionär
ab Februar 1927 gegen Hinterlegung und Verpfändung seiner Aktien den
Nominalbetrag in Bargeld.
(10874) Ausführliche Geschichte aus dem HP/Magazin liegt bei. Rarität!
Bisher wurden lediglich zwei Stücke . VF
Ausruf: EUR 3.500
ERSTE K.K. PRIV. ERSTEN DONAU-DAMPF - SCHIFFAHRTS -GESELLSCHAFT
Aktie über Gulden 500,-; #2309; Wien,1März 1838 Februar 1836; Farbe: beige, schwarz; Maße: 25,5 X 40; Originalunterschriften der Administration der Gesellschaft.
Gegründet wurde das Unternehmen 1830 und gehört so
zu den ältesten Aktiengesellschaften Österreichs. Von 1816 bis 1830
wurden 8 Unternehmen als Aktiengesellschaft gegründet. Zweck des Unternehmens:
Personen-, Fracht- und Schleppschiffhart mit eigenen oder fremden Fahrzeugen;
Bau und Reparatur von Schiffen; Betrieb von Kohlebergwerken und der damit
zusammenhängenden Eisenbahnlinien; Errichtung und Betrieb von Anlagen
zur Erzeugung elektrischen Stroms; Betrieb von Speditions- und Lagerhäusern
etc.
Das Unternehmen befuhr Mitte der 1880er Jahre die Donau von Regensburg bis
zur Sulina-Mündung, verschiedene Nebenflüsse der Donau (Drau, Theiss,
Maros) und die Seestrecke von Mulina bis Odessa, im ganzen 619, ½ österr.
Meilen.
Von der Gründung bis zum Ersten Weltkrieg entwickelte sich das Unternehmen
kontinuierlich . Ende des 19. Jahrhundert erfolgte der Erwerb eines der größten
Steinkohlenbergwerke Ungarns im Fünfkirchener Becken, das die Kohlen
für die Versorgung der Dampfschiffe lieferte, sowie einer Eisenbahnlinie
"Mohacs-Fünfkirchen" (60,78 km)., die die Verbindung zwischen
den Steinkohlebergwerken und den Schifffahrtslinien herstellt und deren Strecke
teilweise auch von der ungarischen Staatsbahn benutzt wurde. Durch das Diktat
von St. Germain musste dann der größte Teil der Flotte abgeliefert
werden bei entsprechendem Kapitalverlust. Ab Ende der 1930er Jahre zugehörig
zur "Hermann-Göring" Aktiengesellschaft für Binnenschifffahrt.
1939 wurde die deutsche Donauschiffahrtsgruppe zwecks engerer Zusammenarbeit
mit der "Bayerischen Lloyd Schiffahrts A.-G. Regensburg" und mit
der "Continental Motorschifffahrtsgesellschaft Das Grundkapital betrug
24 Mio. fl. C.M., begeben in ganzen Aktien zu fl. 500,- und halben Aktien
zu je fl. 262, ½. Das Aktienkapital hat sich bis zur Jahrhundertwende
nicht verändert, spätere Kapitalerhöhungen wurden als Anleihen
ausgegeben. Rarität!
SAMMLUNG FRIEDHOFSGESELLSCHAFTEN
PAISLY CEMETERY LIMITED
Cerificate # 432; 15. July 1887; Farbe: siehe Umschlagseite; Maße: 36 X 28; Druck auf Tierhaut, Ornamentik in goldfarben; Originalunterschriften der Direktion, rückseitiger Übertragungsvermerk von 1947;
auf dem Friedhof von Paisley in Schottland steht heute direkt im Eingangsbereich ein Denkmal zu Ehren der 70 Kinder, die bei einem Kinobrand in Paisley ums Leben kamen. Rarität, dieses Exemplar wurde Anfang der 1990er Jahre in Belgien versteigert und kommt nun durch diese Sammlungsauflösung erneut zum Aufruf.
Ausruf: € 700
I. PRESSBURGER LEICHENBESTATTUNGSANSTALT
Inhaberaktie über Gulden österr. Währ. 100; Pressburg;
29. Januar 1871; # 138; Farbe: blau, schwarz, beige; Maße: 24,9 x 33,8;
- Gründeraktie! kleiner Einrisse am Rand mit Archivpapier hinterlegt;
Rarität! (10874) VF
Ausruf: E 1.200
den kompletten Katalog
zum Download als pdf hier
Erhaltungshinweise (international)
| UNC | = UNICIRCULATED (ausgabefrisch, sauber, glatt) |
| EF | = EXTREMELY FINE (kleine Faltspuren oder geringe Flecken) |
| VF | = VERY FINE (Umlaufspuren, jedoch das Druckbild unbeschädigt) |
| F | = FINE (Faltspuren oder kleine Einrisse) |
| VG | = VERY GOOD (starke Umlaufspuren, evtl. Fehlstücke an Ecken und Rändern) |
| G | = GOOD (Wie VG, jedoch evtl. fehlende Stücke im Druckbild) |
Sollten Sie Fragen haben, beantworten wir
Ihnen diese auch gerne am Telefon, rufen Sie an.
Auktions- und Handelshaus Tschöpe
gegründet 1978
Historische Wertpapiere und Finanzdokumente
Bruchweg 8, D - 41564 Kaarst
Telefon (49) 02131/602756 - Telefax (49)
02131/667949 - Mobil: 0171/2068386
E-Mail: info@tschoepe.de