Auktionshaus Tschöpe
Historische Wertpapiere und Finanzdokumente
Bruchweg 8 - D - 41564 Kaarst
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25. Jahre Auktions- und Handelshaus Reinhild Tschöpe
gegr. 1978

51. Auktion Historischer Wertpapiere und Finanzdokumente
am 3. Mai 2003 14:00 Uhr
im Ramada Renaissance Hotel Düsseldorf

Überblick unserer Jubiläumsauktion
(für große Abbildungen bitte auf die Bilder klicken)

Zum Ausruf gelangten rund 550 Lose, die einen großen internationalen Querschnitt der Scripophilie repräsentieren. Beginnend mit den Incunabeln unseres Sammelgebietes über Raritäten der Gründerjahre (u.a. Originalunterschriften Freiherr Göler von Ravensburg, Vetter - Köchlin, Meyer Carl von Rothschild), amerikanischen Autographenaktien ( Cyrus West Field, Daniel Drew, Andrew Mellon, Thomas Alva Edison, eine Vanderbiltsammlung), einer Sammlung von Panoramagesellschaften und einer Chinasammlung bis hin zur "Eine Millionen DM Aktie" der Adam Opel AG, und ausgesuchte Stücke aus dem Bereich Transportwesen.

Unseren kostenpflichtigen Katalog (EUR 10, Europa EUR 15, Übersee EUR 35) bestellen Sie bitte per e-mail unter info@tschoepe.de, per Telefon unter 02131 604814, per Brief oder FAX unter 02131-667949

 


VEREINIGTE OSTINDISCHE COMPAGNIE

VEREINIGTE OSTINDISCHE COMPAGNIE Anleihe8% Anleihe über Florin 2.400; Amsterdam (Middelburg), 7. November Anno Domini 1623;
Farbe: beige, schwarz; Maße: 7 X 27; Druck auf Bütten, VF.

Am 20. März 1602 schlossen sich auf Anregung des Syndikus "landsadvocat" der Provinz Holland Johan van Oldenbarnevelt (1547-1619) und des späteren Generalgouverneurs Prinz Johann Moritz von Nassau (1606 - 1679) die "Vorkompanien" Hollands zu einer großen Gesellschaft mit dem Namen "Vereinigte Ostindische Compagnie (VOC) zusammen. Die neue Gesellschaft bekam von den Generalstaaten den Freibrief verliehen, der sie mit Souveränitätsrechten ausstattete, die für die zukünftige Entwicklung von großer Bedeutung waren. Diese Gesellschaft dokumentiert den Durchbruch zur ersten und sich bald darauf als entscheidend erweisenden weltweit dominierenden größten Handelsgesellschaft jener Zeit. Die VOC wies bereits grundlegenden Charakteristika der modernen Aktiengesellschaft auf und initiierte damit letztlich die zukünftige Wirtschafts- und Finanzgeschichte. Die Verwaltung der Gesellschaft erfolgte anfangs über sechs Kammern (Niederlassungen) in bedeutenden Handelsstädten: Amsterdam als Schwerpunkt, Seeland, Delft, Rotterdam, Hoorn und Enkhuizen. Jede Kammer stellte ihre eigenen Direktoren für das insgesamt 75 köpfige Gesamtdirektorium, aus welchem dann der eigentliche Vorstand gewählt wurde ("Versammlung der 17 Herren").
Das ursprüngliche eingezahlte Aktienkapital Kapital betrug 6.424.588 Gulden, eine ungeheure Summe für damalige Verhältnisse. Ganz entscheidend für den Erfolg der Kapitalbeschaffung war der Beschluss der Gründer , die Kapitalzeichnung für das breiten Publikum zu öffnen und die Anteilseigner als Teilhaber aufzunehmen. Entsprechend wurden die Aktien, meist zum Nennwert von 3000 Gulden, zügig platziert und sie waren handelbar, da jeder Holländer kaufen und auch wieder verkaufen konnte. Den Kurs bestimmte nicht die Regierung des Mutterlandes, sondern eine unabhängige, an Gewinnen interessierte Aktiengesellschaft.
Das Aktienkapital der VOC wurde nie erhöht. Die Compagnie nahm allerdings seit Ihrer Gründung auch fremdes Kapital an. Bereits 1603 borgte sich die Kammer Amsterdam Geld, und ab 1604 finanzierten einige Kammern den Bau neuer Schiffe mit Anleihen. Wohl ab 1622, eventuell auch etwas früher, gaben die Kammern dann für aufgenommene Gelder Obligationen aus, die in der Regel mit kurzen Laufzeiten von sechs Monaten versehen waren, ab 1670 dann mit Laufzeiten von einem Jahr. Geld zu längeren Terminen wurde erstmals 1665 aufgenommen, wahrscheinlich im Zusammenhang mit der Unterstützung, die die VOC den Generalstaaten im Zweiten englisch-holländischen Seekrieg (1664-1667) zukommen ließ. Neben den Aktien bzw. Anteilen wurde auch mit den Obligationen schwunghafter Handel getrieben.
Bei der hier angebotene Obligation handelt es sich um eine der sogenannten kleinen Obligationen, von denen bisher sind drei Exemplare bekannt sind, zwei liegen in Sammlungen. Zusätzlich unterscheidet sie sich von den anderen Stücken durch die Tatsache, das die Obligation nicht in Middelburg, wie im Text vorgedruckt, sondern in Amsterdam begeben wurde. Bekannt ist, das sich Amsterdamer Geschäftsleute auch an der Kammer Seeland beteiligten.

Erstmals öffentlich angebotene Rarität! VF

Ausruf: EUR 18.000,- Zuschlag : EUR 18.00,-



WY, HENRICK CASIMIR (II), FÜRST ZU NASSAU; &v. ERF_STADTHOLDER EN CAPITAIN GENRAL VAN FRIESLAND, BEKENNE SCHULDIGH TE ZIJN.......

4 % Obligation über 1.500 Caroli Gulden; # 50; Actum Leuwarden, 1. Oktober 1682;
Farbe: beige, schwarz, papiergedecktes Siegel links, rotes Lacksiegel rechts,
Originalunterschrift: Fürst zu Nassau; sowie der Ed.: Mog: Heeren Gedeputeerden en de der felver Secretaris Handt.

Originalunterschrift: Fürst zu Nassau

WY, HENRICK CASIMIR (II), FÜRST ZU NASSAU; &v. ERF_STADTHOLDER EN CAPITAIN GENRAL VAN FRIESLAND, BEKENNE SCHULDIGH TE ZIJN....... Heinrich Kasimir II., Fürst von Nassau-Dietz (1657-1696)Heinrich Kasimir II., Fürst von Nassau-Dietz (1657-1696) Der einzige Sohn von Fürst Wilhelm Friedrich von Nassau-Diez und Prinzessin Albertine, der zweiten Tochter Prinz Friedrich Heinrichs von Oranien, folgte dem 1664 verunglückten Vater als Statthalter von Friesland, Groningen und Drenthe unter der Vormundschaft seiner Mutter. Sein Verhältnis zu dem um sechs Jahre älteren Prinzen Wilhelm III., den ihm seine Mutter als Vorbild hinstellte, war in der Jugend getrübt. Nach einem Sturz vom Pferd 1677 schied er aus Wilhelms Militärdienst. Am 16. November 1683 heiratete er Prinzessin Henriette Amalie von Anhalt-Dessau, die Tochter seiner Tante Henriette Katharina. Es kam zu einer Verständigung mit Wilhelm III., der 1687 Taufpate seines Sohnes Johann Wilhelm Friso wurde. 1688 nahm Heinrich Kasimir an Wilhelms englischem Feldzug teil, wurde 1689 Feldmarschall, zog sich aber bald zurück. Erkrankt, starb er zwei Monate vor seiner zu Besuch weilenden Mutter.
Die Laufzeit der Anleihe betrug ein Jahr. Fachgerecht restauriert, am linken oberen Rand wohl Stempelausschnitt, der mit ähnlichem Papier geschlossen wurde, kleine Randeinrisse hinterlegt, sonst VF.

Ausruf: EUR 1.200,-

 



ENGLISCHE EAST INDIA COMPANY

ENGLISCHE EAST INDIA COMPANYAktie über £ 1053,93; London, 1. Juli 1848;# 243; Farbe schwarz, weiß; Maße: 15,5 X 20; EF-VF,
Druck auf Bütten; Druck: J.&H. Cox, Printers, Great Queen Street.
Originalunterschriften, Dividendeneintragung auf insgesamt £ 1055,10.

Zur Geschichte:
Max von Boehn, England im 18. Jahrhundert: " Während die englischen Kolonien auf amerikanischem Boden dem Zwange, den das Mutterland auf sie auszuüben suchte, mit jedem Jahr mehr entglitten und schließlich, wenn auch nach langem Kampfe, ihre volle Selbständigkeit errangen, fiel Großbritannien auf der anderen Seite der Erdkugel ein Reich zu, das den Verlust, den es in Amerika erlitt, vollkommen ausglich; Indien wog die Einbuße der 13 Kolonien in Nordamerika auf. Die Beziehungen Englands zu Indien sind älter als wie die zu Amerika, sie gehen in das Ende des 16. Jahrhunderts zurück."
Die englischen Kaufleute, die mit Ostindien Handel trieben, taten sich am 31.12. 1600 zu einer Vereinigung zusammen, die als "Der Gouverneur und die Gesellschaft der Londoner Kaufleute, die nach Ostindien handeln" von Königin Elisabeth I das Privileg erhielten. Dies war die später als "Ostindische Compagnie" bezeichnete Gesellschaft, die nach dem Wortlaut des königlichen Freibriefes allein berechtigt sein sollte, mit Ostindien kaufmännische Verbindungen anzuknüpfen. Die East India entwickelte sich zur Begründerin des Britischen Weltreiches.
Im Jahre 1612 erfolgte die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft. Im 18. Jahrhundert erweiterte die Gesellschaft Ihre Aktivitäten neben dem Handel auch auf die Verwaltung des subindischen Kontinents aus.
Die englische East India prosperierte unter der Leitung von Robert Clive (bis 1774), Warren Hastings, Lord Cornwallis und Marquis of Wesseley, welche das Werk Clives vollendeten, 1877 erfolgte die Proklamation Königin Victorias als Kaiserin von Indien. Ab 1834 beschränkte sich die East India nur noch auf Agenturaufgaben für die englische Regierung, 1858 wurde sie aufgelöst.
Ohne die East India Company, nach der holländischen "Vereinigten Ostindischen Companie" die zweitälteste Aktiengesellschaft der Wirtschaftsgeschichte, wäre das britische Weltreich in seiner imperialen Größe kaum entstanden. Über mehrere Menschenalter hinweg beherrschte die reiche und mächtige Handelskompanie den indischen Subkontinent.
Äußerst selten! Diese Ausgabe wurde bisher erst einmal angeboten.

Ausruf: EUR 800,-



WIR, MARIA THERESIA VON GOTTES GNADEN, RÖMISCHE KAISERIN....

WIR, MARIA THERESIA VON GOTTES GNADEN, RÖMISCHE KAISERIN....

Originalunterschrift: Maria Theresia ( 1717-1780)

4 % Anleihe über 200 Rheinische Gulden, jeder Gulden zu 15 Patzern oder 60 Kreuzern gerechnet; eingetragen auf Maria Anna traunstein, Wien, 1. November 1766;
Originalunterschrift: Maria Theresia ( 1717-1780), sowie des Hofkammer- und Bodendeputations-Vizepräsidenten Leopold Graf von Schlick zu Passaun und Weisskirchen (1729-1770).
Ganzkupferstich auf Bütten, Doppelblatt, papiergedecktes Siegel, innenseitiger handschriftlicher Anleihetext.

Maria Theresia ( 1717-1780)Als 1740 Kaiser Karl VI ohne männliche Erben starb, trat seine 23 jährige Tochter Maria als Erzherzogin von Österreich und Königin von Ungarn und Böhmen dessen Nachfolge an, wie es schon 1713 in der Pragmatischen Sanktion vereinbart worden war. Wegen ihres ungekünstelten Wesens, das keinen Unterschied zwischen Throngeschäft und Familienleben- sie hatte 16 Kinder- machte, erfreute sich die Mutter der Völker großer Popularität. Ihrem beharrlichen Durchsetzungsvermögen zollten auch ihre Feinde Bewunderung. Ausführliche Beschreibung liegt dem Los bei. Strichentwertung, kompletter Bruch der mittleren Knickfalte (daher zwei Einzelblätte ), Strichentwertung vorn, Ränder ebenfalls schwarz gestrichen, kleine Einrisse in den Knickfalten, die handschriftlichen Eintragungen nicht betreffend, VF

Ausruf: EUR 2.800,- Zuschlag : EUR 2.800,-

 

 



COMPANIA REAL GUIPUZCOANA DE CARACAS

COMPANIA REAL GUIPUZCOANA DE CARACASAktie; Nr. 2124; Madrid, 1. Juni 1752; braun, beige, papiergedecktes Siegel mit Königskrone, Original-Ganzkupferstich auf Tierhaut mit dreiseitig reicher Ausschmückung: Waffen, Blumen, Tiere, Früchte, Indiander, Originalunterschriften der Direktion.
Erste spanische Handelsgesellschaft, welche ihre Aktien öffentlich ausgegeben hat.
Mit königlichem Dekret vom 25. September 1728 wird der Provinz Guipuzcoana das Handelsrecht verliehen, Produkte des Königreichs zu exportieren und Kakao zu importieren.
Unter dem Patronat von San Ignacio mit dem Namen Real Compania Guipuzcoana de Caracas wurde die Gesellschaft gegründet und es entstand die erste größere Handelsgesellschaft in Spanien in Form einer Aktiengesellschaft. Das Aktienkapital wurde mit 1 Mio. Pesos veranschlagt, begeben in Aktien zu je Pesos 500 . In Spanien hatte das Königshaus immer das Vorrecht zur Erstzeichnung, so zeichnete König Philipp V. und die Königin je 100 Aktien, für beide zusammen im Nominalwert von 100.000 Pesos.
Die Gesellschaft entwickelte sich rasch zu einer Größe. Sie betrieb die Entwicklung der Landwirtschaft in Caracas, überwachte den Orinoco-Handel und war später in Maracaibo tätig. Im Ausgabejahr intervenierten die Holländer und Engländer, die durch die Macht der Gesellschaft ihren Handel eingeschränkt sahen.
Der Aufstand von Caracas 1749-1752 zog automatisch die Reduzierung des Außenhandels mit sich, es kam zu Profitverlusten Im Jahre 1785 ging die Gesellschaft im Zuge eines "unfriendly takeover" in der Real Cia de Filipinas auf. Re. Obere Ecke fachgerecht restauriert, Kipfer E 28

Ausruf: EUR 2.900,-



SCHWEIZERISCHE KREDITANSTALT IN ZÜRICH (SKA)

SCHWEIZERISCHE KREDITANSTALT IN ZÜRICH (SKA)Aktie über Franken 500 # 65606; Zürich, 31. Mai 1898; Farbe: grau, graublau, beige; Maße: 31 X 42; Originalunterschriften des Verwaltungsrathes und der Direktion, Lochentwertung, Talon.
Ab Mitte des 19. Jh. wurden in Europa mehrere auf nationaler Ebene operierende, namhafte Kreditinstitute gegründet, wie z.B. der Crédit Mobilier 1852 in Frankreich oder die Gruppe der "vier D" (Darmstädter-, Diskonto-, Dresdner und Dt. Bank) ab 1853 in Deutschland. Diesen Beispielen folgend gründete in der Schweiz Alfred Escher im Jahre 1856 unter Beteiligung mehrerer Textilindustrieller und Politiker die Schweizerische Kreditanstalt in Zürich, die rasch zur größten schweizerischen Handelsbank prosperierte. Heute ist sie die älteste weltweit tätige Schweizer Großbank mit Stammhaus auf der noblen Züricher Bahnhofstraße und mit über 90 Stützpunkten auf allen bedeutenden Finanzplätzen der Welt. Zu Beginn wurde besonders die Kreditvergabe an kommerzielle Kunden sowie das Emissionsgeschäft gepflegt. Darüber hinaus engagierte sich die SKA besonders bei der Eisenbahnfinanzierung der Schweiz. Mitte der 1860er Jahre erfolgte eine Reorganisation, die wegen Verlusten im Kreditgeschäft und Fehlspekulationen nötig geworden war. Nachdem die SKA die wirtschaftliche Depression der 1880er Jahre ohne nennenswerten Schaden überstanden hatte, beteiligte sie sich im Jahre 1878 an der Gründung und Leitung der Schweizerischen Eisenbahnbank, 1890 an der Bank für oriental. Eisenbahnen und 1895 an der Bank für elektr. Unternehmungen (Elektrowatt). Ab 1905 errichtete die SKA diverse Filialen im Inland. Das internationale Geschäft erlitt durch den l. Weltkrieg einen Rückschlag, konnte danach aber wieder ausgeweitet werden. Die Schwierigkeiten während der Bankenkrise der 1930er Jahre und des 2. Weltkriegs überstand die SKA vergleichsweise gut. Sie erfuhr anschließend ein rasantes Wachstum und dehnte die Zahl der Geschäftsstellen im In- und Ausland massiv aus. Der 1977 aufgedeckte Chiasso-Skandal, aus dem ein Verlust von ca. 1,4 Mrd. Fr. für das Unternehmen resultierte, führte kurzzeitig zu einem Verlust an Vertrauen in das Unternehmen und markierte zugleich den strateg. Übergang zum international ausgerichteten Finanzkonzern. 1989 wurde die SKA Tochtergesellschaft der CS Holding, zu der unter anderem auch die CS First Boston, Fides, Elektrowatt, CS Life und die 1990 übernommene Bank Leu gehörten. 1993 stieß die Schweizerische Volksbank (SVB) zur Gruppe. Im Rahmen einer weiteren Reorganisation und Umbenennung der CS Holding ging die SKA 1997 in der Credit Suisse Group (CSG) auf. Noch im gleichen Jahr erfolgte der Zusammenschluss mit den Winterthur Versicherungen. 1999: Erwerb der Warburg Pincus Asset Management in den USA; 2000: Integration der DLJ Asset Management in den USA; 2001: Erwerb der Sun Life of Canada (SLC) Asset Management Group in Großbritannien; 2002 wird die Credit Suisse Asset Management im Rahmen des Restrukturierungsprozesses der Credit Suisse Group Teil der Credit Suisse First Boston. In Deutschland ist die Credit Suisse
Asset Management seit 1988 präsent. . (Quelle u.a: .Credit Suisse, Historisches Lexicon der Schweiz, Bern)

Rarität! Das hier offerierte Stück stammt aus einer sehr frühen schweizer Sammlung und gilt ausgestellt als Einzelstück. Eine Blankette der SKA von 1906 wurde im letzten Jahr auf einer schweizer Auktion angeboten. VF

Ausruf: EUR 5.000,-



BANK IN ZÜRICH

BANK IN ZÜRICHNamens-Aktie über CHF 1.000 # 15; eingetragen auf Herrn Huber-Zundel in Zürich; Zürich, 1. Juli 1855; Farbe: hellbraun, grau, beige; Trockensiegel; Maße: 23,5 X 37,5; innenseitige Indossamente, Steuerstempel über 30 Rappen, umgeschrieben auf die Schweiz. Kreditanstalt und gemäß Fusionsvertrag mit der SKA Zürich am 20. Dezember 1982 annulliert. Druck: Lith. U. Typ. Von Orell Füssli & Cie in Zürich.-
Originalunterschriften, als Präsident zeichnete Hans Conrad von Muralt, alt Bürgermeister, Amtszeit von 1836-1866; als Direktor zeichnete Hans Georg Finsler, Amtszeit von 1836 - 1866.
Die Bank in Zürich ist die älteste schweizerische Aktienbank. Sie hat im Wirtschaftsleben des Kantons Zürich eine bedeutende Rolle gespielt und unter den schweizerischen Notenbanken eine führende Rolle eingenommen. Während Jahrzehnten war sie das bedeutendste derartige Institut der Schweiz.
Ihre Entstehung verdankt sie nicht der Initiative und dem Weitblick eines Einzelnen, im Gegensatz zu verschiedenen anderen schweizerischen Banken. In der schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft und in der Handelskammer war ihre Gründung befürwortet und vorbereitet worden; durch eine größere Zahl der namhaftesten Handelshäuser und Privatbanquiers wurde das Projekt zur Ausführung gebracht. Die Zürcher Kaufmannschaft darf den Verdienst für sich in Anspruch nehmen, in der Hebung des schweizerischen Geld- und Kreditwesens durch die Gründung der Ersten Aktienbank" und zugleich des ersten Institutes, das sich die Pflege der Noten- Giro- und Diskontgeschäftes zur besonderen Aufgabe machte, mit gutem Beispiel vorangegangen zu sein. Es handelte sich bei dieser Gründung daher nicht um ein Erwerbsunternehmen im gewöhnlichem Sinne, sondern es wurde der Bank, neben der selbstverständlichen Wahrung berechtigter, privater Interessen, auch die Förderung des wirtschaftlichen Gemeinwohls zum Ziele gesetzt.
Die aufgelegte Emission der Namens- Aktien des auf 1 Millionen Zürcher Gulden festgesetzten Aktienkapitals, eingeteilt in 2.000 Aktien zu je fl. 00, war bereits nach 8 Tagen vollständig gezeichnet, so dass am 28.10.1836 die Subskription geschlossen wurde und die noch zahlreich eingehenden weiteren Zeichnungen nicht mehr berücksichtigt werden konnten. Das Ragionenbuch von 1836 verzeichnet ein Who is Who der damaligen Schweizer Geschäftswelt: Salomon Arter (Seiden- und Baumwollhandel); J. A. Birmann & Comp., Winterthur (Baumwolle, Garne und Tücher); Caspar Bleuler, Bezirksrat; Bürkli-Orell; Escher, Wyss & Co., (Baumwollspinnerei u. Maschinenfabrik); Tobler-Stadtler, Bankier; Ziegler, Leonhard, Regierungsrat u.a.m.; außer Stadt u. Kanton Zürich wollten auch andere Kantone und Gemeinden zeichnen (Altdorf, Basel, Schaffhausen, St.. Gallen, Samaden); aus dem Ausland zeichneten Augsburg, Bergamo, Frankfurt, Paris (die Fa. M. A. von Rothschild & Söhne zeichnete allein 100 Aktien), in der Regel aber wurden zwischen fünf und 10 Aktien gezeichnet.
Am 14. November 1836 wurden die Aktionäre zur konstituierenden Versammlung einberufen, welche die Statuten definitiv festsetzte. Zum Bankpräsidenten wurde der Präsident der Handelskammer, alt Bürgermeister Hans Conrad von Muralt, gewählt. Am 22. November 1836 wurden die Statuten bestätigt. Damit trat die Bank in Zürich als erste Aktienbank der Schweiz ins Leben.
Bis zum Bezug eines eigenen Bankgebäudes im Jahre 1875 blieb die Bank in Zürich im Hause der Zunftgesellschaft "zur Meise". Im Publikum hiess sie daher die "Meisenbank". Bankdirektor wurde der damalige Staatsschreiber Hans Georg Finsler. Als Hautkassierer fungierte Wilhelm Meyer-Ott, der von der Staatskasse zur Bankkasse wechselte.
Am 1. Juli 1855 wurden die alten Aktien, lautend auf Zürcher Gulden in neue Aktien zu je sFr. 1.000 umgetauscht. Im Jahre 1841 übernahm die Bank in Zürich neben den verschlossenen Depositen auch offene Wertschriftendepots zur Verwahrung und Verwaltung. Bis 1883 spielten diese eine eher untergeordnete Rolle, erfuhren danach eine rasche Zunahme, während die geschlossenen Depositen zurücktraten. Mit der direkten Vermittlung des An- und Verkaufes von Wertpapieren an der Börse befasste sich die Bank in Zürich ab dem 15. Mai 1899; bereits 1898 wurde zu diesem Zweck eine Stahlpanzerkammer errichtet, sodass auch hinsichtlich der Aufbewahrung von Depositen alle Anforderungen einer modernen Bank gegeben waren. Im Wege des Aktientausches ging die Bank in Zürich auf die SKA Zürich über. Geringfügige Knickfalten, EF-VF
Äusserst selten!

Ausruf: EUR 1750,- Zuschlag : EUR 1.750,-



NEW MERCANTILE EX-CHANGE

NEW MERCANTILE EX-CHANGENamens-Aktie über Shs. 1; Süd-Afrika, Cape of Good Hoope, 1. September 1822; Farbe: beige, schwarz, Druck auf Bütten mit Wasserzeichen W 1815, sowie Wappen mit Krone; ausgestellt auf Franciscus Xaverius Lend. Handschriftliche Indossamente bis 1873.
Mit einem Grundkapital von L Sterling 5925 wurde am 22. März 1819 die Börse von Kapstadt gegründet. Begeben wurden 158 Interimsscheine, die 1822 gegen gedruckte Aktien umgetauscht wurden, wobei 40 Exemplare von der Kolonialregierung übernommen wurden. Keine Einzelperson durfte mehr als zehn Anteile besitzen, das Stimmrecht war auf fünf Voten limitiert. Das Kap der Guten Hoffnung (felsige, 600 m hohe Südspitze der Kaphalbinsel) liegt 40km südlich von Kapstadt. Kapstadt entstand aus einer von Jan Ribeck 1652 gegründeten Frischkoststation für die "Holländisch-Ostindische Companie", wurde 1806 von England besetzt und 1814 mit Kapland von den Engländern annektiert. In der Folgezeit als Freihafen deklariert, wurde Kapstadt zur bedeutenden Drehscheibe des Warenverkehr zwischen Europa und Asien. Gehandelt wurden Wolle, Wein, Elfenbein, Häute und andere Kolonialprodukte. Parallel zu dem durch den großen Gold- und Diamantenboom verursachten Aufschwung von Johannesburg schwand Ende des 19. Jahrhunderts die Bedeutung der Börse von Kapstadt. Das von der "New Mercantile Exchange" errichtete Börsengebäude wurde 1890 abgerissen. Jüngst stellte Johannesburg den Parketthandel ein. Die wenigen, verfügbaren Aktien der New Mercantil Exchange zählen zu den ältesten bekannten Börsenaktien der Welt und sind äußerst selten! VF

Ausruf: EUR 750,- Zuschlag : EUR 850,-



ALLGEMEINE PENSIONS-ANSTALT IN HAMBURG

Aktie # 2869, eingetragen auf Frau Catharina Margaretha Lammers; Hamburg, 20. August 1816; Farbe: beige, schwarz, Maße: 30 X 19; Druck auf Bütten Originalunterschriften der Administration und des Geschäftsführer J.J. Behn, Firmenstempel. DIE Gesellschaft wurde 1815 errichtet. Es handelt sich hier um eine der ältesten, bekannten Aktien einer deutschen Pensionsversicherung; die Beiträge betrugen seinerzeit 1 Mark 8 fsl. Hamburger Cour. und waren vierteljährlich zu entrichten. Rarität, bisher wurden 1991 und 1995 je ein Stück auf Auktionen angeboten. VF

Ausruf: EUR 1.200,- Zuschlag : EUR 1.600,-

 

 

 

 

 




BERLINISCHE LEBENS-VERSICHERUNGS-GESELLSCHAFT

BERLINISCHE LEBENS-VERSICHERUNGS-GESELLSCHAFTAktie über Thaler 1.000; # 882; Berlin, den 1. September 1836; Farbe: beige, grau, schwarz; Maße: 43,9 X 28,9; Trockensiegel mit Firmenlogo; Druck auf Bütten, große Kupferstichvignette, Steuerstempel.
Gründerstück ! Es wurden 1.000 Aktien zu je Thaler 1.000 begeben. Die Gesellschaft war das früheste Lebensversicherungsunternehmen innerhalb Preußens und gehört zu den ältesten, heute noch bestehenden Aktiengesellschaften in Deutschland.
1915 erfolgte die Vereinigung mit der 1831 gegründeten "Deutsche Militärdienst- und Lebensversicherungs-Anstalt Hannover". 1921 Übernahme des Lebensversicherungsbestandes der 1836 in Erfurt gegründeten "Thuringia" im Austausch gegen das vorübergehend betriebene Unfall und Haftpflicht Versicherungsgeschäft.
1922 wurde die seit 1865 bestehende "Preussische Lebensversicherung" übernommen. 1923 erfolgte die Umfirmierung in "Vereinigte Berlinische und Preussische Lebensversicherungs- AG". Seit 1954 lautet die Firmierung "Berlinische Lebensversicherungs Aktiengesellschaft, mittlere Knickfalte vertikal mit Papier hinterlegt, ebenfalls horizontal an den Rändern mit Papier fixiert. Originalunterschriften der Direktion, u.a. auch die des Gründers Heinrich Ludwig Lobeck. ".
Rarität!

Ausruf: EUR 6.500,- Zuschlag : EUR 8.500,-

 



FRANKFURTER RÜCKVERSICHERUNGS-GESELLSCHAFT

FRANKFURTER RÜCKVERSICHERUNGS-GESELLSCHAFT

Unterschrift Meyer Carl von Rothschild (1820 - 1886)

Aktie über Gulden 500 # 11531; Frankfurt am Main, 2. Januar 1858; Farbe: beige, schwarz; Doppelblatt, franz. Steuerstempel; Originalunterschriften der Direktion und des Verwaltungsrates, u.a. als Präsident des Verwaltungsrates zeichnete Meyer Carl von Rothschild (1820 - 1886), Chef des gleichnamigen Frankfurter Bankhauses und Neffe Mayer Amschel Rothschild's.
innenseitige Statuten und Indossierungen bis 1926 mit Originalunterschriften des Verwaltungsrates und der Direktion, u. a am 6. November 1884 ebenfalls Meyer Carl von Rothschild und am 3. April 1910 Rud. Andrea im Original.

Meyer Carl von Rothschild (1820 - 1886)Meyer Carl gilt als einer der bedeutensten deutschen Bankiers seiner Generation. Nachdem er von 1855 bis 1861 in der Rothschild-Bank in Neapel arbeitete, übernahm er 1861 die Führung der Frankfurter Bank (mit seinem Bruder, der jedoch nicht so aktiv war). Neben seiner Banktätigkeit tat er sich noch als einer der führenden deutschen Kunstsammler hervor und trat politisch als liberaler Reichstagsabgeordneter in Erscheinung. 3 seiner Töchter heirateten einen anderen Rothschild-Sprößling und 2 heirateten in den europäischen Hochadel ein (Duc de Grammon, Duc de Wagram). Ein wahrlich steiler Aufstieg für eine bekennende jüdische Familie. Meyer Carl besaß in Frankfurt das Palais Neue Mainzerstr. 33 (1896 verkauft), das Palais Untermainkai 14- 15 (1846 gekauft, heute: jüdisches Museum) sowie die Günthersburg (Sommerschloß ab 1855 gebaut, 1886 abgerissen und englischen Park der Öffentlichkeit gestiftet) und war mit seiner Cousine Louisa Rothschild aus London verheiratet

Gründerstück! Die Gesellschaft wurde als Tochteranstalt des Deutschen Phönix am 23.7.1857 mit Sitz in Frankfurt errichtet.
Durch Beschluss der G.-V. vom 15.6.1926 erfolgte die Sitzverlegung nach Berlin-Schöneberg, Nordsternhaus am Nordsternplatz. Zweck: Rückversicherung in allen Zweigen des Versicherungswesens im In- und Ausland. Ab März 1925 gehörte die Frankfurter Rückversicherungs-Gesellschaft kurzzeitig zum Interessenbereich der Nordsterngruppe, arbeitete jedoch ab 1927 vollständig unabhängig, stand aber noch mit den an ihr finanziell interessierten Gruppen Deutscher Phönix-Providentia und Nordstern in freundschaftlichen Beziehungen.
Das Grundkapital betrug Gulden 6000.000, begeben in 12.000 Namensaktien zu je Gulden 500. Die Kapitalumstellung erfolgte am 28.11.1924 durch Nominalumstellung auf RM 40 mit 25 % Einzahlung.
Großaktionäre: Bankhäuser Ferdinand Hauck, Grunelius & Co. und B. Metzler Seel.Sohn & Co. in Frankfurt a.M. Börsennotiert in Frankfurt a.M. Den Vorsitz des Aufsichtsrates bekleidete in den 1920er Jahren der Bankier Hans-Heinrich Hauck.
1930 fusionierte die Frankfurter Rückversicherungs-Gesellschaft mit der zur Nordsterngruppe gehörenden Rückversicherungs-Vereinigung Aktiengesellschaft, die den gesamten Aktienbestand der Frankfurter Rückversicherungs-Gesellschaft unter Ausschluß der Liquidation übernahm. Die letzte Eintragung des hier angebotenen Stückes wurde 1926 vorgenommen, Kps. (ab 1919 - 1927 ) und Talon. VF
Rarität! Das Stück stammt aus Familienbesitz und wird erstmals angeboten, nicht gelistet im GET und Suppes.

Ausruf: EUR 3.200,- Zuschlag : EUR 3.300,-



BERGWERKS-GESELLSCHAFT GEORG VON GIESCHE'SCHE ERBEN

BERGWERKS-GESELLSCHAFT GEORG VON GIESCHE'SCHE ERBENHandschriftlich gefertigter Antheil-Schein über 3 /10.000; #740; Breslau, 28. Mai 1900; Farbe: beige, grau, schwarz; Maße: 33,2 X 21,1; 12 Seiten; Fadenbindung, papiergedecktes Siegel, innenseitige Originalunterschriften, u.a. Frh.von Richthofen.
Der Aufstieg derer von Giesche'schen Erben, die als kleine Zinkgrube gegründet wurde und später Unsummen aus der Kohleförderung zog, ist beispiellos.
Der Urheber der Bergwerksgesellschaft Georg von Giesche'sche Erben wurde am 29. Oktober 1653 in Schmortsch südlich von Breslau geboren. Die Familie zog später nach Breslau und Georg von Giesche absolvierte eine Handelslehre ,und machte sich dann selbständig, indem er eine Kaufkammer in Breslau erwarb, die laut Bedingungen an den Gewandschnitt und Tuchhandel geknüpft war. 1686 kaufte er eine weitere hinzu und dehnte das Geschäft aus. Dieses Tuchgeschäft behielt er und übergab es erst im letzten Jahrzehnt an den Handlungsführer Georg Friedrich Knauer. Nebenbei handelte Giesche auch mit Galmei. Am 22. November 1704 erlangte er für sich und seine ehelichen Leibeserben vom Kaiser Leopold I ein Privileg auf 20 Jahre, daß ihm das alleinige Recht des Bergbaus auf Galmei und des Handels damit in Schlesien sicherte.
Dadurch hatte Georg Giesche nicht allein ein Geschäftsunternehmen erschlossen das sich im Laufe von fast zwei Jahrhunderten zu immer steigender Größe entwickelte, und seinen Erben immensen Gewinn abwarf, er hat sich auch den unbestreitbaren Verdienst und den Ruhm erworben, den ersten Anstoß zu den oberschlesischen Zinkindustrie gegeben zu haben.
Am 29. April 1712 wurde Georg Giesche "wegen Errichtung von Landesfabriken und Manufakturen" in den erblichen Ritterstand erhoben wurde.
Giesche starb 1716 in Breslau und hinterließ per Testament, daß der Besitz zu gleichen Teilen auf die Kinder und Kindeskinder vererbt wird, aber nicht verkauft werden soll, um das Vermögen in der Familie zu erhalten.
1742 erreichten die Giesche'schen Erben nach erheblichen Schwierigkeiten die Erneuerung des Galmeiprivilegs, dann 1762 und letztmalig 1783. Die Giesche'schen Erben waren zu dieser Zeit in drei Linien vertreten, die von Teichmann'sche Familie, die von Wildensteinsche Familie und die von Progrellsche Familie. 1802 erlosch das Privilegium.
Größter Konkurrent der Giesche'schen Gesellschaft waren die Graf Henckel'schen Erben auf Siemianowitz.
Nach Änderung der Berggesetzgebung von 1851 wurde am 23. April 1860 der Giesche'schen Bergwerksgesellschaft die Rechte einer juristischen Person verliehen.
In der Folgezeit verkaufte sie zwischen 1874 und 1903 für 260 Mio. Mark Kohle, für 186 Mio. Mark Zink, für 20. Mio. Mark Blei usw. Ein Anteil über 1/10.000 brachte 1870 eine Ausbeute von Mark 70. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts kostete ein 1/10.000 Anteil um die 30.000 Mark.
Die Anteile wurden von Anfang an nur innerhalb der Familie weitervererbt, einzigartig in der Geschichte des Bergbaus.
Äußerst selten!

Ausruf: EUR 850,- Zuschlag : EUR 850,-



PREUSSISCHE BERGWERKS - UND HÜTTEN - AKTIENGESELLSCHAFT PRUSSIAN MINING AND IRON WORKS COMPANY

PREUSSISCHE BERGWERKS - UND HÜTTEN - AKTIENGESELLSCHAFT PRUSSIAN MINING AND IRON WORKS COMPANY Aktie über Tlr im 30-Talerfuß 200 oder L 30 Sterling Serie 1 # 1449; Düsseldorf, den 15. Juni 1867; Farbe: schwarz, ocker; Maße: 18,5 X 32; - Unterschrift als Vorstand: Thomas John Mulvany!
Die Gesellschaft wurde am 19. Februar 1866 mit einem Grundkapital von Taler 800.000 bzw. 120.000 Pfund Sterling (2,4 Mio. Mark) von dem irischen Gewerken William Thomas Mulvany zusammen mit mehreren englischen und irischen Gewerken gegründet, um die Dortmunder Grubenfelder Hansa und Zollern, die wegen Wasserschwierigkeiten still gelegt worden waren, zu reaktivieren und steckte daher das gesamte Geld seiner Familie in die zu diesem Zwecke erfolgte Neugründung, die "Preußische Bergwerks- und Hütten-Aktiengesellschaft. Der Vorstand bestand aus William Thomas Mulvany, Thomas John Mulvany, seinem Bruder, zugleich auch Generaldirektor der Ges. und Thomas Robert Mulvany, seinem Sohn als technischen Leiter des Unternehmens. Die neue Ges. erwarb außer den schon genannten Zechen Hansa und Zollern auch das Grubenfeld Erin bei Castrop und die Eisenhütte Vulkan bei Duisburg; es war also ein gemischtes Unternehmen. Ihre Geschäftsberichte erschienen in englischer Sprache. Mit dem Abteufen des ersten Schachtes im Felde Erin begann man noch 1866 kurz nach dem Erwerb des Feldes. Bereits 1867 konnte das Steinkohlengebirge erreicht werden. 1870 wurden die ersten Kohlen zu Tage gefördert. 1873 erfolgte die erste Kapitalerhöhung auf 3,6 Mio. Taler, aus der das hier offerierte Stück stammt. Die Anlagen der Zeche waren aber nicht genügend entwickelt. Namentlich die Wasserhaltung war nicht ausreichend, so daß die Zeche Erin 1877 gänzlich ersoff und bis 1883 still lag. Die schwere Wirtschaftskrise ging die Preußische Bergwerks- und Hütten AG in Konkurs. Die Aktiven wurden von der Berliner Handelsgesellschaft übernommen. Friedrich Grillo bildete 1882 zusammen mit der Disconto-Gesellschaft und dem Bankhaus Salomon Oppenheim & Co. Berlin eine Gewerkschaft Erin und erwarb für diese noch 1882 die Zeche, die dann in die GBAG überging. Nach dem Zweiten Weltkrieg firmierte sie als Erin Bergbau AG und ging dann auf die Ruhrkohle AG über.
Äusserst selten! Kps.+ Talon EF

Ausruf: EUR 1.200,-



STEINKOHLEN - BERGWERK "ZOLLVEREIN"

STEINKOHLEN - BERGWERK "ZOLLVEREIN"Kux-Schein # 98 über einen Kux der 1.000 teiligen Gewerkschaft., in der Gemeinde Caternberg im Kreis Essen, Regierungbezirk Düsseldorf und Oberbergamts-Bezirk Dortmund belegen. Eingetragen auf ; Farbe: beige, hellbraun, schwarz; Maße: 35 X 24,5. Vignette mit gekreuzten Schlegeln und dem Schriftzug "Glück auf!". Originalunterschriften als Gruben-Vorstand: F. Haniel (wohl Sohn Franz, 1842 - 1916) und Ed Carp.
Franz Haniel baute auf seiner Ruhrorter Schiffswerft 1829 das erste auf einer deutschen Schiffswerft auf Kiel gelegene Passagier-Dampfboot und 1838 den ersten eisernen Rheindampfer. 1837 teufte er bei Essen den ersten Tiefbauschacht ab und leitete damit die Massengewinnung von Steinkohle an der Ruhr ein
"So fing ich den Bergbau in dieser Gegend wieder für eigenen Rechnung an, kaufte mehrere passende Ländereien, erwarb verschiedene Kohlenfelder und vereinigte sie unter dem Namen Zollverein". Mit diesen Worten umschrieb Franz Haniel, wie es zu dieser berühmten Zeche kam. Hintergrund war die Loslösung der Gutehoffnungshütte von der Holzkohle, die zunehmend knapper und teurer wurde. Gute Fettkohle war gefragt, die aber im Ruhrgebiet in größeren Tiefen lag. ". Quelle: Wolfgang Burkhard: Niederrheinische Unternehmer, Mercator-Verlag.
1848 begann Franz Haniel mit der Errichtung der Schachtanlage Zollverein I/II durch abteufen des Schachtes I., der Ansatzpunkt lag 500 Meter westlich des ehemaligen Dorfes Katernberg und 300 Meter südlich der soeben fertiggestellten Köln-Mindener Eisenbahn. 1850 folgte Schacht II. Auf beiden Schächten wurden Malakofftürme errichtet. 1851 wurde mit der Förderung begonnen. Für den Betrieb erfolgte die Bildung einer 128 teiligen Gewerkschaft Zollverein im Jahre 1858, deren sämtliche Kuxe Franz Haniel übernahm. 1868 entstand daraus die 1.000 teilige neurechtliche Gewerkschaft Zollverein. 1880 wurde die Errichtung der östlich benachbarten Schachtanlage Zollverein III, VII und X durch abteufen d. Schachtes III., während mit Schacht VII erst 1897 und Schacht X erst 1911 begonnen wurde. In der Folgezeit prosperierte der Zollverein und betrieb bis zur Jahrhundertwende vier selbständige Schachtanlagen in Katernberg, Schonnebeck und Stoppenberg. Unter dem Phönix, 1920 zur Zeche gekommen, wurde die Zeche Zollverein 1926 in die "Vereinigte Stahlwerke AG" eingebracht. 1986 wurde der letzte Schacht (12) stillgelegt und mit sämtlichen Gebäuden, Freiflächen und Halden unter Denkmalschutz gestellt.
Äußerst selten!
Strichentwertung mit Schriftzug ungültig in hellrot; grüne Steuermarke sowie drei Steuerstempel. Schnittentwertung ohne Papierverlust. Geringe Fehlstelle am re. unteren Rand.
Äußerst selten!

Ausruf: EUR 850,- Zuschlag : EUR 850,-



AKTIENGESELLSCHAFT DILLINGER HÜTTENWERKE DILLINGEN_SAAR (RHEINPREUSSEN)

AKTIENGESELLSCHAFT DILLINGER HÜTTENWERKE DILLINGEN_SAAR (RHEINPREUSSEN) Namens- Aktie über Mark 15.000 Deutscher Reichswährung # 226, Lit. D; eingetragen auf Elisabeth Comtesse de L' Aigle geb. Colbert in Paris; Dillingen - Saar (Rheinpreussen, 1. Juli 1906; Farbe: beige, schwarz; Maße: 31,5 X 21; Trockensiegel; Druck: Lith: Franz Stein Nachf., Saarlouis.
Das Unternehmen wurde bereits 1685 errichtet als Eisenhütte durch den Marquis de Lenoncourt. 1784 Gründung der " Societe des interesses a la manufacture de Dilling". 1802 Umwandlung des Unternehmens in eine Aktiengesellschaft. 1805 Produktion der ersten Weißbleche. 1807 Umwandlung in eine KGaA. 1809: Mit Genehmigung Napoleon Bonapartes wird die Dillinger Hütte eine der ersten Aktiengesellschaften Europas. 1818 Umwandlung in "Kupfer-, Schwarz- und Weißblechfabrik zu Dillingen" 1828: Neukonstituierung der AG unter der Fa. "Anonyme Gesellschaft der Dillinger Hüttenwerke". Infolge des politischen Wechsels prosperierte die Dillinger Hütte bereits 1835 zum größten Schwarz- und Weißbleckerzeuger Preußens. 1894: Bau eines Thomaswerkes. 1897 entsteht das erste elektrische Feinbleckwalzwerk Europas. 1905: Errichtung einer neuen Hochofenanlage. 1935 250 jähriges Bestehen der Dillinger Hütte. 1938 waren vier Hochöfen in Betrieb, 3 Koksbatterien, vier Feinblechwalzwerke etc. 1948 schließt sich die Dillinger Hütte mit französischen Weißblechherstellern zur "Societe Lorraine de Laminage Continu (SOLLAC) zusammen. 1949 hatte das Werk annähernd seine Friedenskapazität wieder erreicht. Aufgrund eines Abkommens mit der SOLLAC stellte die Dillinger Hütte die Feinbleckproduktion ein und spezialisierte sich auf die Produktion von Grobblechen. Zweigbetrieb: Mannheim-Neckarsau (Eisen- und Stahlgießerei), Beteiligungen 1950: Eisen- und Stahlgesellschaft Saar-Luxemburg e.G.m.b.H., Stuttgart und H. Fuchs, Waggonfabrik Heidelberg zu 100 bzw. 96%. 1992 wird die GTS Industrie als 100 % ige Tochter übernommen, die Gruppe Dillinger Hütte GTS entsteht.
Das Grundkapital betrug M 6,0 Mio., nach weiteren Kapitalerhöhungen 1897 und 1898 wurde laut G.-V. vom 3.4.1902 das Kapital weiter erhöht auf M 9,0 Mio., begeben in 100 Aktien Lit D zu je M 15.000, Diese wurde bis 1905 bzw. 1906 ganz durchgeführt. Originalunterschriften des Aufsichtsrates: u.a. Albert Korn, Saarbrücken. Erstmals angebotene Namensaktie dieses bedeutenden Unternehmens.; rückseitige Übertragungsvermerke 1907, Steuermarken. VF
Rarität!

Ausruf: EUR 750,-
Zuschlag : EUR 2600,-



FRANKENHOLZER KOHLENBERGBAU-UNTERNEHMEN

FRANKENHOLZER KOHLENBERGBAU-UNTERNEHMENAntheil-Schein # 1930, eingetragen auf Herrn A. Culmann, Apotheker in Forbach; Zweibrücken, 22. September 1879; Farbe: beige, hellbraun, rot, schwarz; Maße: 29,7 X 33,7; Rahmen mit Vignetten der Bergleute in Tracht sowie gekreuzten Schlegeln; Originalunterschrift des Verwaltungsrathes Ferdinand Culmann (1804-1891), on verso Originalunterschrift A. Culmann. Gründerstück!
Der Beginn der Grube Frankenholz geht auf das Jahr 1816 zurück, als die ersten Schürfarbeiten am Höcherberg durch ein Konsortium unter Leitung des Bergwerksverwalters Konrad Weiß aus Altenkirchen in Angriff genommen wurden. Bis in die 1840er Jahre zog sich das Schürfen im Klemmloch hin, ohne das ein abbaufähiges Flöz gemutet werden konnte. Die beantragte Konzession wurde daher nicht erteilt, vermutlich wohl auch, um der Staatsgrube Bexbach unliebsame Konkurrenz zu ersparen. Im Jahre 1844 beteiligte sich der Advokat August Ferdinand Culmann an der Bergwerksgesellschaft. Durch die Übernahme der Hälfte der Anteile wird er der eigentliche Begründer der Grube Frankenholz. Am 5. September 1845 erteilt die Königlich-Bayerische Regierung die Konzession zum Betrieb eines Steinkohlenbergwerkes "Am Frankenholz, Kanton Waldmorh, Landkommissariat Homburg" mit einem 550 ha großen Grubenfeld. 1873 erfolgte die Gründung des Frankenholzer Knappschaftsvereins mit eigener Pensions- und Krankenkasse. Mit der Abteufung von Schacht I beginnt die eigentliche Geschichte der Steinkohlengrube Frankenholz. 1881 konnten erstmals mit einer Zwillingsfördermaschine Kohlen des großen Flözes Willkomm auf Grube Frankenholz gefördert werden. 1882 erfolgte die Niederbringung des Schachtes II. Im August 1884 kommen bei einer Schlagwetterexplosion 5 Bergleute ums Leben. Die Menge des austretenden Grubengases war auf Frankenholz besonders groß und führte immer wieder zu zahlreichen Unfällen. Als erste Bergleute in Saarrevier treten die Arbeiter von Frankenholz 1889 in den Streik, um Lohnerhöhungen und Arbeitszeitverkürzungen durchzusetzen. Die tägliche Schicht wird daraufhin auf 11 Stunden festgelegt, der Lohn um 15 % erhöht. 1891 stirbt August Ferdinand Culmann. Zu jener Zeit betrug die Förderung bereits 82100 Tonnen.
1895-96 wird von der Schachtanlage bis zum Mittelbexbacher Bahnhof eine sogenannte Luftbahn in Stahlbauweise errichtet, auf der die geförderte Kohle zum Bahnhof transportiert wurde. In den Folgejahren wurde die Erschließung des Frankholzer Nordfeldes nahe Höchen betrieben, ein Kraftwerk und Schlaghäuser für die Bergleute errichtet und die natürlichen Grubengasspeicher zum Heizen der Kesselanlagen nutzbar gemacht.
In den Jahren 1919/1920 wurde die bisherige Privatgrube von der französischen Besatzungsmacht verstaatlicht und als "Societe Anonyme des Mines de Frankenholz" an die bisherigen Eigentümer verpachtet.
Nach der Rückgliederung des Saargebietes 1935 geht die Grube in Staatseigentum über und wird Teil der "Saargruben-A.G.". 1941 kommt es abermals zu einer scheren Schlagwetterexplosion, die Grube blieb bis 1946 geschlossen.
1947 wird die wieder in Betrieb genommene Grube von der französischen Besatzungsmacht der "Regie des Mines de la Sarre" unterstellt. 1954 wird Frankenholz an die neu errichtete Schachtanlage Sankt Barbara, Bexbach angeschlossen und hört damit auf, als selbständige Grube zu bestehen.
1959 wurde dann die Grube Sankt Barbara nach nur fünf-jähriger Betriebszeit trotz erbitterter Proteste der Belegschaft und der Bevölkerung stillgelegt. Das bedeutet nun nach 80 Jahren auch das endgültige Aus für Frankenholz. Die Schächte wurde verfüllt, die Anlagen demontiert. Die Ära des Steinkohlenbergbaus am Höcherberg war damit 1960 zu Ende. Quelle: Bergmannsbauern Museum Grube Frankenholz.
Bisher wurden lediglich zwei Exemplare Anfang der 1990er Jahre versteigert. Bis auf vertikale Knickfalte EF
Rarität

Ausruf: EUR 550,- Zuschlag : EUR 850,-



ADAM OPEL AG RÜSSELSHEIM

ADAM OPEL AG RÜSSELSHEIMAM MAIN Aktie über DM 1000.000; # blanko; Rüsselsheim am Main, im Juni 1964; Farbe: braun, beige, gelb, Maße: 21 X 29,8; Trockensiegel mit Firmenlogo; Druck: Universitätsdruckerei Stürtz Ag, Würzburg
Adam Opel (1837-1895) gründete nach Lehr- und Wanderjahren in Frankreich und Belgien in seiner Heimatstadt Rüsselsheim 1862 eine kleine Werkstadt zur Fabrikation von Nähmaschinen. Um 1886 stellte er mit sicherem Instinkt für neue Entwicklungen die Produktion auf Fahrräder um, die den Namen Opel in aller Welt berühmt machten. Nach seinem Tod führten seine fünf Kinder die Firma weiter und begannen 1898 als erster deutscher Betrieb mit der serienmäßigen Herstellung von Kraftfahrzeugen. Am 3. Dezember 1928 wurde die damalige Adam Opel Kommanditgesellschaft in eine Aktiengesellschaft umgewandelt mit einem Grundkapital von RM 6 Mio., begeben in 6.000 Aktien zu je RM 10.000. Die General Motors Corporation führte durch Erwerb eines bedeutenden Aktienpaketes der Adam Opel AG im März 1929 eine Interessengemeinschaft herbei. Diese Verbindung wirkte im weitem Maße befruchtend und schuf durch die Absatzorganisation in fast alle Länder die wesentlichen Voraussetzungen für die außerordentliche Steigerung des Exportes. Die Adam Opel AG investierte großzügig in den 20-30er Jahren und errichtete 1935 in Brandenburg eine Lastwagenfabrik. Die Kriegsjahre hatten die vollständige Demontage des Werkes Brandenburg zur Folge. Im Frühjahr 1946 wurde die Produktion, zunächst für Ersatzteile und Schnellastwagen wieder aufgenommen, ein Jahr später ebenfalls der Automobilbau (Opel Blitz Lastwagen, Olympia). 1950 war der Wiederaufbau beendet. 1962 feiert das Unternehmen 100 Jahre Opel, das Werk Bochum nimmt die Produktion auf (Kadett).
1950 wurde das Aktienkapital umgestellt auf DM 80,0 Mio., und nach mehreren weiteren Kapitalerhöhungen 1964 von DM 520,o Mio auf DM 590 Mio., begeben in 70 Aktien zu je DM 1,0 Mio. Bis 1980 betrug das Aktienkapital DM 950 Mio., begeben in 950 Aktien zu je DM 1,0. Aktionär: General Motors Corporation, Detroit, USA. Rarität! Ablagelochung, mittlere Knickfalte vertikal, VF
Rarität!

Ausruf: Euro 280,- Zuschlag : EUR 480,-



TEWIDATA
Aktiengesellschaft für technisch-wissenschaftliche Datenverarbeitung Sitz: München
Branche: Systemhaus; Gründung: 1972 Grundkapital: DM 6,0 Mio, Stückelung: 60.000 Inhaberstammaktien zu je DM 50,--60.000 Inhabervorzugsaktien zu je DM 50,--.Dividendenaussage: Für das Geschäftsjahr 1983 war eine Dividende von DM 12,50 für die stimmrechtslosen Vorzugsaktien vorgesehen. Grundsätzlich sind die Vorzugs-Aktien mit einer um 2 % höheren Dividende als die Stammaktien, mindestens jedoch einer Dividende in Höhe von 5 % ihres Nennbetrages, ausgestattet. Platziert wurden 56.000 Stück Inhabervorzugsaktien. Ausgabepreis: DM 202,50 14 fach überzeichnet. Erstnotiz: 27.03.1983 mit DM 310,00; Schlusskurs 1983: DM 298,00. Konsortium: PM Portfolio Management GmbH Bankhaus Marcard & Co; Rothschild Bank; Die geplante Dividende für 1983 wurde nicht gezahlt, da die im Emissionsprospekt genannten Zahlen nicht erreicht wurden. Am 04.04.1985 wurde beim Amtsgericht München der Antrag auf Eröffnung des Konkurses über die Vermögenswerte der Gesellschaft gestellt. EF Kps. + Talon EF

Ausruf : EUR 15,-



THE BUFFALO STATE LINE RAIL ROAD COMPANY

THE BUFFALO STATE LINE RAIL ROAD COMPANY

Daniel Drew (1797-1879)

Unterschrift Daniel Drew (1797-1879)

Certificate über Shs. 86 # 680; Buffalo, 5. Februar 1853; Farbe: beige, schwarz; Maße: 14,5 X 28,5; eingetragen auf und rückseitig im Original unterschrieben von Daniel Drew (1797-1879) Viehhändler, Reeder, Bankier, Spekulant, Eisenbahnmagnat.
Daniel Drew wurde in New York als Sohn eines Viehhändlers geboren, besuchte nur wenige Jahre die Schule, da sein Vater starb, als er 12 Jahre alt war. Drew ging im Alter von 15 Jahren nach dem Tod des Vaters 1812 in den Krieg und arbeitete anschließend als Viehhändler. Schon damals waren seine Methoden umstritten. So wird berichtet, das er seine Viehherden aus dem Umland New Yorks von den Bauern übernahm, ohne zu bezahlen mit dem Versprechen, nach dem Verkauf in New York mit viel Geld zurückzukommen, um weitere Rinder zu kaufen. Nur manchmal vergaß er diese Zusage schlichtweg und ward nicht mehr gesehen oder zahlte den Bauern weit weniger, als er versprochen hatte. So musste er notgedrungen seine Ankaufsreisen immer weiter westlich der Alleghenys ausdehnen, denn bei seinen früheren Kunden durfte er sich zum Teil nicht mehr blicken lassen. Trotzdem schaffte er es immer wieder, neue Herden zusammenstellen und diese nach New York City zu treiben. Weiter wird berichtet, das Drew seine Herden tagelang dursten ließ, sie dann kurz vor New York City eine Nacht am Hudson lagern ließ und den Tieren Salz gab, worauf diese sich ordentlich volltranken und am nächsten Tag in New York City ein wesentliches mehr an Gewicht auf die Waage brachten. Drew arbeitete eng mit dem Bruder John Jakob Astors, Henry Astor zusammen, der eine große Schlachterei in New York City betrieb. Natürlich wurde die Gewichtsmanipulation bald entdeckt und es kam zur unvermeintlichen Auseinandersetzung zwischen Astor und Drew, der es aber wiedereinmal schaffte, weiterhin im Geschäft zu bleiben. In den Folgejahren wurde er sogar finanziell stark von Henry Astor unterstütz. Drews Karriere verlief über die nächsten Jahre in etwa parallel zu der Karriere des noch berühmteren Cornelius (Commodore) Vanderbilt. Bereits ab 1834 gründete er eine Schifffahrtsgesellschaft am Hudson und versuchte, allerdings vergeblich, mit Dumpingpreisen im Kampf gegen den Commodore die Macht über die Dampfschifffahrt auf dem Hudson River zu erringen.
Bereits 1844 begann Drew an Wall Street zu spekulieren und gründete mit einigen Compagnons die Maklerbank Drew, Robinson & Company. Geschickt die Zeichen der Zeit ausnutzend, spekulierte er im Eisenbahngeschäft. Unter anderem gab er den Eignern der Erie-Railroad Darlehen und übernahm, als diese zahlungsunfähig wurden, im Jahre 1857 die Verwaltung der Erie-Bahn. In den nächsten neun Jahren dirigierte er den Kurs der Aktien nach seinem belieben und trieb die Kurse je nach Bedarf rauf und runter. Die Bahn selber aber wurde so runtergewirtschaftet, daß eine Fahrt mit Ihr bereits Gefahr bedeutete. Commodore Vanderbilt sah seine Chance, kaufte heimlich alle Erie-Aktien auf und setzte Drew und seine Direktoren 1866 ab. Der legendäre Erie-War zwischen den beiden Giganten begann. Drew wurde von Vanderbilt, der seine Fähigkeiten durchaus schätzte, wieder eingestellt unter der Bedingung, nur für die Vanderbilt'schen Interessen zu arbeiten. Daraufhin stellte Drew zwei junge, damals noch unbekannte Direktoren, Jay Gould und James Fisk jr., ein, die später als Wallstreet- Duo Finanzgeschichte schrieben. Zusammen mit Jay Gould und James Fisk jr. verstand Drew es, mittels geschickter Aktienmanipulationen, den Erie-War gegen den Commodere siegreich für sich zu entscheiden. Danach allerdings wendete sich für Daniel Drew das Blatt. Seine Partner verrieten und betrogen ihn und waren bald selbst Eigner der damals zweitgrößten Eisenbahn der USA- Die Panik von 1873 führte Drew schließlich in die Armut, seine letzten Jahre bestanden aus Bitterkeit, Einsamkeit und Abhängigkeit von seinem Sohn. Der Zeit seines Lebens fromme Methodist hatte nichtsdestoweniger dem Madison Theological Seminary beträchtliche Summen gestiftet. Später entwickelte sich das Seminar zur Hochschule, die heute noch Drews Namen trägt.
Die Buffalo State Linie wurde übrigens von der New York Central Railroad übernommen, die sich unter der Leitung Commodore Vanderbilt's 1861 mit der Hudson River Rr. zur New York & Hudson River Rr. Comp. vereinigte.
Die Signatur Drews auf Wertpapieren ist äußerst selten, Anfang der 1990er Jahre wurde sie in Europa erstmals auf einer Auktion versteigert, die wenigen bekannten Stücke dieser Qualität liegen in Sammlungen,die hier angebotene Signatur ist groß und deutlich, nicht strichentwertet. VF

Ausruf: EUR 5.500,- Zuschlag : EUR 5.600,-



THE MARIETTA, PITTSBURGH AND CLEVELAND RAILWAY COMPANY

THE MARIETTA, PITTSBURGH AND CLEVELAND RAILWAY COMPANY
Cyrus West Field (1819 - 1892) Industrialist, Financier

Unterschrift Cyrus West Field (1819 - 1892)

7 % Consolidated Mortgage Goldbond # 86 über $ 1.000; Farbe: beige, schwarz, braungelb; Maße: 28 X 49; anhängender Couponbogen; rückseitig im Original als Trustee unterschrieben von Cyrus West Field (1819 - 1892) Industrialist, Financier

Das erste gesproche Wort über den Ozean - Zitat Morse:"the great feat of the century",
Zur Geschichte:
"Während all der Tausende und vielleicht Hunderttausende von Jahren, seit das sonderbare Wesen, genannt Mensch, die Erde beschreitet, hatte kein anderes Höchstmaß irdischer Fortbewegung gegolten als der Lauf des Pferdes, das rollende Rad, das geruderte oder segelnde Schiff. Alle die Fülle des technischen Fortschritts innerhalb jenes schmalen, vom Bewusstsein belichteten Raumes, den wir Weltgeschichte nennen, hatte keine merkbare Beschleunigung im Rhythmus der Bewegung gezeitigt.
Die Armeen Wallensteins kamen kaum rascher Vorwärts als die Legionen Cäsars, die Armeen Napoleons brachen nicht rapider vor als die Horden Dschingis-Khans, die Corvetten Nelsons durchquerten das Meer nur um weniges rascher als die Raubboote der Wikinger und die Handelsschiffe der Phönizier.
Erst das neunzehnte Jahrhundert verändert fundamental Maß und Rhythmus der irdischen Geschwindigkeit; durch die Eisenbahn, durch das Dampfboot werden Tagereisen von vordem in einem einzigen Tag, bisher endlose Reisestunden in Viertelstunden und Minuten bewältigt. Aber, so triumphal auch von den Zeitgenossen diese neuen Beschleunigungen empfunden werden, diese Erfindungen liegen immerhin noch im Bereich der Fassbarkeit. Völlig unvermutet aber in ihren Auswirkungen erscheinen die ersten Leistungen der Elektrizität. Nie werden wir Späteren das Staunen jener Generation über die ersten Leistungen des elektrischen Telegraphen nachzufühlen vermögen, die ungeheure und begeisterte Verblüffung, das ebenderselbe kleine, kaum fühlbare elektrische Funke, der gestern von der Leidener Flasche gerade noch einen Zoll weit bis zum Fingerknöchel hinüberzuknistern vermochte, mit einmal die dämonische Kraft gewonnen hat, Länder, Berge und ganze Erdteile zu überspringen.
Dieses weltbedeutsame Jahr 1837, da zum erstenmal der Telegraph das bisher isolierte menschliche Erleben gleichzeitig macht, wird selten in unseren Schulbüchern auch nur vermerkt, die es leider noch immer für wichtiger halten, von Kriegen und Siegen einzelner Feldherren und Nationen zu erzählen, statt von den wahrhaften, weil gemeinsamen Triumphen der Menschheit.
Aber noch widerstrebt die Natur der letzten Vereinigung, noch stemmt sie ein Hindernis entgegen, noch bleiben zwei Jahrzehnte lang alle jene Länder abgeschaltet, die durch das Meer voneinander geschieden sind.
Ein Erdteil aber, und zwar gerade der wichtigste, scheint zu dauerndem Ausschluss von dieser weltumspannenden Kette verurteilt: Amerika.
Denn wie den atlantischen Ozean oder den Pazifischen, die beide in ihrer endlosen Breite keine Zwischenstationen erlauben, mit einem einzigen Drahte durchspannen? In jenen Kinderjahren der Elektrizität sind noch alle Faktoren unbekannt. Noch ist die Tiefe des Meeres nicht ausgemessen, noch kennt man nur ungenau die geologische Struktur des Ozeans, noch ist völlig unerprobt, ob ein in solche Tiefe gelegter Draht den Druck so unendlich getürmter Wassermassen ertragen könnte. Und selbst, wenn es technisch möglich wäre, ein derart endloses Kabel sicher in solche Tiefen hinabzubetten, wo ist ein Schiff von solcher Größe, dass es die Eisen- und Kupferlast von 2000 Meilen Draht in sich aufzunehmen vermöchte? "Unmöglich! Absurd!" winken darum die Gelehrten heftig ab, sowie man den Plan der Ozeanüberspannung nur erwähnt. "Später vielleicht", meinen die mutigsten unter den Techniken. Selbst Morse, dem Manne, dem der Telegraph bisher seine größte Vollendung verdankt, erscheint der Plan als unberechenbares Wagnis. Aber prophetisch fügt er bei, im Falle des Gelingens würde die Legung des transatlantischen Kabels, "the great feat of the century", die ruhmreichste Tat des Jahrhunderts bedeuten.

Mit eindrucksvolleren Worten als sie Stefan Zweig in seinen "Sternstunden der Menschheit" gefunden hat, lässt sich die Bedeutung dieses großen Kaufmanns und Abenteurers für den Fortschritt der Weltgeschichte nicht bekunden, der mit seiner wagemutigen Tat, der Verkabelung zweier Kontinente, den Anschluß der neuen an die alte Welt geschafft und Einzug in die Weltliteratur gefunden hat.
Der am 30. November 1819 zu Stockridge in Massachusetts geborene Pastorensohn gelangte durch diverse kaufmännische Unternehmungen innerhalb kürzester Zeit zu so großem Wohlstand, dass er sich bereits in jungen Jahren in sein Privatleben zurückziehen konnte. Diesen Unbeschäftigten, zu jung und zu energisch für dauernde Untätigkeit, begeistert schließlich die Idee und die schier unlösbare Aufgabe der Überseeverkabelung. Nun ist Cyrus West Field - wie uns Stefan Zweig berichtet - kein Techniker, kein Fachmann. Er versteht nichts von Elektrizität, er hat nie ein Kabel gesehen. Aber dem Pastorensohn wohnt eine leidenschaftliche Gläubigkeit im Blute, dem Amerikaner der energische Wagemut.
Er setzt sich mit allen Fachleuten in Verbindung, trotzt den Regierungen die notwendigen Konzessionen ab, führt in beiden Weltteilen eine Kampagne, um das nötige Geld aufzubringen und erreicht dank seiner immensen Überzeugungskraft, dass das Grundkapital von dreihundertfünfzigtausend Pfund in England innerhalb weniger Tage voll gezeichnet wird.
Am 10.3.1854 gründete Cyrus West Field mit weiteren Investoren, darunter auch Samuel F.B. Morse, in New York City die Atlantic Telegraph Co. of New York, New Foundland and London.
Ihm gelingt, was vorher für unmöglich gehalten wurde: Von seiner Energie getrieben wird ein über 2000 Seemeilen langes Kabel gesponnen, das gleichermaßen fest und unzerreißbar und dennoch elastisch und leicht auszulegen ist. 367.000 Meilen einzelnen Drahtes werden in dieses eine Kabel versponnen. Zwei Schiffe, die von Seiten der englischen Regierung gestellten "Agamemnon", eines ihrer größten Kriegsschiffe, und die von den Amerikanern gestellte Fünftausendtonnen-Fregatte "Niagara" müssen umgebaut werden, um gemeinsam die Spulen mit diesem Kabel zu tragen.
Doch zunächst misslingt das Unterfangen, das von den besten Techniken, darunter Morse selbst, begleitet wird. Das Kabel reißt nachdem bereits 335 Meilen gelegt sind und verschwindet in den Weiten des Ozeans. Ein zweiter Anlauf wird von einem 10-tägigen Sturm, dem das Kabel beinahe ganz zum Opfer fiel, vorzeitig zum stoppen gebracht.
Bereits die Hälfte des Aktienkapitals ist verbraucht, doch die Zähigkeit und der Idealismus Fields lässt die verunsicherten Aktionäre noch einem letzten Versuch zustimmen: Am 17. Juli 1858 verlässt die Flotte zum drittenmal den englischen Hafen. Die See ist freundlich und so gelingt was vorher unvorstellbar war. Genau am vereinbarten Tage, am 28 Juli, können die Agamemnon und die Niagara an der vereinbarten Stelle in der Mitte des Ozeans die große Arbeit, die Verbindung beider Kontinente beginnen. Die Kabelauslegung beginnt und das englische Schiff steuert England, das amerikanische Amerika zu.
Das Kabel ist gelegt, die ersten Worte gelangen innerhalb Sekunden über den Ozean. Doch die Freude währt nur kurz. Wenige Tage später versagt das Kabel und schweigt gänzlich. Cyrus West Field gerade noch durch die Massen in höchste Höhen gehoben, bekommt nun Zorn und Enttäuschung zu spüren. Sechs Jahre lang kann er sich von seiner Niederlage nicht erholen. Niemand denkt daran, das halbgelungene Werk zu erneuern. Doch dann ist das langerträumte Riesenschiff zur Stelle, dass in der Lage ist, die Fracht allein in sich aufzunehmen. Die legendäre "Great Eastern" mit ihren 22.000 Tonnen und vier Schornsteinen, von Isambar Brunel gebaut, liegt 1865 brach, weil gleichfalls zu kühn ihrer Zeit vorausgeplant. Sie kann gekauft und für die Expedition ausgerüstet werden. Nach einem nochmaligen Fehlstart verlässt das Schiff am 13. Juli 1866 zum zweiten Mal und mit neuem Kabel die Themse. Nun wird die Reise zum endgültigen Triumph. Klar und deutlich ist diesmal die Verbindung zwischen alter und neuer Welt. Und auch das alte Kabel wird wenige Tage später gefunden und kann genutzt werden. Cyrus West Field hat sein Lebenswerk vollendet.
Der hier angebotene Bond wurde in den Knickfalten fachmännisch restauriert, daher EF-VF
Die Originalunterschriften auf Wertpapieren von Cyrus West Field, zumal auf Eisenbahnbonds, sind extrem selten!

Ausruf: EUR 5.000,- Zuschlag : EUR 5.000,-



GUTEHOFFNUNGSHÜTTE ACTIEN-VEREIN FÜR BERGBAU UND HÜTTENBETRIEB

GUTEHOFFNUNGSHÜTTE ACTIEN-VEREIN FÜR BERGBAU UND HÜTTENBETRIEBAktie über Thaler Preuss. Cour. 1.000,-; # 5095; Sterkrade, den 2. Januar 1873;
Farbe: beige, weiß, schwarz; Maße: 26,3 X 35,9; Gründerstück! Originalunterschriften M. B. Haniel und Carl Lueg.

Auf dem Gebiet des heutigen Groß Oberhausen nahmen ihren Betrieb auf:
Im Jahre 1758 die St. Antony-Hütte in Osterfeld im Vest Recklinghausen, das dem Erzbischof von Köln unterstand; 1782 die Hütte Gute Hoffnung im Dorf Sterkrade, das zum preußischen Cleve gehörte und 1791 die Eisenhütte Neu Essen an der Emscher bei Schloss Oberhausen im Fürstlichen Stift Essen. Die St. Antony-Hütte ist die älteste Stammhütte der GHH und zugleich die älteste des Ruhrgebietes. Sie wurde 1843 in eine Gießerei umgewandelt und war bis 1877 in Betrieb. Die von Eberhard Pfandhöfer im Dorf Sterkrade betriebene Hütte Gute Hoffnung ging infolge Zahlungsunfähigkeit im Jahre 1808 auf Heinrich Huyssen über. In den Jahren 1808-1810 wurden alle drei Hütten in einer Hand vereinigt und als Hütte, Gewerkschaft und Handlung Jacobi, Haniel und Huyssen gemeinsam betrieben. Die Gutehoffnungshütte umfasste zunächst einen Hochofenbetrieb mit Eisengießerei. 1820 wurde eine Maschinenfabrik, 1842 ein Schienenwalzwerk gebaut. Als es ab 1849 gelang, aus Ruhrkohle einen für die Verhüttung brauchbaren Koks herzustellen, engagierte sich das Unternehmen unter der Leitung von Franz Haniel zunehmend im Kohlebergbau.
1873 wurde die Vereinigung angesichts der Zersplitterung durch Erbgang in eine Aktiengesellschaft unter der Firmierung "Gutehoffnungshütte Aktienverein für Bergbau und Hüttenbetrieb" mit Sitz in Sterkrade umgewandelt. 1875 wurde der Verwaltungssitz nach Oberhausen verlegt. Das Kapital betrug zunächst Taler 10 Mio., begeben in Aktien zu je Taler 1.000,-. Die Leitung übernahmen bedeutende Männer des Ruhrgebietes: Carl Lueg, Hugo Jacobi und Gottfried Ziegler. Im Aufsichtsrat vertreten waren u. a: F. Haniel und M. B. Haniel. Bis zum 1. Weltkrieg prosperierte das Unternehmen zu einem der größten europäischen Montanunternehmen mit einer Belegschaft von mehr als 30.000 Mann.
Im Juni 1918 beteiligte sich die GHH bei der Gründung der "Deutsche Werft AG, Hamburg". Durch diese Einflussnahme auf den Großschiffsbau folgte 1920 die Gründung einer eigenen Werft in der Nähe des Rheinhafens Walsum. 1923 wurde der Sitz nach Nürnberg verlegt. Die im Ruhrgebiet liegenden Werke wurden einer neu errichteten Tochtergesellschaft übertragen. Die GHH fungierte ab 1923 als Dachgesellschaft. Nach dem 2. Weltkrieg wurden auf Betreiben der Besatzungsmächte die Oberhausener Hüttenbetriebe, das Drahtwerk Gelsenkirchen und auch das gesamte Steinkohlenbergbauvermögen ausgegliedert. Übrig blieb ein reines Maschinenbauunternehmen, das 1986 mit der "MAN" verschmolzen wurde. EF.

Die Gründeraktie der GHH gehört zu den klassischen deutschen Wertpapieren mit großer Geschichte!

Ausruf: EUR 1.500,- Zuschlag : EUR 2.000



HERZOGLICH BRAUNSCHWEIG-LÜNEBURGSCHE - COMMISSION, HÖCHST VERORDNETE

HERZOGLICH BRAUNSCHWEIG-LÜNEBURGSCHE - COMMISSION, HÖCHST VERORDNETE3% Anleihe über Tlr. 200 Courant, eingezahlt an die Leihhaus-Casse von Schumachermeister Johann Rackebrandt zu Braunschweig; So geschehen zu Braunschweig, den 27. Februar 1838; Farbe: hellblau, schwarz, beige; Doppelblatt; papiergedecktes Siegel, Druck auf Bütten; Originalunterschriften, u.a. Legationsrat August von Amberg.

Die Leihhausanstalt Braunschweig wurde 1765 gegründet und existiert bis heute, seit 1919 als Braunschweigische Staatsbank und durch Fusion mit hannoverschen Banken 1970 als Nord/LB.
"Per Verordnung vom 9. März 1765 gründete Herzog Carl I ein Leyhaus in der Jacobistrasse 3; Die wirtschaftlichen Nöte in Handel und Handwerk, Landwirtschaft und Industrie nach dem Siebenjährigen Krieg ließen den Wucher ausbrechen, es gab damals Zinssätze von 32%. Aus der Gründungsurkunde des Leyhauses ging hervor, das der wesentliche Zweck "die Förderung des Nahrungszustandes und nützlicher Gewerbe, die Bekämpfung allen widerrechtlichen, dem Gemeindewesen schädlichen Wuchers" sei. Von mehr als 40 Artikeln stellt Artikel 11 das erstmals das Annehmen von Einlagen von jedermann als öffentliche Pflicht dar.
Die ersten Geschäfte des Leyhauses nahm ein Direktor mit einem Kassierer und einem Buchhalten auf. Bereits im November 1765 hatte man 37.000 Taler als Einlage gesammelt. Das Leyhaus war zunächst kein unmittelbares Staatsinstitut, sondern eine unter landesfürstlicher Oberaufsicht stehende Kreditanstalt. Erst mit dem Landesgesetz vom 12. Oktober 1832 übernahm der Staat alle Aktiva und Passiva. Der Gewinn wurde zu den Staatseinnahmen hinzugerechnet. Der geheime Legationsrat August von Amberg war bis 1844 in der Geschäftsführung des Finanzkollegium tätig. In den größeren Orten des Herzogtums eröffnete man ebenfalls Leyhäuser, die in enger Verbindung mit der Zentrale in Braunschweig standen Bis 1914 betrugen die Spareinlagen rund 20,0 Mio., während auf der Aktivseite 110 Millionen verbucht werden konnten. Mit dem Staatsbankgesetz von 1919 erfolgte die Umbenennung des Institutes in "Braunschweigische Staatsbank". Quelle: Dube, Rainer, Welfen, Wechsler, Wertpapiere, Verlagsgesellschaft Grütter
Rarität! Bisher älteste, bekannte Ausgabe. VF

Ausruf: EUR 1.200,-


 

ASSOCIATION PHONIQUE DES GRANDS ARTISTES

Aktie über frcs. 100 vom 3. November 1906; # ; Farbe: braun/ beige; Maße: 30,9 X 39,5; Kps.; EF

1887 erfand der Deutsche Emil Berliner Grammophon und Schallplatte. Sie traten alsbald ihren Siegeszug in alle Länder an. Bedeutende französische Künstler schlossen sich in der Association Phonique des Grands Artistes zusammen, um an der technischen Entwicklung teilzuhaben und ihre Rechte zu sichern. Nicht nur die Künstler, auch der Gestalter des Anteilscheins, Paul Poncet, ließ sich von der Muse küssen: Ihm gelang 1906 eines der schönsten Aktiendesigns, die bekannt sind

Ausruf: EUR 300,- Zuschlag : EUR 300,-



D'EDITION DE LA SIRENE

5 % Obligation # 1057 über Frcs. 100; Paris, 1920; Farbe: beige/hellbraun/schwarz; Maße: 34 X 23.5. Druck: Imprimerie L. Kaldor, Paris- Diese außergewöhnliche Gestaltung stammt von dem in Paris lebenden Griechen Dimitrios Galanis, signiert in der Druckplatte re. unten.

Dimitris Galanis ging Anfang des 20. Jahrhunderts nach Paris, nahm früh die französische Staatsbürgerschaft an und lebte bis zum Ende seines Lebens dort. Er arbeitete eng mit den ebenfalls griechischen Künstlern Lycourgos Kogevinas und Yannis Kefalinos zusammen, kannte Derain, Maillol und Matisse und ihre Werke im Bereich der Illustration persönlich. Galanis verinnerlichte jedoch mehr die Ästhetik Maillols als die avantgardistischen Techniken und die Ästhetik des Fauvismus von Matisse. Die von ihm bevorzugten Kompositionen entsprechen eher der traditionellen Illustration und drücken sich in den perfekt ausgearbeiteten Veröffentlichungen (Carmen, Nourritures Terrestres, Terre Natale) in kunstvollen Marginalien und Fußzeilen, beeindruckenden Initialen, ganzseitigen Titeleien sowie erzählerischen ganzseitigen Bildern aus. Galanis fertigte Radierungen und Kupferstiche mit schwarzer Technik und etwas seltener Holzstiche an (Oedipus the King). Als ästhetisch unübertroffen gilt der Bildband der Histoire Naturelle, die man zu den vollständigsten Illustrationen entsprechender Texte zählt, zusammen mit den von H. Toulouse-Lautrec (1899) illustrierten Histoires Naturelles von J. Renard und der Histoire Naturelle von P.Picasso (1942). Charakteristisch ist jedenfalls, dass Galanis keine Texte von griechischen Schriftstellern illustrierte und er nur in wenigen Situationen von den griechischen Klassikern inspiriert wurde. (Orati, Irene, Illustrierte griechische Bücher) Die hier angebotenen Obligation der Verlagsanstalt La Sirene ist das einzige bekannte Wertpapier, das von Dimitris Galanis gestaltet und signiert wurde. Kps. und Talon, EF-VF Sehr selten!

Ausruf: EUR 650,- Zuschlag : EUR 950,-



ACTIEN-ZUCKERFABRIK SCHLADEN

Namensanteil # 2 ohne Nennwert , eingetragen auf H Breustedt; Schladen, 30. Januar 1883;
Farbe: beige, schwarz; Maße: 33 X 21; Doppelblatt mit innenseitigen Statuten, die besagen" das sich der Inhaber dieses Anteilscheines verpflichtet, alljährlich zwanzig bis dreißig hannoversche Morgen mit Zuckerrüben zu bebauen und diese an die Actien-Zuckerfabrik Schladen zu liefern. Die Inhaber der Anteilscheine unterlagen den selben Gesellschaftsstatuten, wie die Actionäre. Einzahlungen brauchten von den Anteils-Eignern nicht geleistet zu werden, dennoch kamen Sie in den Genuss des Reingewinns, der mit 5 % vom Aktienkapital festgelegt wurde. Gleichzeitig bekamen die Inhaber der Anteil-Scheine auf jeden Morgen Ackerland, der mit Rüben angebaut werden sollte, bis zu 10 Kr. Samen. Der hier gezeichnete Anteil wurde 1909 auf 80 bis 90 Morgen erhöht. Innenseitige Originalunterschrift des seinerzeitigen Direktors Otto Breustedt.

Die Aktien-Zuckerfabrik Schladen wurde 1870 gegründet. Zweck: Herstellung und Vertrieb von Zucker, verwandter Erzeugnisse und Futtermitteln. 1930 erfolgte die Übernahme der Zuckerfabrik G.m.b.H. Ringelheim durch Fusion unter Umfirmierung in Zuckerfabrik Schladen A.-G., Schladen.
Das Grundkapital betrug M 800.000 in Aktien, bis 1900 ohne Nennwertangabe, danach in 100 Aktien zu je M 8.000, Hypotheken: M 170.000;
1945 erfolgte ein Vertrag mit der Gruppe Vienenburg, der Zuckerfabrik Nordharz, Osterwieck, die durch die Zonengrenze abgeschnitten war. 1956 erfolgte die Verschmelzung mit der Zuckerfabrik Homburg GmbH und der Zuckerfabrik Wendessen unter Umfirmierung in Vereinigte Zuckerfabriken Homburg-Schladen-Wendessen-Aktiengesellschaft. 1964 wurden die Zuckerfabriken Othfresen AG in Othfresen und Zur Rast in Baddeckenstedt übernommen unter gleichzeitiger Umfirmierung in Nordharzer Zucker-Aktiengesellschaft. 1965 folge dann die Rübenzuckerfabrik Hedwigsburg, 1972 die Zuckerfabrik Oestrum-Großdüngen AG, 1975 wurde ein Teil der Rübenbauern der Aktien-Zuckerfabrik Bockenem und der Braunschweiger Zucker AG übernommen, die 63,6 % des Aktienkapitals vertraten. 178/79 erfolgte die Umstellung des Werkes Schladen auf Weißzuckererzeugung. 1986 wurde die Zuckerfabrik Osterwieck-Vienenburg aufgelöst. 1990 übertrug die Gesellschaft ihr Vermögen als Ganzes als Sacheinlage gegen Gewährung von Namensaktien auf den Zuckerverbund Nord Aktiengesellschaft in Braunschweig. VF
Rarität
, nicht im GET oder Suppes gelistet, aus einer alten Sammlung stammend.

Ausruf: EUR 1.200,- Zuschlag : EUR 1.700,-



ERSTE K.K.PRIV. DONAU-DAMPFSCHIFFAHRTS-GESELLSCHAFT

Aktie über Gulden 500,-; #2309; Wien,1. März 1838 Februar 1836; Farbe: beige, schwarz; Maße: 25,5 X 40;
Originalunterschriften der Administration der Gesellschaft. Gründeremission!

Gegründet wurde das Unternehmen 1830 und gehört so zu den ältesten Aktiengesellschaften Österreichs. Von 1816 bis 1830 wurden 8 Unternehmen als Aktiengesellschaft gegründet. Zweck des Unternehmens: Personen-, Fracht- und Schleppschiffhart mit eigenen oder fremden Fahrzeugen; Bau und Reparatur von Schiffen; Betrieb von Kohlebergwerken und der damit zusammenhängenden Eisenbahnlinien; Errichtung und Betrieb von Anlagen zur Erzeugung elektrischen Stroms; Betrieb von Speditions- und Lagerhäusern etc.
Das Unternehmen befuhr Mitte der 1880er Jahre die Donau von Regensburg bis zur Sulina-Mündung, verschiedene Nebenflüsse der Donau (Drau, Theiss, Maros) und die Seestrecke von Mulina bis Odessa, im ganzen 619, ½ österr. Meilen.
Von der Gründung bis zum Ersten Weltkrieg entwickelte sich das Unternehmen kontinuierlich . Ende des 19. Jahrhundert erfolgte der Erwerb eines der größten Steinkohlenbergwerke Ungarns im Fünfkirchener Becken, das die Kohlen für die Versorgung der Dampfschiffe lieferte, sowie einer Eisenbahnlinie "Mohacs-Fünfkirchen" (60,78 km)., die die Verbindung zwischen den Steinkohlebergwerken und den Schifffahrtslinien herstellt und deren Strecke teilweise auch von der ungarischen Staatsbahn benutzt wurde. Durch das Diktat von St. Germain musste dann der größte Teil der Flotte abgeliefert werden bei entsprechendem Kapitalverlust. Ab Ende der 1930er Jahre zugehörig zur "Hermann-Göring" Aktiengesellschaft für Binnenschifffahrt. 1939 wurde die deutsche Donauschiffahrtsgruppe zwecks engerer Zusammenarbeit mit der "Bayerischen Lloyd Schiffahrts A.-G. Regensburg" und mit der "Continental Motorschifffahrtsgesellschaft
Das Grundkapital betrug 24 Mio. fl. C.M., begeben in ganzen Aktien zu fl. 500,- und halben Aktien zu je fl. 262, ½. Das Aktienkapital hat sich bis zur Jahrhundertwende nicht verändert, spätere Kapitalerhöhungen wurden als Anleihen ausgegeben. Äusserst selten! VF-F, Bruchstellen in den Knickfalten mittig hinterlegt.
Äusserst selten!

Ausruf: EUR: 1.600,- Zuschlag : EUR 1.600,-


 

weitere Schweizer Novitäten unseres Angebotes


DIE ACTIENGESELLSCHAFT SPINNEREI AN DER LORZE IN BAAR C ZUG

DIE ACTIENGESELLSCHAFT SPINNEREI AN DER LORZE IN BAAR C ZUGNamens- Aktie über Franken 1.000 Schweizerwährung; eingetragen auf Herrn W. Henggeler Schmidt in Baar; # 143; Baar, 21. Dezember 1875; Farbe: grünblau, beige, grau; Maße: 25,5 X 35; Trockensiegel; Originalunterschriften des Präsidenten W. Henggeler Schmidt und des Direktors Aug. Henggeler; rückseitige Indossamente bis 1923; Gründeraktie.
Die Gesellschaft wurde zum Zwecke der Uebernahme und des Betriebes der "Spinnerei an der Lorze" (Filature sur la Lorze) als Aktiengesellschaft mit Sitz in Baar gegründet. Das Gesellschaftskapital wurde auf Fr. 3,0 Mio. festgesetzt, eingeteilt in 600 Aktien zu je Fr. 5.000.

Im 18. und 19. Jh. war der Baarer Boden berühmt für seine vielen Obstbäume, die Exportprodukte wie Dörrobst und gebrannte Wasser lieferten, während der bis Ende des 19. Jh. bestehende Weinbau v.a. dem Eigengebrauch diente. Wichtig war auch die Viehwirtschaft. 1629 kaufte das Kloster Wettingen unter dem in Baar geborenen Abt Peter Schmid den nahe einer schon im 16. Jh. bekannten Badstatt liegenden Hof Walterswil und ließ ihn zu einem regional bedeutenden Bad ausbauen, das bis in die Mitte des 18. Jh. bestand. Walterswil war zugleich Marienwallfahrtsort. Wichtig für die wirtschaftl. Entwicklung von Baar war die Lorze und ihr kurzer Seitenarm, der Mühlebach. 1889 wurde die mit Zürcher. Kapital gegründete Spinnerei an der Lorze errichtet, die 1855 außerhalb von Baar an der neuen Strasse nach Sihlbrugg den Betrieb aufnahm. Die dritte und größte Baumwollspinnerei im Kanton, die bald für kurze Zeit die größte in der Schweiz sein sollte und 1879 in der Fabrikation 495 Personen, mehrheitlich Frauen, beschäftigte. Da die Spinnerei in ihrem Umkreis Kosthäuser für die Arbeiterfamilien erstellte und Wohnhäuser für das Kader entstanden, bildete sich abseits des alten Dorfkerns von Baar ein neuer Ortsteil. Bis 1919 folgten weitere, z.T. in direktem Zusammenhang mit der Spinnerei stehende Betriebe der Holzverarbeitung (Holztextilspulen 1869, Holzwarenfabrik 1913, die 1938 als Möbelfabrik weitergeführt wurde) und zur Energiegewinnung das Elektrizitätswerk Baar im Jahre 1896, 1897-1992 von der Spinnerei betrieben. Ende der 1920er Jahre geriet die Spinnerei in eine lang anhaltende Absatzkrise, die zu großen Arbeitsplatzverlusten führte.
Die Spinnerei an der Lorze ist aufgegangen in die heutige Bürglen und Lorze Italien Srl , Resultat einer Fusion zwischen der folgenden schweizer Textilfabriken, die Anfang des 19. Jahrhunderts gegründet wurden: Spinnerei an der Lorze, Baar (ZG); Färberei Gugelmann u. Cie, Spinnerei. AG, Roggwill ; Buhler AG, Kollbrunn (ZH) Spinnerei ED; Textil AG, Schwanden (GL) Bei Bürglen u. Lorze Italien Srl wird heute ein globaler Marketing-Service mit vollem Kundendienst für die Bekleidungsindustrie oder für den technischen Gebrauch der hergestellten Garne angeboten. Kps. Knickfalten, sonst EF Äußerst selten!

Ausruf: EUR 450,- Zuschlag : EUR 450,-



WINTERTHURER ACTIEN-GESELLSCHAFT BAD & WASCH-ANSTALT

WINTERTHURER ACTIEN-GESELLSCHAFT BAD & WASCH-ANSTALTAktie über Franken 50 # 1052; Winterthur, 2. Februar 1863; Farbe: grün, beige, schwarz; Maße: 20,5 X 28; Druck: Winterthur Lith v. Reinhart; Originalunterschriften der Vorsteherschaft der Bad & Waschanstalt;

Gründerstück! Die Gesellschaft zahlte dem Inhaber dieses Titels immerhin zweimal Dividende, die restlichen Coupons sind anhängend. Knickfalten brüchig mit und Archivpapier hinterlegt, F.
Rarität
aus einer schweizer Sammlung.

Ausruf: EUR 650,- Zuschlag : EUR 750,-

 

 

 



SCHWEIZERISCHE EXPORT-GESELLSCHAFT IN ZÜRICH

SCHWEIZERISCHE EXPORT-GESELLSCHAFT IN ZÜRICHAktie über Fr. 5.000; # .blanko.. Ser. C; Zürich, den 8. April 1864; Farbe: beige, grau; Maße: 22 X 31 cm;

Zierrahmen mit Abbildungen der Stadt Zürich, Portraits von Jaquard und Columbus sowie Gott Mercator, Segelschiffen etc. weisen auf den Gründungszweck dieser Gesellschaft hin: Vermittlung des Absatzes schweizerischer Industrie-Erzeugnisse auf fremden, namentlich überseeischen Märkten zu befördern. Zu diesem Ende beabsichtigte sie die Bildung und Aussendung sachkundiger, junger Leute und die Gründung eigener Häuser auf auswärtigen Plätzen. Sitz und Gerichtsstand war Zürich. Das Grundkapital betrug 4,1/2 Mio, Fr., eingeteilt in 300 Aktien zu je Fr. 5.000. Rarität!

Ausruf: EUR 1200,- Zuschlag : EUR 1.200,-

 

 



ST. NIKLAUSEN-SCHIFFAHRTSGESELLSCHAFT IN LUZERN

5 % Obligation über Fr 250 # blanko; Luzern, 1. Juni 1910; Farbe: beige, schwarz; Maße: 35 X 21; Das Gesamtanleihevolumen betrug Fr. 20.000, begeben werden sollten 80 Obligationen zu je sFr. 250.

Keltische Fischer waren vermutlich die ersten Bewohner am Vierwaldstättersee. Die Eröffnung des Gotthard-Passes um 1230 brachte der Schifffahrt den eigentlichen Aufschwung. Dieser Pass war die kürzeste Verbindung über die Alpen vom Norden in den Süden.
Die St. Niklausen Bruderschaft, aus der die St. Niklausen Schifffahrtsgesellschaft entstand, wird erstmals aktenkundig im Jahre 1357. Sie war eine Berufs-Organisation von Bootsleuten, die Ruder- und Segelschiffe über den Vierwaldstättersee fuhren. Der heilige Nikolaus, als Vignette abgebildet auf der hier angebotenen Obligation links oben, ist der Schutzpatron der Seefahrer. 62 Bareser Seeleute, an die noch eine Strasse erinnert, hatten die Reliquien aus Myra an der Küste Kleinasiens geraubt und in ihre Heimatstadt Bari gebracht. Sie liegen dort in der Basilica San Nicola, die in den 1980er Jahren des 11. Jahrhunderts errichtet wurde, um die Gebeine des Heiligen aufzunehmen. St. Niklausen-Bruderschaften sind sehr alt, die ersten gehen möglicherweise vor 1291 zurück, also vor die Gründung der Schweizerischen Eidgenossenschaft.
Der Vierwaldstättersee kann, zum Beispiel bei Föhnsturm, sehr wild sein. Die damaligen Schiffe waren klein und kannten keine Motoren. Wind und Wetter waren sie ausgesetzt. Jede Hand zählte an Bord. Wen wundert's, dass sich die Bootsleute schon früh zu Bruderschaften zusammenschlossen, um die Risiken gleichmäßig auf mehreren Schultern zu verteilen? Und dann kam die Konkurrenz in Form der ab 1830 gebauten Dampfschiffe (1837 machte der Dampfer "Luzern" seine Jungfernfahrt). Man hätte auf Dampf umsteigen können, die Technik und auch die Mittel standen zur Verfügung. Aber "Dampfschiff bleibt Dampfschiff" Mit wohl uneingestandener Verachtung ignorierte man die aufkommende Technik und hielt zäh am Alten fest, am Ruderboot, am Segelboot... Und heute, nach 150 Jahren, leben in Luzern zwei Schifffahrtsgesellschaften friedlich nebeneinander. Eine mit Dampf und die andere ohne Dampf. Allerdings mit einem kleinen Unterschied: Die ohne Dampf wirft Jahr für Jahr einen Reinertrag ab und ist gesund. Die erstgenannte hingegen dampft seit Jahrzehnten in den roten Zahlen und ist krank.
Im letzten Jahr konnte die St. Niklausen Schifffahrtsgesellschaft ihr 625 jähriges Jubiläum feiern. Von den insgesamt 80 Obligationen zu je sFr. 250 ist nur dieses eine, hier angebotene Exemplar bekannt, das aus einer frühen schweizer Sammlung stammt.
Rarität! EF

Ausruf: Euro 850,-



GESELLSCHAFT FÜR BEGRÜNDUNG EINER RECHTSUFRIGEN ZÜRICHSEEBAHN

Beteiligungsschein für 1 Aktie zu Frs. 50; Männedorf und Küsnacht, 15. September 1881; Die erste Einzahlung von Fr. 10 wurde bescheinigt in Uetikon, 15. September 1881;

"Wir leben gegenwärtig im Zeitalter des Dampfes. Überall Eisenbahnbestrebungen - nur am rechten Seeufer regt sich keine Maus". Was das "Wochenblatt" am 9. Juli 1870 schreibt, ist durchaus richtig und trifft auch für Männedorf zu. Nach der Gründung des Bundesstaates 1848 geht es in der Schweiz mit dem Eisenbahnbau richtig los. In zwei Bauwellen - die erste in den fünfziger und sechziger Jahren, die zweite in den siebziger Jahren, wird das gesamte Mittelland mit einem modernen Streckennetz überzogen. Nur am linken Ufer tut sich nichts. Das hat wesentlich mit den finanziellen Schwierigkeiten der Schweizerischen Nordostbahn zu tun, die sich im Wettstreit mit dem Konkurrenzunternehmen Nationalbahn fast ruiniert (und dabei die Nationalbahn ganz zu Grunde richtet).In Männedorf wird der Bahnbau 1871 zum Thema. Am 30. April 1871 gründen 11 Persönlichkeiten aus Gemeinden des rechten Zürichseeufers die "Gesellschaft zur Begründung der rechtsufrigen Zürichseebahn". Am 12. Mai bewirbt sich das Komitee um eine Eisenbahnkonzession, noch im selben Jahr stimmen der Kantonsrat und die Bundesversammlung dem Bau zu. Betrieb und Bau wird der Nordostbahn Alfred Eschers übertragen, die 1875 mit zu bauen beginnt. 1877 müssen die Bauarbeiten wegen der wirtschaftlichen Notlage eingestellt werden. Erst als die Bundesversammlung 1889 die Nordostbahn ultimativ auffordert, die Strecke zu beenden, werden die Bauarbeiten fortgesetzt. Am 14. März 1894 kann die Strecke eingeweiht werden, Männedorf hat endlich einen Bahnanschluss. Quelle: Stadt Männedorf. Kleine Randeinrisse in den Knickfalten mit Archivpapier hinterlegt, F.
Rarität!

Ausruf: EUR 650,- Zuschlag : EUR 850,-



K.K. PRIV. PRAGER EISENBAHNGESELLSCHAFT

Aktie über Gulden 200; #387; Prag, den 31. Mai 1828; Farbe: beige, schwarz; Maße: 27,1 X 39,6;

Nicht nur Moldau und Donau sollten mittels einer Eisenbahnlinie verbunden werden, auch die Moldau mit dem westlichen Böhmen, dem Verkehrsknotenpunkt Pilsen, Schnittpunkt dreier "Reichskommerzialstrassen". Die böhmischen Stände traten sehr für dieses Projekt ein und man einigte sich. Die Endstelle befand sich nächst dem Prager Sandtor. Bis April 1831 - ein Jahr nach Eröffnung der Liverpool & Manchester Railway - war die Strecke etwa 60 Kilometer weit nach Westen vorgedrungen und endete bei der Holzstation der fürstlich Fürstenbergischen Waldungen in der Nähe von Lana. Zeitgenössischen Berichten zufolge war diese Strecke nur mangelhaft ausgeführt und wies viele scharfe Kurven und unangenehme Steigungen auf. Der Verkehr entsprach daher keineswegs den Erwartungen. Die Einnahmen blieben dürftig. So kam es 1834 zum ersten Konkurs einer österreichischen Eisenbahngesellschaft. Fürst Egon Karl Fürstenberg - zum Nutzen seiner Ländereien hätte die Bahn errichtet werden sollen - erwarb sie mit allem Inventar bei einer Versteigerung zum Bruchteil ihres wahren Wertes. Allerdings verpachtete er sie sofort wieder, stellte aber zur Bedingung, sie fertig zustellen. Die vorhandene Strecke wurde um ca. 5 km verlängert und im Jahre 1838 der Ort Klicava erreicht. In der Folge fuhr täglich ein mit Holz beladener Zug Richtung Prag und kehrte leer zurück. Da die Bahn durch schwach besiedeltes Gebiet fuhr, dachte man nicht daran, einen Personenverkehr einzurichten. Schließlich erreichte Fürst Fürstenberg im Jahre 1839, nachdem er abermals die Betriebs-Verpflichtungen übernommen hatte, die Enthebung von der Verpflichtung des Weiterausbaus, der Verkehr wurde eingestellt.
Jahrzehntelang schlummerte die Bahn nun still in den böhmischen Wäldern, bis die Trasse von der Buschtiehrader Eisenbahn übernommen, ausgebaut und zu neuem Leben erweckt wurde.
Rarität! Die Gesellschaft baute und betrieb eine der frühesten Eisenbahnlinien des europäischen Festlandes!.

Ausruf: EUR 4.500,- Zuschlag : EUR 4.500,-



ANSBACH - GUNZENHAUSENER EISENBAHN -ANLEHEN

Schuld - Schein über fl. 7 südd. Währung; Anspach und Nürnberg, 12. Oktober 1856; Farbe: grau, hellblau, beige; Maße: 16 X 28.

Da die industrie- und gewerbereiche Stadt Ansbach bei der ersten Bahnanlage seitens des bayerischen Staates nicht mit in das Schienennetz gezogen worden war, beschloss sie, um ihre Industrie und Gewerbe vor Rückgang zu bewahren, auf eigene Kosten die Erbauung einer Eisenbahn mit Anschluß an die bereits 1849 vollendete Linie München - Nürnberg. Sie erhielt am 3. Juli 1856 die "Allerhöchste Concession zum Bau einer solchen von Ansbach nach Gunzenhausen". Die Ausführung übertrug sie dem Fabrikbesitzer von Cramer-Klett in München für 1.560 000 Gulden. Am 1. Juli 1859 wurde die 27,7 km lange Linie dem Verkehr übergeben. Zur Finanzierung des Projektes nahm die Stadt Ansbach eine Anleihen von der Königlich bayerischen Bank in Nürnberg auf.
Um nun dieses Capital einschließlich der Zinsen während des Baues an die königliche Bank als Aversum für die von dieser zu bestreitenden Kosten an Taxen und Stempeln, sowie als Provision für sich und die von ihr in Anspruch zu nehmenden anderen Bankhäuser zurückzuführen, wurde der Bank von der Stadt Ansbach die Ermächtigung erteilt, auf die Stadt lautende Lotterieloose bis zu dem Betrage von 750 000 Gulden = 3.000 000 MK. aufzulegen. Nach dem vereinbarten Lotterieplane wurden 250 000 Loose (Schuldscheine) zu je 7 Gulden, eingeteilt in 5000 Serien à 50 Stück, angefertigt. Diese Losanleihen waren mit einer Laufzeit von 50 Jahren ausgestattet. Den auf den 15. Juni und 15. Dezember jeden Jahres festgesetzten Gewinnziehungen, hatten die Serienziehungen immer einen Monat vorauszugehen. Die näheren Modalitäten der Ziehungen sind auf der Rückseite der Loose verzeichnet. Die unbedingte und abzugsfreie Auszahlung der Gewinne, deren höchster Betrag auf 25 000 Gulden festgelegt wurde und deren niedrigster noch eine Verzinsung des Nennwertes der Loose von ca. 1,9 % gewährte, erfolgte unter Haftung der königlichen Bank bei der königlichen Hauptbank in Nürnberg und deren Filialen.
Die Mittel zur Erfüllung dieser übernommenen Verpflichtung, die Gewinne auszubezahlen, wurden der königlichen Bank seitens der Stadt Ansbach durch Einweisung in die der Letzteren von der bayerischen Staatsregierung zugesicherte Rente für Pachtung dieser Bahn zugewendet. Die Generaldirection der königlich bayerischen Staatseisenbahnen hat die Bahn Ansbach-Gunzenhausen ab Eröffnung auf die Dauer von 50 Jahren für jährlich 70.080 Gulden = 120.137 MK. von der Stadt Ansbach in Pacht genommen. Nach Ablauf dieser fünfzigjährigen Pachtzeit sollte gemäß dem zwischen der königlichen Staatsregierung bzw. der Generaldirection und der Stadt Ansbach geschlossenen Vertrags das Eigentumsrecht an der Bahn ohne weitere Entschädigung auf den Staat übergehen, falls dieser nicht schon früher von dem sich vorbehaltenen Rechte, jeder Zeit nach vorheriger sechsmonatlicher Kündigung die Bahn für den Betrag des Lotterieanlehens abzüglich des bis zu dem Zeitpunkte der Erwerbung nach dem festgesetzten Verloosungsplane getilgten Capitalsbetrages zu übernehmen, Gebrauch machen wollte..
Bezüglich der geographischen Verhältnisse bildet die Bahn einen Teil der Linie München - Ingolstadt - Treuchtlingen - Würzburg - Aschaffenburg Die Ansbach-Gunzenhausener Loose wurden an den Börsen zu Augsburg, Berlin, Frankfurt a.M. und München gehandelt. Cours ult. 1890: 38 MK. EF-VF, fachgerecht restauriert.
Rarität!

Ausruf: EUR 1.400,- Zuschlag : EUR 1.500

 


 

Erhaltungshinweise (international)

UNC = UNICIRCULATED (ausgabefrisch, sauber, glatt)
EF = EXTREMELY FINE (kleine Faltspuren oder geringe Flecken)
VF = VERY FINE (Umlaufspuren, jedoch das Druckbild unbeschädigt)
F = FINE (Faltspuren oder kleine Einrisse)
VG = VERY GOOD (starke Umlaufspuren, evtl. Fehlstücke an Ecken und Rändern)
G = GOOD (Wie VG, jedoch evtl. fehlende Stücke im Druckbild)


 

Wir würden uns freuen, Sie am 3. Mai 2003 im Auktionssaal persönlich begrüßen zu dürfen
Sie können allerdings auch schriftlich und per Fax bzw. nach Anmeldung telefonisch bieten.
Unseren kostenpflichtigen Katalog (EUR 10, Europa EUR 15, Übersee EUR 35) bestellen Sie bitte per e-mail unter info@tschoepe.de, per Telefon unter 02131 604814, per Brief oder FAX unter 02131-667949

 



Sollten Sie Fragen haben, beantworten wir Ihnen diese auch gerne am Telefon, rufen Sie an.



Auktions- und Handelshaus Tschöpe
gegründet 1978

Historische Wertpapiere und Finanzdokumente

Bruchweg 8,    D - 41564 Kaarst

Telefon (49) 02131/602756 - Telefax (49) 02131/667949 - Mobil: 0171/2068386

E-Mail: info@tschoepe.de


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