Auktionshaus Tschöpe Historische Wertpapiere u. Finanzdokumente
Bruchweg 8, D - 41564 Kaarst Tel. (49) 02131/602756 Telefax (49) 02131/667949 E-Mail: info@tschoepe.de


       


54. Auktion
Historischer Wertpapiere und Finanzdokumente
Auktionshaus Reinhild Tschöpe
11. Dezember 2004, 14:00 Uhr
im Ramada Renaissance Hotel Düsseldorf

Der Katalog der 54. Auktion (Internetversion)
zum Download als pdf-files nach Losnr. hier
Ergebnisliste hier

Nachverkauf bis zum 15.1. 2005
Bieterformular Nachverkauf Gebote per E-Mail Formular Mail bid-formular

Überblick des Angebotes

Bieterformular Neu: Gebote per E-Mail Formular Mail bid-formular

Zum Ausruf gelangte ein international sortiertes Angebot
von rund. 600 Losen historischer Wertpapiere und Finanzdokumente mit folgenden Raritäten und äußerst seltenen Titeln, u.a.:
Ca. 550 Losen historischer Wertpapiere und Finanzdokumente mit folgenden Raritäten und äußerst seltenen Titeln, u.a.: Sylter Dampfschiffahrt Gründer von 1883; Lauchhammer, Vereinigte vorm. Gräflich Einsiedel´sche Werke, Gründer von 1872; Bergbau- und Hütten-Gesellschaft zu Peine, Gründer von 1857; Anteil des Vereins zur Errichtung und Unterhaltung einer deutschen Fachschule für Blecharbeiter zu Aue in Sachsen, Leipzig 1878; Phoenix, Aktien-Gesellschaft für Bergbau und Hüttenbetrieb, Duisburg-Ruhrort von 1907; Eisenerz-Bergwerk Bismarck, Anteil über 84 Kuxe, Düsseldorf 1912; Kux des Eisen- und Braunstein Bergwerk Consolidierte Bleibtreu, Düsseldorf 1912; Demminer Brauerei AG Lit A von 1939; Demminer Zuckerfabrik von 1884 Lit A und Lit B; Friedrich Wilhelm Preussische Lebens- und Garantieversicherungs- AG von 1901; City of Berlin, Anleihe über L 1.000 von 1927, gelaufenes Stück; Köln-Krefelder Versicherungs AG von 1922; Alliance, British & Foreign Life & Fire Assurance Company von 1824 mit Originalunterschrift Nathan Rothschild; Hollandsche Brand- en Levens-Verzekering Societeit von 1808; etc. Desweiteren kommen u.a. zum Aufruf: eine große internationale Bankensammlung, eine Sammlung von Friedhofsaktien und Finanzdokumenten, u.a. Paisley Cemetery Company Ltd von 1884, eine große Sammlung deutscher und holländischer Stadtanleihen, u.a. Keytum von 1922, Dortmund über M 5.000 von 1922; Heilbronn über M 5.000 von 1923 etc.; Ambt Hardenberg, Breda, Stadt Culemborg von 1791 ,eine Sammlung Österreich, u.a. mit zwei Titeln der Kaiser-Ferdinands Nordbahn von 1832 und 1842 mit Rothschild-Autograph, Internationale Sammlungen aus dem Bereich Banken, Chemie, Bäder- und Heilanstalten, sowie internationale Eisenbahnaktien- und Anleihen, z.B. Mississippi Valley Railroad Company, engl. Ausgabe von 1894; Autographenaktien USA sowie Titel des 17. und 18. Jahrhunderts runden unser Angebot ab.



AUS DEM AUTOGRAPHENBEREICH:

STANDARD OIL COMPANY

Zertifikat über 6 Shares zu je US$ 100; #203; Cleveland, den 29. April 1878; Farbe: beige, grau, schwarz; Maße: 16,5 X 27,5; Eingetragen auf und rückseitig original unterschrieben von John D. Archbold (1848-1916) unter der Übertragung auf J. D. Rockefeller am 3. May 1878, vorderseitig original unterschrieben von John D. Rockefeller (1839-1937)als President und Henry Morrison Flagler (1830-1913) als Secretary. Am 10 Februar 1870 wurde die Firma Rockefeller, Andrews and Flagler mit einem Grundkapital von $ 1,0 Mio. in die heute schon legendäre Standard Oil Company umgewandelt

Standard Oil Company John D. Archbold Unterschrift Archbold John D. Rockefeller Unterschrift Rockefeller
John D. Rockefeller
stieg 22 jährig mit einer kleinen Firma auf dem Raffinier-, Transport- und Verkaufssektor in das Ölgeschäft ein und erreichte durch den Bau von Pipelines, zahlreichen Ankäufen und eine mächtige Monopolstellung. 1878 erreichte der Anteil seiner Standard Oil Comp. 95% des gesamten Erdölmarktes. 1911 löste das Oberste Bundesgericht durch das Anti-Trust-Gesetz die Standard Oil auf. Zu dieser Zeit besaß da Unternehmen die Kontrolle über 62 Gesellschaften, die ihrerseits 53 weitere Unternehmungen beherrschten. John D. Rockefeller besaß letztlich das größte Privatvermögen, das jemals in der Neuzeit zusammengetragen wurde und verwendete einen erheblichen Teil für Stiftungen (Rockefeller-Foundation etc.). Aus der Standard Oil (Esso) Rockefellers gingen letztlich zahlreiche, heute große Ölkonzerne hervor wie Exxon, Mobil-Oil, Stadard Oil of California und Standard Oil of Indiana. Heutige Nachfolgekonzerne der Standard Oil sind Exxon, Mobil, Chevron, BP, Amoco, Conoco, Arco und Marathonoil. J. D. Rockefeller's Name steht auch heute noch als Synonym für Reichtum und Macht.
Henry Morrison Flagler engagierte sich mit zunehmenden Alter in Florida. Er baute Hotels und Vergnügungsparks und plante die notwendigen Veränderungen der Infrastruktur. Die von ihm erbaute legendäre Florida East Coast Railway war die erste Bahnlinie, die die größeren Orte an der Ostküste miteinander verband. Erst durch diese Aktivitäten wurde Florida für den Tourismus erschlossen. Flagler starb schließlich hochverehrt als Founder of Florida in West Palm Beach, wo sein Wohnhaus heute als Museum besichtigt werden kann
John D. Archbold war neben den Rockefellers, Flagler und Rogers die dominierende Persönlichkeit in der Geschichte der Standard Oil. Nach dem Anti Trust Prozess 1911 legte Rockefeller sein Amt als Präsident von Standard Oil nieder und setzte Archbold als seinen Nachfolger ein. Certificate der "Standard Oil of Ohio" mit dieser Unterschriftenkombination J .D. Archbold/J.D.Rockefeller gehören zu den absoluten Raritäten, erst bei den Trust-Certifikaten zeichnete Archbold als Nachfolger J.D. Rockefellers. VF

Ausruf: € 6.500



NEW-YORK & HARLEM RAILROAD COMPANY

NEW-YORK & HARLEM RAILROAD COMPANY (Commodore) Cornelius VanDerbilt (1794-1877) Unterschrift Vanderbilt

Drei Receipt-Certificate (komplette Buchseite mit drei Steuermarken), der dritte Eintrag ( wurde eingeklebt, da außerhalb des Offices unterschrieben) erfolgte am 20. September 1864 und dokumentiert den Empfang von Zinsen in Höhe von $ 2.520, 7/100 an einem gezeichneten Kapital in Höhe 118.000 Dollar an der New York and Harlem Railroad of Interest zum 1. Februar 1865. Original unterschrieben von Cornelius (Commodore) Vanderbilt. VF Rarität!
Ausruf: € 2.500

Historie (Commodore) Cornelius VanDerbilt (1794-1877)
Am 27. Mai 1794 wurde Mynheer Cornelius Vanderbilt als Sohn holländischer Einwanderer, die kurz nach der Gründung New Yorks nach Amerika auswanderten, auf Staaten Island geboren. Zu jener Zeit war die Insel in große Grundstücke aufgeteilt, die von ihren Bewohnern landwirtschaftlich genutzt wurden. Die erzeugten Erträge wurden dann auf den New Yorker Märkten verkauft. Vanderbilt, der Ältere kam, nachdem er sein eigenes Boot auch zur Beförderung fremder Marktwaren verliehen hatte, auf die Idee, ein Fährboot - ferry boat - herzustellen, das regelmäßig jeden Morgen nach New York abfuhr und jeden Nachmittag von dort zurückkehrte. Cornelius Vanderbilt, dem man den allen Holländern eigenen, unwiderstehlichen Tätigkeitstrieb nachsagte, hielt wenig von der Schule und richtete sich mehr auf die praktische Seite des Lebens ein. Zufall und Geschäfte führten ihn, wenn er in die Stadt kam, an dem Platz vorbei, wo der Schiffsbaumeister Brown für Robert Fulton den ersten Dampfer erbaute. Cornelius Vanderbilt war gerade 13 Jahre alt, als die Clermont als erstes Dampfschiff ihre Jungfernfahrt aufnahm.
Cornelius Vanderbilt kaufte sich, mit von der Mutter geborgten 100 Dollar, sein erstes Boot und stürzte sich in die Selbständigkeit. Raubeinig, sparsam und arbeitsam zahlte er binnen kurzer Zeit seiner Mutter das Geld zu deren Erstaunen zurück. Bald hatte er genug verdient, um sich ein zweites Boot leisten zu können und lebte fast nur auf dem Wasser, was ihm seinerzeit den Beinamen "Cornelius, der Bootsmann" einbrachte.
Mit 20 Jahren heiratete er Sophia Johnson aus Port Richmond (Staten-Island). Das Paar siedelte nach New York über, wo Vanderbilt mit seinem Schwager De Forrest einen größeren Schoner, die "Charlotte" baute. Bald lernte er den vermögenden Thomas Gibbons kennen, der ihn als Kapitän auf seinen Schiffen anheuerte, und der den Transport von New York nach Philadelphia und nach Neu-Braunschweig betrieb. 12 Jahre fuhr Vanderbilt für Gibbon. Dann machte er sich wieder selbständig und baute in den folgenden 20 Jahren seine eigene Flotte auf. Ende der 1830er Jahre betrug die Zahl seiner Union-Dampfer bereits rd. 1.000.
Zur selben Zeit wurden die Goldfelder in Kalifornien entdeckt und in den folgenden Jahren trieb das Goldfieber Ströme von Goldsuchern in das Dorado. Der außerordentlich ansteigende Warentransport auf die andere Seite des Weltmeeres ließ die Herstellung kürzerer Verbindungswege zwingend notwendig werden. Infolgedessen wurde versucht, eine Eisenbahn über die Landenge von Panama zu bauen. Gleichzeitig wurde die "Postdampfschifffahrts-Gesellschaft des Stillen Ozean" - Pacific Mail Steamship Company- gegründet. 1855 war der Bau der Eisenbahn vollendet, die Dampferlinie wurde bereits 1848 eröffnet. Der ungeheure Umweg, den diese zurücklegen mussten, brachte Vanderbilt auf den Gedanken, eine kürzere Route zu ermitteln. Er beschloss, einen Landweg zu ermitteln, um so eine regelmäßige Seeverbindung von New York nach San Francisco zu errichten.
Inzwischen gründete Cornelius Vanderbilt die Accessory Transit of Nicaragua und konnte im Juli 1851 die Route nach Kalifornien via Nicaragua eröffnen. Die Mühen hatten sich gelohnt. Nun, da er ein Mann mit großem Vermögen geworden war, erfüllte er sich seinen Lebenstraum und baute nach eigenen Entwürfen die North Star, die auf der Vignette des hier angebotenen Bonds zu sehen ist. Diese baute er für seine berühmte Europareise 1853, die zugleich nach seinen eigenen Angaben sein allererster Urlaub war. Baukosten: 500.000 US $,
heute ca. 50 Mio. US $, eine enorme Summe in der Zeit, als Millionäre in den USA noch so selten waren, daß dieses Wort in den Zeitungen gesperrt gedruckt wurde. Am 19. Mai 1853 trat der Com-modore mit seiner ganzen Familie, einschließlich Schwiegersöhnen und engen Bekannten, eine mehrmonatige Europareise an, auf der er von den führenden Fürstenhäusern Europas, u.a. der Kaiserin Eugenie von Frankreich und vom russischen Zar, empfangen wurde. Zurückgekehrt aus Europa und nach Klärung des Transit War mit Morgan kümmerte sich Commodore Vander-bilt um den gerade beginnenden Eisenbahnbau und begann seine zweite Karriere als Eisen-bahnpromotor! Mit Beginn des Bürgerkrieges benötigte die Regierung der Nordstaaten dringend Transport-schiffe und kaufte zu guten Preisen Handelsschiffe auf. Mit seinem Anfang 1860 geschätzten Vermö-gen von ca. 20 Millionen US$ stieg er über Börsenkäufe von Eisenbahnaktien in dieses Ge-schäft ein. Zu Beginn besaß er lediglich eine kleine Eisenbahn, die Staten Island Rail Road, die den Verkehr auf der Insel von der Schiffsanlegestelle Vanderbilt - Landing ausge-hend, besorgte.
Mit einem geschickten Börsencoup machte VanDerbilt sich zum Hauptaktionär der New York and Harlem Rail Road, deren Aktienkurse auf ein Fünftel des normalen Wertes gefallen waren. Vanderbilt kaufte billigst, soviel er konnte, um sich dann selbst in den Verwaltungsrat zu wählen. Danach fing er mit seinem Sohn William daran, die Bahn zu reorganisieren. Die Gleise wurden verdoppelt, mehr Züge eingesetzt und die Einnahmen erhöht, der Aktienkurs stieg in kurzer Zeit wieder über 100. Mit der New York and Harlem hielt er die strategisch wichtigste Linie in der Hand, da die Bahn die Verträge zum Bau und Betrieb der New Yorker Bahnhöfe besaß. Mit dieser Strategie kaufte Vanderbilt weitere Bahnen und krönte sein Werk schließlich mit einem mitten in New York liegenden Kopfbahnhof, der erst kürzlich erfolgreich restaurierten New York Central Station. Das Eisenbahnimperium des Commodore Vanderbilt erstreckte sich bei seinem Tod im Jahre 1877 von New York über Albany und Buffalo bis zu den großen Seen.



THE ILION BANK HERKIMER COUNTY

Certifikate über Shs. 10 zu je $ 100 each;# 6; Ilion (New York), 6. Dezember 1852; Fare: beige, schwarz; Maße: 14 X 23; Originalunterschrift als President der Ilion-Bank: Eliphalet Remington (1793-1861) Waffenproduzent (Remington-Pistolen) und Landmaschinenhersteller.

THE ILION BANK HERKIMER COUNTY Eliphalet Remington (1793-1861)

Eliphalet II wurde am 28. Oktober 1793 als zweites Kind von Eliphalet und Elizabeth Remington geboren. Eliphalet II war der einzige Sohn von später 4 Geschwistern, so kam es, daß er in die Fußstapfen seines Vaters als Schmied trat. Im August 1816 im Alter von 22 Jahren schmiedete er seine erste Gewehrtrommel in der heimischen Schmiede in Herkimer County. Neben der günstigen Lage der Schmiede im Mohawk River Valley, dem östlichen Tor zu den Northwest Territorys und den steigenden Bevölkerungszahlen war vor allem die Qualität der Remington Produkte für ihren beispiellosen Erfolg verantwortlich. Im Jahre 1828 wurde eine neue Schmiede in der Nähe des neu gebauten Erie Kanals und des Mohawk Rivers errichtet. Im Verlaufe dieser Umzugsaktivitäten starb Eliphalets(II) Vater und er übernahm die alleinige Kontrolle über die Firma. Im Jahr 1845 stieg Philo, Remingtons erster Sohn in die Firma ein. Die beiden Brüder, Samuel und Eliphalet III(oder auch jr.) folgten ihm in den nächsten Jahren. Nachdem sich die Firma zunächst auf die Herstellung von Gewehrtrommeln spezialisiert hatte wurde die Produktpalette auf Handfeuerwaffen jeglicher Art erweitert. Die Remington Arms Company ist die am längsten ohne Unterbrechung produzierende Waffenfirma der USA. Als Eliphalet II im Jahr 1861 starb übernahm sein ältester Sohn Philo die Firma. VF Rarität!
Ausruf: € 1.200



STATEN ISLAND RAIL-ROAD COMPANY

Certificate über Shs. 50 # 258 zu je $ 50; 28. März 1854 Farbe: beige, schwarz; Maße: 18 X 24. Originalunterschrift als President: William Henry Vanderbilt (1821-1885) Sohn des Commodore.

STATEN ISLAND RAIL-ROAD COMPANY William Henry Vanderbilt (1821-1885)

William Henry erfuhr einen solide Bankausbildung und arbeitete anfangs an der Wall Street. Gesundheitlich angeschlagen kehrte er nach Staten Island zurück und arbeitete erst als Farmer. Später wurde er Commodore mit der Leitung der Staten Island Railroad beauftragt. In seiner Eigenschaft als President zeichnete er das hier offerierte Aktienzertifikat im Original. Die Staten Island Railroad versorgte, ausgehend von der Schiffsanlegestelle Vanderbilt-Landing, den Verkehr auf der New York vorgelagerten Insel Staten Island. Das hier angebotene Stück zeichnet sich durch eine überdurchschnittliche gute Erhaltung aus, die Strichentwertung wurde nicht im Rautenmuster vorgenommen, sondern sauber und ohne Ausläufer (bis auf eine kleine Stelle rechts unten) als Kreuz gezogen. Die Vignetten werden kaum beeinträchtigt. Federstrichentwertung, EF-VF
Ausruf: € 1.500



RENSSELAER & SARATOGA RAILROAD COMPANY

Certificate über Shs. 100 zu je $ 100 # 0017; City of Troy, 20. Dezember 1861; Farbe: beige, rot; Maße. 19 X 18.
Eingetragen und on verso im Original unterschrieben von Jay Gould, (1836 - 1892) Railroader, Eisenbahnpromotor

RENSSELAER & SARATOGA RAILROAD COMPANY RENSSELAER & SARATOGA RAILROAD COMPANY

Jay Gould, (1836 - 1892) Jay Gould, (1836 - 1892)
Jay Gould, Sohn eines Farmers, ging nach New York und entwickelte sich alsbald zu einem geschickten und skrupellosen Geschäftsmann. Zusammen mit James Fisk und Daniel Drew bildete er ein Dreigespann, das in der Schlacht um die Herrschaft über die Erie-Railroad gegen Commodore Vanderbilt antrat. Wie die meisten Eisenbahnkönige beschränkte sich Gould nicht nur auf die Führung einer einzelnen Eisenbahn, sondern auf die Politik mehrerer Gesellschaften - z.B. der Denver Pacific, der Central Pacific und der Missouri-Pacific, auf deren Geschickte er entscheidend Einfluss genommen hatte (J. Schmitz: Die amerikanischen Gründer auf Aktien und Anleihen).
Gould war nach dem Bürgerkrieg der "meistgehasste Mann Amerikas" (Warshow) - der "Mephistopheles der Wallstreet", düster, schweigsam, geheimnisumwittert, von "kaltblütiger Skrupellosigkeit" (E.P. Hoyt: The Goulds), nur für Geschäft und Familie da. Andererseits galt er unbestritten als der perfekte Geschäftsmann. "Wenn jemals Napoleon beauftragt worden wäre, das amerikanische Finanzwesen zu verbessern, er wäre in Gestalt von Jay Gould gekommen." (R. 0'Connor: Goulds Million) Steuermarke, aufgeklebter Stub mit Strichentwertung, die rückseitige Unterschrift ist sauber und nicht entwertet. EF Rarität!
Ausruf: € 1.200



ALLEGHENY VALLEY RAIL ROAD

Certificate über Shs 50 # 17;31. Oktober 1861; Farbe: beige, schwarz; Maße: 22 X 33;, Steuermarke,
Im Original 2 X unterschrieben als Transfersignatur von Henry Phipps Jr (1839-1930), Stahlindustrieller und Philantropist, Partner von Andrew Carnegie

ALLEGHENY VALLEY RAIL ROAD Henry Phipps Jr (1839-1930) Unterschrift Henry Phipps Jr (1839-1930)

Die kleine Maschinenfabrik der Brüder Klowman, die sich auf Radachsen spezialisiert hatten, nahmen den jungen Henry Phipps als Partner ihrer Firma auf. Henry Phipps war mit Andrew Carnegie befreundet. Thomas Carnegie machte dann den Vorschlag, die beiden Eisenwerke zusammenzuführen so daß eine neue Gesellschaft, die "Union Eisenmühle-Gesellschaft" entstand. Der große Bürgerkrieg war vorbei und damit begann vor allem der Wiederaufbau, besonders für Eisenbahnprojekte, Brückenbauten.. Henry Phipps machte als finanzieller Regent der Union Eisenwerke häufige Reisen nach Europa, und brachte neue Ideen und Erfindungen mit. Am 1. Dezember 1870 gründeten Klomann, Phipps und Carnegie die Firma Klomann, Carnegie & Co. Ein paar Monate später bereits begannen sie mit dem Bau des berühmten Hochofens "Lucie" an der 59. Straße in Pittsburgh. Die Keimzelle der Carnegie Steel Co. Ltd. entstand aus der Fa. Klomann & Co., Klomann & Phipps, Carnegie Phipps & Co. Ltd. und schließlich Carnegie Steel Co. Ltd, wobei es Carnegie meisterhaft verstand, die Fähigkeiten Henry Phipps zu nutzen. (11344) Äußerst selten! VF
Ausruf: € 800



AUS DEM BANKENBEREICH:

SOCIETE PAR ACTIONS POUR L'INVESTIGATION ET LE DEVELOPMENT D'ENTERPRISES EN RUSSIE
(Aktiengesellschaft für die Exploration und Einrichtung von Unternehmen in Rußland)

SOCIETE PAR ACTIONS POUR L'INVESTIGATION ET LE DEVELOPMENT D'ENTERPRISES EN RUSSIE


Gründeraktie über 1000 Rubel # 373, Moskau 1913; Farbe:, kaminrot, beige, schwarz; Maße: 34 X 26; Kps. + Talon, EF.

Diese Gesellschaft ist eine historisch bedeutsame Gründung deutscher Kaufleute in Russland. Initiator war der Konzern Wogau & Co. unter Beteiligung des Handelshauses Ludwig Knoop& Co. in Moskau. Diese beiden Firmen waren die reichsten Moskauer Handelshäuser zur Zarenzeit (siehe Aufsätze von Erik Meyer im HP-Magazin 9 und 10/2000 sowie 9/1999).
Die damals in Westeuropa gebräuchliche Bezeichnung der Gesellschaft war "STUDORUSS", gebildet aus den Wortstämmen "study/studies" und "Russia".
Treibende Kraft und Initiator für diese Gesellschaft war Hugo Marc, Schwiegersohn des geschäftsführenden Inhabers Hugo von Wogau. Die Idee seiner Gründung war, unter Akquisition westeuropäischen Kapitals die unermesslichen Bodenschätze Russlands einer gewinnbringenden wirtschaftlichen Verwendung zuzuführen, insbesondere neue Bergbauunternehmen zu errichten oder vorhandene zu übernehmen und auf Vordermann zu bringen.
Daneben gab es Pläne die reichen landwirtschaftlichen Produkte Sibiriens auf internationalen Märkten anzubieten. Wogau & Co. hatte schon mit viel Mühen versucht, sibirische Butter nach Westeuropa zu exportieren, aber es gab weder Kühlhäuser noch Kühlwaggons, um sie ohne Einbuße in Qualität zu transportieren. Solche Lager- und Transporteinrichtungen sollte die Gesellschaft aufbauen.
Welchen enormen Nutzen hätte diese Gesellschaft dem rückständigen Sibirien bringen können, wenn nicht der erste Weltkrieg ausgebrochen wäre. Die Studoruss blieb dadurch die allerletzte der vielen Gesellschaften, die das deutsche Handelshaus Wogau & Co in ihren 75 russischen Jahren gegründet hat.
Die russische Regierungskommission, die 1916 eingesetzt wurde, um den ("feindlichen" deutschen) Wogau Konzern zu liquidieren, stellte zur Gesellschaft "Studoruss" fest: "...gegen die Liquidierung sprach sich das Außenministerium aus, wegen der bedeutenden Beteiligung (über 40 %) von Aktionären aus den mit Rußland befreundeten bzw. neutralen Mächten..."
Mit der kommunistischen Revolution und der Vertreibung der Familie Wogau aus Russland war das Schicksal der Gesellschaft "Studoruss" endgültig besiegelt.
Die angebotene Aktie ist unterschrieben seitens des Hauses Wogau & Co. durch den geschäftsführenden Gesellschafter Hugo Marc, den Prokuristen Ferdinand Berg sowie seitens des Hauses Knoop von deren Teilhaber Rudolf Prowe.
Bisher sind auf dem Sammlermarkt nur ca. 3 - 4 Zertifikate der Studoruss registriert worden, die auf die "Société Générale de Belgique" ausgestellt sind.
Von den insgesamt 400 ausgegebenen Zertifikaten hatte die "Société Générale" ursprünglich 20 Stücke gezeichnet, die deutschen Bankiers Bethmann 19 Stücke, weitere rund 200 Stücke aus der Emission waren bei einzelnen risikofreudigen Anlegern aus Deutschland, England, Frankreich und den USA untergebracht worden. 48 Aktien hatte Wogau & Co. im eigenen Portefeuille gehalten. Äußerst selten!
Ausruf: € 500



BANK IN BASEL

Namenaktie Fr. 5000.-; Nr. 331; Basel 2.9.1855; rot, blau; Originalunterschrift Johann Jakob Speiser (1813-1856) - Banker und Bähnler

Bank in Basel Johann Jakob Speiser Johann Jakob Speiser

Der Schöpfer des Schweizer Frankens von 1850, Johann Jakob Speiser, flog in seiner Heimatstadt Basel vom Gymnasium. Als lernwilliger und unternehmungslustiger Selfmademan sammelte er in Frankreich und in England kaufmännische Berufserfahrung. Nach seiner Rückkehr war er Hauptinitiator bei der Gründung der "Bank in Basel". Der geschätzte Fachmann inspirierte als Berater manch weitere Bankgründung in allen Ecken der Schweiz. Für den Bund managte er nicht nur die Währungsreform, sondern er erarbeitete auch die Grundsätze zur Führung einer eidgenössischen Staatsrechnung. Außerdem trat er als bahnpolitischer Pionier auf und übernahm die Leitung der 1852 gegründeten Schweizerischen Centralbahn. Im Jahre 1843 hat der weitgereiste Johann Jakob Speiser die Giro- und Depositenbank in Basel gegründet. Das Geschäft verlief nicht den Vorstellungen der Gründer, so dass das Institut bereits 10. März 1845 liquidiert wurde und die Verantwortlichen gleichentags die Bank in Basel mit einem Kapital von Fr. 0.5 Mio, eingeteilt in 100 Aktien, ins Leben gerufen haben. Bereits am 15. September 1845 wurden die ersten Banknoten in Gesamthöhe von Fr. 0.5 Mio. emittiert. 1846 erfolgte eine weitere Kapitalerhöhung durch Ausgabe von 100 Aktien zu Fr. 5000. Im Jahre 1855 wurde das Kapital nochmals auf Fr. 2 Mio. durch Ausgabe von 200 Aktien erhöht. Nach Gründung der Schweizerischen Nationalbank verlor die Bank in Basel ihr angestammtes Geschäft. 1907 hat der Schweizerische Bankverein ein Übernahmeangebot unterbreitet und nach deren Zustandekommen wurde die Bank in Basel liquidiert. Das angebotene Stück wurde von J. J. Speiser als Bankdirektor und Wilhelm Burckhardt-Forcart als Präsident im Original unterschrieben. Ein bedeutendes Wirtschaftsdokument aus Basel. Aktien von privaten Notenbanken aus der Schweiz werden sehr selten angeboten. Der damalige Liquidationserlös wurde durch Übergabe des Aktientitels ausbezahlt und es sind zur Zeit bislang nur zwei Stücke bekannt
Rarität!
Ausruf: € 7.000



BANK OF DELAWARE

Certificate über eine Aktie, eingetragen auf den Trustee der Gesellschaft zur Errichtung von Schulen im Staate Delaware., # 440; Bank of Delaware, 25. Oktober 1797; Farbe: beige, braun; Druck auf Bütten mit Wasserzeichen; großes Trockensiegel mit Abbildung eines Seeglers; Ganzkupferstich; Maße: 14,5 X 28;

BANK OF DELAWARE

Originalunterschrift des ersten Cassierer der Bank John Hayes, der sein Amt bis 1810 bekleidete und einen Monatslohn von $ 600 erhielt. Das Institut wurde 1795 in Wilmington gegründet und im Jahre 1865 umgewandelt in "The National Bank of Delaware". Erster President wurde Joseph Tatnall, der dieses Amt bis zum Jahre 1802 innehatte.
Im Jahre 1989 wurde diese altehrwürdige Bank von der PNC-Financial Group mit Sitz in Pittsburgh übernommen.
Sehr frühe Bankaktie der USA, ausgegeben nur vier Jahre nach Gründung der "Bank of the United States of America". VF Rarität!
Ausruf: € 1.200



VERSICHERUNGEN

FRIEDRICH WILHLEM PREUSSISCHE LEBENS- UND GARANTIE-VERSICHERUNGS-ACTIEN-GESELLSCHAFT ZU BERLIN

Aktie über M 1.500; # 2487; Berlin, 6. September 1901; Farbe: gelb, schwarz, grau; Maße: 35 X 31.

FRIEDRICH WILHLEM PREUSSISCHE LEBENS- UND GARANTIE-VERSICHERUNGS-ACTIEN-GESELLSCHAFT ZU BERLIN

Die Gesellschaft wurde 1865 gegründet. 1913 erfolgte die Umfirmierung in "Friedrich Wilhelm Lebensversicherung Aktiengesellschaft". 1922 schloss sich die Gesellschaft dem Gerling-Konzern an. 1954 wurde die Firmierung geändert in "Friedrich Wilhelm Magdeburger Lebens
versicherungs -Aktiengesellschaft", 1962 dann Umfirmierung in "Gerling Konzern Friedrich Wilhelm Lebensversicherungs Aktiengesellschaft". 1901 wurden 2.000 Aktien zu je M 1.500 begeben. Faksimileunterschrift als Präsident des Kuratoriums: Victor Herzog von Ratibor. EF-VF, Äußerst selten!
Ausruf: € 1.200



THE ALLIANCE BRITISH & FOREIGN LIFE & FIRE ASSURANCE COMPANY

Sammelzertifikat über 20 Aktien zu je L 100; # 11.803 - 11822; Farbe: beige, schwarz; Maße: 32 X 20, Doppelblatt mit innenseitigen Statuten, Druck auf Bütten mit Wasserzeichen; Originalunterschrift in seiner Funktion als einer der vier Präsidenten der Gesellschaft: Nathan M. Rothschild, (1777 - 1836) Bankier, und Gründer des Londoner Hauses Rothschild.

THE ALLIANCE BRITISH & FOREIGN LIFE & FIRE ASSURANCE COMPANY Nathan M. Rothschild, (1777 - 1836) Nathan M. Rothschild, (1777 - 1836)

Mit Ausgang des 17. Jahrhundert entstanden in England die ersten Versicherungsgesellschaften der Geschichte, beginnend mit der Seefahrtsversicherung über die Feuerversicherung bis hin zur Lebensversicherung, so daß England als Mutterland der Versicherungsgeschichte gilt und die Grundlagen des modernen Versicherungswesens legte. Die Alliance British and Foreign Life and Fire Assurance Company wurde mit einem Kapital von L 5,0 Mio. Sterling gegründet. Geschäftsbereich: Lebens- und Feuerversicherung im In- und Ausland. Das Präsidium wurde geleitet von John Irving und weiteren vier namhaften Anteilseignern : Francis Baring, Samuel Gurney, N. M. Rothschild, der die Versicherung gründete und lange Jahre leitete und Moses Montefiore, Schwager N. M. Rothschilds. Francis Baring war Begründer der Weltfirma Bearing in London. Der zweitälteste Sohn Alexander Bearing ging nach seiner Ausbildung im Haus Hope, Amsterdam nach Nordamerika, wo er sich mit der Tochter William Binghams, der damals zu den reichsten Männern Amerikas zählte und seiner Tochter eine Mitgift von 900.000 Dollar mitgab, vermählte. Nach dem Tod des Vaters trat er an der Spitze des Hauses Baring und war somit neben Nathan M. Rothschild Anteilseigner der Alliance. Beide auf dem europäischen Geldmarkt Rivalen, aber klug genug, ihre Kraft nicht in nutzlosen Kämpfen zu zersplittern. Bezeichnete Richelieu noch 1818 die Baring & Comp. als sechste Großmacht Europas, so war zwei Jahre später unbestritten Rothschild an diese Stelle gerückt. Was der alte Meier Amschel Rothschild in Frankfurt seit 1770 mit seinem kleinen Wechsel- und Tuchgeschäft verdiente, fand in London unter Nathan M. Rothschild den richtigen Boden und war seit 1820 auf dem Weltmarkt zu einem ausschlaggebendem Faktor geworden. VF-EF
Rarität!
Ausruf: € 1.200


 

HOLLANDSCHE BRAND- EN LEVENS-VERZEKERING SOCIETEIT

HOLLANDSCHE BRAND- EN LEVENS-VERZEKERING SOCIETEIT

Namens-Aktie über Gulden 2.000 # 60, eingetragen auf Johannes Ameshoff; Amsterdam, 24. December 1808; Farbe: beige, schwarz, Doppelblatt, Druck auf Bütten mit Wasserzeichen, Trockensiegel mit Königskrone; Originalunterschriften der Direktion. Maße: 45 X 28, Knickfalten, Einrisse am rechten Rand, kein Papierverlust. Indossamente bis 1923, zuletzt übertragen auf die englische Sun Insurance, gegr. 1719 in London am 10. März 1923. Gründerstück, es wurden 250 Aktien zu je Gulden 2000 begeben. Sehr frühes, holländisches Versicherung-Stück, nicht gelistet, Rarität! Kps. + Talon VF
Ausruf: € 850


 

BERGBAU-UND HÜTTENGESELLSCHAFTEN


Von den Anfängen der Hannover-Braunschweigischen Groß-Eisenindustrie zur Peine-Salzgitter-AG
Als am Beginn des 19. Jahrhunderts ein Bauer bei Peine einen meterhohen Schmelzofen mit Eisenresten aus spätrömischer Zeit entdeckte, ahnte man noch nicht, daß sich zwischen Peine und Salzgitter unter fruchtbarem Lößboden, auf dem Zuckerrübe und Weizen gediehen, die weitaus größte deutsche Eisenerzlagerstätte mit einem Roherzvorrat von rund 2 Mio. Tonnen befand. Die in der Tiefe liegenden Schätze blieben vorerst unbeachtet, weil eine rationelle Verhüttung der "sauren" Eisenerze mit einem Eisenanteil von 30 bis 32 % technisch noch nicht möglich war.
Die deutsche Schwerindustrie an Rhein, Ruhr und Saar hatte ihre Entwicklung mit den üblichen Anlaufschwierigkeiten bereits hinter sich, als im Hannoverschen im Jahre 1856 die "Georgs- Marien- Hütte" bei Osnabrück und die kurzlebige Hostmannsche Bergbau- und Hütten- Gesellschaft zu Peine, aus der 1858 die "Ilseder Hütte" hervorging, gegründet wurden.
Der Celler Bankier Carl Hostmann und der aus Linden stammende Fabrikant Fritz Hurtzig schürften 1853 in Oberg nach Kohle. Sie beantragten bei der Regierung in Braunschweig und Hannover das Recht auf Bergbau für die Gemeinden Adenstedt, Klein- und Großbülten, Gadenstedt, Münstedt, Schmedenstedt u. Groß Ilsede; die erblichen Konzessionen erhielt Hostmann im Dezember 1856. Inzwischen hatte Hostmann die Statuten der geplanten Aktiengesellschaft, die den Namen "Welfen Berg- und Hütten- Gesellschaft" erhalten sollte, was aber vom welfischen Königshaus abgelehnt wurde und so unter der Benennung "Bergbau- und Hütten- Gesellschaft zu Peine" prospektiert wurde, festgelegt. Geplant waren 6 Hochöfen, Schmelz-, Puddel-, Walz-, Gießerei- und Maschinenwerke etc. und dafür benötigte er Geld.
Das Grundkapital von 5,0 Mio Tlr. war im Frühjahr 1857 auf 334.000 Tlr. eingezahlt und ein belgisches Unternehmen begann in Groß Ilsede mit der Errichtung des Hüttenwerkes. Die Platzierung der Aktien erwies sich jedoch als schwierig, die Gelder reichten nicht aus und Anfang 1858 mussten die Bauarbeiten eingestellt werden. Am 21 Januar 1858 endete Hostmann durch Freitod.
Hurtzig und der Schwiegersohn Hostmanns kauften den Hüttenplatz aus der Konkursmasse und gründeten am 6. September 1858 die Aktiengesellschaft "Ilseder Hütte", deren Aktien sie den Aktionären der Bergbau und Hüttengesellschaft zu Peine, die bereits Zahlungen geleistet hatten, zum Tausch anboten.
Im Jahre 1868 etablierte sich im Raum Salzgitter die vom Kommerzienrat Friedrich von Voigtländer in Braunschweig, J. C. Godeffroy in Hamburg und Carl Ruetz in Dortmund ins Leben gerufene "Actien- Gesellschaft Eisenwerke Salzgitter", die um die Jahrhundertwende vier Hochöfen, Kokereien und Gießhallen in Betrieb hatte.
Der Entschluss der nationalsozialistischen Reichsregierung im Jahr 1937, auf der Grundlage der Eisenerzvorkommen im Salzgitter- Höhenzug das größte Hüttenwerk Europas, die Reichswerke A.G. für Erzbergbau und Eisenhütten Hermann Göring zu errichten, führte 1942 nach Zusammenlegen von 28 ländlichen Gemeinden des Regierungsbezirkes Braunschweig zur Gründung der Großstadt Salzgitter.
Hier sollte nach Plänen des Amerikaners Brassert ein "zweites Ruhrgebiet" entstehen. Nach dem Krieg mussten auf Anordnung der alliierten Siegermächte die noch funktionsfähigen Hochöfen und das Walzwerk demontiert werden. Für den Wiederaufbau sorgte der Salzgitter- Konzern als Nachfolger der Reichswerke. Er entwickelte sich nach dem Zusammenschluss mit der "Ilseder Hütte" und dem "Stahlwerk Peine" im Jahr 1970 zum drittgrößten Stahlproduzenten der BRD unter Umfirmierung in Stahlwerke Peine-Salzgitter. Der staatseigene Salzgitter- Konzern wurde Ende 1989 von der Preussag übernommen. 1998 wird die Preussag Stahl AG wieder selbständig als Salzgitter AG-Stahl und Technologie. Im Jahr 2.000 erfolgte die Übernahme der Mannesmannröhren-Werke AG, Mülheim/ Ruhr. 2001 wurde dann die Umsetzung der neuen Organisationsstrukturen des Salzgitter-Konzern durchgeführt, auf deren oberster Ebene die Salzgitter AG als Management-Holding steht.


BERGBAU- UND HÜTTEN-GESELLSCHAFT ZU PEINE

Aktie über Thaler 500 Courant; Peine, 2. Januar 1857; # 6063; Farbe: siehe Farbtafel; Maße: 30,5 X 39; Gründeraktie! Das Zertifikat weist die Originalunterschriften der beiden Gründer Carl August Ferdinand Hostmann und Fritz Hurtzig auf, die Firmierung läuft im Unterdruck als Wasserzeichen durch das gesamte Druckbild.

Bergbau Peine Fritz Hurtzig Carl August Ferdinand Hostmann

Ab Anfang der 1980er Jahre als eines der Prunkstücke der Sammlung des Braunschweigers Manfred Denecke bekannt und veröffentlicht als Titelseite seines Buches "Deutsche Wirtschaft und Finanzgeschichte aus der Sicht eines Sammlers Historischer Wertpapiere", wechselte dieses Stück im Jahre 1992 den Besitzer und ist bis heute im Markt ein Einzelstück, das nun erneut aufgerufen wird. Kleine Randverfärbung durch Rahmung, Knickfalten, VF
Rarität!
Ausruf: € 9.000



EISENERZBERGWERK BISMARCK

EISENERZBERGWERK BISMARCK

Kuxschein # 1-84 der in 100 Kuxen eingeteilten Gewerkschaft, eingetragen auf den Grubenvorstand und Gewerken Heinrich E. Weber aus Düsseldorf. Die Eisenerzgrube lag in den Gemeinden Nauheim, Waldgirmes und Blasbach des Kreises Wetzlar a.d. Lahn. Düsseldorf, 20. Juli 1912; Farbe: hellblau, beige; Historismusrahmen; Originalunterschrift des Grubenvorstandes Weber. Die Grube gehörte zum Mannesmannkonzern. Rarität aus Privatbesitz! EF

Ausruf: € 800



HARPENER BERGBAU ACTIEN-GESELLSCHAFT

Aktie über Thaler Preussisch Courant 200; Blankette; Dortmund, den 1. Januar 1858; Farbe: beige, braun, gelb, weiß; Maße: 28,9 X 39,7;
Gründeraktie.

HARPENER BERGBAU ACTIEN-GESELLSCHAFT

Die Gesellschaft wurde im Januar 1856 auf 12 in der Nähe von Harpen unweit Bochums gemieteten Kohlenfeldern mit einem Kapital von 1,1 Mio. Tlr. gegründet. 1859 wurde mit der regelmäßigen Förderung begonnen. 1926 Erwerb der Zeche "Massen" durch die Gewerkschaft "Siebenplaneten" von der Buderus-Eisenwerke AG Wetzlar. Es folgte die Errichtung einer Zentralkokereianlage auf der Zeche "Gneisenau". 1936 beteiligte die Ges. an der Gründung der "Steinkohlen-Elektrizitäts AG Essen". 1940 Übergang der Zechen-Gruppe Herne sowie der Zeche Victoria mit der Gew. "Victoria Fortsetzung" auf die "Reichswerke Hermann Göring" gegen Gewährung von Aktien der "Anhaltischen Kohlenwerke". In den Jahren 1960-1969 erfolgten diverse Stillegungen von Zechen, Kokereien und Gewerkschaften. Harpen erhielt dafür einen Einbringungsanspruch, der über 20 Jahre getilgt werden sollte. 1970 Umfirmierung in "Harpener Aktiengesellschaft". Der Tätigkeitsbereich der RWE-Tochter ist die Erzeugung elektrischer Energie, der Vertrieb von Mineralölen, die Binnenschifffahrt, der Handel mit Baustoffen, der Umschlag und die Lagerung von Gütern aller Art, Spedition und LKW-Nah- und Fernverkehr sowie die Verwaltung von Grundstücken einschließlich ihrer Bebauung. Vor gut vier Monaten hatte der Versorgungskonzern RWE nun verkündet, er wolle seine Tochter vollständig übernehmen. Mehr als 95 Prozent der Aktien waren bereits im Besitz von RWE. Somit wurde das Ende der Börsennotierung der Harpen AG eingeläutet. Das frühere Bergbau-Unternehmen Harpen erzielte zuletzt mit knapp 700 Beschäftigten einen Umsatz in Höhe von 264 Millionen.
Die vielfarbige Aktie wurde von einem der hervorragenden Illustratoren der Düsseldorfer Malerschule, Johann Baptist Sonderland, (1805-1878) gestaltet. Das eigentliche Aktienpapier stellt er als Pergamentrolle mit eingerollten Ecken dar. Spätgotisches Blattwerk, Wein- und Blütengirlanden, Minerva, Merkur, Putten, Mutter Natur mit Füllhorn sowie die Zechenbauten "Prinz von Preussen" und "Heinrich Gustav" schmücken die Aktie, die man als graphische Kostbarkeit bezeichnen kann. Äußerst selten!
Ausruf: € 2.800


 

METALLGESELLSCHAFTEN

DEUTSCHE FACHSCHULE FÜR BLECHARBEITER

Sammelzertifikat über 2 Antheile zu je Mark 10; Leipzig; 4. Februar 1878; #2519 und # 2520; Farbe: braun, grau, beige; Maße: 39,9 x 28,6; -

DEUTSCHE FACHSCHULE FÜR BLECHARBEITER Die Bearbeitung von Eisen und Stahl erhielt mit dem Beginn der Industrieperiode neue, größere Bedeutung, die damit die Herstellung von Maschinen durch Maschinen, also die Notwendigkeit des Baus von Werkzeugmaschinen, initiierte. Erfinderische und willensstarke Männer wie Erdmann Kircheis, Johann von Zimmermann (Zylinderkupplung), Wilhelm von Pittler (Revolverdrehbank als Prototyp einer Universal-Metallbearbeitungsmaschine ) und Rudolph Sack (Universalpflüge) gehören zu den Bahnbrechern des deutschen Werkzeugmaschinenbaus, die damit der umfassenden Industrialisierung Sachsens, seinem Kraft- und Arbeitsmaschinenbau die Tür aufstießen.
Die Bearbeitung von Grauguß entwickelte sich im sächsischen Lauchhammer und ist dem Pionier der Industrialisierung Graf Detlef Carl von Einsiedel sowie den durch ihn engagierten Bildhauern Wiskopil und Mattenberger zu danken. Sie führten ab 1784 den sächsischen Kunstguss zur Blüte.
1872 Einführung der Gewerbefreiheit in Deutschland dadurch engerer Zusammenschluss zwischen den Angehörigen des deutschen Blecharbeitergewerbes
Erdmann Kircheis, 1830 - 1894, Erfinder und Unternehmer, wurde mit einer Vielzahl von ihm erarbeiteter Grundlagenpatente zum Begründer des Baus von Blechbearbeitungsmaschinen. In seiner 1861 gegründeten Erdmann Kircheis Maschinenfabrik Aue entstanden Pressen und Blechverpackungsmaschinen, die für die später folgende einschlägige Industrie in der Welt Vorbild waren.
Erdmann Kircheis erfand die industriemäßige Herstellung von Sicken und Emballagen. Seinem Wirken ist die Gründung der Fachschule für Klempner und Blecharbeiter 1878 in Aue zu danken, Im Oktober 1877 erfolgte Eröffnung der Höheren Deutschen Fachschule für Metallbearbeitung und Installation; angeboten wurde theoretischer und praktischer Unterricht für junge Gewerbetreibende aus der Blechindustrie Gelehrt wurde in den folgenden Fächern: Deutsch, Arithmetik, Geometrie, Physik, Technologie, Buchführung, Modellierung, Kunstgeschichte, Zeichnen ; praktische Fächer : kunstgewerbliche Arbeiten, Erlernen der Techniken des Klempnergewerbes in der Be- und Verarbeitung der Metallbleche ;1890 Einführung des Werkstattunterrichtes der Gas- und Wasserinstallation.
Ab 1926 bestehen folgende Abteilungen : Massenfabrikationen von Metallwaren Schnitte und Stanzenbau Elektroinstallation Bauklempnerei und Installation Heizungs- und Lüftungstechnik.
Ab 1946 Fachschule für Klempner und Installateure (Schule bleibt während den Kriegsjahren in Betrieb) 1949 Umbenennung der Fabrik in "Werk 512" durch Übernahme des "HiLo"-Betriebes; erweitertes Produktionsprofil (Reparatur, Neuanfertigung, ) 1950 Namensänderung der Schule in Gewerbliche Berufsschule II; die Berufsausbildung für Klempner, Friseure und Bauberufe beginnt;
1960 Umbenennung in Betriebsberufsschule "Geschwister Scholl"; Profiländerung: Ausbildung von Begleitungsfacharbeitern, Nähmaschinenmechanikern, Täschnern und Handschuhmachern; 1968 Änderung des Fabriknamens von "Werk 512" in "Betrieb für Bergbauausrüstung" (BBA); 1990 Begin der Rekonstruktion der vorhandenen Berufsschule und Planung des neuen Beruflichen Schulzentrums für Technik Aue
1990 Schließung des "Betriebes für Bergbauausrüstung" nach jahrelanger Existenz auch auf dem internationalen Markt ;Juni 1996: Endgültige Fertigstellung aller neuen Gebäude und somit Erweiterung der Schülerzahl auf über 1500 .
Kleinere Einrisse an den Knickfalten rechts und links bzw. oben und unten jeweils mit Archivpapier hinterlegt;
Rarität! VF
Ausruf: € 700



EISEN UND METALL AKTIENGESELLSCHAFT ESSEN

EISEN UND METALL AKTIENGESELLSCHAFT ESSEN

Aktien-Urkunde über RM 1.080.000,- # 2161-3240 zu je RM 1.000; Essen, den 8. Oktober 1942; Farbe: beige, schwarz; Maße: 21 X 30. Originalunterschriften Winkhaus und Lehr als Aufsichtsrat bzw. Vorstand.
Das kalligraphierte Aktienzertifikat ist dem Bauhausstil nachempfunden. Aktie mit einem der höchsten Reichsmarknominal auf einem Zertifikat. Es wurden insgesamt drei Aktien zu je RM 1.080.000 begeben. Hervorgegangen ist die Firma aus dem 1876 vom Kaufmann Moses Stern gegründeten Rohproduktengeschäft. Sie wurde nach 3 Jahren in eine OHG mit einem Schrottgroßhandels- und Lagerbetrieb umgewandelt. Beheimatet war sie in der Sophienstraße in Gelsenkirchen. Die Bedeutung der Gesellschaft liegt in ihrer Pionierfunktion im Zusammenhang mit der Wiederverwertung von Schrott. Erst die Geburtsstunde des Siemens-Martin-Verfahrens ermöglichte, Schrott in jeder beliebigen Menge einzuschmelzen. Damit war die Grundlage geschaffen, einen rentablen Grundstock mit diesem Material aufbauen zu können.
Der bis 1915 bestehende Lagerbetrieb für Metallabfälle wurde durch den Bau von Bearbeitungsanlagen zu einem industriellen Rohstoffverarbeitungs- und Veredelungsbetrieb erweitert. Als das Eigenkapital den Werksaufbau nicht mehr verkraftete, wurde am 21. Dezember 1921 die Umwandlung in die M. Stern Aktiengesellschaft mit einem Grundkapital von Mark 10 Mio. vorgenommen. Die Werksleitung blieb in den Händen der Söhne und eines Schwiegersohnes des Gründers, der selber den Vorsitz des Aufsichtsrates übernahm. Im Jahre 1921 erfolgte die Umstellung auf RM 3 Mio.. 1928 brachte eine organisatorische Neugliederung, verbunden mit einer Aufteilung und Verlegung der Hauptverwaltung. Bereits 1934 wurde die Firmenverwaltung in Essen, Kruppstraße 10 (Ärenberghaus) erneut vereint. An dieser Stelle blieb sie bis 1944.
Der Geschäftsverlauf war in diesen Jahren alles andere als zufriedenstellend, so dass 1935 das Grundkapital auf RM 2,7 Mio. durch Einziehung eigener Aktien herabgesetzt wurde. Das Unternehmen blieb weiterhin in Schwierigkeiten exogener Natur, die sich im Jahre. 1937 weiter verschlechterten, so dass die Gesellschaft in Liquidation zu geraten drohte. In dieser Situation schalteten sich die Hoesch AG, die Mannesmannröhren-Werke und die Rheinmetall AG ein, die Anfang 1938 zu jeweils 1/3 die Aktien der M. Stern AG erwarben. Im November 1938 schloss sich eine Firmenänderung gemäß heutiger Bezeichnung Eisen und Metall an. Der Einstieg der Großkonzerne, die ihre Tochter finanziell und technisch wirkungsvoll unterstützten, ermöglichte u.a. den Ausbau der Rohstoffgewinnung und den Aufbau von Metallschmelzen. Im Jahre 1942 wurde auf Beschluss des Aufsichtsrates vom 31. August eine Kapitalberichtigung um 20 % (= RM 540.000,-) auf RM 3,24 Mio. mit Wirkung ab dem 1. Januar 1942 mittels Zuschreibung zum Anlagevermögen in Höhe von RM 100.000,- und zu den Vorräten mit RM 440.000,- vorgenommen. Als Besonderheit ist festzuhalten, dass nach dieser Kapitalmaßnahme nur 3 Aktienurkunden über jeweils RM 1.080.000,- ausgefertigt wurden, die sowohl die Unterschrift des Vorstandsvorsitzenden Fritz Lehr als auch die des Aufsichtsratsvorsitzenden Ing. Hermann Winkhaus tragen.
Während des Zweiten Weltkrieges wurde aufgrund des Rohstoffmangels eine Bergungsreederei aufgebaut, die bis Anfang der 60. Jahre, als die Bergung unrentabel wurde, in Betrieb blieb. Zu den Erfolgen dieses Firmenzweiges gehörte u.a. die Bergung des Schlachtschiffes "Tirpitz" in den
Jahren 1947-1953. Im November 1944 erhielt der Hauptbetrieb in Gelsenkirchen schwere Bombentreffer, die bis Ende 1947 beseitigt werden konnten. Auch die Hauptverwaltung in Essen wurde zerstört. Im Januar 1946 erfolgte die Rückverlegung nach Gelsenkirchen. Von dort wird die Gesellschaft auch heute noch geleitet. Die besten Bergungsschiffe gingen während des Krieges verloren. Die Vertretungen und Tochtergesellschaften im Ausland wurden konfisziert und liquidiert. Der Wiederaufbau begann unmittelbar nach dem Krieg. Bereits 1945 konnte die Errichtung der Zweigniederlassung in Hamburg vorgenommen werden, die dort u.a. einen Verschrottungsbetrieb eingerichtet hatte. Die Gründung eines großen Zweigbetriebes in Mühlheim-Speldorf, bereits 1949 beschlossen, wurde bis 1949 beendet. Heute hat die Werksanlage eine Ausdehnung von ca. 76.000 m². Auch die Gelsenkirchener Werksanlagen, die 1951 eine Ausdehnung von 130.000 m² hatten, sind inzwischen auf ca. 184.000 m² erweitert worden. Den hohen Stellenwert, den soziale Maßnahmen in diesem Unternehmen seit langer Zeit haben (u.a. Werkswohnungsbau), wird an der großen Zahl langjähriger Mitarbeiter deutlich.
In den Folgejahren hat sich die Eisen und Metall AG auf folgenden Tätigkeitsgebieten engagiert: Großhandel mit Rohstoffen und Erzeugnissen der Eisen-, Stahl-, Metallindustrie und chemischen Industrie, ihre Be- und Verarbeitung sowie die Spedition, die Einlagerung und der Umschlag von Waren jeder Art. Eisenmetall hat als Großunternehmen im Schrotthandel, 1973-1975 jährlich DM 5 Mio. in diesen Bereich investiert. Daneben wurde und wird die Beteiligung an mittelständischen Firmen diese Industriezweiges gesucht. Neben der Verschrottung wird aus altem Schiffsraum Arbeitsbühnen gefertigt, die eine höhere Wertschöpfung ermöglichen. In diesem Arbeitsbereich tritt die Unternehmensphilosophie deutlich hervor: Leistungen zu erbringen, die einen hohen technischen Erfahrungsschatz und viel Einfallsreichtum von Technikern und Kaufleuten verlangen.
Ein weiteres Arbeitsgebiet bildet der Anfang 1971 aufgenommene Umschlag- und Lagerbetrieb im Hamburger Hafen, wo auch Umschlagleistungen für Dritte erbracht werden. Eisenmetall ist mit dieser Tätigkeit in das Dienstleistungsgeschäft eingetreten. Des weiteren ist die Bearbeitung von Stahlprodukten ein wichtiges Tätigkeitsfeld. Die Eisen- und Metall AG kann dabei den Verdienst beanspruchen, als 1. Unternehmen im Ruhrgebiet
das Geschäft mit Maßblechen begonnen zu haben. Seit Mitte der 50er Jahre besteht eine Zusammenarbeit mit dem französischen Stahlkonzern Usinor.
Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurde auch der Handel mit NE-Metallen aufgenommen. Als zukunftsträchtige neue Aktivität muss die Aufarbeitung von Kunststoffresten- und Abfällen der Industrie betrachtet werden, die seit 1957 von der Plasticwerk Nordwalde AG, einer 100 % Tochter (seit 1964) betrieben wird. Die Kapitalentwicklung der Eisen und Metall AG vollzog sich nach dem Zweiten Weltkrieg wie folgt: Gemäß Hautversammlung vom 9. Mai 1952, Umstellung des Grundkapitals von RM 3,24 Mio. auf DM 4,2 Mio.. 1959 folgte dann eine Kapitalerhöhung auf DM 12 Mio.; es folgten weitere Kapitalerhöhungen auf die 1992 bestehende Höhe von DM 36 Mio., begeben in 36.000 Stammaktien zu je Mark 1.000,-. Erst Mitte der 1980er Jahre veränderte sich die bestehende Aktionärsstruktur dahingehend, dass die Hoesch AG in Dortmund 100 % Eigentümerin der Eisen und Metall AG wurde. Als Konsequenz dieser Entwicklung wurde dann mit der Hoesch AG als Obergesellschaft 1987 ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag abgeschlossen. Die Hoesch AG wird 1992 mit der Friedrich Krupp AG verschmolzen. Die neue Gesellschaft Fried. Krupp AG Hoesch-Krupp wird im Dezember in die Handelsregister Essen und Dortmund eingetragen. Im August 1997 nehmen Krupp und Thyssen Gespräche über weitergehende Kooperationen auf. Die ermittelten strategischen Chancen und die operativen Synergiepotenziale eines Gesamtzusammenschlusses sind außerordentlich groß. Dieser wird am 17. März 1999 mit der Eintragung der Thyssen Krupp AG in das Handelsregister vollzogen. VF Geringfügige Feuchtigkeitsschäden, im Ausruf berücksichtigt.- VF-F, kein Papierverlust oder Fehlstellen.

Rarität!! Bisher ist nur dieses eine Exemplar bekannt!

Ausruf: EUR 1.800,-


 

LAUCHHAMMER, VEREINIGTE VORMALS GRÄFL. EINSIEDEL'SCHE WERKE

Aktie über Thaler 100 # 05224; Riesa, 21. Februar 1872; Farbe: braun, beige, schwarz; Maße: 31 X 44 ;

Lauchhammer

Die Geschichte der deutschen Eisen- und Stahlindustrie birgt eine Fülle von stolzen Höhepunkten, zugleich aber auch eine lange Reihe von dramatischen Niedergängen und Zusammenbrüchen mit schicksalsschweren Folgen. Eine heute kaum noch übersehbare Zahl von Unternehmen des Eisengewerbes ist im Laufe der Zeit dahingegangen. Nur wenige Werke haben die Notzeit überstanden. Es sind jene Unternehmen, die das Glück hatten, von starken Persönlichkeiten geführt zu werden oder im Falle eines Versagens oder wirtschaftl. Notstände den geeigneten Mann zu finden, der Kraftvoll die Zügel in die Hand nehmen und eine Wendung zum Besseren herbeiführen konnte. Immer aber sind es jene Firmen, in deren Produktionsprogrammen die Herstellung besonders hochwertiger Erzeugnisse an erster Stelle stand. Unter ihnen nimmt das Werk Lauchhammer einen rühmlichen Platz ein.
1718 übertrug Freiherr von Löwendal das Rittergut Mückenburg seiner Frau zu erblichen Eigentum. Diese erhielt 1722 die staatliche Belehnung und 1725 die Landesherrliche Konzession, erteilt von August dem Starken, für den Bau und Betrieb eines Hochofens mit 2 Stabhämmern sowie für die Ges. Eisenherstellung. Am 25. August 1725 wurde der Hochofen des Hammerwerkes Lauchhammer, das man an den Lauchteichen am Weg von der Zschornegosdaer Pechhütte nach Bockwitz errichtet hatte, angeblasen. In den ersten 4 Jahren war ein beachtliches, den Wasserkräften angepaßtes Eisenhütten-Unternehmen entstanden. Nach überwundenen Anfangsschwierigkeiten gelang es, gutes Schmiedeeisen herzustellen. Die Gründerin der Lauchhammerwerke starb 1776. Graf Detlev Carl von Einsiedel erbte den gesamten Besitz. Unter seiner Leitung erfolgte eine Verbesserung des Hochofenprozesses, die Aufstellung einer Dampfmaschine, Kauf des Eisenwerkes Burghammer und Gründung des Eisenwerkes Gröditz.(Spezialität: Röhrenguss). 1784 begann man mit dem Produktionszweig Kunstguß, es wurden neben antiken Skulpturen, Denkmäler, Gedenktafeln, Plaketten, Hochreliefs, Ziervasen und Kleinplastiken angefertigt, in Verbindung mit bedeutenden Bildhauern, wie Christian Rauch, Ernst Rietschel und anderen. 1790 Kauf des 1556 errichteten Eisenwerkes Burghammer bei Hoyerswerda. 1804 übernimmt Graf Detlev von Einsiedel (1773-1861), sächsischer Kabinetts- und Außenminister das Unternehmen. Dieser geht mit dem Kurfürsten August dem III. in Gefangenschaft. Um 1830 erfolgte dann die Wiederbelebung der Eisenerzförderung. 1840 nach Umwandlung nennt sich das Unternehmen Gewerkschaft der Gräflich von Einsiedel´schen Werke. 1849 Errichtung des Eisenwerkes Riesa.
Am 8.2.1872 erfolgte die Gründung der Aktiengesellschaft Lauchhammer. Erster Aufsichtsratvorsitzender wird Felix Freiherr von Kaskel, die Dresdner Bank saniert 1882 das in Schwierigkeiten geratene Unternehmen. 1883 wird Gustav Hartmann in den Aufsichtsrat gewählt und es gelingt die Modernisierung und starke Ausdehnung der Lauchhammer AG. 1920 erfolgt die Verschmelzung mit der Linke- Hofmann AG Breslau zur Linke- Hofmann- Lauchhammer. Nach Annullierung des Verschmelzungsvertrages erfolgte unter Einbeziehung der Stahl und Walzwerke Weber, Brandenburg, die Gründung der Mitteldeutsche Stahlwerke AG. (Aufsichtsratvorsitzender: Friedrich Flick). 1950 BRD: Gründung der Lauchhammer Maschinen und Stahlbau GmbH, Sitz in Salzgitter-Watenstedt, durch die Fahrzeug- und Maschinenwerke GmbH Düsseldorf, 1955 Sitzverlegung nach Düsseldorf - Benrath und Vereinigung mit der Demag.
Vom 24. Januar bis 14. März 2004 fand eine Ausstellung der Abguss-Sammlung Antiker Plastik Berlin statt. Sie präsentierte Lauchhammer Bestände und Leihgaben an Gussvorlagen und Eisengüssen Eisen als neues, stilprägendes Material des Klassizismus und der Romantik. Hierum gruppieren sich zwei Themenkomplexe: der Nachguss antiker Skulptur am Beginn der Produktion und die zeitgenössische künstlerische Produktion des 19. Jahrhunderts. Ihnen gemeinsam ist die Nutzung in den Schlössern, Parks und Gärten der Epoche. VF, kleine Einrisse mit Archivpapier hinterlegt, bräunliche Randverfärbung durch Rahmung. (10874) Rarität, ehemals in der Sammlung Denecke.

Ausruf: € 4.000



17. und 18. JAHRHUNDERT

 

KAISER MAXIMILIAN II (1527-1576)

römisch-deutscher Kaiser zu allen Zeiten, Mehrer des Reiches in Germanien, zu Ungarn, Böhmen, Dalmatien, Croatien und Salzburg, Erzherzog von Österreich, Markgraf zu Mähren, Herzog zu Burgund, Luxemburg und Schlesien, Markgraf zu Laußnitz und Grain, zu Tirol und Furgas unseres getreuen lieben Ludwig Carls und.. Rentenbrief über jährlich einhundert Schock Meissen sowie einmalige Zahlung über 1.000 Schock Meissen des Khuteenpergischen Münzgefälles Gnadengeld für den Perghauptmann und späteren Münzambtmann des Markgrafentums Mähren Mathissen Lidl. Augsburg, 31. März 1566 .Originalunterschrift Maximilian II, Rarität!. Druck auf Bütten mit Wasserzeichen, großes, papiergedecktes Kaiser-Siegel mit Wappen der Habsburger; Maße: 22 X 34;

KAISER MAXIMILIAN II (1527-1576 KAISER MAXIMILIAN II (1527-1576) Unterschrift KAISER MAXIMILIAN II (1527-1576)

Maximilian II wurde am 31.7.1527 in Wien als ältester Sohn Ferdinand I geboren und am Hof seines Onkels Carl V. erzogen. Er heiratete 1548 seine Cousine Maria von Spanien, die Tochter von Carl V. Als Erbteil seines Vaters fielen Maximilian II die Donauländer Böhmen und Ungarn zu Er wurde zum Römischen König und nach dem Tod seines Vater zum Kaiser gewählt. Die Knickfalten wurden fachgerecht restauriert, Übersetzung liegt dem Los bei. VF

Ausruf: EUR 3.500


 

GENERAL KEYSERLIJCKE EN KONINKLIJKE COMPAGNIE

Anteil über 250 Gulden Wissel gelt; # 4290; Antwerpen, 14. Oktober 1723.
Farbe: schwarz, weiß; Druck auf Bütten; Vignette mit Wappen der Gesellschaft; Maße: 32 X 20; EF-VF.
Die älteste und bedeutendste Aktiengesellschaft aus der Zeit der Habsburger Monarchie ist die Keyserlijke en Koninklijke Compagnie von 1723, besser bekannt auch als Oostendse Compagnie.

GENERAL KEYSERLIJCKE EN KONINKLIJKE COMPAGNIE

Der Kaufmann Pietro Proli, einer der wohlhabensten und einflussreichsten der Kaufleute seiner Zeit, dem der abgebildete Gründer-Anteilschein mit dem in Kupfer gestochenen Wappen des Unternehmens gehörte, und der ihn auch als Direktor original unterschrieben hat, war einer der Hauptinitiatoren dieser Gesellschaft.
Daneben gehörten Jacomo de Pret, Antwerpen, Louis Francois de Coninck, Antwerpen, Jacomo Maelcamp, Antwerpen, Paulo de Kimpe, Gent, deren Originalunterschriften ebenfalls auf dem Anteil zu finden sind, sowie Jacobus Baut, Gent und Thomas Ray, Oostende zu den Gründern.
Am 17. August 1723 wurde von diesen flämischen Kaufleuten, die das Oktroy des österreichischen Kaiser Karl VI. (Vater der späteren Kaiserin Maria Theresia) am 19. Dezember 1722 erhielten, die "Kaiserlich Indische Compagnie" nach dem Beispiel vor allem englischer und holländischer Kaufleute als Konkurrenzunternehmen zur 1602 errichteten Vereinigten Ostindischen Compagnie gegründet.
Somit hatte auch das heutige Belgien, damals noch Österreichische Niederlande, seine Überseehandelsgesellschaft, die den Handel mit Indien und China zur Grundlage hatte. Geplant waren jährlich ca. sechs bis acht Schiffsreisen.
Das Grundkapital betrug sechs Millionen Gulden, eingeteilt in Aktien zu je Gulden 1.000, die in vier Raten einzuzahlen waren. Bereits am ersten Tag der Zeichnungsfrist für das Grundkapital an der Antwerpener Börse war die erste Hälfte und am zweiten Tag das gesamte Grundkapital platziert. Als die ersten Schiffe der Kaiserlich Indischen reich beladen heimkehrten, war die Freude groß. Glaubte man doch, die Vormachtstellung der Vereinigte Ostindischen Compagnie gebrochen zu haben. Die Rentabilität der Aktien übertraf alle Erwartungen. Zwischen 1726 und 1774 wurden 166 Prozent des eingezahlten Kapitals als Dividende ausgeschüttet.
Die Erfolge der Kaiserlich Indischen waren den Ländern, die bisher das Monopol auf den Weltmeeren besaßen, nicht genehm. Holländer, Engländer und Franzosen intervenierten und übten letztlich einen derartigen Druck auf Kaiser
Karl VI aus - Spanien drohte gar mit Krieg - , dass das Haus Habsburg schließlich nachgab und den erteilten Oktroy auf sieben Jahre aussetzte und am 17. März 1731 schließlich ganz zurücknahm. Im Gegenzug erhielt Kaiser Karl VI die Einwilligung zur "Pragmatische Sanktion", mit der er-- in Ermangelung männlicher Erben - seiner Tochter Maria Theresia den Habsburger Thron sicherte. Die Anteilseigner der GIC jedoch, durch den Erfolg auf den Geschmack gekommen, beteiligten sich an den neugegründeten Überseehandelsgesellschaften anderer Länder, 1731 an der Schwedisch-Ostindischen, 1732 an der Dänisch-Ostindischen, 1747 an der Schwedisch-West-indischen und Guinea-Kompanie, 1750 an der Kompanie zu Emden für China und 1753 an der Kompanie von Emden für Bengalen.
VF Sehr selten!
Ausruf: € 350



LA PECHE DE BALEINES

Aktie über Florins 250 # 728; Bruxelles, den 19. April 1728;
Farbe: schwarz, beige; Maße: 28,1 X 20; Im Passepartout mit Schrägschnitt, Druck auf Bütten. -

LA PECHE DE BALEINES

Die Gesellschaft entstand während der Regentschaft des römisch-deutschen Kaisers Karl VI. (1711-1740).
Dieser erteilt 1727 die Genehmigung zur Gründung der Walfanggesellschaft, die hatte zum Zwecke, Wale vor Grönland und Spitzbergen zu fangen, des weiteren mit den gewonnenen Produkten Handel zu treiben .Heimathafen der fünf Walfangboote war Oostende.
Mit dem Tod Karl VI. 1740 starb der Habsburger Mannesstamm aus. Benannt wurden die Habsburger nach ihrem Stammsitz, der Habichtsburg im Schweizer Kanton Aargau gelegen. Hier erlangten sie im 11. Jahrhundert die Grafenwürde. Auf dem Höhepunkt ihrer Macht regierten sie ein Reich, in dem die Sonne nicht unterging. EF
Ausruf: € 900



CANAL DE PROVENCE

Zertifikat über 6 Aktien ( # 1141, 1142, 1143, 149, 1150 u.1155)ohne Nennwert # 173 ; Paris, 5. September 1759;
Farbe: beige, schwarz, Druck auf Bütten mit Wasserzeichen; Maße: 33 X 22; VF

CANAL DE PROVENCE

Bereits unter Frankreichs Wirtschaftsminister Colbert (1619-1683) wurde der systematische Kanalbau zum Wohle der Wirtschaft und somit auch des Staates planmäßig gefördert. Der Canal du Midi wurde 1684 und der Canal die Centre 1693 eröffnet.
Die Planung und Finanzierung des Canal de Provence fiel in die Zeit des Siebenjährigen Krieges (1756-1763).
So blieb es bei diesem Kanal-Bauprojekt wohl nur bei der Planung. Äußerst selten!
Ausruf: € 700



REAL COMPANIA DE FILIPINAS

Aktie über 50 Pesos zu 50 Reales de Vellon # 25317; Portugal 15. Juli 1785;
Farbe: beige, schwarz; Kupferstich auf Büttenpapier, Kipfer: Typ II, E 85-3. Künstler: C. Acuna, Stecher: Joaquin Fabregat.
Gründeraktie!

REAL COMPANIA DE FILIPINAS

Zweck dieser spanischen Handelsgesellschaft war es, den Export von verschiedenen Gütern zu den Kolonien zu bewältigen und im Tausch gediegenes Silber mitzubringen. Das Unternehmen erhielt auch die Freihandelslizenz für Indien und China, damit möglichst viele Importe aus
diesen Ländern die leeren Staatskassen füllen sollten. Den Todesstoß erhielt die Compania de Filipinas mit dem Erlass vom September 1789 über die Handelsfreiheit für ausländische Textilien, die Entscheidung fiel zu Lasten des Monopols der Gesellschaft. Die Zeiten wurden schlechter und man dachte schon an eine Auflösung der Gesellschaft. Allerdings konnte eine solche wegen Widerstand der Aktionäre nicht durchgeführt werden. Die Gesellschaft existierte noch- mehr schlecht als recht- bis 1834, dann erlosch sie durch Konkurs.
Innenseitig handschriftliche Indossamente, die letzte Eintragung erfolgte 1834.
Sehr selten!

Ausruf: EUR 750,-


 

TEXTILBEREICH


SOCIÉTÉ ÉTABLIE POUR L'EXPLOITATION DE L'ANCIENNE MANUFACTURE ROYALE DRAPS FINS D'ABBEVILLE

Aktie über Frcs. 500; #2110; Paris, 1855; Farbe: beige, hellbraun, grau, schwarz; Maße: 34,4 X 44,3; - Die Aktie wurde am 15. Juli 1857 umgeschrieben als Namens-Inhaberaktie. Die Indossierung befindet sich auf dem unteren Rand. Gründeraktie ! Originalunterschrift: J. Randoing, 1X als Garant, 1X die handschriftliche Übertragung der Aktie !

SOCIÉTÉ ÉTABLIE POUR L'EXPLOITATION DE L'ANCIENNE MANUFACTURE ROYALE DRAPS FINS D'ABBEVILLE

Zur Geschichte:
Die Königliche Manufaktur in Abbeville wird zu den ältesten Textilfabriken der Welt gezählt. Am 13. Oktober 1665 erteilte König Louis XIV. von Frankreich - Abb. Vignette links oben - seinem Finanzminister Jean Baptiste Colbert die Order/Patent zur Errichtung der Königlichen Tuchmanufaktur in Abbeville. Jean Baptiste Colbert, Marquis de Seigneley (1619-1683), - Abb. Vignette rechts oben -, französischer b.w.
Wirtschaftspolitiker und ab 1661 Oberintendant fast der gesamten Staatsverwaltung. Colbert förderte die staatliche Wirtschaftslenkung. Mit einer bis ins Detail gehenden zentralistischen Lenkung führte er mit eiserner Hand den Merkantilismus zu seiner stärksten Ausprägung und schuf mit dem Wirtschaftswachstum und den steigenden Staatseinnahmen die materielle Grundlage für die absolutistische Machtpolitik Ludwig XIV., die glänzende Hofhaltung und die militärischen Unternehmungen.
Diese versuchte Colbert einzuschränken. Statt in Europa empfahl er territoriale Erwerbungen in Übersee, konnte sich aber nicht gegen den Einfluss von Kriegsminister Marquis de Louvois durchsetzen.
Als schließlich mit der Aufhebung des Ediktes von Nantes 1685 ein großer Teil der hugenottischen Bevölkerung und damit ein bedeutender Wirtschaftsfaktor verloren ging, wurde das Werk Colbert's (auch Colbertismus genannt) weitestgehend zerstört. Colbert, der auch Kunst und Wissenschaft förderte, gründete 1666 die "Academie des Sciences" in Paris. Colbert beauftragte den Holländer Van Rabais - Vignette rechts unten - mit der Errichtung der Manufaktur in Abbeville unter Zusammenlegung vieler, kleinerer Betriebe. Die Unternehmung wurde fast 200 Jahre später 1849 von dem Textilindustriellen J. Randoing - Vignette links unten - übernommen und 1854/55 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt.
Die Gründeraktien der Manufaktur gehören zu den graphischen Außergewöhnlichkeiten: Gefertigt als Holzstich (Entwurf J. A. Beauce, gestochen von O. Brux) zeigt dieses überformatige Prachtblatt in großen Vignetten die Initiatoren sowie die Fabrikanlagen mit den einzelnen Produktionsvorgängen mit detailgetreuen Abbildungen der Webmaschinen. Bisher sind lediglich seit vielen Jahren drei Exemplare bekannt, eines hängt im Museum von Abbeville, dieses hier angebotene Exemplar steht nun, aus einer langjährigen Sammlung kommend, wieder zur Verfügung. Günstig angesetzt. VF, Kleines, minimales Loch im unteren Rand.
Ausruf: EUR 3.800



HOLZVERARBEITUNG

ALPENLÄNDISCHE HOLZVERKOHLUNGS - AKTIENGESELLSCHAFT

Inhaberaktie über Kronen 10.000; Innsbruck; Dezember 1922; #1614; Farbe: rot, grün, blau, schwarz, beige, ocker; Maße: 33,8 x 25,4; - Gründerstück! Eingetragen am 15.1.1923 mit Sitz in Innsbruck; Verwaltungsrat:: J.H. Bosmann aus Ütrecht, Präsident: Erst Riehl aus München, (Faksimilesignatur auf der Aktie).

ALPENLÄNDISCHE HOLZVERKOHLUNGS - AKTIENGESELLSCHAFT

Die Gesellschaft besaß Fabriken in Biehlbach und in Völs. Das Grundkapital betrug Kr. 5.0 Mio., begeben in 5.000 Aktien zu je Kr. 10.000; 1927 ging das Unternehmen in stille Liquidation. Druck. Wagner, Innsbruck; sowohl farblich als auch gestalterisch außergewöhnliche Aktie mit Adler, Alpenlandschaft, Szenen des Köhlerhandwerkes und Fabrikanlagen, Kps. und Tal.; Rarität! VF

Ausruf: EUR 700


 

FREIZEITGESELLSCHAFTEN HOTELS, THEATER ; KONZERT ETC, etc

 

PARK-HOTEL-ACTIENGESELLSCHAFT IN DÜSSELDORF

Aktie über Mark 1.000 Deutscher Reichswährung; # 1; Düsseldorf, 1. October 1900; Farbe: hellblau, dunkelbraun, beige; Trockensiegel; Maße: 35 X 24; Druck: August Bagel, Düsseldorf. Gründerstück!

PARK-HOTEL-ACTIENGESELLSCHAFT IN DÜSSELDORF

Zweck der Gesellschaft war der Bau, die Pachtung und der Vertrieb von Hotelanlagen, insbesondere der Ankauf der Häuser zu Düsseldorf, Elberfelderstrasse Nr. 10 und 12 für zusammen M 720.000, Erbauung eines erstklassigen Hotels, auch Handel mit Weinen.
Die Kosten der Hotelbauten am Corneliusplatz betrugen M 1.900.000.
Der Bau wurde im April 1902 vollendet und der Betrieb am 16.4.1902 aufgenommen. Zur Gründung wurden 740 Aktien zu je M 1.000 begeben. 1953 erfolgte der Abschluss eines Aufbau- und langfristigen Pachtvertrages mit der A. Steigenberger Hotelgesellschaft KGAA über das Parkhotel Düsseldorf, heute "Steigenberger-Parkhotel Düsseldorf".
"Als Kultur- und Modemetropole genießt Düsseldorf seit langem einen internationalen Ruf. Noble Gastlichkeit in einem glanzvollen City-Dominzil offeriert hier das Steigenberger Parkhotel, das am Anfang der berühmten "Königsallee", mitten im Zentrum der Landeshauptstadt liegt.
Mit dem Hofgarten und der Deutschen Oper am Rhein zur Seite ist dieses traditionsreiche Haus immer wieder ein geschätzter Treffpunkt für Gäste aus aller Welt. Rarität! EF
Ausruf: € 2.600


 

ROULETTE DE MONTE CARLO

20%ige Obligation über Frcs. 500; # 12; Paris, 1. November 1924;
Farbe: grün, rot, gelb, schwarz; Maße: 31 X 22. Die Anleihe zeigt - nach einem Foto von Man Ray -
das Gesicht des französischen DaDaisten Marcel Duchamp mit Seifenschaum bedeckt und mit Faunshörner gekrönt.

Roulette de Monte Carlo

Das Gesicht ist umrahmt von den Fächern eines Roulettespiels. Gezeichnet ist die Anleihe von Rrose Selavy, einem Synonym Duchamps als Präsident der Gesellschaft und von dem Verwaltungsbeamten Marcel Duchamp. Zweck der Gesellschaft war die Ausbeutung des Roulette de Monte Carlo. Duchamp fuhr mit Geldern, die er sich von engsten Freunden geliehen hatte, nach Monte Carlo, um dort die Bank zu sprengen. Das Glück war ihm allerdings nicht hold, allerdings verlor er auch nichts.
Er zahlte im Dezember 1925 eine Dividende von Frcs. 50 auf die seinerzeit 30 ausgegebenen Obligationen. Die meisten dieser Originale sind verloren gegangen.
Ein Exemplar befindet sich im Philadelphia Museum of Art.1938 wurde eine 2.000er Auflage mit dem Originaldruckstock nachgedruckt, die der Zeitschrift XXCicle beigelegt wurden. Die Kupons tragen alle die Nummer 4.1944 wurden von dem schweizer Verleger Arturo Schwarz in der Box en Valis in denen Miniaturrepliken und Farbproduktionen Duchamps zusammengestellt.
Die Auflage dieser Schachteln betrug 334 Exemplare. Die hier reproduzierten Bond s trugen alle die Nummer 12.1962 signierte Duchamp eine nummerierte Auflage von 100 Obligationen des Monte Carlo Bonds, die in einer bibliophilen Veröffentlichung seines schweizer Galeristen Arturo Schwarz über die Ready Mades beigelegt wurden.
Am 2. Oktober 1968 verstarb in Neuilly-sur-Seine der bedeutende Maler und Kunsttheoretiker.
Bei dem hier angebotenen, unbeschnittenen Bond handelt es sich um die Auflage mit der Nr. 12. Rarität!
Ausruf: € 1.500



S.A. DES GROTTES DE ROCHE-FORT

Aktie über bfr. 1000; Rochefort, 1. März 1897; # 40; Farbe: blau/ grün/ weiß; Maße: 34,5 X 40; Kps.; VF; ausgeprägte Knickfalten ;Äußerst selten!

S.A. DES GROTTES DE ROCHE-FORT

Das Gesamtkapital betrug eine Millionen Francs, begeben wurden 1000 Aktien je frcs. 1000. Ab 1897 machte diese Gesellschaft auf die Naturschönheiten der Grotten von Rochefort in den belgischen Ardennen aufmerksam. Noch heute sind sie eine Touristenattraktion. Rarität! Abgebildet im Buch "Aufbruch auf Aktien" von J. Schmitz.

Ausruf: € 900


 


HANDELSGESELLSCHAFTEN KAUFHÄUSER


KAUFHAUS GUM

(Gesellschaft der Oberen Handelsreihen am Roten Platz in Moskau)

Aktie über 100 Rubel, Moskau 1911, Nr. 06999 braunrosa, blau - die Namensaktie ist ausgestellt auf "den Handwerker Iwan Matwejewitsch Malkow" und unterschrieben durch den Vorstandsvorsitzenden Dr. jur. S. A Bulotschkin, wirklicher Staatsrat, Commerzienrat, Ältester der Moskauer Kaufmannsgilde und Mitglied der Moskauer Gesellschaft für gegenseitigen Kredit

KAUFHAUS GUM Der Firmenname ist im Wasserzeichen des Zertifikates wiedergegeben. Die Vignetten zeigen die Vorderansicht des Kaufhauses nach dem Wiederaufbau 1893; die beiden Vignetten links und rechts zeigen die Kreml-Türme, links der Nikolausturm, rechts der Erlöserturm; unten ist das Denkmal der Helden Minin und Posharskij dargestellt. Diese Denkmal wurde 1818 zu Ehren der glückreichen Verteidiger Moskaus während der polnisch-litauischen Intervention von 1^612 mitten auf dem Roten Platz vor den Oberen Handelsreihen aufgestellt.

Das Kaufhaus GUM steht in einer jahrhundertealten Tradition der Geschäfte und Handelshäuser am Roten Platz und ist wegweisend für die zu Beginn des letzten Jahrhunderts industriell aufstrebende Metropole Moskau, die sich von der vergänglichen Architektur (Holzhäuser) ihrer Vergangenheit befreite. Das GUM befindet sich im Stadtteil Kitajgorod, gegenüber der Kreml-Mauer. Auch wenn dies heute nicht mehr so anmutet, war doch der Rote Platz - der erst im 17. Jahrhundert diesen Namen erhielt - der alte Marktplatz Moskaus. Im 17. Jahrhundert zählte der Bezirk Kitajgorod 72 Häuserreihen (Handelsreihen) mit rund 700 Geschäften. Im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert entwickelte er sich zum Geschäftszentrum von Moskau, mit großen Kaufhäusern, Handelskontoren und Banken. Dies war die Geburtsstunde des GUM. In der Zeit von 1888 bis 1894 wurde das GUM als die neuen oberen Handelsreihen errichtet und ersetzte somit ein ganzes Häuserviertel. Der Zar fungierte als Bauherr, der Architekt war Alexander N. Pomeranzew.
Die Bezeichnung "Kaufhaus GUM" ist eigentlich irreführend, da es sich bei diesem Bauwerk nicht um ein Kaufhaus, sondern um eine Passage handelt. Diese Art der Gebäudekonzeption hat ihren Ursprung in Frankreich und fand weite Verbreitung in ganz Europa, so auch in Leipzig. In den letzten Dekaden des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die Passage zum Monumentalbau. Eingeleitet wurde diese Entwicklung mit dem Bau der Passage in Mailand (Galleria Vittorio Emanuelle ll). Den krönenden Höhepunkt des Passagenbaus bildete die Errichtung des GUMs. Der Gebäudekomplex ist dreigeschossig angelegt und weist mit Blick auf den Roten Platz eine klassisch anmutende Dreiteilung auf. Dominierend wirkt der Mittelteil mit seinen drei Türmen und dem mächtigen Portal. Die Fassade zum Roten Platz besteht aus Marmor, Granit und Sandstein. Die übrigen Fronten sind geputzt und weiß gestrichen. Das GUM besitzt eine Länge von 252 Metern, ist 88 Meter breit und erstreckt sich auf einer Fläche von rund 24.700 m² (= 3 Fußballfelder). Der Grundriß weist drei glasüberdachte, 6 bis 7 m breite Längs- und Quergänge auf, die das Gebäude in 16 Blocks gliedern. An der Gebäudehinterseite schließt sich zusätzlich ein schmaler Block an.. Eine Besonderheit ist die gläserne Überdachung der einzelnen Passagen. Sie stammt von dem Ingenieur V.G.Schuchov. Es ist eine Netzdachkonstruktion, eine leichte Schale, die durch die fächerartige Anordnung von Seilen ausgesteift wird. Sie ermöglicht, zusammen mit der Anordnung der Galerien - auf Höhe der ersten Galerie springt die Wand zurück, die zweite Galerie kragt hervor; gegenüberliegende Galerien beider Ebenen sind mit kleinen Brücken verbunden - eine natürliche Beleuchtung des Erdgeschosses. Die Beleuchtung der Kellerräume erfolgte ursprünglich durch heute nicht mehr vorhandene, im Erdgeschoßfußboden eingelegte Glasprismen.
Genau zu dem Zeitpunkt, da die Aktienmehrheit am heutigen Kaufhaus GUM im neuen, kapitalistischen Russland für 90 Millionen Dollar von der russisch-italienischen Handelsgruppe "Bosco di Ciliegi" erworben wurde, haben wir dieses äußerst seltene Einzelstück aus der Auflösung einer russischen Privatsammlung erhalten. Apropos: "Bosco die Ciliegi" steht für das, was heute im GUM verkauft wird: Luxuskleider der Marken Kenzo, Max Mara, Nina Ricci, Marina Rinaldi u.a. Die GUM Aktie ist nach wie vor die schönste Aktie der russischen Zarenzeit! Rarität! EF
Ausruf € 2.500


 

PARIS-FRANCE SOCIETE ANONYME

4,5 % Anleihe über Frcs. 1.000 # 35527; Paris, December 1930; Farbe: beige, gelb, braun; Maße 28,5 X 32,5. -

PARIS-FRANCE SOCIETE ANONYME

Die Gesellschaft wurde 1898 gegründet. Zweck: Betrieb eines Warenhauses.
Zur Erhöhung der Betriebsmittel wurden 1930 5.000 Obligationen zu je Frcs. 1.000 begeben. Lochentwertung, sonst EF Kps. + Talon
Der Entwurf dieser Anleihe stammt von A. Mucha (signiert in der Druckplatte li. unten.
Ausruf: € 300



DET OSTASIATISKE KOMPAGNI (la compagnie de L'est-Asiatique)

Aktie über Kr. 500 # 74244 ; Kopenhagen, Dezember 1918 ; Farbe : gelb, dunkelblau, grau, braun ; Maße : 36 X 22 ; Doppelblatt, Kps. + Talon, innenseitig zwei Lieferbarkeitsbescheinigungen der Banque de Societe General de Belgique; - Zweisprachig. Die Gesellschaft wurde im Jahr 1897 von einem Konsortium, u.a. von Kapitän H.N. Andersen, gegründet und wurde 1918 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt.

DET OSTASIATISKE KOMPAGNI (la compagnie de L'est-Asiatique)

Die Ursprünge der Gesellschaft liegen, wie der Titel bereits darlegt, in Schifffahrtslinien nach Ostasien, auf denen vornehmlich Gewürze, Holz und Reis nach Europa importiert wurde. Im weiteren Verlauf der Firmenentwicklung wurden die Handelsrouten auf Westindien, Nordamerika, Südafrika und Australien ausgedehnt.
Zu dem Firmenverbund zählten auch Töchter wie die Russian American Line und die Baltic American Line. Rarität!

Ausruf: € 800


A. GERNGROSS AKTIENGESELLSCHAFT

Aktie über Kronen 200; Blankette; Wien, den 1. Mai 1920; Farbe: beige, hellbraun, lila, schwarz; Maße: 26,5 X 41,1; Kps. + Talon; - Maße: 26,5 X 42.5 cm. Doppelblatt, Kps. + Talon

A. GERNGROSS AKTIENGESELLSCHAFT

Das Unternehmen wurde 1911 unter Mitwirkung der Creditanstalt und des Wiener Bankvereins gegründet. Das bekannte Kaufhaus an der Mariahilferstrasse entwickelte sich zu einem der ganz Großen in der Branche und beherrscht heute fast 40 % des Kaufhausgeschäftes. Dieses hochdekorative Jugendstilpapier wurde gestaltet von Josef Hoffmann (1870-1956), der als Quadrat-Hoffmann bekannt wurde und der eng mit Gustav Klimt zusammenarbeitete. Josef Hoffmann war Mitbegründer der Wiener Werkstatt.
Äußerst selten!

Ausruf: € 1.000



TRANSPORTGESELLSCHAFTEN


SYLTER DAMPFSCHIFFAHRT-GESELLSCHAFT

Aktie über Mark 500,-; # 26 Ser. A; Sylt, im Jahre 1883; Farbe: weiß, hellblau, grau, schwarz; Maße: 27,1 X 36,6; Gründerstück!

Sylter Dampf

Zweck: Unterhaltung einer regelmäßigen Dampfschiffsverbindung zwischen Munkmarsch und Hoyerschleuse, sowie zwischen den umliegenden Inseln. Die Gesellschaft betrieb außerdem die Sylter Dampfspurbahn. Ab Juli 1926 ist die Sylter Südbahn auf weitere 25 Jahre von der "Hamburg-Amerika-Linie" gepachtet worden. Die G.V. aus dem August 1926 genehmigte den Verkaufsvertrag zwischen der Gesellschaft und der Sylter Inselbahn AG vom Mai 1926 über den Verkauf der Kleinbahn von Munkmarsch über Westerland-Kampen nach List auf Sylt. 1927 ist die Reichsbahnverbindung zwischen dem Festland und der Insel Sylt dem Betrieb übergeben worden. Zu diesen Zeitpunkt war die Gesellschaft gezwungen, den Verkehr zwischen Westerland und Hoyerschleuse einzustellen. Mit Rücksicht auf die daraufhin notwendig gewordene Liquidierung der Gesellschaft wurde ein Teil der Barmittel den Aktionären direkt als unverzinslicher Kredit zur Verfügung gestellt. So erhielt jeder Aktionär ab Februar 1927 gegen Hinterlegung und Verpfändung seiner Aktien den Nominalbetrag in Bargeld.
(10874) Ausführliche Geschichte aus dem HP/Magazin liegt bei. Rarität! Bisher wurden lediglich zwei Stücke . VF
Ausruf: EUR 3.500


 

ERSTE K.K. PRIV. ERSTEN DONAU-DAMPF - SCHIFFAHRTS -GESELLSCHAFT

Aktie über Gulden 500,-; #2309; Wien,1März 1838 Februar 1836; Farbe: beige, schwarz; Maße: 25,5 X 40; Originalunterschriften der Administration der Gesellschaft.

ERSTE K.K. PRIV. ERSTEN DONAU-DAMPF - SCHIFFAHRTS -GESELLSCHAFT

Gegründet wurde das Unternehmen 1830 und gehört so zu den ältesten Aktiengesellschaften Österreichs. Von 1816 bis 1830 wurden 8 Unternehmen als Aktiengesellschaft gegründet. Zweck des Unternehmens: Personen-, Fracht- und Schleppschiffhart mit eigenen oder fremden Fahrzeugen; Bau und Reparatur von Schiffen; Betrieb von Kohlebergwerken und der damit zusammenhängenden Eisenbahnlinien; Errichtung und Betrieb von Anlagen zur Erzeugung elektrischen Stroms; Betrieb von Speditions- und Lagerhäusern etc.
Das Unternehmen befuhr Mitte der 1880er Jahre die Donau von Regensburg bis zur Sulina-Mündung, verschiedene Nebenflüsse der Donau (Drau, Theiss, Maros) und die Seestrecke von Mulina bis Odessa, im ganzen 619, ½ österr. Meilen.
Von der Gründung bis zum Ersten Weltkrieg entwickelte sich das Unternehmen kontinuierlich . Ende des 19. Jahrhundert erfolgte der Erwerb eines der größten Steinkohlenbergwerke Ungarns im Fünfkirchener Becken, das die Kohlen für die Versorgung der Dampfschiffe lieferte, sowie einer Eisenbahnlinie "Mohacs-Fünfkirchen" (60,78 km)., die die Verbindung zwischen den Steinkohlebergwerken und den Schifffahrtslinien herstellt und deren Strecke teilweise auch von der ungarischen Staatsbahn benutzt wurde. Durch das Diktat von St. Germain musste dann der größte Teil der Flotte abgeliefert werden bei entsprechendem Kapitalverlust. Ab Ende der 1930er Jahre zugehörig zur "Hermann-Göring" Aktiengesellschaft für Binnenschifffahrt. 1939 wurde die deutsche Donauschiffahrtsgruppe zwecks engerer Zusammenarbeit mit der "Bayerischen Lloyd Schiffahrts A.-G. Regensburg" und mit der "Continental Motorschifffahrtsgesellschaft Das Grundkapital betrug 24 Mio. fl. C.M., begeben in ganzen Aktien zu fl. 500,- und halben Aktien zu je fl. 262, ½. Das Aktienkapital hat sich bis zur Jahrhundertwende nicht verändert, spätere Kapitalerhöhungen wurden als Anleihen ausgegeben. Rarität!

Ausruf: EUR: 1.800,-



SAMMLUNG FRIEDHOFSGESELLSCHAFTEN

 

PAISLY CEMETERY LIMITED

Cerificate # 432; 15. July 1887; Farbe: siehe Umschlagseite; Maße: 36 X 28; Druck auf Tierhaut, Ornamentik in goldfarben; Originalunterschriften der Direktion, rückseitiger Übertragungsvermerk von 1947;

PAISLY CEMETERY LIMITED

auf dem Friedhof von Paisley in Schottland steht heute direkt im Eingangsbereich ein Denkmal zu Ehren der 70 Kinder, die bei einem Kinobrand in Paisley ums Leben kamen. Rarität, dieses Exemplar wurde Anfang der 1990er Jahre in Belgien versteigert und kommt nun durch diese Sammlungsauflösung erneut zum Aufruf.

Ausruf: € 700


I. PRESSBURGER LEICHENBESTATTUNGSANSTALT

Inhaberaktie über Gulden österr. Währ. 100; Pressburg; 29. Januar 1871; # 138; Farbe: blau, schwarz, beige; Maße: 24,9 x 33,8; - Gründeraktie! kleiner Einrisse am Rand mit Archivpapier hinterlegt; Rarität! (10874) VF
Ausruf: E 1.200

 


den kompletten Katalog zum Download als pdf hier

 


Erhaltungshinweise (international)

UNC = UNICIRCULATED (ausgabefrisch, sauber, glatt)
EF = EXTREMELY FINE (kleine Faltspuren oder geringe Flecken)
VF = VERY FINE (Umlaufspuren, jedoch das Druckbild unbeschädigt)
F = FINE (Faltspuren oder kleine Einrisse)
VG = VERY GOOD (starke Umlaufspuren, evtl. Fehlstücke an Ecken und Rändern)
G = GOOD (Wie VG, jedoch evtl. fehlende Stücke im Druckbild)



Sollten Sie Fragen haben, beantworten wir Ihnen diese auch gerne am Telefon, rufen Sie an.



Auktions- und Handelshaus Tschöpe
gegründet 1978

Historische Wertpapiere und Finanzdokumente

Bruchweg 8,    D - 41564 Kaarst

Telefon (49) 02131/602756 - Telefax (49) 02131/667949 - Mobil: 0171/2068386

E-Mail: info@tschoepe.de


zurück zum Seitenanfang
zurück zur Homepage
zurück zu Auktion
 

Webmaster@tschoepe.de