Auktionshaus Tschöpe
Historische Wertpapiere und Finanzdokumente
Bruchweg 8 - D - 41564 Kaarst
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47. Auktion Historischer Wertpapiere und Finanzdokumente
5. Mai 2001, 14:00 Uhr in Düsseldorf, Renaissance Hotel

Besichtigung der Lose ab 11:00 Uhr

Sonderteil: Versteigerung der Aktiensammlung
Frankreich
von Jakob Schmitz

dokumentiert und abgebildet in dem 1994 vom Verlag Wirtschaft Finanzen und herausgegebenen Buch:
"Aufbruch auf Aktien"

Zum Aufruf gelangt der gesamte Inhalt dieses Werkes, hier nun einige Beispiele aus Frankreich, die genaue Aufstellung mit Ausrufpreis, Erhaltungs- und Größenangaben der einzelnen Exponate finden Sie im Katalog zum Download und im Losverzeichnis.

bei Komplettabnahme: Tax ca. DM 900.000/Ausruf DM 355.000
Taxen/Ausrufe nach Ländern; Taxen /Ausrufe nach Einzelstücken hier.
Erläuterungen zum Ablauf der Auktion
Description of the proceedings of the auction
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Aus Frankreich u.a.

 

SOCIÉTÉ EN COMMANDITE PAR ACTIONS THÉATRE DE LA GAITÉ

Theatre de la Gaite Unterschrift Offenbach

SOCIÉTÉ EN COMMANDITE PAR ACTIONS THÉATRE DE LA GAITÉ
Aktie über frcs. 1.000 vom 19. August 1873; # 83;
Einzig bekannte Aktie mit der Originalunterschrift des großen deutsch-französischen Komponisten Jacques Offenbach (1819-1880)

Los Nr. 317; Ausruf: DM 35.000,-; Zuschlag DM 35.000,-

JACQUES OFFENBACH - DER MOZART DER CHAMPS-ÉLYSÉE

Jaques OffenbachAls er den Can-Can aus den Kaschemmen holte und auf die Bühne brachte, geriet ganz Europa in Verzückung: Jacques Offenbach, der Franzose aus Deutschland, wurde der unumstrittene König der leichten Muse.
Den König des zweiten Kaiserreichs haben sie ihn in Frankreich genannt - dabei kam er aus Köln. Dort wurde er 1819 geboren. Mit 14 kam er nach Paris aufs Konservatorium, 1855 gründete er sein erstes Theater: das Bouffes-Parisiens. 1860 wurde er Franzose. Zu dieser Zeit lag ihm ganz Europa zu Füßen - keine Gesellschaft ohne seine Musik.
Graf de Morny, die graue Eminenz Napoleons III., war sein Förderer und Librettist. 1863 traf er Johann Strauß in Wien und wurde von Kaiser Franz Joseph empfangen. Offenbachs Operettenkunst erlebte ihre größten Erfolge. Am 1. Juli 1873 übernahm er das Theater de la Gaité. Von Grund auf renovierte er das Theater, um es am 2. September 1873 mit "Le Gascon", einem Drama von Théodore Barière, zu dem Offenbach die Musik beisteuerte, wiederzueröffnen. Aber der Erfolg blieb aus.
Offenbach besann sich auf seine großen Erfolge und griff auf seinen "Orpheus in der Unterwelt" zurück - mit einer nie gekannten Pracht der Bühnenillusion.
Monatelang war das Haus ausgebucht. Bei der 100. Aufführung in der Gaité dirigierte der Meister selbst. Dem "Orpheus" folgte Sardons Drama "La Haine". 360.000 Franc, eine gewaltige Summe, steckte Offenbach in die Inszenierung des historischen Wälzers. Aber das Volk gähnte vor Langeweile und blieb schließlich ganz aus. Auch die nachfolgende Inszenierung des Werkes "Genoveva" brachte die Zuschauer nicht zurück. 1875 war die Gaité bankrott. Mitte Mai 1875 lösten die Aktionäre des Theaters ihre Gesellschaft auf, und am Ende des Monats war auch Offenbach, der den Kampf allein fortsetzten wollte, zur Kapitulation gezwungen. Vor den Künstlern und Angestellten des Theaters - zusammen 800 Personen - schloß er mit den Worten: "Ihr werdet bis auf den letzten Heller bezahlt werden, meine Kinder. Wenn ich unvorsichtig gewesen bin, so werde ich doch wenigstens die Ehre selber bleiben." Des Komponisten Existenz war ruiniert, aber als die Ehre selbst ging er aus dem Konkurs hervor. Aber die Zeit der Offenbachiade, die ganz Europa beseelte, war zu Ende.
Als Offenbach ein Schiff nach Amerika bestieg, neuen Glück entgegen, wiegten sich die Gesellschaften schon im Walzertakt von Johann Strauß.
Jacques Offenbach aber trat von der Bühne dieser Welt ab. 1880 starb er. Merkwürdigerweise sind die beiden großen Meister des leichten Genres unter den Musikern und Komponisten die einzigen, die einer Aktiengesellschaft vorstanden und ihre Originalunterschriften auf Aktienzertifikaten hinterlassen haben.


MOULIN - ROUGE MUSIC - HALL ET BAL

MOULIN - ROUGE MUSIC - HALL ET BAL

MOULIN - ROUGE MUSIC - HALL ET BAL
Gründeraktie über frcs. 100 vom 30. März 1910; # 44;
Paris hat das berühmteste Nachtlokal der Welt - das Moulin Rouge. Die Rote Mühle am Pariser Boulevard de Clichy wurde in der Belle Époque schnell zu einem Begriff. Die Röcke schwingender Can-Can Tänzerinnen verewigte Toulouse-Lautrec in Zeichnungen und auf Plakaten. 1889 ist diese Pariser Institution entstanden - 1904 wurde aus ihr eine Aktiengesellschaft.

Los Nr. 325; Ausruf: DM 3.500,-; Zuschlag DM 3.500


 

DIE FREIMAURER_AKTIE VON BOUCHER

DIE FREIMAURER AKTIE VON BOUCHER


DIE FREIMAURER_AKTIE VON BOUCHER

S.A. DE LA FRANC-MACONNERIE BORDELAISE
Aktie über frcs. 100; # 436; entstanden um 1878; Farbe: braun/ weiß;
Um 1850 faßten sechs Freimaurerlogen in Bordeaux den Beschluß, ein eigenes Haus für ihre Zusammenkünfte zu erwerben. Dieser Plan konnte aber erst 1876 verwirklicht werden. Um den Kauf des Gebäudes 8 rue Segalier aufzubringen, wurde diese Gesellschaft ins Leben gerufen. Das älteste Datum, das der Aktie zu entnehmen ist, stammt von 1878.
Bei der Gestaltung des Anteilscheins griff die neue Gesellschaft auf einen der bedeutendsten Maler und Graveure des 18. Jahrhunderts zurück: Francoir Boucher (1703 - 1770). Boucher betrieb, von Madame de Pompadour protegiert, alle Genres der Kunst mit Leichtigkeit und vollendeter Fertigkeit. Neben der Schaffung kleinerer Gemälde hat er 183 Radierungen nach Watteau-Bildern graviert und zahlreiche königliche Gemächer dekoriert. 1723 wurde er zum ersten Maler des französischen Königs und zum Direktor der Akademie ernannt. Im Jahre 1756 hatte die 1746 gegründete "Loge der Freundschaft" von Bordeaux ihre Meisterdiplome mit den Symbolen des Freimaurertums, dem Handwerkszeug des Maurers, von Boucher zeichnen und von Choffard gravieren lassen.
Es gibt einige Unterschiede zwischen den Diplomen und der Aktie. Diese Tatsache läßt vermuten, daß die Aktien nicht direkt von der von Choffard gravierten Kartuschenplatte gedruckt wurden. Der Lithograph J. Vidal hat seinen Stein wahrscheinlich durch Farbplastographie eines Diploms erhalten, was ihm Korrekturen vor dem chemischen Gravieren ermöglichte. Die dazu erforderliche Herstellung einer Druckplatte auf Gelatine war damals häufig anzutreffen.
Henri Largeteau bemerkte hierzu: "Selbst wenn die Aktien nach dem Tode Bouchers hergestellt wurden, besteht keinerlei Zweifel daran, daß sie genauso in die Kunstgeschichte eingehen werden wie in die Geschichte des Geldes."

Los Nr. 371; Ausruf: DM 18.000,-; Zuschlag DM 18.000,-


 

COMPAGNIE DES INDES

Compagnie des Indes

COMPAGNIE DES INDES
Anteilschein über 100 livres vom 30. April 1787; # 2767;
Einer der größten Skandale der Wirtschafts- und Finanzgeschichte: John Law und der Mississippi - Schwindel. Mit der Compagnie des Indes wollte Law Gold aus Amerika holen und damit die Staatsschulden in Frankreich ausgleichen. Nichts davon gelang ihm. Die Aktie der Compagnie des Indes aus dem Jahre 1770 und die Anleihe aus dem Jahre 1726 erinnern an den schottischen Schwindler, dem die wunderbare Geldvermehrung, wie vielen nach ihm, auch nur durch immer neue Ausgabe von Banknoten gelang - bis die Blase platzte.
Aufgrund Staatsschulden in Höhe von 2 Milliarden 412 Millionen Livres - eine Hinterlassenschaft Ludwigs des XIV. war Frankreich gezwungen den Bankrott zu erklären. In dieser Situation erinnerte man sich des Barons John Law of Lauriston, wie er sich selbst nannte, der mit revolutionären Finanzprojekten aufgefallen war. Er bekam die Genehmigung zur Errichtung einer Privatnotenbank, die Banque Générale wurde noch 1716 eröffnet. John Law erfand den Kredit, die Banknote und das Inhaberpapier, aber auch die Devisengesetzgebung. Die Compagnie des Indes Occidentales gründete er, als 1717 der reiche Finanzier Crozat freiwillig auf alle seine Rechte in der Kolonie Lousiana, einem weiten Gebiet im Flußbecken des Mississippi, verzichtete. 1719 folgte die Vereinigung mit der ostindischen und der chinesischen Kompanie zur "Compagnie des Indes", die damit die größte französische Handelsgesellschaft des 18. Jahrhunderts war. Die garantierten hohen Dividendenzahlungen von 12% und später 40% finanzierte Law durch die Ausgabe neuer Banknoten, die er selbst in seinem inzwischen zur "königlichen Bank" erhobenen Bankhaus druckte. Die Inflationsmaschine kam auf Touren. Die Aktionäre, angelockt von den hohen Dividendenerwartungen trieben die Aktie der Compagnie in die Höhe. Die Notenpresse lief munter weiter. Bereits 1720 war das Vertrauen in die Banknoten geschwunden, die in Banknoten ausgezahlten Dividenden verloren gegen das Metall 60%. Die Bank war bankrott, der Kurs der Compagnie stürzte ins bodenlose. John Law ergriff die Flucht. Nur mit Mühe entging er der Lynchjustiz.

Los Nr. 123; Ausruf: DM 12.000,-; Zuschlag DM 12.000,-


 

PONT DE LA MULATIÈRE

Pont de la Mulatiere

PONT DE LA MULATIÈRE
Aktie über 500 livres von 1790; # 369;
Bei der Schaffung der Infrastruktur verschlangen Straßen und Brückenbau schon im 18. Jahrhundert so große Summen Geldes, daß sie von einzelnen nicht aufzubringen waren. Die Aktie erwies sich bereits damals als nützliches Finanzierungsinstrument für Großobjekte dieser Art, wie die Aktie der Pont de la Mulatière aus Lyon belegt.

Los Nr. 125; Ausruf: DM 1.800,- ;


 

L'ENTREPRISE DES CONTRUCTIONS POER LA PARTIE MÉRIDIONALE DE LA VILLE DE LYON

Ville de Lyon

L'ENTREPRISE DES CONTRUCTIONS POER LA PARTIE MÉRIDIONALE DE LA VILLE DE LYON
Aktie über 10.000 livres von 1771; # 12; Farbe: schwarz/ weiß,
Ein weiteres Beispiel der Finanzierung eines Infrastrukturprojektes mittels Aktienkapitals.

Los Nr. 126; Ausruf: DM 1.500,-


 

MINES DE CHARBON COMPAGNIE DE MM. THOUVENEL ET PYRON

Mines de Charbon

MINES DE CHARBON COMPAGNIE DE MM. THOUVENEL ET PYRON
Interimsschein über 300 livres aus dem Jahr 1787; # 43; Farbe: schwarz/ weiß;
Zur Zeit der Französischen Revolution zeigte der Kohlenbergbau schon alle Wesenszüge einer kapitalistischen Großindustrie. Ein Beispiel dafür ist dieses 1785 gegründete Unternehmen. Die Gesellschaft besaß eine Konzession zur Ausbeutung von Kohlevorkommen in einem Gebiet um Paris, das in etwa der heutigen Ile de France entspricht. Das Wertpapier ist ausgestellt auf einen berühmten Namen: auf den Marquis de Montesquieu.

Los Nr. 127; Ausruf: DM 1.800,-



MOULIN ÉCONOMIQUE À BORDEAUX

Moulin economique a Bordeaux

MOULIN ÉCONOMIQUE À BORDEAUX
Aktie über 3000 livres vom 30. September 1785; # 332; Farbe: schwarz/ weiß;
Die am 21. Januar 1783 gegründete Mühlengesellschaft zu den frühesten Aktiengesellschaften Frankreichs.

Los Nr. 128; Ausruf: DM 800,-


 

COMPAGNIE DE ASSURANCE SUR LA VIE

Compagnie de Assurance sur la vie

COMPAGNIE DE ASSURANCE SUR LA VIE
Tontine über 10 Aktien à100 livres von 1792; # 8516 - 8525; Farbe: schwarz/ weiß;
Eine frühe französische Lebensversicherung.

Los Nr. 129; Ausruf: DM 900,- ; Zuschlag DM 900,-


 

CAISSE D'EPARGNES ET DE BIENFAISANCE DU SIEUR LAFARGE

Caisse d´Epargnes

CAISSE D'EPARGNES ET DE BIENFAISANCE DU SIEUR LAFARGE
Aktie über 90 livres von 1792; # 115291; Farbe: schwarz/ weiß;
Anteilschein der ältesten französischen Bank, der Sparkasse Lafarge. Originalunterschrift von Lafarge!

Los Nr. 130; Ausruf: DM 750,- ; Zuschlag DM 810,-


 

CAISSE GÉNÉRALE DU COMMERCE ET DE L'INDUSTRIE

Caisse generale du commerce

CAISSE GÉNÉRALE DU COMMERCE ET DE L'INDUSTRIE
Aktie über frcs. 1000 von 1847; # 3815; Farbe: schwarz/ grau/ weiß;
Der Bankier Jacques Lafitte gründete 1837 die Gesellschaft. Nach den Vorstellungen Lafittes sollte die "industrielle Klasse" anstelle des Adels an die Spitze treten. Das Problem war, wie die technisch und industriell Tüchtigen die Mittel bekommen sollten, um wirken zu können. Lafitte entwickelte dazu die Vorstellung, das Geld der Reichen und Müßigen über Banken für die "industrielle Klasse" verfügbar zu machen. Um auch die Kapitalien der kleinen Kapitalbesitzer für diese Geschäfte zu mobilisieren, gründete er 1837 die Caisse Générale de Grédit pour le Commerce et l'Industrie. Sie war eine Kommanditgesellschaft auf Aktien und begann ihre Tätigkeit mit einem Eigenkapital von 55 Millionen Francs, von denen 15 Millionen Francs eingezahlt waren. Sie finanzierte die Industrie mit Hilfe von Obligationen. Das Unternehmen wurde nach dem Tode Lafittes im Jahre 1844 in die Firma A. Gouin et Compagnie umgewandelt. 1848 ging die Bank in den Wirren des von England ins Land hineinschwappenden Eisenbahnfiebers unter.

Los Nr. 132; Ausruf: DM 180,- ; Zuschlag DM 180,-


 

SOCIÉTÉ DE L'UNION GÉNÉRALE

Societe de l´Union Generale

SOCIÉTÉ DE L'UNION GÉNÉRALE
Zertifikat über 25 Anteile von 1881; # 41832; Farbe: braun/ ocker;
Die Bank wurde 1878 in Paris nach dem Vorbild der Crédit Mobilier als Aktienbank von Eugène Bontoux, der diesen Anteilschein auch original unterschrieben hat, gegründet. Die Union Général war als katholische Großbank konzipiert. Ihr Antriebsmotiv lag vor allem im Klerikalismus und im bourbonischen Legitimismus. Ihr Aktienkapital stammte dann auch vor allem dem katholischen und legitimistisch gesinnten französischen Adel. Es betrug bei der Gründung nur 25 Millionen Francs und wurde bis 1880 auf 100 Millionen erhöht.
Anfängliche Spekulationsgewinne verleiteten den Gründer und Chef des Bankhauses Bontoux zu riskanten Spekulationsgeschäften. So kaufte er Aktien der Union Générale, um deren Kurs hochzutreiben, und startete gleichzeitig einen Baisse-Angriff gegen die von Rothschild beherrschten Aktiengesellschaften, darunter die Société Générale. Die Spekulationen scheiterten kläglich an den Gegenmaßnahmen seiner Konkurrenz. Als dann 1882 eine große Tochtergesellschaft der Union Générale insolvent wurde, mußte diese ihre Zahlungen einstellen und ging in Konkurs. Nun hatte auch das bis dahin von den Kurszusammenbrüchen, die die Börsen von Wien über Berlin bis zur Wall Street erschüttert hatten, verschont gebliebene Frankreich "Le Krach". Die Aktienkurse an der Pariser Börse kollabierten, und eine lang anhaltende Bankenkrise war die Folge.
Bontoux und das klägliche Schicksal seiner Bank sind in die Literatur eingegangen. Sie bilden den Hintergrund zu Emil Zolas Roman "l'argent".

Los Nr. 135; Ausruf: DM 650,- ; Zuschlag DM 650,-


 

SOCIÈTÉ ANONYME DU CRÉDIT LYONNAIS

Credit Lyonnais

SOCIÈTÉ ANONYME DU CRÉDIT LYONNAIS
Blankettstück über frcs. 500; Farbe: braun/ rot/ grün;
Die Bank wurde 1863 als Kommanditgesellschaft mit dem bescheidenden Kapital von 20 Mill. begründet. 1872 wurde die Bank in eine AG mit 50 Mill. Kapital umgewandelt. Die Krise von 1882 traf das Institut sehr schwer. Nach diesen Erfahrungen beschloß man den Übergang zur Depositenbank, der 1890 abgeschlossen war. Das Schwergewicht der Geschäfte wurde nach Paris verlegt. Unter der Leitung von Henry Germain vollzog sich der Aufstieg zur ersten der französischen Banken. Heute ist sie eine der größten Banken Europas.

Los Nr. 137; Ausruf: DM 180,- ; Zuschlag DM 240,-


 

BANQUE DES CHEMINS DE FER

Banque des Chemins de Fer

BANQUE DES CHEMINS DE FER
Gründeraktie über frcs. 500 von 1869; # 2473; Farbe: schwarz/ ocker;
Eisenbahnen waren im 19. Jahrhundert das große Geschäft auch für die Banken. Allein zum Zwecke der Eisenbahnfinanzierung wurde deshalb im Jahre 1869 dieses Bankinstitut ins Leben gerufen.
Ihre Gründeraktie ist von Pontenier entworfen!

Los Nr. 140; Ausruf: DM 450,-


 

CRÉDIT MARITIME DE FRANCE

Credit Maritime de France

CRÉDIT MARITIME DE FRANCE
Obligation über frcs. 500 von 1881; # 4776;
Zur Förderung der Seeschiffahrt hatte sich die Gesellschaft 1879 mit einem Grundkapital von Frcs. 1,0 Mio auf 10 Jahre etabliert.
Große Vignette mit Abbildung eines frühen Dampfseglers, gestochen von Victor Rosca, in der Druckplatte signiert.

Los Nr. 146; Ausruf: DM 650,-


 

BARON GEORGES HAUSSMANN UND DAS NEUE PARIS
Als Napoleon III. Herrscher von Frankreich war, hatte er vor allem ein Ziel: Paris in ein anderes London zu verwandeln. London gab damals den Ton an in der Welt. Mit dieser Umwandlung betraute er Haussmann. Der fand eine Stadt vor, die sich seit dem Mittelalter nicht verändert hatte. Eifrig ging Haussmann ans Werk und schuf in weniger als 20 Jahren das Paris, wie es die Welt heute bewundert und liebt. Das Paris der großen Boulevards und der triumphalen Alleen, die am schönste geplante Hauptstadt Europas - dieses Paris ist seine Schöpfung.

 

COMPAGNIE GÉNÉRALE IMMOBILIÈRE

Generale Immobiliere

COMPAGNIE GÉNÉRALE IMMOBILIÈRE
Obligation über frcs. 250 von 1856; # 17236;
Als Baron Haussmann unter Napoleon III. Das neue Paris gestaltete, schossen spekulativ orientierte Immobiliengesellschaften wie Pilze aus dem Boden. Eine der ersten war die Compagnie Générale Immobilière. Die Obligation ist von dem Bankier M. Millaud original unterschrieben.

Los Nr. 149; Ausruf: DM 250,-


 

SOCIETE IMMOBILIERE DU BOULEVARD HAUSSMANN

Boulevard Haussmann

SOCIETE IMMOBILIERE DU BOULEVARD HAUSSMANN
Aktie über frcs. 500 von 1914; # 08997;
Die Vollendung des letzten Teilstücks des großen Boulevards in Paris, der noch heute Haussmanns Namen trägt, kostete kurz nach dem Ersten Weltkrieg fast 100 Millionen Francs. Haussmann wußte von Anfang an, daß dafür keine höheren Steuergelder zu erwarten waren. Die Mittel mußten aus privaten Geldern finanziert werden. Erst 23 Jahre nach seinem Tod gelang dies: 1914 über eine Aktiengesellschaft, die den Namen des nach ihm benannten Boulevards trägt.

Los Nr. 151; Ausruf: DM 700,-; Zuschlag DM 700,-


 

MAURICE HABER & CIE.

Maurice Haber

MAURICE HABER & CIE.
Aktie über frcs. 1000 von 1829; # 1780;
Mit englischem Know-how förderte die französisch-britische Gesellschaft Kohle, Eisenerz und Schiefer in Frankreich. Maurice Haber hat den 1829 begebenen zweisprachigen Anteilschein original unterschrieben. Druck und Litho: J.Cluis, pl du Chatelet, a Paris, gestaltet und gestochen von Auguste Vanhymbeeck,scrip. und Pineas del., Zierrahmen mit acht Vignetten.

Los Nr. 153; Ausruf: DM 900,-


 

S.A. DES ANCIENS ETABLISSEMENTS CAIL

Anciens Etablissements Cail

S.A. DES ANCIENS ETABLISSEMENTS CAIL
Aktie über frcs. 500 von 1890; # 13195;
Charles Derosne gründete das Unternehmen, das zunächst Apparate für die Zuckergewinnung herstellte, im Jahr 1812. Jean-Francois Cail (1804 - 1874) trat 1822 als einfacher Arbeiter in die Fabrik ein, die er 1846 übernahm und unter eigenem Namen fortführte. Später stieg er in das Eisenbahngeschäft ein und baute 1845 in Frankreich die ersten Lokomotiven. Während der Belagerung von Paris durch die Deutschen lieferte Cail neben 300 kleinen Mühlen, die täglich 300.000 kg Mehl für die Pariser Bevölkerung mahlen sollten, eine große Menge Kriegsmaterial: Maschinengewehre, kleinere Geschütze und Munition. 1882 wurde das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Die Gestaltung des Anteilscheins gibt einen anschaulichen Überblick über die Firmenaktivitäten. Gestaltet von Mille Trucet del und Bison, Jaques sc, in der Druckplatte signiert.1898 wurde die Firmierung in Société Francaise de construction méchanique geändert.

Los Nr.173; Ausruf: DM 550,- ; Zuschlag DM 750,-


 

GLACIÈRES DU RHONE E. Stier-Friedrich & Cie

Glaciers du Rhone

GLACIÈRES DU RHONE E. Stier-Friedrich & Cie
Aktie über Frcs. 500; # 692; ohne Datum, 1869er; Gründeraktie
Kunsteis mit den Vorteilen von Natureis produzierte die Glacières du Rhône in unterirdischen Stollen und transportierte es per Eisenbahn zu den Abnehmern - so wie es die Aktie der Lyoner Gesellschaft in prachtvollen Abbildungen anschaulich vermittelt.

Los Nr. 181; Ausruf: DM 1.400,- ; Zuschlag DM 1.400


 

ÉTABLISSEMENTS ÉMILE MULLER & CIE

Trablissements Emile  Muller

ÉTABLISSEMENTS ÉMILE MULLER & CIE
5% Obligation über frcs. 500 von 1905; # 0383;
Eine Ziegelei, die Berühmtheit durch von Künstlerhand gestaltete Kacheln erlangte, waren die 1854 gegründeten Établissements Émile Muller & Cie in Ivry. Auch der führende Jugenstilkünstler Eugène Grasset malte Keramiken für Muller. Die ebenso eigenwillige wie reizvoll schwarz-weiß gehaltene Obligation ist von louis D. Émile Muller original unterschrieben.

Los Nr. 189; Ausruf: DM 2.200,- ; Zuschlag DM 2.200


 

COMPAGNIE DE CAUDRY-APPRÊTS

Caudry Apprets Auschnitt

COMPAGNIE DE CAUDRY-APPRÊTS
Aktie über frcs. 100 von 1912; # 4617;
Wie Kunststile sich immer auch im Kommerziellen widerspiegeln, zeigt der Anteilschein des gleichen Unternehmens aus dem Jahre 1912 - eine der schönsten französischen Jugenstil-Aktien.

Los Nr. 192; Ausruf: DM 550,- ; Zuschlag DM 550,-


 

SOCIÉTÉ FRANCAISE DU VACUUM CLEANER

Vacuum Cleaner

SOCIÉTÉ FRANCAISE DU VACUUM CLEANER
Aktie über frcs. 100 von 1903; # 082;
Im Jahre 1901 stellte der Brite Cecil Booth den ersten elektronischen Vakuumreiniger her, der den Staub in einen Filterbeutel saugte. Dieses erste Gerät mit Ventilator und Stoffilter war so groß, daß es von einem Pferd gezogen werden mußte. Noch im gleichen Jahr gab Booth die Gründung der Firma Vacuum Cleaner Co. Ltd. bekannt und beschloß gleichzeitig, das Gerät nicht zu verkaufen, sondern einen Reinigungsdienst einzurichten. Der Wagen wurde am Bordstein vor dem Haus der staubgeplagten Kunden abgestellt, ein bis zu 240 m langer Schlauch durch ein Fenster in die Wohnung geführt und dann unter gräßlichem Lärm der Staub aus Teppichen und Polstermöbeln gesaugt. Einen Reinigungsdienst betrieb auch die nach englischem Vorbild 1903 gegründete französische Gesellschaft.

Los Nr. 209; Ausruf: DM 130,-


 

CIE. FRANCAISE DU GAZ DE BEAUSOLEIL

Gaz de Beausoleil

CIE. FRANCAISE DU GAZ DE BEAUSOLEIL
Aktie über frcs. 300 von 1907; # 080;
Die Gesellschaft war eine der erst spät aufgekommenen lokalen Gasgesellschaften. Sie brachte das Gaslicht 1907 an die Côte d'Azur.

Los Nr. 214; Ausruf: DM 260,- ; Zuschlag DM 260,-


 

COMPAGNIE GÉNÉRALE TRANSATLANTIQUE

Compagnie generale transatlantique

COMPAGNIE GÉNÉRALE TRANSATLANTIQUE
Obligation über frcs. 500 von 1882; Blankettstück;
Die Gesellschaft von 1861 ist der Star unter den französischen Großreedereien, Trägerin des "blauen Bandes" und Eignerin des schönsten Seeschiffes, das je gebaut wurde, der "Normandie".

Los Nr. 217; Ausruf: DM 240,-


 

MESSAGERIES FLUVIALES DE FRANCE

Messageries fluviales

MESSAGERIES FLUVIALES DE FRANCE
Aktie über frcs. 100 vom 2. Juli 1907; Farbe: blau/ rot/ schwarz/ gelb;
Auch in der Binnenschiffahrt bildeten sich Aktiengesellschaften. Ein Beispiel dafür ist der dekorativ gestaltete Anteilschein der Messageries Fluviales de France von 1907.

Los Nr. 224; Ausruf: DM 120,-


SOCIÉTE EN PARTICIPATION DU NAVIRE-EXPRESS-ROULEUR-BAZIN

Navire Express Bazin

SOCIÉTE EN PARTICIPATION DU NAVIRE-EXPRESS-ROULEUR-BAZIN
Aktie vom 15. Dezember 1893; # 0048;
Ein brauchbares Walzenschiff erfand und baute ein Franzose namens Ernest Bazin. Er erprobte in den neunziger Jahren seinen "Rouleur Bazin" auf der Seine. Dieses Schiff stellte in Wirklichkeit ein Deck dar, das über sechs riesigen schwimmenden Rädern erbaut war und besser als Seewagen bezeichnet worden wäre. Es erwies seine Seetüchtigkeit, als es den Kanal querte. In der Folgezeit machte es seine Fahrt längs der Ostküste Englands, lief mehrere Häfen an und rief überall Aufsehen hervor. Doch war der Widerstand des mit den Rädern herumgeworfenen Wassers zu groß und der Erfinder starb enttäuschten Herzens: er hatte eine Mindestgeschwindigkeit von 30 Knoten errechnet, während sein Schiff nie über 7 Knoten hinauskam. Die Vorstellung der Gebrüder Bazin von einem funktionsfähigen "Rollenschiff" blieb somit ein Traum. Von diesem Traum kündet noch heute die Aktie der zu seiner Verwirklichung gegründeten Unternehmens von 1893 mit den Originalunterschriften der Brüder Bazin!

Los Nr. 227; Ausruf: DM 650,- ; Zuschlag DM 850,-


 

FORGES ET FONDERIES MARITIME DE NANTES

Forges et Fonderies Maritime de Nantes

FORGES ET FONDERIES MARITIME DE NANTES
Gründeraktie über frcs. 100 vom 19. März 1858; # 542;
Schiffsteile und Zubehör stellte die Forges et Fonderies Maritimes de Nantes her, deren Gründeraktie aus dem Jahre 1858 hier abgebildet ist

Los Nr. 229; Ausruf: DM 120,- ; Zuschlag DM 120,-


 

COMPAGNIE GÉNÉRALE GROS CAMIONAGE DE PARIS

Compagnie Generale gros camionage de Paris

COMPAGNIE GÉNÉRALE GROS CAMIONAGE DE PARIS
Anleihe über frcs. 500 vom 1. November 1879; # 5029;
Dort, wo es noch keine Eisenbahn gab, war auch in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts das Pferdefuhrwerk vielbenutztes Transportmittel. Die Gesellschaft entstand 1879 als Aktiengesellschaft.

Los Nr. 233; Ausruf: DM 390,- ; Zuschlag DM 450,-


 

ROUTE EN FER DE PARIS À ORLÉANS, DESSERVANT VERSAILLES

Route en fer de Paris a Orleans

ROUTE EN FER DE PARIS À ORLÉANS, DESSERVANT VERSAILLES
Zertifikat über 5 Anteile vom 20. März 1832; # 227;
Der Anteilschein aus dem Jahre 1832 ist die älteste bekannte französische Eisenbahn-Aktie. Fünf Jahre bevor in Frankreich die erste Eisenbahn, die von Paris nach St. Germain fuhr, ihren Betrieb aufnahm, wurde diese Aktiengesellschaft in Paris gegründet. Aus der Provinzbahn entwickelte sich später eine der großen französischen Zentralbahnen: die Paris-Orléans-Bahn.

Los Nr. 234; Ausruf: DM 2.300,- ; Zuschlag DM 2.300


 

DER "TRAIN BLEU" - ELEGANZ AUF SCHIENEN

"Train Bleu" Paris a Lyon

DER "TRAIN BLEU" - ELEGANZ AUF SCHIENEN
PARIS A LYON ET A LA MEDITERRANÉE

Aktie von 1905; # 1260654;
Durch den "Train Bleu", den blauen Zug, der seit 1922 die Strecke Paris - Lyon - Mittelmeer befuhr, wurde die Gesellschaft zu einer Legende auf Rädern. Die Schönen und die Reichen aus ganz Europa goutierten den Komfort, die Annehmlichkeiten und die Eleganz des Train Bleu, der sie aus den trüben Regionen Europas sanft wie auf Wolken an die milden Gestade des Mittelmeeres trug, wo sie den Winter überdauern konnten. Damit wurde aus einem ruhigen Küstenstreifen das Feriendomizil der gehobenen Gesellschaft, die Côte d'Azur.
Den Anteilschein gestaltete der französische Illustrator Henri Bellery-Desfontaines (1867 - 1910).

Los Nr. 237; Ausruf: DM 180,- ; Zuschlag DM 280,-


 

COMPAGNIE GÉNÉRALE FRANCAISE DES CHEMINS DE FER SECONDAIRES

Chemin de fer secondaires

COMPAGNIE GÉNÉRALE FRANCAISE DES CHEMINS DE FER SECONDAIRES
Aktie über frcs. 500 vom 20. September 1890;
Die französischen Regionalbahnen waren in dieser 1889 gegründeten Gesellschaft zusammengefaßt.

Los Nr. 240; Ausruf: DM 180,- ; Zuschlag DM 240,-


 

BANQUE GÉNÉRALE DE FER & DE L'INDUSTRIE

Banque generale de Fer
BANQUE GÉNÉRALE DE FER & DE L'INDUSTRIE
Gründeraktie über frcs. 500 vom 22. Dezember 1889; # 3303;
Eine Bank, die sich ausschließlich auf die Finanzierung des Eisenbahnbaus und der -industrie verlegt hatte, war dieses im Jahre 1889 gegründete Bankhaus.

Los Nr. 242; Ausruf: DM 260,-


 

COMPAGNIE DU CHEMIN DE FER METROPOLITAIN - DIE METRO VON PARIS

Chemin de fer metropolitain Paris

COMPAGNIE DU CHEMIN DE FER METROPOLITAIN - DIE METRO VON PARIS
Aktie über frcs. 250 vom 1. Mai 1899; Blankettstück;
Noch heute in der ganzen Welt Symbol für das Paris des Art Nouveau und bis in unsere Tage unentbehrliches Massenverkehrsmittel ist die Métro. Im Jahr der Weltaustellung in Paris, 1900, wurde sie feierlich eröffnet.
Keine Bürozeit wäre einzuhalten und keine Verabredung, kein Geschäftstermin und kein Theaterbesuch - gäbe es in Paris nicht die Metro, die alle wie von unsichtbarer Hand, frei von Staus und Stockungen, pünktlich zu ihren Terminen an Hunderten von Punkten überall in der Stadt bringt.
Sie ist ein Stück Paris, und ihre schmideeisernen hohen Eingänge ihr Erkennungszeichen. Der Künstler Hector Guimard schug sie. Sein Entwurf war so erfolgreich, das der "Art Nouveau" eine Zeitlang "Le Style Metro" hieß.
Unter sechs Bewerbern für den Bau der Untergrundbahn hatte 1897 die von Baron Edouard Empain beherrschte Compagnie Générale de Traction gewonnen. Zur Ausführung des Riesenauftrages wurde von Empain die AG Chemin de fer Métropolitain gegründet.

Los Nr. 243; Ausruf: DM 220,-


 

SOCIÉTÉ PARISIENNE ET DES TRAMWAYS ÉLECTRIQUES

Societe parisienne  et de Tramways electriques

SOCIÉTÉ PARISIENNE ET DES TRAMWAYS ÉLECTRIQUES
Aktie über frcs. 250 vom 25. Januar 1900; # 087124;
Um die Jahrhundertwende wurde die Pferdedroschke in den Städten von der elektrischen Straßenbahn verdrängt. Das Unternehmen, deren Anteilschein von G. Fraipont gestaltet worden ist, baute sie.

Los Nr. 244; Ausruf: DM 100,-


 

AGENCE GÉNÉRALE FRANCAISE DES CYCLES WHITWORTH

Agence generale de Cycles Whitworth
AGENCE GÉNÉRALE FRANCAISE DES CYCLES WHITWORTH

Gründeraktie vom 15. Februar 1895; # 0743;
England hatte einst die meisten Fahrradfabriken - darunter auch die Firma Whitworth in Birmingham. Die Agence Générale des Cycles Whitworth von 1895 vertrieb von Paris aus die Fahrräder des englischen Unternehmens in Frankreich.
Der Anteilschein illustriert plakativ den Geschäftszweck der Gesellschaft.

Los Nr. 247; Ausruf: DM 750,-


 

SOCIÈTÉ DE MOTEURS LENOIR EN COMMANDITE PAR ACTIONS

SOCIÈTÉ DE MOTEURS LENOIR EN COMMANDITE PAR ACTIONS Jean Joseph Etienne Lenoir

SOCIÈTÉ DE MOTEURS LENOIR EN COMMANDITE PAR ACTIONS
Gründeraktie über frcs. 500 von 1859; # 2407;
Jean Joseph Etienne Lenoir, 1822 in Mucy-la-Ville in der belgischen Provinz Luxemburg geboren, kam mit 16 Jahren mittellos nach Paris, wo er sich zunächst als Kellner und dann bei einem Emailleur verdingte. Intensiv beschäftigte er sich mit Erfindungen auf dem Gebiet der Emailletechnik und der Galvanoplastik und gründete mit einem Bekannten namens Gautier sein erstes, wirtschaftlich erfolgloses Unternehmen. Es war aber eine andere Idee, die ihn nicht losließ: den Elektromagnetismus als bewegende Kraft nutzbar zu machen. Glück hatte er dabei nicht. Er erfand zwar eine elektrische Bremse und ein Signalsystem für die Eisenbahn, nicht jedoch den Elektromotor, der ihm vorschwebte. Deshalb wandte er sich vom Elektromagnetismus ab und versuchte, die Explosivkraft des Knallgases als Motor zu nutzen. Zu diesem Zweck gründete er 1859 in Paris wiederum mit Gautier und dessen Firma Gautier und Cie. die Société des Moteurs Lenoir.
Die Anwendung eines Gemisches aus Leuchtgas und atmosphärischer Luft brachte ihm den Durchbruch: 1860 meldete er unter dem Titel "Moteur à air dilaté par combustion de gaz" einen Gasmotor zum Patent an und ging damit als Erfinder des ersten gebrauchsfähigen Gasmotors in die Geschichte ein. Diese Knallmaschine, wie der Volksmund die neue Kraftmaschine taufte, war ein einzylindriger, doppelt wirkender Kolben-Explosionsmotor mit elektrischer Zündung, 2 PS und 100 Umdrehungen pro Minute. Nebenbei erfand er dabei die Zündkerze, die Robert Bosch 1902 verbesserte.
Zunächst baute Lenoir die Maschine 1860 in ein Motorboot ein und experimentierte damit auf der Seine. 1863 erfand er einen dreirädrigen Motorwagen, den er mit Leuchtgas betrieb. Zeitzeugen berichteten, der Wagen habe sich tatsächlich in Bewegung gesetzt und rund 30 Kilometer zurückgelegt.
Nur mit der geplanten eigenen Fabrik haperte es. Die Vollständigkeit des Coupons, die den wenigen überlieferten Gründeraktien der Société des Moteurs Lenoir anhängen, deutet darauf hin, daß auch diesem Unternehmen der Erfolg versagt blieb - der geniale Erfinder war offenbar kein ebenso begabter Unternehmer.

Los Nr. 248; Ausruf: DM 5.500,-


ÉTABLISSEMENTS DE DION BOUTON

ÉTABLISSEMENTS DE DION BOUTON

ÉTABLISSEMENTS DE DION BOUTON
6 % Obligation über frcs. 500 vom 1. Mai 1919; # 15417; Große Vignette mit Fabrikansicht
Albert Graf de Dion und sein Kompagnon Georges Bouton galten um die Jahrhundertwende als richtungsweisend im Automobilbau. Sie belieferten 140 Automobilhersteller in Europa und Übersee mit ihren Motoren. Die Obligation trägt die Faksimile-Unterschrift des Grafen de Dion. In den 1920er Jahren wurde die Gesellschaft von Peugeot übernommen.

Los Nr. 251; Ausruf: DM 380,-


 

SOCIÉTÉ GÉNÉRALE DES AUTOMOBILES PORTHOS

SOCIÉTÉ GÉNÉRALE DES AUTOMOBILES PORTHOS

SOCIÉTÉ GÉNÉRALE DES AUTOMOBILES PORTHOS
Aktie über frcs. 100 vom 22. Januar 1907; # 04139;
Der Anteilschein der Gesellschaft ist sehr dekorativ im Stil des Art Nouveau gestaltet.

Los Nr. 254; Ausruf: DM 480,- ; Zuschlag DM 540,-



S.A. DES ÉTABLISSEMENTS L BLERIOT

S.A. DES ÉTABLISSEMENTS L BLERIOT

S.A. DES ÉTABLISSEMENTS L BLERIOT
Aktie über frcs. 100 vom 15. April 1913; # 18652;
Louis Blériot (1872 - 1936) französischer Flugpionier, überquerte 1909 in 27 ½ Minuten mit einem Eindecker als erster Mensch den Ärmelkanal. Darüber hinaus hatte er großen Anteil am Aufbau der französischen Flugzeugindustrie. Zu Vermögen kam er durch den Betrieb der S.A. des Ètablissements L. Blériot, einer Autoscheinwerfer - Fabrik, die 1909 den abblendbaren Karbid - Autoscheinwerfer einführte.

Los Nr. 262; Ausruf: DM 200,- ; Zuschlag DM 240



S.A. DES BALLONS CAPTIFS TRANSPORTABLES

S.A. DES BALLONS CAPTIFS TRANSPORTABLES

S.A. DES BALLONS CAPTIFS TRANSPORTABLES
Aktie über frcs. 500 vom 28. Juli 1891; # 1906;
Jahrtausende währte der Menschheitstraum vom Fliegen. In Frankreich erfüllte er sich. Die Brüder Montgolfier starteten 1783 den ersten Heißluftballon. Damit begann für den Menschen die Eroberung des Luftraumes. Der Ballon war sein erstes Luftfahrzeug. Wissenschaft, Militär und Sport bemächtigten sich der Ballonfahrt. Aktiengesellschaften betrieben den Ballonflug auf kommerzieller Basis. Das Wertpapier wurde von Lucien Metivet gestaltet.

Los Nr. 264; Ausruf: DM 700,- ; Zuschlag DM 800,-


 

SOCIÉTÉ DES AÉROPLANES G. VOISIN

SOCIÉTÉ DES AÉROPLANES G. VOISIN

SOCIÉTÉ DES AÉROPLANES G. VOISIN
6 ½ %-Anleihe über frcs. 500 vom 15. Dezember 1928; # 8149;

VOISIN - DIE ERSTE FLUGZEUGFABRIK DER WELT
Gabriel und Charles Voisin gründeten 1903 die ersten Flugzeugwerke der Welt. 1909 wurde von Gabriel Voisin die erste Flugschule gegründet. 1916 fiel ihm der zweifelhafte Ruhm zu, mit Voisin-Geschwader den ersten nächtlichen Kriegseinsatz geflogen zu haben, wobei die Bomben auf deutsche Städte abgeworfen wurden. Im Laufe der Jahre brachte der Flugzeugpionier zahlreiche Neu- und Weiterentwicklungen der Flugzeugtechnik auf den Markt. Erst 1920 wurde das Unternehmen in eine AG umgewandelt.

Los Nr. 265; Ausruf: DM 80,- ; Zuschlag DM 100,-


 

COMPAGNIE DES GRANDS EXPRESS AERIENS

COMPAGNIE DES GRANDS EXPRESS AERIENS

COMPAGNIE DES GRANDS EXPRESS AERIENS
Aktie über frcs. 500 vom 16. März 1922; # 550;
Das Unternehmen brachte als erste Fluggesellschaft Post und Pakete von Paris nach London. 1923 fusionierte sie mit der Compagnie des Messageries Aériennes zur Air Union, aus dessen Zusammenschluß mit vier anderen Lufttransportgesellschaften 1933 die Air France entstand.

Los Nr. 267; Ausruf: DM 160,- ; Zuschlag DM 180,-


 

AVIONS RENÉ COUZINET S.A.

AVIONS RENÉ COUZINET S.A.

AVIONS RENÉ COUZINET S.A.
Aktie über frcs. 100 von 1931; # 10692;
1934 eröffnete die auf der Aktie abgebildete Couzinet "Arc-en-Ciel" (Regenbogen) den ersten regelmäßigen Luftpostverkehr zwischen Frankreich und Südamerika. Am 16. Januar 1933 hatte eine Maschine dieses Typs den Atlantik von Senegal bis Brasilien in 14 Stunden überquert - damals eine Rekordflugzeit. René Couzinet, der die Aktie als Administrateur unterzeichnet hat, war ein außergewöhnlich begabter Flugzeugingenieur, der nach seinem Studium zunächst ein Holzflugzeug mit drei Hispano-Suiza-Motoren konstruierte, das im Falle eines Notwasserns auf dem Meer schwamm und nicht unterging - die Couzinet 10 Arc-en-Ciel II und III sowie weitere Konstruktionen vor und nach dem Zweiten Weltkrieg folgten. Daß die meisten von ihnen jedoch nicht in Serie gingen, verkraftete der Konstrukteur nicht: 1956 nahm er sich das Leben.

Los Nr. 268; Ausruf: DM 130,- ; Zuschlag DM 130,-


 

AVIONS MARCEL DASSAULT BREGUET AVIATION

AVIONS MARCEL DASSAULT BREGUET AVIATION

AVIONS MARCEL DASSAULT BREGUET AVIATION
Gründeraktie über frcs. 50 von 1971; # 322788;
DIE MIRAGE_JÄGER VON MARCEL DASSAULT
Der Flugzeugkonstrukteur Marcel Bloch, der das KZ Buchenwald mit viel Glück überlebte, startete im Nachkriegsfrankreich unter dem Namen Marcel Dassault eine der atemberaubendsten Industriekarrieren, dessen Krönung die Entwicklung der Mirage-Serie, mit der berühmten Mirage III im Jahre 1956, war. Die Israelis setzten die Mirage III, deren Charakteristik die Dreiecksflügel waren, 1967 im Sechstagekrieg gegen Ägypten und Syrien ein und demonstrierten damit ihre militärische Überlegenheit im Luftkrieg. Die Mirage gilt heute als eines der höchstentwickelten Kampfflugzeuge der Zeit. 1971 fusionierte die 1946 gegründete Societe des Avions Marcel Dassault mit der Breguet Aviations zur Avions Marcel Dassault Breguet Aviation S.A.

Los Nr. 269; Ausruf: DM 150,- ; Zuschlag DM 150,-


 

SOCIÉTÉ DES MOTEURS CYCLONE S.A.

SOCIÉTÉ DES MOTEURS CYCLONE S.A.

SOCIÉTÉ DES MOTEURS CYCLONE S.A.
Aktie über frcs. 100 vom 31. Juli 1913; # 7439;
Die Gesellschaft mit Sitz in Lyon betrieb eine der ersten Fabriken, die Flugzeugmotoren herstellte, was graphisch sehr schön auf dem Anteilschein dargestellt ist. Dieser Anteilschein zählt zu den großen Raritäten des Sammlermarktes.

Los Nr. 271; Ausruf: DM 3800,- ; Zuschlag DM 3.800,-


 

HELICOPTERACION PESCARA

HELICOPTERACION PESCARA

HELICOPTERACION PESCARA
Gründeraktie über ptas. 500 vom 23. September 1919; # 3309;
Der spanische Marquis Pateras de Pescara ist einer der Pioniere in der Geschichte des Hubschraubers. 1919 hatte er in Barcelona das Hubschrauberunternehmen gegründet und entwickelte von 1920 bis 1925 im Auftrag der französischen Regierung verschiedene Hubschrauber-Modelle, die mit Hispano-Suiza Motoren angetrieben wurden.
Das Gründerzertifikat wurde von Benjamin Rabier (1869 - 1939) gestaltet und von Pateras de Pescara selbst unterschrieben.

Los Nr. 272; Ausruf: DM 700,- ; Zuschlag DM 800,-


 

PARIS-FRANCE

PARIS-FRANCE

PARIS-FRANCE
5 % Obligation über frcs. 500 vom 15. November 1903; # 11452;
Warenhäuser und die in den französischen Provinzstädten vorherrschenden Bazare basieren auf dem Grundsatz "Ware gegen Geld". Weil nicht jeder immer in der Lage war, direkt zu zahlen, kam ein findiger Kopf auf die Idee, diesen Bedarf durch Ratenzahlung zu finanzieren. Dadurch entstand ein neuer Warenhaus-Typ, der schon bald großen Erfolg hatte: das Kredithaus.
Zu dieser Art von Warenhäusern gehörte auch die Paris-France S.A., deren Wertpapiere der bekannte Jugenstil-Künstler Alphons Maria Mucha stilvoll gestaltet hat. Das Warenhaus wurde im Jahre 1898 in Paris gegründet und hatte im Jahre 1914 ein Kapital von 30 Millionen Francs und 78 Filialen. Es betrieb Groß- und Kleinhandel, Bar- und Abzahlungsgeschäfte nebeneinander.

Los Nr. 276; Ausruf: DM 800,- ; Zuschlag DM 900,-


CONTREXEVILLE

CONTREXEVILLE

CONTREXEVILLE
Aktie über frcs. 100 vom 15. September 1898; # 3723;
Contrexeville, das Wasser aus dem felsigen Erdreich der Vogesen, zählt auch heute noch zu den am weitesten verbreiteten Tafelwassern Frankreichs. Die Gesellschaft gehört inzwischen zum Nestlé-Konzern.

Los Nr. 283; Ausruf: DM 250,- ; Zuschlag DM 260,-


 

LES DISTILLERIES FRANCAISES

LES DISTILLERIES FRANCAISES

LES DISTILLERIES FRANCAISES
6%-Anleihe über frcs. 1000 vom 4. September 1928; # 2824;
Französische Obst- und Weinbrände sind begehrt als Digestifs. Les Distilleries Francaises war eine Vereinigung von Weinbranderzeugern, die sich 1928 zu einer AG zusammenschlossen.

Los Nr. 290; Ausruf: DM 120,- ; Zuschlag DM 120,-


 

MONTE CARLO - S.A. DES BAINS DE MER ET DU CERCLE DES ÉTRANGERS A MONACO

MONTE CARLO - S.A. DES BAINS DE MER

MONTE CARLO - S.A. DES BAINS DE MER ET DU CERCLE DES ÉTRANGERS A MONACO
Aktie über frcs. 500 vom 15. Juli 1899; # 22045;
Schon um die Jahrhundertwende war Monte Carlo die "Welthauptstadt des Luxus und des Glücksspiels". Das Casino wurde zum Ort der Lust und des Verderbens. In Monte Carlo wie in Nizza drängten sich Könige und Fürsten, Rajas und Beys, russische Millionäre und amerikanische Eisenbahnbarone um die Spieltische. Jeder machte sein Spiel, aber nur wenige gewannen. Nur Francois Blanc, der 1863 die Spielbank von Monte Carlo erwarb, und Fürst Rainier, dem sie heute gehört, sie gewinnen immer - solange die anderen spielen. Der Anteilschein mit dem Panorama der Côte d'Azur erinnert eher an einen Werbeprospekt als an eine Aktie.

Los Nr. 309; Ausruf: DM 480,- ; Zuschlag DM 560,-


SOCIÉTÉ DES CONCERTS SYMPHONIQUES DE LYON

SOCIÉTÉ DES CONCERTS SYMPHONIQUES DE LYON

SOCIÉTÉ DES CONCERTS SYMPHONIQUES DE LYON
Aktie über frcs. 100 vom 5. März 1899; # 78;
Eine AG, deren Zweck darin bestand, in Lyon Sinfoniekonzerte zu veranstalten.

Los Nr. 322; Ausruf: DM 1200,- ; Zuschlag DM 1450,-




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